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Religiosität und Geisteskrankheit im Kontext der Gesellschaft und dem Wandel der Zeit

Title: Religiosität und Geisteskrankheit im Kontext der Gesellschaft und dem Wandel der Zeit

Term Paper , 2013 , 18 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katharina Praniess (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Diese Arbeit behandelt die Geschichte der Geisteskrankheit in Europa. Es ist zu beachten, dass sich die so genannte „Geisteskrankheit“ in Europa sowohl geschichtlich als auch im gesellschaftlichen, heutigen Umgang mit psychisch kranken Menschen stark vom Rest der Welt unterscheidet. So werden Menschen mit psychischen Störungen heute in Europa und einigen anderen Ländern nicht als krank oder auch als heilbar angesehen. Trotzdem gibt es in der heutigen Gesellschaft immer noch eine Stigmatisierung psychisch kranker Menschen. So ist die Angst vor dem Umgang mit Betroffenen immer noch in weiten Teilen der Bevölkerung gegeben. Es bedarf hier jedenfalls noch viel Aufklärungsarbeit in der Auseinandersetzung mit psychisch Kranken. Trotzdem sei gesagt, dass Europa im Umgang mit der Geisteskrankheit im Gegensatz zu vielen anderen Ländern fortschrittlich ist. In Indonesien zum Beispiel, geht es psychisch Kranken heutzutage noch sehr schlecht – sie werden zum Teil angekettet und vergessen.

Um den Begriff Geisteskrankheit bestmöglich verstehen zu können, ist es nötig in die Geschichte und Entstehung dieser Konnotation einzutauchen. Hierzu wird diese Arbeit verschiedene Quellen analysieren und versuchen die Entstehung und Form der verschiedenen Paradigmen zum Thema zu klären. Hierbei geht es besonders um die Frage inwieweit sich die Sicht der Gesellschaft auf die Geisteskrankheit verändert hat.

Anhand von Foucaults Werk „Wahnsinn und Gesellschaft“ soll die Entwicklung seiner so genannten Begriffe des „Andersartigen“, „Geisteskranken“ und „Irren“ im Überblick dargestellt werden, um die Veränderungen der verschiedenen Sichtweisen zu veranschaulichen. Mithilfe Bourdieus Werk „Sozialer Sinn“ und insbesondere des Kapitels „Glaube und Leib“ soll dann erklärt werden wie die Gesellschaft Regeln und Normen entwickelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geisteskrankheit im Laufe der Geschichte

3 Gesellschaft und Geisteskrankheit

4 Gesund oder krank aus gesellschaftlicher Sicht

5 Conclusio und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und gesellschaftliche Konstruktion des Begriffs der Geisteskrankheit, wobei insbesondere der Wandel der Sichtweisen auf psychisch kranke Menschen im europäischen Kontext analysiert wird.

  • Historische Analyse des Wahnsinnsbegriffs von der Antike bis zur Moderne.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Mechanismen von Ausgrenzung und Internierung.
  • Anwendung soziologischer Konzepte (Foucault, Bourdieu) auf den Umgang mit psychischer Erkrankung.
  • Kritische Betrachtung der Definition von Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften.
  • Diskussion der Stigmatisierung und der Entwicklung psychiatrischer Versorgungsmodelle.

Auszug aus dem Buch

3 Gesellschaft und Geisteskrankheit

Um zu analysieren, inwieweit sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen der Blick auf den Wahnsinn verändert, ist es nötig, sich die Institutionen und Orte anzusehen, wo die „Wahnsinnigen“ untergebracht wurden. Obwohl es eine gewisse Kontinuität bezüglich der Ausschließung des Wahnsinns von der Gesellschaft gibt, kommt es über die Jahrhunderte hinweg zu gesellschaftlichen Veränderungen, die die Betrachtungsweise des Wahnsinns beeinflussen.

Zuerst war die gesellschaftliche Sicht auf Geisteskranke von Mystik geprägt, später bestimmten Angst und Trennung von Vernunft und Unvernunft den Umgang mit den Wahnsinnigen.

Die Narrenschiffe, auf denen die Irren ausgesetzt wurden, um wieder zur Vernunft zu gelangen, waren lange Mittelpunkt wüster Spekulationen der gesamten Gesellschaft. Andersartigkeit war zugleich faszinierend und beängstigend. Auf den Narrenschiffen ist der Irre „Gefangener inmitten der freiesten und offensten aller Straßen“ (Foucault, 1973, S. 29). Man kann sagen, dass der Wahnsinn auch einen großen Einfluss auf die Kultur hatte, so ist zum Beispiel das Buch „Das Narrenschiff“ von S. Brant entstanden.

Dadurch, dass Geisteskranke in Leprosorien teilweise zusammen mit Kranken und Dieben untergebracht wurden, herrschte einerseits die Angst vor Ansteckung und andererseits die Gleichstellung der Geisteskranken mit dem Bösen. Das heißt, dass nun einerseits eine Vermischung des Wahnsinns mit Armut und Kriminalität stattfindet, und andererseits die Wahnsinnigen mit Menschen mit Lepra- und Geschlechtskrankheiten gleichgestellt werden. Man findet nun also „die gleichen Formeln des Ausschlusses in verblüffender Ähnlichkeit“ (Foucault, 1973, S. 23) wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Geschichte der Konnotation von Geisteskrankheit zu analysieren und den Wandel gesellschaftlicher Sichtweisen anhand theoretischer Konzepte zu untersuchen.

2 Geisteskrankheit im Laufe der Geschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Definition von Wahnsinn von der Antike bis zum 19. Jahrhundert nach und beleuchtet die zunehmende Internierung und Stigmatisierung von Betroffenen.

3 Gesellschaft und Geisteskrankheit: Das Kapitel analysiert die institutionellen Orte der Unterbringung wie Narrenschiffe und Leprosorien und zeigt die Verbindung von Wahnsinn, Armut und moralischer Ausgrenzung auf.

4 Gesund oder krank aus gesellschaftlicher Sicht: Hier wird diskutiert, wie die Gesellschaft normative Grenzen zwischen Gesundheit und Krankheit zieht und welche Rolle Stigmatisierung sowie moderne psychiatrische Klassifikationen spielen.

5 Conclusio und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die historische Ausgrenzung zusammen und reflektiert heutige integrative Ansätze sowie die fortdauernde Problematik der gesellschaftlichen Entstigmatisierung.

Schlüsselwörter

Geisteskrankheit, Wahnsinn, Gesellschaft, Foucault, Bourdieu, Stigmatisierung, Internierung, Psychiatrie, Geschichte, Gesundheit, Normen, Ausgrenzung, Vernunft, Unvernunft, Psychiatriereform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen und gesellschaftlichen Konstruktion des Begriffs der Geisteskrankheit und untersucht, wie sich der Umgang mit psychisch kranken Menschen in Europa über die Jahrhunderte verändert hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der psychiatrischen Internierung, die soziologische Perspektive auf gesellschaftliche Normen sowie der Wandel von der Ausgrenzung zur medizinischen Betrachtung von Geisteskrankheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie und warum sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Wahnsinn verändert hat und inwieweit diese durch äußere gesellschaftliche Einflüsse und Machtstrukturen geformt wurde.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Die Arbeit nutzt die Quellenanalyse, insbesondere die theoretischen Werke von Michel Foucault zur Geschichte des Wahnsinns und von Pierre Bourdieu zur Theorie des sozialen Feldes und Habitus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der Institutionen für psychisch Kranke, die Verknüpfung von Wahnsinn mit moralischen und ökonomischen Faktoren sowie die heutige Definition von Gesundheit im Vergleich zur Vergangenheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wahnsinn, gesellschaftliche Ausgrenzung, Psychiatriegeschichte, Entstigmatisierung und soziologische Machtstrukturen charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt Foucaults „Wahnsinn und Gesellschaft“ für diese Arbeit zu?

Foucaults Werk dient als zentrale theoretische Grundlage, um die Entwicklung der Kategorisierung von „Irren“ und „Geisteskranken“ als Prozess der gesellschaftlichen Machtausübung und Ausgrenzung zu verstehen.

Wie verknüpft die Autorin Bourdieus Habitus-Konzept mit der Psychiatrie?

Die Autorin nutzt das Habitus-Konzept, um zu erklären, wie gesellschaftliche Normen über Krankheit und Gesundheit in den Körper eingeschrieben werden und warum eine objektive Sichtweise auf „Gesundheit“ innerhalb eines gegebenen gesellschaftlichen Feldes kaum möglich ist.

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Details

Title
Religiosität und Geisteskrankheit im Kontext der Gesellschaft und dem Wandel der Zeit
Grade
1
Author
Katharina Praniess (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V339223
ISBN (eBook)
9783668288690
ISBN (Book)
9783668288706
Language
German
Tags
religiosität geisteskrankheit kontext gesellschaft wandel zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Praniess (Author), 2013, Religiosität und Geisteskrankheit im Kontext der Gesellschaft und dem Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339223
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