Person- und Lösungsorientierte Beratung


Hausarbeit, 2015

20 Seiten, Note: 2,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kontext des Gespräches

3 Abschrift ausgewählter Teile des Gespräches mit Analyse des Gesprächsinhaltes

4 Resümee der Analyse

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Lösungsorientierte Beratung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Berater den Klienten unterstützt, Beratungsziele in deutlichen und genauen Begriffen zu beschreiben. Hierfür werden verschiedene Fragen gestellt, um den Klienten bei der Beschreibung Unterstützung zu bieten, damit die Klienten erkennen können, wann das Problem gelöst ist und damit sie erklären können, wer, was, wann und wo tun muss.1 Die Zielfindung erfolgt stets in Abhängigkeit mit der Orientierung der vorhandenen Ressourcen des Klienten. Berater der Lösungsorientierten Beratung, sollten mögliches vorhandenes Wissen bezüglich der Lösung des Problems zurückhalten, damit keine Ratschläge bezüglich der Bewältigung des Problems erteilt werden.

In dem Seminar „lösungsorientierte Beratung“ an der Fachhochschule Münster, sollten diese Fähigkeiten vermittelt werden, um dann abschließend in der Lage zu sein, die Aufgabe der Durchführung eines lösungsorientierten Beratungsgespräches gewachsen zu sein, dieses aufzuzeichnen und es anschließend zu analysieren. Die Analyse umfasst dabei von mir ausgewählte Ausschnitte, die ich als Schlüsselmomente des Beratungsgespräches erachte, die insgesamt um die 13 Minuten und 12 Sekunden dauern.

Die Analyse dient der Reflektion der durchgeführten Beratung und ermöglicht mir somit, meine Fähigkeiten bezüglich der Durchführung eines Beratungsgespräches einschätzen zu können und mich für Verbesserungen zu sensibilisieren. Ich beginne damit, den Kontext des Gespräches herauszustellen um anschließend, den Beginn des Beratungsgespräches zu skizzieren. Anschließend wird die Analyse der von mir ausgewählten Gesprächsmomente erfolgen. Zuletzt werde ich kurz auf das Ende des Beratungsgespräches eingehen und die Hausarbeit mit einem Resümee beenden.

2 Kontext des Gespräches

Bei der Überlegung, wie ich einen Klienten finden könnte, wurde mir klar, dass es für mich nicht relevant ist, ob es sich um eine Person handelt die ich kenne, oder es sich um eine mir unbekannte Person handelt. Durch zuvor durchgeführte Beratungen, u.a. in dem Seminar von Herrn Dartmann, stellte ich fest, dass ich mich sehr in die Rolle des Beraters einfühlen kann - unabhängig davon, wer mir gegenüber sitzt - und so entschied ich, dass es keinen großen Unterschied für mich machen würde, mit wem ich das Gespräch führen würde. So entschied ich, einen Kommilitonen von mir zu fragen. Ich hatte ihn in einem gemeinsamen Seminar gefragt, ob er sich vorstellen könne, ein Beratungsgespräch mit mir zu führen. Ich erklärte ihm die Dauer und die Bedingungen, verdeutlichte dass das Beratungsgespräch vertraulich behandelt werden würde und dass die Aufzeichnung lediglich Herrn Dartmann zur Verfügung stehen würde. Er erklärte, dass er sich Gedanken darüber machen würde - ob er ein Problem hätte, welches er gerne mit mir besprechen wollen würde - und sich dann bei mir per Email melden wollte, welches er ein paar Tage später tat und wir einen Termin vereinbarten. Mir war wichtig, dass mir das Problem meines Kommilitonen vorher nicht bekannt ist, so dass ich mir nicht eventuelle Fragen überlegen konnte und sehr neutral in das Gespräch gehen konnte. Daher kam es mir sehr gelegen, dass mein Kommilitone mir in seiner Email auch nicht von dem Problem berichtete.

Ich bereitete mich eine Stunde vor dem Beratungsgespräch insofern vor, dass ich mir das „Glossar lösungsorientierter Fragen“2 durchlas und mir die verschiedenen Fragemethoden verinnerlichte.

Mein Kommilitone - im folgenden Klient genannt - und ich trafen uns am 02.02.2014 um 10:30 Uhr in der FH Münster vor der Bibliothek und gingen dann in Richtung des Seminarraumes, für das ich zuvor einen Schlüssel organisiert hatte. Auf dem Weg zu dem Raum begannen wir bereits mit dem Smalltalk, welches wir beim Platznehmen weiterführten. Für die Synchronisation mit dem Klienten ist dies äußerst von Vorteil: Es kann eine erste Orientierung stattfinden und beide Personen können sich mental auf das Beratungsgespräch einstellen. Eventuelle Ängste oder Aufregungen können abgebaut werden. Um zu verstehen, wobei es ich bei dem Anliegen meines Klienten handelte, bat ich ihn, mir sein Anliegen doch bitte zu schildern.

Mein Klient erklärte, er würde sein Problem als nicht schwerwiegend einschätzen, aber es würde ihn von Zeit zu Zeit zu schaffen machen. Er fügte hinzu, dass er seit ca. einem Jahr in Münster leben würde und eigentlich immer offen gegenüber anderen sei und folglich dachte, dass er in Münster viele neue Freunde finden würde, was aber nicht der Fall sei. Er hätte in seiner Heimatstadt ein sehr intaktes soziales Netzwerk, wollte aber seinen Lebensmittelpunkt gerne nach Münster verlagern, weswegen er sich ein intaktes soziales Netzwerk in Münster wünscht. An dieser Stelle beginnt die Analyse des Gespräches.

3 Abschrift ausgewählter Teile des Gespräches mit Analyse des Gesprächsinhalts

I.

Ein wichtiger Punkt in der lösungsorientierten Arbeitsweise mit dem Klienten ist es, eine Zielorientierung und die Erarbeitung von Zielen anzusteuern. Um der gemeinsamen Erarbeitung etwas näher zu kommen, wählte ich die folgende Frage aus (4:09min - 5:00min):

Frau Hein: „Und ähm… ja wir haben jetzt äh 45 Minuten Zeit, was müsste denn hier in der Beratung passieren, dass du rausgehst und sagst ‘Das war ‘ne gute Beratung‘?“

Klient: „Für mich ist immer wichtig, dass ich so verstanden werde also ich will nicht so gern behandelt werden wie so „0815“ so: ‘Ja okay der hat ein Problem, der hat auch ein Problem, das lös ich, das lös‘ ich!‘ Also bis jetzt läuft es gut.“

Frau Hein: (Lachen)

Klient „Bis jetzt geh ich mit dem Gefühl raus.“

Frau Hein: „Okay, das ist schön ähm!“

Klient: „Ne also mir ist halt… also ich möchte auch nicht und ich glaub das geht auch gar nicht, dass ich jetzt... dass du mir jetzt so sagst „Okay, mach das und das und dann wirst du das und das kriegen“, das weiß ich schon dass das so ist. Und ich glaub das wär ‘ auch gar nicht so, so authentisch dann, wenn ich dann so direkt irgendwas hätte, wo ich dann so direkt das Problem gelöst hätte damit.“

Mit der Eingangsfrage wollte ich meinem Klienten ermöglichen, eine Vorstellung davon zu bekommen, was das positive Ziel des Beratungsgesprächs sein könnte und was im Hinblick auf mögliche Lösungen, meinem Klienten bereits gedanklich vorschwebt.

Die Aussage des Klienten war der Zielfindung in der Weise dienlich, dass der Klient zum ersten geäußert hat, was er von mir als Berater erwartet und ebenfalls was er nicht erwartet. Dieser Punkt ist besonders wichtig für die positive Beziehungsarbeit, denn diese ist von großer Bedeutung für den Beratungserfolg. Zum zweiten, konnte ich als Berater feststellen, dass der Klient keine utopischen Vorstellungen von der Problemlösung hat. Er ist nicht mit der Erwartung in die Beratung gekommen, dass ich sein Problem einfach „verschwinden“ lassen kann.

Dennoch sehe ich den Zweck der Frage an dieser Stelle nicht ganz als erfüllt: Ich wollte mit der Frage den ersten Schritt zu einem möglichen Ziel ebnen. Dies wäre eine Möglichkeit gewesen, in der ich die ersten konkreten Wünsche meines Klienten in Hinblick auf die Zukunft hätte bekommen können. Trotzdem würde ich die Frage bei einem anderen Beratungsgespräch erneut stellen, da ich sie als eine gute Möglichkeit der ersten Zielfindung erachte und sie - wie auch in diesem Beratungsgespäch erkenntlich - die vom Klienten gewünschten Rahmenbedingungen für das Gespräch herausstellen kann.

Positiv und förderlich für einen gelungenen Rapport, sehe ich meine Authentizität in diesem Abschnitt des Beratungsgesprächs, was sich durch mein lautes Lachen zeigt.

Anschließend fand ich es dennoch wichtig, mit meinem Klienten ein erstes Beratungsziel zu formulieren, damit eine unübersichtliche Beratung durch eine übersichtliche und konkrete Zieldefinition vermieden werden kann (5:00min - 5:17min):

Frau Hein: „Okay und würdest du aber sagen es ähm, es wär schön wenn wir auf einen Punkt kommen wo man ähm vielleicht einen Schritt in Richtung vom von der Problemlösung, vom Ziel ähm dem näher kommen würde?“

Klient: „Klar, das auf jedenfall.“

Frau Hein:“ Okay.“

Ich denke, die Intention meiner Äußerung - eine konkretere Zieldefinition zu finden - war gut, ich sehe aber die Durchführung als kritisch an. Es wäre sinnvoll gewesen, eine Frage zu stellen, meine Äußerung gleicht aber durch Betonung und Wortwahl eher einer Aussage als einer Frage. Die Formulierung „würdest du aber sagen“ würde ich ein anderes Mal nicht noch einmal wählen. Besser wäre es, die Frage offener zu gestalten, ohne die Gefahr, den Klienten in eine von mir gewünschte Richtung zu drücken, wie beispielsweise „Im Hinblick auf das geäußerte Problem, woran könntest du erkennen, dass dies ein positives Beratungsgespräch für dich war?“

An dieser Stelle der Beratung, wollte ich eventuelle Potentiale für Lösungsmöglichkeiten sichtbar machen und fragte meinen Klienten nach einer Ausnahme (14:23min -15:13min):

Frau Hein: „Und ähm du hast grad gesprochen äh gesagt dass du äh mit der Crew früher ähm wurd‘ da viel unternommen, ihr habt viel gemacht.“

Klient: „Mmhh.“ (zustimmend)

Frau Hein: „Und ähm und du würdest auch sagen, dass war äh genug Zeit und dass war total angemessen und ähm man hat sich nicht zu selten gesehen und ähm kannst du sagen was damals anders war als ihr noch viel gemacht habt zusammen?“

[...]


1 Vgl. de Shazer 1994, S.129.

2 Vgl. Bamberger: Lösungsorientierte Beratung. 2010.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Person- und Lösungsorientierte Beratung
Hochschule
Fachhochschule Münster  (Sozialwesen)
Veranstaltung
Seminar
Note
2,0
Jahr
2015
Seiten
20
Katalognummer
V339310
ISBN (eBook)
9783668292659
ISBN (Buch)
9783668292666
Dateigröße
1001 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Person- und Lösungsorientierte Beratung, beratung, personenberatung, Lösungsorientierte beratung, Beratungsgespräch
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Person- und Lösungsorientierte Beratung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339310

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