Kaum eine Anlageklasse ist so stigmatisiert wie die strukturierter Kreditprodukte. Sie gelten als Auslöser der Subprime-Krise und damit als Katalysator der Finanzkrise. Der Hauptkritikpunkt liegt in ihrer Komplexität, die sie für Anleger, aber auch Emittenten und Regulierungsbehörden intransparent und unberechenbar machen. Andererseits stellen sie einen Meilenstein in der Entwicklung der Kreditmärkte dar und schaffen somit Potenzial, die Markteffizienz zu erhöhen, und eröffnen Investoren neue komplexe quantitative Strategien.
Folglich lohnt es sich einen genaueren Blick auf diese Anlageklasse zu werfen. Ziel dieser Studienarbeit ist eine Darstellung und Evaluierung des Finanzierungsinstruments Asset Backed Securities (ABS).
Im Kapitel nach der Einführung werden die begrifflichen Grundlagen erklärt. Die Einteilung der ABS in ihre Klassen erfolgt im folgenden Kapitel. Anschließend werden die Einsatzmöglichkeiten dargestellt. In den Kapiteln 5 und 6 werden die Kontrahenten und der Ablauf einer ABS-Transaktion dargestellt. Zum Abschluss der Studienarbeit wird eine Evaluierung der Asset Backed Securities aus Sicht des Originator bzw. Anleger vorgenommen und ein Ausblick in die Zukunft gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung und Zielsetzung
2. Asset Backed Securities – Grundlagen
3. Kategorisierung von ABS nach Assetklassen
3.1 ABS im engeren Sinn
3.2 Mortgage Backed Securities
3.3 Collateralised Debt Obligations
4. Credit Enhancement
5. Zahlungsstrommanagement
5.1 Pass-Through-Konstruktion
5.2 Pay-Through-Konstruktion
6. Kontrahenten einer ABS-Transaktion
6.1 Orginator
6.2 Special Purpose Vehicle
6.3 Investoren
6.4 Ratingagenturen
6.5 Service-Agent und Trustee
6.6 Arrangeur
7. Ablauf einer ABS-Transaktion
8. Martktentwicklung Asset Backed Securities
9. Evaluierung ABS
9.1 aus Sicht des Originators
9.2 aus Sicht des Investors
10. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, das Finanzierungsinstrument Asset Backed Securities (ABS) umfassend darzustellen und kritisch zu evaluieren, wobei insbesondere die Funktionsweise, die beteiligten Akteure sowie die Chancen und Risiken für Originatoren und Investoren beleuchtet werden.
- Grundlagen und Definition von Asset Backed Securities
- Systematische Kategorisierung nach verschiedenen Assetklassen
- Analyse der Funktionsweise, Kontrahenten und Zahlungsstromstrukturen
- Evaluierung der Vor- und Nachteile aus Sicht von Originatoren und Investoren
- Marktbetrachtung und Zukunftsaussichten für verschiedene ABS-Segmente
Auszug aus dem Buch
6. Kontrahenten einer ABS-Transaktion
Eine Asset Securitisation wird durch den Orginator (Kreditinstitut) ausgelöst. Er tritt als Verkäufer der gebündelten Forderungen gegenüber der Zweckgesellschaft auf, um seine Aktiva zu monetarisieren und somit seine Haftungsflexibilität zu erhöhen. In der Regel ist der Orginator identisch mit der Unternehmung, dessen Forderungen generiert werden, allerdings treten auch Unternehmen am Markt auf, welche speziell zum Zwecke der Verbriefung Forderungen aufkaufen.
Das SPV, eine sog. Zweckgesellschaft, tritt als Käufer der gebündelten Forderungen des Orginators auf und finanziert diesen Kauf meist durch die Emission von Wertpapieren. Diese Wertpapiere bietet es den Investoren an und verkauft diese auf eigenen Namen und eigene Rechnung am Kapitalmarkt.
Investoren treten als Käufer der verbrieften Forderungen auf. Sie erwerben also das Endprodukt des Securisationsprozesses, die Asset Backed Securities. Diese Papiere können als Beteiligungspapiere (Pass Through Certificates) oder als Forderungspapiere (Pay Through Certificates) begeben werden.
Da ABS ein großer Forderungspool zu Grunde liegt, ihre Strukturen sehr komplex gestaltet sind und kaum eine Transaktion einer anderen gleicht, ist es für Investoren sehr schwer, die Qualität dieser Transaktionen zu beurteilen. Ein Investor verlangt nach Transparenz bzgl. der mit den Wertpapieren übernommenen Risiken. Neben dem Fehlen notwendigen Datenmaterials, mangelt es Investoren meist an Zeit und Know-how, um eine fundierte Analyse selbstständig durchzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung und Zielsetzung: Einführung in die Thematik der strukturierten Kreditprodukte und Definition der Zielsetzung der Studienarbeit.
2. Asset Backed Securities – Grundlagen: Erläuterung des Securisation-Trends und des Prozesses, illiquide Aktiva in handelbare Wertpapiere umzuwandeln.
3. Kategorisierung von ABS nach Assetklassen: Klassifizierung der unterschiedlichen ABS-Arten in Abhängigkeit von den zugrunde liegenden Forderungen.
4. Credit Enhancement: Darstellung der Methoden zur Besicherung und Risikominimierung innerhalb von ABS-Strukturen.
5. Zahlungsstrommanagement: Beschreibung der Weiterleitung von Cash-Flows an Investoren mittels Pass-Through- und Pay-Through-Konstruktionen.
6. Kontrahenten einer ABS-Transaktion: Vorstellung der beteiligten Parteien wie Originator, SPV, Investoren und Ratingagenturen sowie deren spezifische Aufgaben.
7. Ablauf einer ABS-Transaktion: Detaillierte Darstellung des komplexen Prozesses einer Verbriefung von der Forderungsbündelung bis zur Emission.
8. Martktentwicklung Asset Backed Securities: Analyse der historischen Entwicklung und der Marktanteile verschiedener Assetklassen im Zeitverlauf.
9. Evaluierung ABS: Gegenüberstellung der Motive und Risiken für Originatoren sowie der Vorteile und Anforderungen für Investoren.
10. Ausblick: Einschätzung der zukünftigen Marktentwicklung für verschiedene Verbriefungsprodukte nach der Finanzkrise.
Schlüsselwörter
Asset Backed Securities, ABS, Securisation, Zweckgesellschaft, Special Purpose Vehicle, SPV, Originator, Kreditverbriefung, Cash-Flow, Forderungspool, Finanzinnovation, Kreditmärkte, Risikomanagement, Ratingagenturen, Pass-Through
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Asset Backed Securities (ABS) als Finanzierungsinstrument, erläutert deren Struktur und analysiert die Rolle dieser Instrumente auf dem Kapitalmarkt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Verbriefung, die verschiedenen Assetklassen, die Mechanismen der Risikominimierung (Credit Enhancement) und die Akteure in einer ABS-Transaktion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Darstellung und Evaluierung von Asset Backed Securities, um das Verständnis für dieses komplexe Finanzierungsinstrument zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Darstellung auf Basis relevanter Fachliteratur und Marktanalysen, um das Thema strukturiert aufzubereiten.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die technische Struktur von ABS, die verschiedenen Beteiligten, den Ablauf einer Transaktion und die unterschiedlichen Perspektiven von Emittenten und Anlegern.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind ABS, Verbriefung, Zweckgesellschaft (SPV), Cash-Flow, Originator und Forderungspool.
Welche Rolle spielt die Zweckgesellschaft (SPV) in einer ABS-Transaktion?
Das SPV fungiert als Käufer der Forderungen vom Originator und emittiert die besicherten Wertpapiere für Investoren am Kapitalmarkt.
Warum wird für ABS eine unterschiedliche Evaluierung für Originatoren und Investoren vorgenommen?
Da beide Parteien unterschiedliche Ziele verfolgen – der Originator möchte seine Aktiva monetarisieren und Risiken abgeben, während der Investor Rendite unter Berücksichtigung von Diversifikation und Risiko sucht.
Wie bewertet der Autor die Zukunft der verschiedenen ABS-Segmente?
Es wird eine schrittweise Erholung für einfach strukturierte Segmente prognostiziert, während für hochkomplexe CDOs eine Rückkehr zum Markt als unwahrscheinlich gilt.
- Citation du texte
- Felix Ruisinger (Auteur), 2013, Asset Backed Securities, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339064