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„Lass das!“ Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext

Título: „Lass das!“ Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2016 , 99 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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„Lass das!“ Wer hat diesen Satz nicht schon einmal im Kinderzimmer oder Klassenraum gehört? Der Wunsch und die Notwendigkeit, Verhalten verändern zu können, sind aus der Erziehung nicht wegzudenken. Verhaltensmodifikation ist ein bedeutsames Instrument der Pädagogik, um kindliches Verhalten auch im schulischen Kontext zu regulieren.
Den ersten bewussten Kontakt mit dieser Thematik hatte der Autor dieser Ausarbeitung im Rahmen seiner Tätigkeit als Schulsozialarbeiter bei der Durchführung eines sozialen Gruppentrainings an einer hessischen Förderschule. Seitens der
Schulleitung wurde angeregt, das an der Schule etablierte Verstärkersystem in Form eines Tokenprogramms auch in der Waldpädagogik zur Verbesserung der Mitarbeit und des Regel- und Sozialverhaltens zu übernehmen. Also musste ein Tokenprogramm für die speziellen Bedürfnisse der Waldarbeit entwickelt werden, was eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Thema „Verhaltensmodifikation“ notwendig machte.
Tatsächlich erwies sich dieser individuelle Verstärkerplan vorerst als sehr effizient im Hinblick auf das Verhalten während der Trainingssitzungen. Langfristig hat sich jedoch in den gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen ausgearbeiteten Schuljahresdiagnostiken gezeigt, dass sich die Erfolge nur situativ im Rahmen des Trainings einstellten und das Unterrichtsverhalten nicht signifikant verbessert wurde. Zudem wurde mit zunehmendem Alter der Kinder deutlich, dass solche Tokenprogramme spätestens mit Einsetzen der Adoleszenz als manipulative Instrumente entlarvt werden und sich die Bereitschaft zum Belohnungsaufschub reduziert. Einzelne Schülerinnen und Schüler mussten als ultima ratio von der Gruppe ausgeschlossen werden, da sie völlig grenzenlos agierten und eine Gefahr für sich und andere Jugendliche darstellten. Das einst entwickelte Verstärkersystem schien an seine Grenzen gestoßen und von der Entwicklung der Jugendlichen überholt worden zu sein. Im Kontext dieser konkreten Problemstellung wurde das Thema dieser wissenschaftlichen Hausarbeit gewählt, um tiefergehende Einsichten in Verhalten und verhaltenssteuernde Faktoren zu gewinnen und somit Verhaltensmodifikation kompetenter durchführen zu können.
In diesem Sinn ist zunächst ein differenzierter Blick auf Verhaltensmodifikation zu richten, um deren pädagogische Dimension zu sondieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Exkurs

2.1. Medizinische Verhaltensperspektive

2.2. Behavioristische Verhaltensperspektive

2.2.1. Behaviorismus im 19. Jahrhundert

2.2.2. Behaviorismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

2.2.3. Behaviorismus in den 1950er-Jahren

2.2.4. Behaviorismus in den 1960er-Jahren

2.3. Kognitivistische Verhaltensperspektive

2.4. Neuropsychologische Verhaltensperspektive

2.5. Die aktuelle Perspektive: Verhaltensmodifikation heute

2.5.1. Konsistenz der traditionellen Verhaltensforschung

2.5.2. Der Situiertheitsansatz

2.5.3. Der Situiertheitsansatz und Verhaltensmodifikation

3. Begriffsdefinitionen aus pädagogischer Perspektive

3.1. Verhalten

3.2. Verhaltensstörung

3.3. Intervention

3.4. Verhaltensmodifikation

4. Verhaltensmodifikation als Lernen von Verhalten

4.1. Assoziatives Lernen

4.1.1. Reiz-Reaktions-Lernen

4.1.2. Instrumentelles Lernen

4.2. Kognitives Lernen

4.2.1. Lernen durch Wissensorganisation

4.2.2. Handeln

4.2.3. Problemlösen

4.2.4. Modelllernen

4.3. Situiertes Lernen

5. Steuerbare Verhaltensfaktoren

5.1. Umwelt und Umfeld

5.2. Situation

5.3. Erwartbarkeit von Konsequenzen

5.4. Kognitive Steuergrößen

5.4.1. Selbstwirksamkeit(serwartung)

5.4.2. Wissen

5.4.3. Emotion

5.4.4. Motivation

5.4.5. Selbstbestimmung

5.5. Entwicklungsstand des Kindes

5.5.1. Piaget: Kognitive Entwicklung

5.5.2. Erikson: Persönlichkeitsentwicklung

5.5.3. Kohlberg: Moralentwicklung

6. Diagnostik erwartungsabweichenden Verhaltens

7. Methoden der Verhaltensmodifikation

7.1. Auf Konditionierung basierende Methoden

7.2. Kognitiv orientierte Methoden

7.3. An Modelllernen orientierte Methoden

7.4. An Entspannung orientierte Methoden

7.5. Methode x – Ein Ausblick

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die pädagogische Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext, mit dem Ziel, ein tieferes Verständnis für die Steuerung von Schülerverhalten zu entwickeln. Dabei wird der Fokus auf eine schulformübergreifende Perspektive gelegt, die über rein behavioristische Ansätze hinausgeht und kognitive sowie situative Faktoren integriert.

  • Historische Entwicklung der Verhaltensmodifikation von medizinischen bis hin zu lerntheoretischen Paradigmen.
  • Analyse zentraler Begrifflichkeiten wie Verhalten, Verhaltensstörung, Intervention und Verhaltensmodifikation.
  • Vergleich verschiedener Lerntheorien (assoziativ, kognitiv, situiert) und deren Anwendung in der pädagogischen Praxis.
  • Einfluss steuerbarer Verhaltensfaktoren wie Umwelt, Situation, Emotion und Motivation auf den schulischen Erziehungsprozess.
  • Methodische Ansätze der Verhaltensmodifikation und deren ethische sowie diagnostische Implikationen.

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Behaviorismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Auch das 20. Jahrhundert ist für die Verhaltensmodifikation von großer Bedeutung. Bereits zu dessen Anfang hatten Iwan Petrowitsch Pawlow das Modell der klassischen Konditionierung und Edward Lee Thorndike das Modell der instrumentellen Konditionierung entwickelt (vgl. Zimbardo, 2004, 262), die zeigen, dass Verhalten nicht länger rein somatisch, sondern lerntheoretisch begriffen worden und für die Pädagogik brauchbar gemacht worden ist (vgl. MacMillan, 1975, 25f.). Bereits damals wurde das Fundament für moderne Verstärkersysteme gelegt.

Nach MacMillan wurden die im Tierversuch gewonnenen Erkenntnisse der Konditionierung erstmals im Jahr 1920 durch John Broadus Watson im Rahmen einer Angstkonditionierung auf eine menschliche Gefühlsreaktion angewendet. Watson wählte Albert, ein 9 Monate altes, relativ angstfreies Kleinkind für seinen Versuch aus und setzte diesem Probanden eine weiße Ratte vor. Watson konditionierte ein Angstgefühl gegenüber der Ratte, indem er die Berührung der Ratte mit einem lauten metallischen Geräusch koppelte. Durch seine Arbeit erschloss Watson den Begriff des Behaviorismus als wissenschaftliche Disziplin (vgl. MacMillan, 1975, 25). Im Jahr 1924 griff Mary Cover Jones die Arbeit Watsons auf, hatte dabei jedoch nicht die Konditionierung kindlicher Angst, sondern deren Löschung zum Ziel ihrer Forschung gemacht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass Angst nicht nur gelernt, sondern auch verlernt werden könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit pädagogischer Verhaltenssteuerung und beschreibt die Motivation des Autors zur Auseinandersetzung mit dem Thema anhand eigener Erfahrungen im sozialen Gruppentraining.

2. Historischer Exkurs: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Ansätzen der Verhaltensmodifikation nach, beginnend bei medizinischen Paradigmen bis hin zu modernen lerntheoretischen und situativen Ansätzen.

3. Begriffsdefinitionen aus pädagogischer Perspektive: Hier werden zentrale Termini wie Verhalten, Verhaltensstörung, Intervention und Verhaltensmodifikation theoretisch fundiert und kritisch aus pädagogischer Sicht definiert.

4. Verhaltensmodifikation als Lernen von Verhalten: Das Kapitel erläutert lerntheoretische Grundlagen, darunter assoziatives Lernen (Klassische und operante Konditionierung) sowie kognitive Lernformen und Modelllernen.

5. Steuerbare Verhaltensfaktoren: Es werden die Kontextbedingungen und Einflussgrößen beleuchtet, die Verhalten steuern, wie Umwelt, Situation, kognitive Faktoren (Selbstwirksamkeit, Motivation) und der Entwicklungsstand des Kindes.

6. Diagnostik erwartungsabweichenden Verhaltens: Dieses Kapitel unterstreicht die Notwendigkeit einer fundierten Diagnostik und stellt das SORKC-Modell als Analyseinstrument vor.

7. Methoden der Verhaltensmodifikation: Hier wird ein Überblick über praktische Methoden gegeben, die auf Konditionierung, kognitiven Strategien, Modelllernen und Entspannung basieren.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität der Thematik zusammen und betont die Notwendigkeit einer ethisch verantwortungsbewussten, diagnostisch fundierten und schülerzentrierten Vorgehensweise.

Schlüsselwörter

Verhaltensmodifikation, Lerntheorie, Konditionierung, Pädagogik, Verhaltensstörung, Intervention, Kognitivismus, Modelllernen, Verhaltensanalyse, Schulpädagogik, Motivation, Selbstwirksamkeit, Erziehung, Diagnostik, Situiertheitsansatz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext. Sie analysiert, wie Verhalten durch lerntheoretische, kognitive und situative Ansätze beeinflusst werden kann, um Lehrkräften fundierte Handlungsmöglichkeiten zu bieten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Verhaltensforschung, die begriffliche Klärung pädagogischer Kernbegriffe, lerntheoretische Erklärungsmodelle sowie die praktische Anwendung von Methoden der Verhaltensbeeinflussung im Unterricht.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften ein vertieftes Verständnis für die Mechanismen menschlichen Verhaltens zu vermitteln, um pädagogische Maßnahmen zur Verhaltenssteuerung effektiv, nachhaltig und ethisch vertretbar zu gestalten.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden herangezogen?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse. Sie integriert Erkenntnisse aus der Lernpsychologie, der Sonderpädagogik, den Neurowissenschaften sowie verhaltenstherapeutische Konzepte, um eine schülerzentrierte Perspektive aufzubauen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Historik, Lerntheorien, Begriffsdefinitionen), die Analyse von Einflussfaktoren (Umwelt, Motivation, Kognition) und die Darstellung praktischer Methoden der Verhaltensmodifikation inklusive notwendiger diagnostischer Schritte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verhaltensmodifikation, lerntheoretische Ansätze, Pädagogik, kognitive Steuergrößen, schülerzentrierte Intervention und systemische Ansätze charakterisiert.

Wie wird das SORKC-Modell in der Arbeit bewertet?

Das SORKC-Modell wird als ein wertvolles Instrument der Verhaltensanalyse hervorgehoben, das Lehrkräften hilft, auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen für störendes Verhalten systematisch zu identifizieren, um darauf basierend zielgerichtete Interventionen zu planen.

Welche Bedeutung kommt dem Situiertheitsansatz zu?

Der Situiertheitsansatz wird als vielversprechende Ergänzung zu rein behavioralen Ansätzen diskutiert, da er den Fokus auf die Interaktion zwischen Individuum und konkreter Situation legt und die Etablierung von Lernenden-Gemeinschaften gegenüber rein extrinsischen Belohnungssystemen bevorzugt.

Final del extracto de 99 páginas  - subir

Detalles

Título
„Lass das!“ Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Institut für Heil- und Sonderpädagogik)
Curso
Examensarbeit im Förderschullehramt
Calificación
1,7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
99
No. de catálogo
V339425
ISBN (Ebook)
9783668296909
ISBN (Libro)
9783668296916
Idioma
Alemán
Etiqueta
Verhaltensmodifikation ETEP Verhaltensforschung Behaviorismus Lernpsychologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2016, „Lass das!“ Verhaltensmodifikation im schulischen Kontext, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339425
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