Das Thema Managementgehälter wird, vor allem im Zusammenhang mit der Zahlung von Boni, in der Öffentlichkeit immer wieder kontrovers diskutiert. Hierbei wird stets die Frage aufgeworfen, ob Bonuszahlungen die im mehrstelligen Millionenbereich liegen und den Jahreslohn eines einfachen Arbeiters des gleichen Konzerns oft um ein hundertfaches übersteigen, überhaupt in irgendeiner Form zu rechtfertigen sind. Vor allem in den Boom- Jahren der 80er und 90er des letzten Jahrhunderts wurden gerade im angelsächsischen Raum auf diesem Gebiet Rekorde aufgestellt. So erhielt beispielweise der Chief Executive Officer (CEO) Michael Eisner der Walt Disney Company im Jahre 1984 ein Aktienoptionspaket im Wert von nahezu 57 Millionen US- Dollar, was für damalige Verhältnisse jegliche Vorstellungskraft überstieg.
Klar ist, dass variable Vergütungen an Manager grundsätzlich gezahlt werden, um diese zu höheren Leistungen zu animieren. Es bleibt aber dennoch die Tatsache bestehen, dass es sich bei der Vergütung im allgemeinen Sinne um ein sehr wichtiges Controllinginstrument handelt und dass zu dessen Ermittlung zu allererst ein Maßstab gefunden werden muss, welcher die erbrachte Leistung objektiv misst. Die zentrale Frage lautet also: Wie können Steigerungen des Unternehmenswertes ermittelt werden und als Grundlage für realistische Vergütungen von Managern herangezogen werden?
Die folgende Ausarbeitung gliedert sich im Wesentlichen in zwei große Blöcke. Im ersten Block werden vor allem allgemeine theoretische Grundlagen zum Thema Vergütungssysteme vermittelt. Hierbei werden zunächst die Anforderungen an, sowie die wesentlichen Aufgaben von Vergütungssystemen definiert. Des Weiteren wird die Bedeutung von Kennzahlen für Bonuszahlungen aufgezeigt, wobei zunächst das Shareholder Value Denken näher beleuchtet wird. Anschließend wird dann eingehender auf den so genannten Economic Value Added, sowie auf den Discounted Cashflow als Basis für variable Vergütungen eingegangen.
Der zweite Block beschäftigt sich im Wesentlichen mit in der Praxis häufig genutzten, erfolgsorientierten Vergütungsmodellen und derer kritischen Analyse. Im Besonderen wird hierbei auf das Modell der Bonusbank und Modelle der aktienbasierten Vergütung näher eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Variable Vergütungssysteme im Überblick
2.1.1 Anforderungen an variable Vergütungssysteme
2.1.2 Funktionen von variablen Vergütungssystemen
2.2 Kennzahlen und Boni
2.2.1 Shareholder Value- Denken
2.2.2 Discounted Cashflow (DCF) als Basis der Vergütung
2.2.3 Economic Value Added (EVA) als Basis der Vergütung
3. Kritische Analyse häufig genutzter Vergütungsmodelle
3.1 Bonusbank als Vergütungsmodell
3.1.1 Funktionsweise einer Bonusbank
3.1.2 Kritische Analyse der Bonusbank als Vergütungsmodell
3.2 Aktienbasierte Vergütungsmodelle
3.2.1 Gestaltungsvariablen der aktienbasierten Vergütung
3.2.2 Vergütungsinstrumente auf Aktienbasis
3.2.3 Kritische Würdigung aktienbasierter Vergütungsmodelle
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie Steigerungen des Unternehmenswertes methodisch ermittelt werden können, um sie als Grundlage für eine leistungsorientierte Managementvergütung zu nutzen. Dabei wird kritisch analysiert, welche Vergütungsmodelle existieren und wie diese ausgestaltet sein müssen, um Anreize für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu setzen.
- Theoretische Grundlagen variabler Vergütungssysteme und deren Anforderungen.
- Bedeutung von Kennzahlen wie Shareholder Value, DCF und EVA.
- Kritische Analyse des Modells der Bonusbank.
- Untersuchung aktienbasierter Vergütungsmodelle und deren Gestaltungsvariablen.
- Diskussion von Vergütungsinstrumenten wie Wandelanleihen, Phantom-Aktien und Aktienoptionen.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Funktionsweise einer Bonusbank
Eine Bonusbank stellt hierbei keine Bank im eigentlichen Sinne dar, sondern fungiert viel mehr als eine Art Gedächtnis über die erbrachte Performance eines Managers. Nach diesem Modell wird der jährliche Bonus zwar auf Basis des EVA errechnet, jedoch nicht sofort in voller Höhe an den jeweiligen Manager ausbezahlt, sondern dessen persönlichen Bonusbank gutgeschrieben. Vom vorhandenen Guthaben der Bonusbank wird anschließend ein zuvor vereinbarter Prozentsatz jährlich an den Manager ausgeschüttet, wobei der verbleibende Restbetrag fortgeschrieben wird. Dieses Modell ermöglicht es den Mitarbeitern ebenfalls, in einem Jahr, indem Verluste gemacht wurden, mittels eines Malus, sie an den Verlusten zu beteiligen. Hierbei wird der errechnete Malus vom vorhandenen Guthaben auf der persönlichen Bonusbank abgezogen und minimiert so dennoch auszuzahlenden Bonus. Die Wahl der Höhe des Prozentsatzes, welcher den jährlichen Auszahlungsbetrag festlegt, ist eine rein unternehmenspolitische Entscheidung und gibt letztendlich an, inwiefern die Bonuszahlung einen kurzfristigen, oder einen langfristigen Charakter aufweist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Debatte über exzessive Managementgehälter und stellt die Leitfrage nach einer objektiven und wertorientierten Bemessungsgrundlage für variable Vergütungen.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an Vergütungssysteme, wie Zielkonformität und Transparenz, und erläutert ökonomische Kennzahlen zur Unternehmensbewertung wie den DCF-Ansatz und den EVA.
3. Kritische Analyse häufig genutzter Vergütungsmodelle: Der Hauptteil analysiert detailliert die Bonusbank sowie aktienbasierte Vergütungsmodelle, bewertet deren Vor- und Nachteile und diskutiert verschiedene Instrumente wie Aktienoptionen und Phantom-Aktien im Hinblick auf ihre Anreizwirkung.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst zusammen, dass eine erfolgsorientierte Vergütung sinnvoll ist, sofern sie auf relativen Modellen basiert, und betont die Notwendigkeit fairer und transparenter Systeme.
Schlüsselwörter
Variable Vergütung, Managementgehälter, Controlling, Shareholder Value, Discounted Cashflow, Economic Value Added, Bonusbank, Aktienbasierte Vergütung, Aktienoptionen, Phantom-Aktien, Wertsteigerungsrechte, Leistungsäquivalenz, Anreizsysteme, Unternehmensführung, VorstAG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit befasst sich mit der kritischen Analyse variabler Vergütungssysteme für Führungskräfte und der Frage, wie diese durch messbare Unternehmenswerte legitimiert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen Grundlagen der Managementvergütung, wertorientierten Kennzahlen sowie der detaillierten Untersuchung von Bonusbank- und aktienbasierten Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Steigerungen des Unternehmenswertes objektiv ermittelt und als Grundlage für realistische Vergütungen von Managern herangezogen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und eine kritische Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Vergütungskonzepten und deren praktischer Anwendung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Modell der Bonusbank sowie aktienbasierte Vergütungsinstrumente wie Aktienoptionen, Phantom-Aktien und Wandelanleihen auf ihre Nachhaltigkeit und Anreizwirkung geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben variabler Vergütung und Managementgehältern insbesondere Kennzahlen wie EVA und DCF sowie die kritische Betrachtung von Aktienoptionsprogrammen.
Warum wird im Dokument kritisch auf "absolute" Aktienmodelle eingegangen?
Absolute Modelle werden kritisiert, da Manager hierbei oft von allgemeinen Markthochs profitieren (Windfall Profits), ohne dass ihre persönliche Leistung zum Unternehmenserfolg beigetragen hat.
Welchen Stellenwert nimmt die Bonusbank in der Arbeit ein?
Die Bonusbank wird als Lösung für das im Gesetz geforderte Kriterium der mehrjährigen Bemessungsgrundlage diskutiert, da sie die Partizipation an Chancen und Risiken über mehrere Perioden hinweg ermöglicht.
- Quote paper
- Steven Braun (Author), 2015, Variable Vergütungssysteme. Eine kritische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339179