Finanzierungsbedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Überblick


Hausarbeit, 2004

14 Seiten, Note: bestanden- gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Kurzgliederung

1. Einleitung

2. Begriff des Mittelstandes und seine Finanzierungssituation

3. Basel II – Der Mittelstand vor neuen Herausforderungen
3.1. Die Standardmethode: Das externe Rating
3.2. Internes Rating (IRB- Internal Rating Based Approach)

4. Konsequenzen für den Mittelstand

5. Alternativen zur Bankenkreditfinanzierung für den Mittelstand
5.1. Kreditsubstitute
5.1.1. Leasing
5.1.2. Factoring
5.2. Beteiligungsfinanzierung
5.3. Mezzaninkapital
5.3.1. Stille Gesellschaft
5.3.2. Genussscheine

6. Schlusswort

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellen / pdf-Dateien

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kurzgliederung

Die vorliegende Arbeit soll die Finanzierungsbedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Überblick darstellen.

In der Einleitung dieser Arbeit wird der Begriff des Mittelstandes und seine wichtige Stellung in der deutschen Wirtschaft kurz erklärt. Mittelständische Unternehmen müssen ihre Finanzierungsbedürfnisse durch Fremdkapital (im Weiteren mit FK abgekürzt) decken, da sie nur begrenzte Eigenmittel zur Verfügung haben. (S. 4-5)

Im Hauptteil der Arbeit wird deutlich, welche Folgen diese gängige Praxis des Mittelstandes hat, seine Finanzierungsbedürfnisse fast ausschließlich durch Fremdkapital zu befriedigen. Die sich daraus unweigerlich ergebende geringe Eigenkapital-Quote (im Weiteren mit EK-Quote angekürzt), vorallem im internationalen Vergleich, erscheint in einem neuen Licht, wenn man die Eigenkapitalvereinbarungen von Basel II hinzuzieht. Der Basel II Akkord wird ausführlich vorgestellt, es wird auf die beiden Rating-Verfahren zur Bonitäts-Bewertung des Kreditnehmers eingegangen und die sich daraus ergebenen Konsequenzen für den Mittelstand und die Anforderungen für die Kreditinstitute werden herausgestellt. Die neue Baseler Eigenkapitalvereinbarung verursacht bei einem großen Teil der mittelständischen Unternehmen Befürchtungen, Kredite nur noch zu steigenden Kreditzinsen zu erhalten oder wegen Kreditknappheit gar keine Kredite mehr zu bekommen. Dies erfordert ein Umdenken bei der Deckung des Finanzierungsbedarfs. (S. 5-8)

Daher werden abschließend neben den innerbetrieblichen Umstrukturierungsvorschlägen einige interessante Finanzierungsalternativen aufgezeigt, die den Bankkredit ergänzen können bzw. die Eigenkapitalsituation insofern verbessern, dass die Bonität und schließlich das Rating besser ausfallen und die Kreditfinanzierung dadurch wieder leichter möglich wird. (S. 8-11)

1. Einleitung

In Deutschland gehören über 99% aller Unternehmen zum Mittelstand. Dazu zählen laut Nolte sowohl kleine als auch mittelständische Unternehmen[1]. Im Jahre 2000 arbeiteten 70% der deutschen Beschäftigten bei einem mittelständischen Unternehmen. Fast 50% der Bruttoinvestitionen wurden vom Mittelstand getätigt und die Bruttowertschöpfung wurde zu fast 60% durch KMU bewirkt. Ein Anteil von 80% machte im Jahr 2000 eine Ausbildung in einem mittelständischen Betrieb. Der Mittelstand ist somit das „Rückgrat“ der deutschen Wirtschaft, denn er sorgt für wirtschaftliche Stabilität und Innovation und somit für Wirtschaftswachstum und Wohlstand im Land.[2] Innovation und Wirtschaftswachstum funktionieren jedoch nicht ohne entsprechende Finanzmittel.

Im Hinblick auf die große Bedeutung, die dem Mittelstand hierzulande zuteil wird, ist die Betrachtung der Finanzierungsbedürfnisse dieser Unternehmen von besonders hohem Interesse. Nicht zuletzt deshalb, weil gerade der Mittelstand die Fremdkapitalfinanzierung der Eigenfinanzierung vorziehen muss, was eine sinkende Eigenkapitalquote zur Folge hat. Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen zunächst der Mittelstandsbegriff kurz definiert und die bisherige Finanzierungspraxis mittelständischer Unternehmen in Deutschland dargestellt werden. Im Anschluss daran folgt eine umfassende Erläuterung des Bonitäts-Ratings durch Basel II und die sich daraus ergebenen Konsequenzen für den Mittelstand bzgl. Bankkreditfinanzierung. Abschließend werden alternative Finanzierungsmöglichkeiten zum Bankkredit vorgestellt.

2. Begriff des Mittelstandes und seine Finanzierungssituation

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) unterscheidet die Unternehmensgrößen klein (weniger als 9 Beschäftigte und unter eine Million Euro Jahresumsatz), mittel (10-499 Beschäftigte und 1 bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz) und groß (über 500 Beschäftigte und über 50 Millionen Euro Jahresumsatz). Zum Mittelstand gehören demnach alle Unternehmen die weniger als 500 Beschäftigte haben und deren Jahresumsatz unter 50 Millionen Euro liegt.[3] Es handelt sich bei den meisten Betrieben des Mittelstandes um Einzelunternehmen oder Personengesellschaften, aber auch um Existenzgründer. Die Unternehmer dieser Gesellschaftsformen haften als natürliche Person uneingeschränkt für die Verbindlichkeiten ihres Unternehmens, d.h. nicht nur mit dem geschäftlichen, sondern auch mit ihrem privaten Vermögen, was den Einlagenfinanzierungsspielraum dadurch extrem einschränkt. So weisen mittelständische Unternehmen trotz hoher Umsätze eine nur geringe EK-Quote in Höhe von gerade mal 20% auf.[4] Das ist darauf zurückzuführen, dass der Finanzierungsbedarf vorallem durch Fremdkapital in Form von Bankkrediten gedeckt wird.[5] Viele Unternehmen pflegen eine intensive und langfristige Beziehung zu ihrer Hausbank, weshalb man allgemein auch vom sog. „relationship-banking“ spricht. Dies war in der Vergangenheit ein Garant für eine unkomplizierte Vergabe von Krediten von Seiten der Banken und Sparkassen. Das IfM Bonn fand zudem heraus, dass fast 50% der mittelständischen Unternehmer keinerlei Konzept für ihre Finanzen und die damit verbundenen Innovationen haben, was oft zu einer eher spontanen Investitionsentscheidung führt.[6]

Anstatt mit thesaurierten Gewinnen für genügend Eigenmittel zu sorgen[7], dient langfristig finanziertes Fremdkapital als Ersatz für Eigenkapital, mit viel zu niedrigen Zinsmargen, verglichen mit dem damit verbundenen Ausfallrisiko für den Kreditgeber.[8] Im internationalen Vergleich, so Drukarczyk, liegt die deutsche EK-Quote ebenfalls im unteren Drittel, was durch unterdurchschnittliche Renditen, recht hohe Besteuerung und stark eingeschränkten Abschreibungsmöglichkeiten in Deutschland zusammenhängt.[9] Basel II und das damit verbundene Bonität-Rating haben nun maßgeblichen Einfluss auf die Kreditvergabe an KMU, da sich diese Kreditbewertung u.a. an der EK-Quote orientiert. Die mittelständischen Unternehmen müssen Ihre Lage neu überdenken, um von dem Baseler Akkord dennoch profitieren zu können.

3. Basel II – Der Mittelstand vor neuen Herausforderungen

Seit den 90er Jahren ist ein Umbruch und eine zunehmende Globalisierung auf den Kapitalmärkten zu beobachten. Dieser Wandel intensiviert den Konkurrenzdruck zwischen den Kreditanstalten untereinander. Im Focus der Basel II Inhalte steht die Verteilung des Eigenkapitals der Banken, wobei die Zinsmarge nun abhängt von dem damit verbundenen Risiko.[10] Das Instrument, mit dem das Ausfallrisiko, also die Bonität des Kreditnehmers, bewertet werden kann, nennt man Rating. Dabei wird untersucht, ob das kreditnehmende Unternehmen auch in Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Bei einem schlechten Rating werden Zuschläge den Kredit verteuern, d.h., die Banken selber müssen für risikoreiche Kredite in Zukunft ein höheres Eigenkapital vorweisen[11]. Ein schlechtes Rating kann sogar die Bewilligung eines Kredites gefährden. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Unternehmen durch Basel II in einem Entscheidungskonflikt befinden: Einerseits ist es das unternehmerische Ziel, den Steuerbilanzgewinn aus steuerrechtlichen Gründen so niedrig wie möglich zu halten, andererseits sollte für ein gutes Rating der Gewinn möglichst hoch sein. Dies widerspricht jedoch bekanntermaßen den Regeln zum Gläubigerschutz bei der Rechnungslegung.[12]

Hier ist genau die Kursänderung zu erkennen: früher reichte es den Banken, wenn genügend Sicherheiten für die Tilgung der Kredite vorhanden war. Heute wird auch die zukünftige Unternehmensentwicklung, also der „Kurs“, den das Unternehmen verfolgt und seine ausbaufähigen Potenziale genauestens mit Hilfe des Ratings analysiert.[13] Unterschieden wird zwischen internem und externem Rating.

[...]


[1] im Weiteren mit KMU abgekürzt

[2] vgl. Nolte, B.: Basel II konkret – Auswege aus der Kreditklemme im Mittelstand, Weinheim 2003, 1. Aufl., S. 9

[3] vgl. IfM Bonn, 2004, „ Mittelstand- Definition und Schlüsselzahlen“

[4] vgl. nrw-export, „KMU-Finanzierung nach Basel II“, S.5

[5] vgl. IfM Bonn, „Basel II- Mittelstand vor neuen Herausforderungen“, Hrsg. G. Kayser, Frankfurt 2001, S.7, Folie 6, ebenso vgl. Kleine. D./ Anclam. S.: Basel II und die Folgen für kleine und mittelständische Unternehmen, a.a.O., aus: Hofmann (Hrsg.): Basel II und MaK – Vorgaben, bankinterne Verfahren, Bewertungen, Frankfurt 2002, S. 163

[6] vgl. IfM Bonn, „Basel II- Mittelstand vor neuen Herausforderungen“, a.a.O., S. 9ff., Folien 8 bis 11

[7] vgl. Drukarczyk, J.: Finanzierung, Stuttgart 1999, S.265, zitiert aus: Jacobi: Eigenkapitalbasis, S. 62f.

[8] vgl. Keiner, T.: Rating für den Mittelstand, Frankfurt 2001, S.11

[9] vgl. Drukarczyk, a.a.O., S. 264f.

[10] vgl. Keiner, a.a.O., S. 9ff.

[11] vgl. Gleißner, W./Füser, K.: Leitfaden Rating – Basel II: Rating-Strategien für den Mittelstand, München 2002, S.16

[12] vgl. Kleine/Anclam, a.a.O., aus: Hofmann (Hrsg.), a.a.O., S. 169f.

[13] vgl. Nolte, a.a.O., S. 79

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Finanzierungsbedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Überblick
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Veranstaltung
BESP Hauptstudium BWL II
Note
bestanden- gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V33904
ISBN (eBook)
9783638342612
ISBN (Buch)
9783638901987
Dateigröße
395 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Diese Arbeit befasst sich mit dem Problem der Unternehmensfinanzierung in Hinblick auf Basel II.
Schlagworte
Finanzierungsbedürfnisse, Unternehmen, BESP, Hauptstudium
Arbeit zitieren
Dipl.-Kff. (FH) Michaela Grell (Autor), 2004, Finanzierungsbedürfnisse mittelständischer Unternehmen im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33904

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