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Herrscher versus Beherrschte. Die Pieds-Noirs zwischen französischen Kolonialinteressen und algerischer Unabhängigkeitsbewegung

Title: Herrscher versus Beherrschte. Die Pieds-Noirs zwischen französischen Kolonialinteressen und algerischer Unabhängigkeitsbewegung

Seminar Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Clara Omag (Author)

History - Africa
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Summary Excerpt Details

Der Kolonialismus war wohl eines der grausamsten Kapitel der europäischen Geschichte. So scheint sich auch Frankreich für seine Kolonialvergangenheit zu schämen und schwieg lange Zeit darüber, besonders über die sozialen Aspekte dieser gewaltsamen Jahre der Unterdrückung. Demnach wurden auch die Pieds-Noirs, die in Zeiten der Kolonialisierung in Algerien lebenden Franzosen, regelrecht aus den Geschichtsbüchern verbannt.

Die Geschichte der Pieds-Noirs ist zweifellos sehr komplex, da es sich nicht um eine gewöhnliche Nation handelt, sondern um eine Gruppe, die direkt mit der Geschichte Algeriens und Frankreich in Verbindung steht. Jedoch sollen auf den folgenden Seiten nicht einfach Daten und historische Ereignisse aufgelistet, sondern es soll vielmehr ein Überblick über das Leben und die Entwicklung der Pieds-Noirs gewährt werden. Das Hauptaugenmerk wird auf die Unterdrückung der algerischen Bevölkerung durch die Pieds-Noirs gelegt, deren Herrschaft in Algerien zu Spannungen und Widerständen führten. Diese gipfelten 1954 im Algerienkrieg, der acht Jahre später mit der Unabhängigkeit des Landes endete. Diese Arbeit hört aber nicht wie so viele Geschichtsbücher mit der Unabhängigkeit Algeriens auf, sondern es wird auch auf die Weiterentwicklung der Geschichte der Pieds-Noirs nach ihrer Rückkehr nach Frankreich eingegangen. So wird hiermit versucht, die Geschichte der Pieds-Noirs im Rahmen dieser Arbeit umfangreich zu beleuchten – von den Anfängen im Jahre 1830 bis heute.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Pieds-Noirs: Definition und Begriffsabgrenzung

3. Kolonialinteressen Frankreichs – die Gewaltherrschaft der Pieds-Noirs von ihren Anfängen bis zur Unabhängigkeit Algeriens

3.1 Anfänge der französischen Kolonialisierung

3.2 Herrscher versus Beherrschte – Unterdrückung und Rassismus

3.3 Legitimation kolonialer Gewalt

3.4 Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit

3.4.1 Spannungen und Widerstand – Beginn des Kampfes für Menschlichkeit

3.4.2 Der Algerienkrieg

4. Zwischen Heimat und Fremde – Rückkehr nach Frankreich

4.1 Integrationsmaßnahmen Frankreichs

4.2 Zusammenstoß zweier Kulturen: die Pieds-Noirs und die Franzosen der Metropole

5. Schlussfolgerungen

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das soziopolitische Spannungsfeld zwischen den Pieds-Noirs (in Algerien lebenden Franzosen) und der algerischen Bevölkerung während der Kolonialzeit. Ziel ist es, die Machtstrukturen, die Unterdrückungsmechanismen und die Folgen der Dekolonisierung, einschließlich der schwierigen Rückkehr der Pieds-Noirs nach Frankreich, historisch aufzuarbeiten.

  • Analyse der Herrschaftsverhältnisse und der kolonialen Gewalt in Algerien.
  • Untersuchung der Rolle der Pieds-Noirs als privilegierte Minderheit.
  • Darstellung des algerischen Widerstandes und des Algerienkrieges.
  • Aufarbeitung der sozialen Integration und des kulturellen Konflikts bei der Rückkehr nach Frankreich.

Auszug aus dem Buch

3.2 Herrscher versus Beherrschte – Unterdrückung und Rassismus

Mit der Kolonialisierung Algeriens begann eine Zeit voller Angst und Schrecken. Ein paar tausend Mann, die nur eine kleine ausländische Minderheit darstellte, unterwarfen die zahlenmäßig überlegene afrikanische Mehrheit. Gerechtfertigt wurde diese Ausbeutung durch die gottgegebene Überlegenheit der weißen Rasse, die die afrikanischen Barbaren zivilisieren musste. Gedemütigt und ausgebeutet wurden die Algerier eine Art Minderheit in ihrem eigenen Land, da sie den Europäern sozial, politisch und wirtschaftlich unterlegen waren. Sicherlich waren nicht alle Europäer in Algerien grausame Herrscher. Einfache Farmer teilten das Essen mit den Muslimen und feierten auch gemeinsam Feste. Allerdings war die Angst der französischen Bevölkerung in Algerien vor den meist radikalen Pieds-Noirs in Führungspositionen und dem Militär so groß, dass auch sie nach außen kein Mitgefühl für die Algerier zeigten. So gab es aus kaum offizielle Partnerschaften oder Hochzeiten zwischen Europäern und Afrikaner, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Denn die Araber waren in den Augen der Kolonisten häufig Menschen zweiter Klasse, die es nicht würdig waren, als vollständige Bewohner Frankreichs angesehen zu werden. Sie blieben die Kolonisierten und die Schwachen. So beschrieben die Franzosen die Afrikaner als faule und launische Kreaturen, denen aber wie Tieren durch Härte und Training ein gewisses Maß an Disziplin beigebracht werden könne. Sie müssten misshandelt werden, denn nur so konnte Algerien weiter bestehen. Von einer Behandlung als menschliche Wesen konnte hier keine Rede mehr sein, da mit der ständigen Erniedrigung der Europäer den Eingeborenen letzten Endes die Qualität des Menschlichen abgesprochen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige Vernachlässigung des Themas Pieds-Noirs in der Geschichtsforschung und definiert den Untersuchungsrahmen der Arbeit von 1830 bis heute.

2. Pieds-Noirs: Definition und Begriffsabgrenzung: Dieses Kapitel erläutert die schwierige Begriffsfindung und historische Herleitung der Bezeichnung Pieds-Noirs sowie deren soziokulturelle Bedeutung.

3. Kolonialinteressen Frankreichs – die Gewaltherrschaft der Pieds-Noirs von ihren Anfängen bis zur Unabhängigkeit Algeriens: Das Kapitel analysiert die 132-jährige Kolonialgeschichte, die Mechanismen der Unterdrückung und die Entstehung des algerischen Widerstands bis hin zum Algerienkrieg.

3.1 Anfänge der französischen Kolonialisierung: Es werden die Eroberung Algeriens ab 1830 und der vordergründige Zivilisationsauftrag als Machtinstrument der französischen Krone beschrieben.

3.2 Herrscher versus Beherrschte – Unterdrückung und Rassismus: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Etablierung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, geprägt von Rassismus und ökonomischer Ausbeutung.

3.3 Legitimation kolonialer Gewalt: Hier wird dargelegt, wie die französische Kolonialherrschaft durch Ideologien und rechtliche Instrumente wie den code de l’indigénat legitimiert wurde.

3.4 Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit: Der Fokus liegt auf der Entwicklung des algerischen Nationalismus und der Formierung bewaffneter Widerstandsbewegungen.

3.4.1 Spannungen und Widerstand – Beginn des Kampfes für Menschlichkeit: Dieses Kapitel behandelt die frühen politischen Unruhen und die Radikalisierung des Widerstands aufgrund gescheiterter Reformpläne.

3.4.2 Der Algerienkrieg: Detaillierte Betrachtung des militärischen Konflikts zwischen der FLN und französischen Truppen bis zum Vertrag von Evian.

4. Zwischen Heimat und Fremde – Rückkehr nach Frankreich: Das Kapitel analysiert die Vertreibung der Pieds-Noirs nach 1962 und ihre schwierige Ankunft im französischen Mutterland.

4.1 Integrationsmaßnahmen Frankreichs: Erläuterung der staatlichen Bemühungen zur wirtschaftlichen und sozialen Eingliederung der Rückkehrer.

4.2 Zusammenstoß zweier Kulturen: die Pieds-Noirs und die Franzosen der Metropole: Darstellung der Spannungen zwischen den Rückkehrern und der einheimischen französischen Bevölkerung, geprägt von Vorurteilen und Identitätsverlust.

5. Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Reflexion über die historische Dialektik von Herrschaft und Unterdrückung sowie das Erbe der kolonialen Vergangenheit.

Schlüsselwörter

Pieds-Noirs, Algerien, Frankreich, Kolonialismus, Unabhängigkeit, Algerienkrieg, FLN, Rassismus, Dekolonisierung, Integration, Identität, Zivilisationsmission, Fremdherrschaft, Widerstand, Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle und die Entwicklung der sogenannten Pieds-Noirs – jener in Algerien lebenden Franzosen – im Kontext der französischen Kolonialherrschaft und deren Zusammenbruch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die koloniale Unterdrückung, das Machtverhältnis zwischen Herrschern und Beherrschten, die Entstehung des algerischen Widerstands sowie die spätere Integration der Rückkehrer in Frankreich.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Bild über das Leben und die Entwicklung der Pieds-Noirs zu zeichnen, von den Anfängen der Kolonialisierung im Jahr 1830 bis zur erfolgreichen Integration nach 1962.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte geschichtswissenschaftliche Analyse unter Verwendung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und enzyklopädischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der kolonialen Gewaltherrschaft, die Dynamik des Algerienkrieges und die soziokulturellen Herausforderungen der Rückkehr der Pieds-Noirs nach Frankreich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kolonialismus, Algerienkrieg, Pieds-Noirs, Identität, Rassismus und soziale Integration charakterisieren.

Was unterscheidet die Pieds-Noirs von anderen französischen Staatsbürgern der damaligen Zeit?

Pieds-Noirs waren zwar französische Staatsbürger, lebten jedoch in einem kolonialen Umfeld in Nordafrika, was ihre kulturelle Identität und ihr tägliches Leben stark von den Menschen im französischen Mutterland unterschied.

Warum war der Begriff "Pieds-Noir" ursprünglich negativ besetzt?

Die Bezeichnung trug lange eine abwertende Konnotation, da ihr Ursprung auf soziale Vorurteile und rassistische Untertöne bezüglich der Herkunft oder des Aussehens der Kolonisten zurückgeführt wurde.

Wie reagierten die Franzosen der Metropole auf die Rückkehrer nach 1962?

Die Ankunft der Pieds-Noirs löste in Frankreich oft Ablehnung und rassistische Ressentiments aus, da die Rückkehrer für die grausame Kolonialvergangenheit verantwortlich gemacht wurden und ihre kulturellen Sitten befremdlich wirkten.

Was bedeutet der Titel "Leurs ancêtres partirent de rien en 1830, leur descendants arrivent nulle part en 1962"?

Das Zitat unterstreicht den Identitätsverlust der Pieds-Noirs: Ihre Vorfahren kamen 1830 als Siedler mit nichts in ein neues Land, und 1962 kehrten die Nachfahren als entwurzelte Personen in ein Mutterland zurück, in dem sie sich ebenfalls nicht zu Hause fühlten.

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Details

Title
Herrscher versus Beherrschte. Die Pieds-Noirs zwischen französischen Kolonialinteressen und algerischer Unabhängigkeitsbewegung
College
University of Vienna  (Institut für Geschichte)
Course
Geschichtswissenschaftliche Arbeitstechniken: Empires und Nationalstaaten
Grade
1
Author
Clara Omag (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V338994
ISBN (eBook)
9783668287075
ISBN (Book)
9783668287082
Language
German
Tags
Kolonialismus Frankreich Algerien Pieds-Noirs Herrschaft Unabhängigkeit Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Clara Omag (Author), 2012, Herrscher versus Beherrschte. Die Pieds-Noirs zwischen französischen Kolonialinteressen und algerischer Unabhängigkeitsbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338994
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