Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, die Frage zu klären, ob der Rheinische Kapitalismus in Verbindung mit der in der Bundesrepublik Deutschland praktizierten Parteiendemokratie, noch zeitgemäß ist, oder ob es mittlerweile bessere Ansätze gibt. In diesem Zusammenhang sollen auch einige alternativen zum bestehenden System aufgezeigt werden und verglichen werden, wie mit unterschiedlichen Ansätzen auf die große Depression in den 30er Jahren reagiert wurde.
In den theoretischen Grundlagen im ersten Kapitel werden zunächst die beiden Begriffe des Korporatismus und des Rheinischen Kapitalismus näher erläutert. Anschließend beschäftigt sich die Ausarbeitung näher mit dem Elend des Rheinischen Kapitalismus und im Anschluss daran wird das Augenmerk dann auf das Konzept eines Deflationären Wirtschaftswachstums und das Konzept der Konzertierten Aktion gerichtet. Danach wird näher auf das Erfordernis einer Schumpeterwirtschaft in der BRD eingegangen. Zum Schluss der Ausführungen folgt noch eine Zusammenfassung in Verbindung mit der Bewertung der erhaltenen Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufgabenstellung
1.3 Gang der Untersuchung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Der Begriff des Korporatismus
2.2 Der Begriff des Rheinischen Kapitalismus
3. Über das Elend des Rheinischen Kapitalismus
3.1 Argumentation der Verfechter des Rheinischen Kapitalismus
3.2 Argumentation der Kritiker des Rheinischen Kapitalismus
3.3 Resümierende Betrachtung und weiterführende Gedanken zum Rheinischen Kapitalismus
3.3.1 Über Schuld und Tragik der Weimarer Republik und Fluch und Segen des New Deal
3.3.2 Über das System der Countervailing Powers und der Pluralistischen Demokratie
3.3.3 Über die Fatalitäten des Korporatismus
4. Über Sinn und Widersinn des Konzepts der Konzertierten Aktion und eines Deflatorischen Wirtschaftswachstums
4.1 Konzept eines Deflationären Wirtschaftswachstums
4.2 Konzept der Konzertierten Aktion
4.3 Resümierende Betrachtung zum Konzept einer Konzertierten Aktion und eines Deflationären Wirtschaftswachstums
5. Über das Erfordernis einer Schumpeterwirtschaft
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, ob der Rheinische Kapitalismus in Verbindung mit der Parteiendemokratie in Deutschland noch zeitgemäß ist oder ob effizientere Alternativen existieren. Dabei werden das Elend dieses Systems, Konzepte wie die "Konzertierte Aktion" sowie das "Deflationäre Wirtschaftswachstum" analysiert und mit historischen Erfahrungen, wie der großen Depression der 30er Jahre, verglichen.
- Kritische Analyse des Rheinischen Kapitalismus und Korporatismus.
- Evaluation des "New Deal" als historisches Referenzmodell.
- Diskussion über "Countervailing Powers" und Lobbyismus.
- Untersuchung der Konzertierten Aktion und des Deflationären Wirtschaftswachstums.
- Bewertung der Notwendigkeit einer sogenannten Schumpeterwirtschaft.
Auszug aus dem Buch
3.2 Argumentation der Kritiker des Rheinischen Kapitalismus
Nach der Argumentation der Kritiker des Rheinischen Kapitalismus spielte der Korporatismus, im Hinblick auf den Zusammenbruch der Weimarer Republik, eine verheerende Rolle, was nach der Auffassung vieler Kritiker auch der Grund dafür ist, warum der Korporatismus in der BRD in der Vergangenheit schon so viele verschiedene Namen bekommen hat. Zur Untermauerung solcher Thesen führen Kritiker unter anderem den Umstand an, dass die Väter des deutschen Grundgesetzes, im Gegensatz zu den Gründungsvätern der Weimarer Republik, bewusst auf eine Verankerung von Institutionen, welche für Absprachen zwischen Regierungsvertretern und Interessensgruppen in Frage kämen, verzichtet haben. Nach Meinung der Protagonisten solch kritischer Auffassungen konnte aber selbst diese Vorsorge der Gründungsväter der BRD nicht verhindern, dass seit jeher Absprachen zwischen der Politik und dem Organisierten Gruppenegoismus stattfinden.
Nach Auffassung der Kritiker stellt die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der BRD, nach heutigem Stand, keine an gemeinschaftlichen Prinzipien orientierte Soziale Marktwirtschaft, sondern vielmehr ein korporatistisches System, welches im Dienste des Organisierten Gruppenegoismus steht, dar. Gerade im Hinblick auf ein fortschreitend spezialisiertes und heterogenes Gemeinwesen, nicht zuletzt verursacht durch die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften und Flüchtlingen, ist nach Meinung der Kritiker ein gemeinschaftliches Denken im Sinne des Rheinischen Kapitalismus schon lange nicht mehr zeitgemäß und zielgerichtet. Als weiteren Kritikpunkt am Rheinischen Kapitalismus wird angeführt, dass ein institutionelles Arrangement zwischen Politik und der Wirtschaft ausschließlich starken Interessensgruppen nützt und weniger einflussreichen Institutionen, sowie einzelnen Menschen in der Regel schadet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung bezüglich der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung vor dem Hintergrund internationaler Krisen und der Relevanz des Rheinischen Kapitalismus.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Begriffe Korporatismus und Rheinischer Kapitalismus als Basis für die weitere Untersuchung.
3. Über das Elend des Rheinischen Kapitalismus: Detaillierte Auseinandersetzung mit der Kritik am korporatistischen System, unter Einbeziehung historischer Vergleiche und Theorien zur Machtausübung.
4. Über Sinn und Widersinn des Konzepts der Konzertierten Aktion und eines Deflatorischen Wirtschaftswachstums: Analyse der Wirksamkeit staatlicher Eingriffe und alternativer wirtschaftspolitischer Steuerungsinstrumente.
5. Über das Erfordernis einer Schumpeterwirtschaft: Erörterung der Frage, ob eine Hinwendung zu einer Schumpeterwirtschaft der BRD zur Wiedererlangung ihrer Wettbewerbsfähigkeit verhelfen könnte.
6. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit, welches die Schwachpunkte des Rheinischen Kapitalismus bestätigt und die Umsetzung alternativer Reformkonzepte kritisch bewertet.
Schlüsselwörter
Rheinischer Kapitalismus, Korporatismus, Parteiendemokratie, Gruppenegoismus, Konzertierte Aktion, Deflationäres Wirtschaftswachstum, Schumpeterwirtschaft, Wirtschaftsordnung, Sozialstaat, Lobbyismus, Weltwirtschaftskrise, New Deal, Countervailing Powers, Strukturwandel, Soziale Marktwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das System des Rheinischen Kapitalismus in der Bundesrepublik Deutschland und hinterfragt dessen Zukunftsfähigkeit angesichts globaler wirtschaftlicher Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der Korporatismus, die Rolle von Interessensgruppen (Gruppenegoismus), der Einfluss staatlicher Regulierungen sowie die Effektivität historischer und aktueller wirtschaftspolitischer Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, ob der Rheinische Kapitalismus noch zeitgemäß ist oder ob bessere, radikalere Ansätze zur Lösung struktureller wirtschaftlicher Probleme in der BRD existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die ökonomische Theorien (wie von Hayek oder Galbraith) mit historisch-politischen Ereignissen in Beziehung setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Argumentation von Befürwortern und Kritikern des Rheinischen Kapitalismus, diskutiert das Scheitern korporatistischer Systeme und prüft Konzepte wie Deflationäres Wirtschaftswachstum und eine Schumpeterwirtschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Korporatismus, Rheinischer Kapitalismus, Gruppenegoismus, Konzertierte Aktion, Schumpeterwirtschaft und Soziale Marktwirtschaft.
Warum wird der "New Deal" als Vergleich herangezogen?
Der New Deal dient als historisches Beispiel für staatliche Eingriffe während einer großen Wirtschaftskrise, um Parallelen und Unterschiede zur deutschen Politik zu verdeutlichen.
Welche Rolle spielt der "Gruppenegoismus" laut der Arbeit?
Die Arbeit identifiziert den "Organisierten Gruppenegoismus" als zentrales Element, welches durch institutionelle Absprachen die Demokratie untergräbt und zulasten der Allgemeinheit geht.
Warum hält der Autor eine Schumpeterwirtschaft für erstrebenswert?
Eine Schumpeterwirtschaft wird als möglicher Weg gesehen, durch Innovation und Strukturwandel die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, wobei jedoch die Umsetzbarkeit in der EU kritisch hinterfragt wird.
- Citar trabajo
- Steven Braun (Autor), 2015, Über das Elend des Rheinischen Kapitalismus. Ist er noch zeitgemäß und gibt es Alternativen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339182