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Caligulas Personenkult und der Konflikt des Kaisers mit den Juden aus Alexandria und Judäa. Die Sichtweise des Philon von Alexandrien

Titel: Caligulas Personenkult und der Konflikt des Kaisers mit den Juden aus Alexandria und Judäa. Die Sichtweise des Philon von Alexandrien

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 13 Seiten , Note: 11

Autor:in: Benedikt Brkic (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Untersuchung nimmt Bezug auf die Darstellungen von Philon von Alexandria und stellt dar, warum Caligula von Philon zum Feind der Juden deklariert wurde. Als Quellen zu Philon dienen seine Werke "In Flaccum" und "Legatio ad Gaium". Für die Hausarbeit dient die Übersetzung von Leopold Cohn und Isaac Heinemann mit einem Sachweiser zu Philo, der in den Kommentaren weitere Informationen zur Forschungslage bietet. Darüber hinaus geht die Hausarbeit der Frage nach, welche Rolle die kultisch-religiöse Anerkennung der eigenen Person des Kaisers dabei spielte.

Die Struktur der Ausarbeitung soll mit dem Kaiserkult des Princeps beginnen, da dieser mit zur Eskalation der religiösen Konflikte beigetragen hat, und so in die Thematik einführen. Ferner geht es um die Verstärkung der Aggressionen zwischen Caligula und den Juden Alexandrias und Judäas. Der Statuenbefehl, der als Höhepunkt der Auseinandersetzungen gilt und von Philon beschrieben wurde, wird ebenfalls mit einbezogen. Darüber hinaus wird Herod Agrippa betrachtet, der eine große Rolle spielte, insbesondere in der Umsetzung der vom Kaiser erlassenen Befehle, sowohl in Alexandria als auch in Jerusalem. Interessant bei Agrippa ist, dass auch er Jude war. Eine weitere wichtige Person in der Gesamtdarstellung ist Flaccus, der Präfekt Alexandrias, welcher 32. n. Chr. von Kaiser Tiberius eingesetzt worden ist. Ihm kommt eine tragende Funktion bei den Reibungen im Jahre 38. n. Chr. in Alexandria zu.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Philon über Caligulas Personenkult

2.1 Der Rechtsstatus der Juden

2.2 Agrippa zwischen Judentum und Kaiserkult

2.3 Die Rolle des Flaccus bei der Verbreitung des Kaiserkultes

2.4 Der Statuenbefehl als Höhepunkt des Anspruchs auf Vergöttlichung

3. Die Gesandtschaft der Juden bei Kaiser Gaius

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus der Perspektive des zeitgenössischen jüdischen Denkers Philon von Alexandria, wie der von Kaiser Caligula forcierte Personenkult und die damit einhergehende Selbstvergöttlichung zu massiven Spannungen und Konflikten mit der jüdischen Bevölkerung in Alexandria und Judäa führten, wobei insbesondere die Rolle politischer Kommunikation und einzelner Akteure wie Flaccus und Agrippa beleuchtet wird.

  • Darstellung und kritische Einordnung des kaiserlichen Personenkults unter Caligula.
  • Analyse des Rechtsstatus der Juden im römischen Reich und dessen Veränderung.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Kaisertreue, religiöser Identität und Widerstand.
  • Bewertung der Rolle von Herod Agrippa und dem Präfekten Flaccus im Kontext der Konflikte.
  • Deutung der Gesandtschaftsreisen nach Rom als Ausdruck der politischen Auseinandersetzung.

Auszug aus dem Buch

2. Philon über Caligulas Personenkult

Der jüdische Staatsmann Philo von Alexandria gibt ein düsteres Bild über den Cäsaren und dem Kult um seine Person ab. In seinen Schriften berichtet er über Caligula: Gaius Wahnsinn, seine verrückte und abartige Sucht, nahmen ein solches Ausmaß an, daß er begann, sich über die Halbgötter zu erheben, noch höher zu steigen und sich Kulte von Gottheiten heranzumachen, die man für größer und von rein göttlicher Herkunft hält, des Hermes, des Apollo und des Ares. In diesen Zeilen aus dem siebten Band der Werke von Philon wird sehr deutlich, welchen Eindruck er von Caligula hatte. Darstellung des Kaisers geht soweit, dass es den Anschein hat, Gaius versuche sich selbst zu vergöttlichen. Dies wird von Philo mit Wahnsinn und Sucht gleichgesetzt. Die Verehrung des Kaisers zu seinen Lebzeiten und nach seinen Tod als Gottheit, ist Ausdruck politischer Bindungen und politischer Selbstdefinition. Ebenfalls war der Kult ein Mittel zur Herrschaftssicherung auf symbolischen Wege. Der Personenkult des Caligula entsprang einem Rachebedürfnis, welches da herrührte, dass er eine Rehabilitation seiner durch Tiberius ermordeten Familienmitglieder anstrebte. Insbesondere war es der Versuch, dynastisches Selbstbewusstsein und politische Sicherheit zu erlangen. Ebenso war die Vergöttlichung des Princeps ein Weg der Kommunikation, der nicht zu ignorieren war. Von Kommunikation spricht man deswegen, weil der Kaiserkult als Sprachrohr zwischen Imperator und seinen Untergebenen diente. Bei Missachtung dieses Kommunikationsweges wurde die Autorität des Kaisers öffentlich beschädigt. So gesehen hatte der provinzielle Kaiserkult die Funktion, eine Demonstration politischer Loyalität zu sein, den die Städte des Reiches gegenüber Rom und dem Regenten zollen mussten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik des Kaisers Caligula ein und skizziert die methodische Grundlage der Untersuchung, welche primär auf den Schriften des Philon von Alexandria basiert.

2. Philon über Caligulas Personenkult: Dieses Kapitel analysiert die Sichtweise Philons auf die Vergöttlichungsbestrebungen des Kaisers und deren Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung, untergliedert in rechtliche, politische und individuelle Aspekte.

2.1 Der Rechtsstatus der Juden: Hier wird der Status der Juden unter den Vorgängern Caligulas mit der Situation unter dessen Herrschaft kontrastiert, wobei die rechtliche Absicherung der jüdischen Religionspraxis im Fokus steht.

2.2 Agrippa zwischen Judentum und Kaiserkult: Die Analyse konzentriert sich auf die Rolle des Herodes Agrippa, der als Vermittler zwischen den jüdischen Interessen und dem römischen Kaiserhof agierte.

2.3 Die Rolle des Flaccus bei der Verbreitung des Kaiserkultes: Dieser Abschnitt behandelt die Maßnahmen des Präfekten Flaccus, der den Kaiserkult in Alexandria aktiv förderte und dabei als treibende Kraft hinter den Ausschreitungen gegen Juden erscheint.

2.4 Der Statuenbefehl als Höhepunkt des Anspruchs auf Vergöttlichung: Das Kapitel untersucht den geplanten Bau einer Statue des Kaisers im Tempel zu Jerusalem als eskalierenden Konfliktpunkt zwischen dem kaiserlichen Machtanspruch und dem jüdischen Monotheismus.

3. Die Gesandtschaft der Juden bei Kaiser Gaius: Die Darstellung widmet sich den tatsächlichen Audienzen der jüdischen Delegation in Rom und der dort zutage tretenden Unmöglichkeit einer konstruktiven Kommunikation mit dem Kaiser.

4. Fazit: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und stellt die Bedeutung der tendenziösen Quellenlage Philons heraus, um ein abgewogenes Bild der Konfliktdynamik zwischen Kaiserkult und Judentum zu zeichnen.

Schlüsselwörter

Caligula, Philon von Alexandria, Kaiserkult, Judentum, Alexandria, Judäa, Personenkult, Legatio ad Gaium, In Flaccum, Herodes Agrippa, Flaccus, Selbstvergöttlichung, Römische Monarchie, Religionskonflikt, Statuenbefehl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konflikt zwischen Kaiser Caligula und der jüdischen Bevölkerung in Alexandria sowie Judäa, wobei der Fokus auf der Rolle des Kaiserkults und dessen Wahrnehmung durch den Zeitgenossen Philon von Alexandria liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der römische Kaiserkult als Mittel politischer Macht, die rechtliche Situation jüdischer Gemeinden unter römischer Herrschaft und die Dynamik religiöser Spannungen, die durch den Anspruch auf kaiserliche Vergöttlichung entstanden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Grundlage der Schriften von Philon von Alexandria darzulegen, warum Caligula von diesem als Feind des Judentums deklariert wurde und welche Rolle die kultisch-religiöse Anerkennung des Kaisers bei der Eskalation dieser Konflikte spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf der quellenkritischen Untersuchung der Schriften "Legatio ad Gaium" und "In Flaccum" von Philon von Alexandria sowie der Einbeziehung der einschlägigen Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Caligulas Personenkult, den Rechtsstatus der Juden unter verschiedenen Kaisern, die Rolle von Schlüsselpersonen wie Flaccus und Agrippa sowie die Schilderung der gescheiterten jüdischen Gesandtschaftsreisen nach Rom.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Caligula, Philon von Alexandria, Kaiserkult, Personenkult, Judentum, Religionskonflikt und politische Kommunikation charakterisieren.

Welche Rolle spielt Herodes Agrippa in dem Konflikt?

Agrippa fungiert in der Arbeit als ambivalente Figur, die sowohl jüdische Interessen gegenüber dem Kaiserhof vertritt als auch eng in die kaiserliche Politik eingebunden ist, womit er zu einem entscheidenden Akteur bei der (De-)Eskalation der Konflikte wird.

Wie bewertet der Autor die Glaubwürdigkeit der Quellen?

Der Autor betont, dass die Schilderungen Philons aufgrund seiner persönlichen Betroffenheit, seiner theologischen Position und der Tendenz seiner Schriften mit der gebotenen Vorsicht zu genießen sind, da es sich um eine einseitige Primärquelle handelt.

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Details

Titel
Caligulas Personenkult und der Konflikt des Kaisers mit den Juden aus Alexandria und Judäa. Die Sichtweise des Philon von Alexandrien
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
11
Autor
Benedikt Brkic (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V339029
ISBN (eBook)
9783668306882
ISBN (Buch)
9783668306899
Sprache
Deutsch
Schlagworte
caligulas personenkult konflikt kaisers juden alexandria judäa sichtweise philon alexandrien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benedikt Brkic (Autor:in), 2016, Caligulas Personenkult und der Konflikt des Kaisers mit den Juden aus Alexandria und Judäa. Die Sichtweise des Philon von Alexandrien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339029
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Leseprobe aus  13  Seiten
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