Der Lebensmittelonlinehandel (LOH) befindet sich derzeit in einer Entstehungs- und Entwicklungsphase und bedeutet neben dem klassischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) einen weiteren Bezugskanal für deutsche Konsumenten. Da 98,8 % der Verbraucher ihre Lebensmittel gegenwärtig im stationären Einzelhandel beziehen, gestaltet sich der Onlinehandel in diesem Segment jedoch noch schwierig.
In anderen Ländern, wie beispielsweise England oder den USA, ist der LOH bereits etabliert. Auch deutsche Verbraucher kaufen diverse Artikel gerne online ein, allerdings keine Lebensmittel. Dies wirft die Frage auf, welche Hürden hierzulande zu überwinden sind, um den LOH erfolgreich zu implementieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Konsumentenverhalten
2.1 Marketingforschung
2.2 Konsumentenverhalten
2.2.1 Bedürfnisse
2.2.2 Involvement
2.3 Modelle des Neo-Behaviorismus
2.3.1 Das S-R-Modell
2.3.2 Das S-O-R-Modell
2.4 Prozess der Kaufentscheidung
3. Status Quo des deutschen LEH
3.1 Struktur
3.2 Konsumausgaben
3.3 Kostengestaltung
3.4 Reflektion
4. Das Internet als Vertriebskanal
4.1 Vertriebsmöglichkeiten
4.2 Digitale Wertschöpfungskette
4.3 Online vs. Offline
4.4 Bedeutung des Internets für den LEH
4.4.1 Aktueller Online-Konsum
4.4.2 Grenzen im E-Commerce
4.4.3 Diffusion und Adoptionsprozesse
4.5 Referenzbeispiele
4.5.1 Allyouneedfresh
4.5.2 MyTime
4.5.3 Rewe
4.5.4 Food
4.6 Zusammenfassung
5. Potenzialanalyse
5.1 Analyse aktueller Fachbeiträge
5.2 Expertenbefragung
5.2.1 Aufbau und Methodik
5.2.2 Ergebnisse
5.2.3 Interpretation
5.3 Konsumentenbefragung
5.3.1 Aufbau und Methodik
5.3.2 Ergebnisse
5.3.3 Interpretation
5.4 Fazit - Tendenzen und Prognosen
6. Empfehlungen
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial des Lebensmittelonlinehandels in Deutschland vor dem Hintergrund des Konsumentenverhaltens. Ziel ist es, Barrieren zu identifizieren und Erfolgsfaktoren für einen Online-Vertrieb von Lebensmitteln abzuleiten.
- Analyse des Konsumentenverhaltens in der Lebensmittelbranche.
- Untersuchung des Status Quo des stationären Lebensmitteleinzelhandels.
- Evaluation des Internets als Vertriebskanal und relevanter E-Commerce-Modelle.
- Empirische Potenzialanalyse mittels Experteninterviews und Konsumentenbefragung.
- Ableitung von Empfehlungen zur Stärkung der Akzeptanz des Online-Lebensmittelkaufs.
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Seit Jahren nehmen der allgemeine Internetkonsum sowie das damit einhergehende Online-Shopping zu. Immer mehr Geschäftsmodelle weiten sich auf den Online-Markt aus – so auch das Lebensmittelgeschäft. Im Jahr 2016 gibt es kaum noch Unternehmen, die nicht über den Online-Vertrieb ihrer Produkte nachdenken oder bereits die ersten Maßnahmen umgesetzt haben. Einige Lebensmittelhändler bieten ihre Artikel bereits online an. Dennoch hebt sich das Online-Angebot in dieser Branche deutlich von dem des stationären Handels ab. So ist der klassische Einkauf im Supermarkt weitaus geläufiger und das Online-Geschäft gestaltet sich noch schwierig. Bei Lebensmitteln handelt es sich schließlich um sensible Güter, die der Konsument gern selbst in die Hand nimmt, bevor er die Kaufentscheidung fällt.
Aufgrund der heutigen Schnelllebigkeit, anspruchsvollen Jobs und zahlreichen Freizeitaktivitäten wäre anzunehmen, dass die Möglichkeit, auch den alltäglichen Einkauf online erledigen zu können, Zuspruch findet. Der Trend Convenience und auch das große Interesse daran, sich zubereitetes Essen liefern zu lassen, würde diesen Gedanken des Zeitmangels unterstützen. Sich durch den Kauf von schnell zubereiteten Nahrungsmitteln Zeit zu sparen, ist zu einem weit verbreiteten Phänomen in der Gesellschaft geworden. Es zeugt von einer Neigung zur Bequemlichkeit und der Suche nach Effizienz in diesem Segment. Viele Menschen sehen den Einkauf von Lebensmitteln schlicht als Verpflichtung an, die kaum Zeit im Tagesablauf findet. Anzunehmen ist also die Nachfrage in der Bevölkerung, den Zeitaufwand für den Einkauf täglicher Produkte zu reduzieren.
Dennoch hat sich der Lebensmittelonlinehandel (LOH) in Deutschland bisher noch nicht spürbar als Trend entwickelt. Somit stehen der Idee des LOH offenbar schwerwiegende Vorteile des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) gegenüber. Gerade für die ältere Generation gilt der Supermarkt als sozialer Treffpunkt. Ein weiterer unklarer Faktor ist das Vertrauen, welches Konsumenten bei dem Online-Versand ihres Einkaufs in die Branche haben müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, definiert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise.
2. Konsumentenverhalten: Es werden theoretische Grundlagen des Konsumentenverhaltens, inklusive Bedürfnistheorien und Entscheidungsmodelle, dargestellt.
3. Status Quo des deutschen LEH: Der aktuelle Zustand des Lebensmitteleinzelhandels in Deutschland wird hinsichtlich Struktur, Ausgaben und Kosten analysiert.
4. Das Internet als Vertriebskanal: Dieses Kapitel beleuchtet das Internet als Absatzkanal, inklusive E-Commerce-Modellen, der digitalen Wertschöpfungskette und einem Vergleich zwischen Online- und Offline-Handel.
5. Potenzialanalyse: Auf Basis von Literaturanalyse, Experteninterviews und einer Konsumentenbefragung wird das Potenzial des Online-Lebensmittelhandels untersucht und bewertet.
6. Empfehlungen: Hier werden konkrete Handlungsempfehlungen für Anbieter im Lebensmittelonlinehandel zur Steigerung der Akzeptanz formuliert.
7. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die forschungsleitenden Fragen.
Schlüsselwörter
Lebensmittelonlinehandel, LOH, Konsumentenverhalten, Lebensmitteleinzelhandel, E-Commerce, Kaufentscheidung, Online-Supermarkt, Marktpotenzial, Bedürfnispyramide, Involvement, Konsumentenbefragung, Digitalisierung, Online-Lebensmittelkauf, Vertriebskanäle, Marktentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit analysiert das Marktpotenzial für den Onlinehandel mit Lebensmitteln in Deutschland und untersucht, warum sich dieses Geschäftsmodell hierzulande bisher nur langsam durchsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit verknüpft psychologische Aspekte des Konsumentenverhaltens mit ökonomischen Analysen des stationären Lebensmitteleinzelhandels und den spezifischen Herausforderungen von E-Commerce-Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf das Konsumentenverhalten beim Kauf von Lebensmitteln zu bestimmen und daraus Prognosen sowie Chancen für den Lebensmittelonlinehandel abzuleiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus Literaturrecherche, qualitativen Experteninterviews sowie einer quantitativen Konsumentenbefragung mit 188 Teilnehmern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kaufentscheidungen, eine Marktanalyse des deutschen Einzelhandels, die technische und ökonomische Betrachtung des Internets als Vertriebsweg sowie eine empirische Potenzialanalyse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Lebensmittelonlinehandel und Konsumentenverhalten auch das Involvement, die digitale Wertschöpfungskette sowie die Adoptions- und Diffusionsprozesse von Innovationen.
Warum spielt die Kühlkette eine so große Rolle für den Online-Vertrieb?
Die Einhaltung der Kühlkette ist ein kritisches logistisches Hindernis, da sie eine hohe Voraussetzung für das Kundenvertrauen in die Qualität frischer Lebensmittel darstellt.
Welche Rolle spielt die Filialdichte in Deutschland für den LOH?
Die hohe Dichte an stationären Supermärkten bietet deutschen Verbrauchern eine sehr komfortable Versorgungssituation, was eine der Hauptbarrieren für den Wechsel zum Online-Einkauf darstellt.
- Citar trabajo
- B. A. Marina Schunk (Autor), 2016, Einflussfaktoren auf das Konsumentenverhalten von Onlinekäufern. Eine empirische Potenzialanalyse für den Lebensmittelonlinehandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339176