In diesem Referat soll geklärt werden, warum, beziehungsweise wie wahrnehmendes Beobachten zur Entwicklung der frühkindlichen Bildung beitragen kann.
Dabei soll zunächst dargestellt werden, was unter frühkindlicher Bildung im Allgemeinen zu verstehen ist. Im weiteren Verlauf wird dann geklärt, wie dieser Prozess institutionell begleitet werden kann und worauf zu achten ist. Im Speziellen werden dabei vor dem Hintergrund der Bildungsvereinbarung 2011 die pädagogischen Lern- und Fördermöglichkeiten im Hinblick auf die Kompetenzvermittlung erörtert. Zum Abschluss wird das Beobachtungsverfahren „wahrnehmendes Beobachten“ vorgestellt, welches meinerseits im Fazit bezüglich der Ausgangsthese des Referates kritisch hinterfragt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist frühkindliche Bildung?
3. Aufgaben des Kindergartens
3.1 Nicht Kompetenzen vermitteln, sondern Problemlösen fördern! (Bezug Bildungsvereinbarung 2011)
4. Wahrnehmendes Beobachten
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Konzept des "wahrnehmenden Beobachtens" als grundlegende pädagogische Haltung dazu beitragen kann, frühkindliche Bildungsprozesse zu unterstützen und Kindern das Erlernen von Problemlösungsstrategien zu ermöglichen.
- Verständnis frühkindlicher Bildung und Selbstbildungspotenziale
- Herausforderungen durch die Bildungsvereinbarung NRW 2011
- Die Rolle des Kindergartens als Bildungsinstitution
- Methodik des wahrnehmenden Beobachtens
- Reflexion der pädagogischen Haltung und Beziehungsgestaltung
Auszug aus dem Buch
Wahrnehmendes Beobachten
Wie schon Humboldt sagte, braucht das Subjekt ein Gegenüber, durch das es sich bilden kann.
„Das heißt, dass es das selbsttätige Kind ohne den Erwachsenen nicht gibt. Selbsttätigkeit ist nicht Von-selbst-Tätigkeit“, „sondern bedarf der Beteiligung eines Kindes an seiner sozialen und kulturellen Umwelt, welche ihm der Erwachsene innerhalb sozialer Beziehungen ermöglichen kann.“
„Bilden kann sich das Kind aber auch nur, wenn der Erwachsene diese Beteiligung zulässt und ihm dazu noch eine Resonanz über sein Handeln und Denken gibt.“
„Das bedeutet, dass der Erwachsene sich mit dem Kind über sein Tun verständigen muss, sowie ihm zuhören sollte, damit die gemeinsamen Erfahrungen auch geteilt werden können.“
So kann der Bildungsprozess von Kindern wahrgenommen werden und wirkungsvoll unterstützt werden. Diese professionelle Haltung nennt man auch wahrnehmendes Beobachten.
„Wahrnehmendes Beobachten ist also ein vielfaches Zuhören, welches sich nicht nur auf die sprachliche Kommunikation und Verständigung beschränkt, sondern sich auch auf die Tätigkeit von Kindern, sowie auf die Interaktion zwischen Kindern und Erwachsenen richtet.“ So wird auch der Grundgedanke des wahrnehmenden Beobachtens wie folgt beschrieben:
Wie muss ich mir die Situation des Kindes und sein Erleben vorstellen, damit das, was ich von ihm wahrnehme sinnvoll erscheint? Gefragt ist also eine Perspektive, in der das Tun und Erleben des Kindes einen Sinn hat, auch wenn es aus der Außenperspektive vielleicht für sinnlos gehalten werden kann. Leitet dieser Grundgedanke wahrnehmendes Beobachten, dann ist eine wichtige Voraussetzung gegeben, dass sich das Kind von der Beobachterin in seiner Eigenwertigkeit respektiert und anerkannt fühlt. Insofern trägt wahrnehmendes Beobachten zu einer achtungsvollen Haltung dem Kind gegenüber bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie wahrnehmendes Beobachten zur Förderung frühkindlicher Bildung beitragen kann und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Was ist frühkindliche Bildung?: Das Kapitel definiert Bildung als einen körperlich verankerten, aktiven Prozess des Kindes, der auf eigenen Erfahrungen und dem kindlichen „Anfängergeist“ basiert.
3. Aufgaben des Kindergartens: Hier wird die Funktion des Kindergartens als Bildungsinstitution beleuchtet, die über die reine Betreuung hinausgeht und eine Kultur des Lernens etablieren soll.
3.1 Nicht Kompetenzen vermitteln, sondern Problemlösen fördern! (Bezug Bildungsvereinbarung 2011): Dieser Unterpunkt kritisiert eine zu starke Fokussierung auf Kompetenzvermittlung und plädiert stattdessen dafür, Kindern eine vielfältige Umwelt zu bieten, um eigenständiges Problemlösen zu fördern.
4. Wahrnehmendes Beobachten: Dieses Kapitel expliziert das Konzept des wahrnehmenden Beobachtens als professionelle Haltung, die Innehalten und Perspektivwechsel erfordert, um das Kind als Akteur seiner Bildung ernst zu nehmen.
5. Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, unterstreicht jedoch kritisch die Anforderungen an den Personalschlüssel und die notwendige Haltung der Pädagogen zur Umsetzung im Kindergartenalltag.
Schlüsselwörter
frühkindliche Bildung, wahrnehmendes Beobachten, Selbstbildungspotenziale, kindlicher Anfängergeist, Bildung aus erster Hand, pädagogische Haltung, Problemlösungsstrategien, Bildungsvereinbarung NRW 2011, Kindergarten, Selbsttätigkeit, Innehalten, Bildungsauftrag, Kindheitsforschung, Erfahrungslernen, Interaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Bedeutung des „wahrnehmenden Beobachtens“ in Kindertagesstätten vor dem Hintergrund aktueller Bildungsvereinbarungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit thematisiert frühkindliche Bildungsprozesse, die Rolle des Kindergartens, die Bedeutung von Selbsttätigkeit sowie die methodische Umsetzung einer beobachtenden, respektvollen pädagogischen Grundhaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu klären, inwiefern wahrnehmendes Beobachten dazu befähigt, Kindern beim Erlernen von Problemlösungsstrategien zu unterstützen, anstatt lediglich vordefinierte Kompetenzen zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Reflexion pädagogischer Konzepte, insbesondere unter Rückgriff auf die Forschung von Gerd E. Schäfer.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung frühkindlicher Bildung, die kritische Diskussion des Bildungsauftrags von Kindergärten sowie die detaillierte Darstellung und Einordnung des Konzepts des wahrnehmenden Beobachtens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind wahrnehmendes Beobachten, Selbstbildung, kindlicher Anfängergeist und die Förderung von Problemlösungsstrategien.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen Bildung aus erster und zweiter Hand?
Bildung aus erster Hand entsteht durch eigene, sinnlich erfahrbare Erlebnisse des Kindes. Bildung aus zweiter Hand bezeichnet hingegen die bloße Übernahme von Wissen oder Mitteilungen anderer, die ohne eigene Erfahrungsgrundlage oft weniger tiefgreifend ist.
Welche Rolle spielt das „Innehalten“ im Beobachtungsprozess?
Das Innehalten dient dem Pädagogen dazu, vorgefertigte Handlungsmuster oder Interpretationen zu unterbrechen, um sich offen auf das tatsächliche Tun und die individuellen Absichten des Kindes einzulassen.
- Citar trabajo
- Sabine Schmidt (Autor), 2016, Wahrnehmendes Beobachten als Grundlage pädagogischen Handelns, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338963