Diese Einsendearbeit beschäftigt sich mit Leitfragen zur Thematik Mediation. Als Fallbeispiel dient der Streit um das Kunstwerk "Bacchanale" des niederländischen Künstlers Lovis Corinth, das als Raubkunst im Jahr 1957 von der Stadt Gelsenkirchen gekauft und 2010 von Erben der ursprünglichen Eigentümer zurückgefordert wurde.
Inhaltsverzeichnis
- Definitionen der Begriffe „Position“ und „Interesse“
- Positionen und Interesse der Kulturverantwortlichen der Stadt Gelsenkirchen und der Erben
- Ablauf eines Mediationsverfahrens
- Phase I - Vorbereitung, Einführung, Erklärung, Vereinbarung
- Phase II - Informations- und Themensammlung
- Phase III - Bedürfnis- und Interessenklärung
- Phase IV - Kreative Ideensuche, Bildung von Lösungsoptionen
- Phase V - Bewertung und Auswahl der Lösungsoptionen
- Phase VI - Mediationsvereinbarung, Machbarkeitsprüfung, Umsetzung
- Phase VII - Nachsorge
- Unterschiede zwischen einem Mediationsverfahren und einem Verfahren vor der Limbach-Kommission im Hinblick auf die Phasen der Mediation
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Text analysiert die Anwendung eines Mediationsverfahrens in einem konkreten Fall, der sich mit der Rückgabe eines Kunstwerks befasst. Dabei werden die unterschiedlichen Positionen und Interessen der beteiligten Parteien, die Kulturverantwortlichen der Stadt Gelsenkirchen und die Erben des ursprünglichen Besitzers, beleuchtet. Der Fokus liegt auf der Analyse des Mediationsverfahrens im Vergleich zu einem Verfahren vor der Limbach-Kommission.
- Definition und Abgrenzung von „Position“ und „Interesse“
- Analyse der Positionen und Interessen der beteiligten Parteien
- Detaillierte Beschreibung des Ablaufs eines Mediationsverfahrens
- Vergleich des Mediationsverfahrens mit einem Verfahren vor der Limbach-Kommission
- Bewertung der Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel definiert die Begriffe „Position“ und „Interesse“ und verdeutlicht deren Unterschied anhand eines Beispiels. Das zweite Kapitel analysiert die Positionen und Interessen der Kulturverantwortlichen der Stadt Gelsenkirchen und der Erben des Kunstwerks. Das dritte Kapitel beschreibt den Ablauf eines Mediationsverfahrens, gegliedert in sieben Phasen. Das vierte Kapitel vergleicht die Phasen eines Mediationsverfahrens mit denen eines Verfahrens vor der Limbach-Kommission.
Schlüsselwörter
Mediation, Kunstwerk, Raubkunst, Position, Interesse, Kulturverantwortliche, Erben, Limbach-Kommission, Verfahren, Konfliktlösung, Win-Win-Lösung, Interessenklärung, Lösungsfindung, Mediationsvereinbarung, Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es im Fall "Bacchanale"?
Es handelt sich um einen Streit um ein Kunstwerk von Lovis Corinth, das als Raubkunst gilt und von den Erben der ursprünglichen Besitzer von der Stadt Gelsenkirchen zurückgefordert wurde.
Was ist der Unterschied zwischen einer Position und einem Interesse?
Eine Position ist eine konkrete Forderung ("Ich will das Bild"), während ein Interesse das dahinterliegende Bedürfnis beschreibt ("Ich möchte Gerechtigkeit oder finanzielle Entschädigung").
Wie läuft ein Mediationsverfahren ab?
Es erfolgt in mehreren Phasen: von der Vorbereitung über die Informationssammlung und Interessenklärung bis hin zur Suche nach kreativen Lösungsoptionen und einer abschließenden Vereinbarung.
Was ist die Limbach-Kommission?
Die Limbach-Kommission ist ein beratendes Gremium in Deutschland, das Empfehlungen bei Streitfällen um NS-Raubkunst ausspricht.
Welchen Vorteil bietet Mediation bei Raubkunst-Streitigkeiten?
Mediation ermöglicht im Gegensatz zu starren Gerichtsverfahren oft flexiblere "Win-Win"-Lösungen, die den emotionalen und historischen Kontext besser berücksichtigen.
- Quote paper
- Tobias Steinmann (Author), 2015, Mediation und Raubkunst. Der Fall Bacchanale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339185