Jede Unterrichtsstunde ist nicht nur durch eine genaue Planung des zu behandelnden Stoffs gekennzeichnet, sondern auch unter verschiedenen möglichen didaktischen Gesichtspunkten zu gestalten.
Ein möglicher didaktischer Ansatz ist die methodische Reihe. Bei dieser Form werden im Werkunterricht den Schülerinnen und Schülern, nachdem sie den zu fertigenden Gegenstand kennen gelernt haben, eine Reihe von Abbildungen bzw. Originalen, auf denen die Teilschritte zur Fertigung erkennbar sind, dargeboten.
Nach diesen können sie entweder eigenständig oder in Zusammenarbeit mit dem Lehrer, je nach gewolltem Schwierigkeitsgrad, die zur Fertigung notwendigen Arbeitsschritte ableiten.
Beide sind die Basis auf der die Fertigung des Werkstücks aufgebaut ist.
In dieser Arbeit soll am Beispiel der Herstellung eines kleinen Bücherregals im Werkunterricht einer 5. Klasse der Einsatz von methodischen Reihen dargelegt werden.
Das Bücherregal ist von den Schülern aus Holz zu fertigen und besteht aus vier Teilen, einer großen Seitenwand, einer Kleinen, einem Mittelteil und der Auflagefläche für die Bücher, welche aus fünf Rundstäben gebildet wird. Dabei ist besonders zu beachten, dass das Mittelteil verstellbar sein soll.
Es werden vier Unterrichtsstunden (jeweils 1,5 h) veranschlagt um das Werkstück zu fertigen.
Vorrangiges Lernziel dieser Unterrichtseinheit ist das Lernen von Arbeitsfolgen um von einem Rohmaterial zu einem Gebrauchsgegenstand, in diesem Fall ein Bücherregal, zu gelangen. Zur Hinführung wird die o.a. Form der methodischen Reihe als didaktisches Hilfsmittel verwendet. Aber auch die Arbeitstechnicken Sägen, Bohren, Streichen und Kleben stehen im Blickwinkel des Lernens. Bei allen Schülern soll das Gesamtwerkstück bewertet werden und vier von ihnen bekommen zusätzlich für bestimmte Teilaufgaben eine zweite Zensur. Die Bewertungskriterien hierfür sind am Ende angeführt.
In dieser Arbeit soll herausgefunden werden, ob die methodische Reihe es den Schülern ermöglicht, logische Arbeitsabfolgen und -prozesse zur Fertigung von Werkstücken zu erlernen und abzuleiten, sowie sie stärker an den Unterricht zu binden.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
1. Unterrichtsstunde
1.1 methodische Reihe Seitenwand
1.2 Arbeitsablaufplan Seitenwand
1.3 methodische Reihe Rundstäbe
1.4 Arbeitsablaufplan Rundstäbe
2. Unterrichtsstunde
3. Unterrichtsstunde
3.1 methodische Reihe Zusammensetzung
3.2 Arbeitsablaufplan Zusammensetzung
4. Unterrichtsstunde
Bewertungskriterien
Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz methodischer Reihen im Werkunterricht einer 5. Klasse am Beispiel der Herstellung eines Bücherregals, um Schülern die eigenständige Ableitung und Anwendung logischer Arbeitsabfolgen bei der Fertigung von Werkstücken zu ermöglichen.
- Didaktische Vermittlung von Arbeitsabfolgen durch methodische Reihen.
- Praktische Umsetzung der Arbeitstechniken Sägen, Bohren, Streichen und Kleben.
- Förderung der Selbstständigkeit und Motivation durch visuelle Orientierungshilfen.
- Strukturierung komplexer Fertigungsprozesse in vier Unterrichtseinheiten.
- Transparente Bewertungsgrundlagen für Werkstückqualität und Arbeitsprozesse.
Auszug aus dem Buch
Erste Unterrichtsstunde
In der ersten Unterrichtsstunde werden die Schüler mit dem zu fertigenden Gegenstand bekanntgemacht. Sie können an einem Original die Größe (Bild s. unten), die benötigten und zu fertigenden Einzelteile erkennen, und sich mit der Problemstellung: „Fertige ein solches Bücherregal an! Beachte dabei, dass das Mittelteil verstellbar sein soll!“ vertraut machen.
Damit die Schüler die notwendige Beziehung zum Werkstück aufbauen wird als didaktisches Hilfsmittel die methodische Reihe verwendet.
In diesem Fall bekommen die Jugendlichen eine Stückliste (S. 5) vorgegeben und für die jeweils zu fertigenden Teile eine methodische Reihe in Form von Abbildungen, auf denen die bis zur Fertigstellung des Teils notwendigen Arbeitsschritte zu erkennen sind.
Anhand der methodischen Reihe und der Angaben aus der Stückliste für die Seitenteile und das Mittelteil, welches in den Abmessungen dem großen Seitenteil entspricht, sollen die Schüler den Arbeitsablaufplan entwerfen, sowie die für die Ausführung notwendigen Arbeitswerkzeuge bestimmen. Der Arbeitsablaufplan für die Fertigung der Rundstäbe (S. 6/7) soll ebenfalls noch in dieser Stunde angefertigt werden.
Zur Vermeidung von Fertigungsfehlern oder schlimmer noch Unfällen (durch falsche Werkzeuge etc.), werden die Ergebnisse im gesamten Klassenverband ausgewertet und nötigenfalls vervollständigt oder verbessert. Die gestellten und gewonnen Unterlagen zu den Werkstücken sind von den Schülern in den nächsten Unterrichtstunden, wo die Einzelteile gefertigt und zusammengesetzt werden, mitzubringen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Vorstellung der methodischen Reihe als didaktisches Hilfsmittel zur Vermittlung von Arbeitsabfolgen im Werkunterricht.
1. Unterrichtsstunde: Einführung in das Projekt und Erstellung der Arbeitsablaufpläne für Seitenteile und Rundstäbe durch die Schüler.
2. Unterrichtsstunde: Praktische Fertigung der Holzeinzelteile unter Anwendung der zuvor erstellten Arbeitsablaufpläne.
3. Unterrichtsstunde: Anfertigung der Rundstäbe sowie Entwicklung eines Plans zur korrekten Zusammenfügung des Bücherregals.
4. Unterrichtsstunde: Abschluss der Arbeit durch das fachgerechte Streichen des Werkstücks und dessen Fertigstellung.
Bewertungskriterien: Definition der Leistungsbewertung basierend auf der Werkstückqualität und der methodischen Arbeitsweise.
Schlusswort: Fazit über den Nutzen methodischer Reihen zur Steigerung der Motivation und Lernkompetenz im Werkunterricht.
Schlüsselwörter
Werkunterricht, methodische Reihe, Arbeitsablaufplan, Bücherregal, Didaktik, Handwerk, Holzbearbeitung, Fertigungsprozess, Schülermotivation, Lernziel, Werkstück, Arbeitstechnik, Bewertung, Wissensvermittlung, Selbstständigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Gestaltung von Werkunterricht in der 5. Klasse unter Verwendung methodischer Reihen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die visuelle Wissensvermittlung, die logische Ableitung von Arbeitsschritten und die praktische Fertigung eines Holzobjekts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Schüler durch den Einsatz methodischer Reihen in die Lage versetzt werden, Fertigungsprozesse eigenständig zu planen und auszuführen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Unterrichtsentwurf, der auf der Anwendung und Auswertung von methodischen Reihen als didaktischem Hilfsmittel basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Unterrichtsstunden, die von der Planung über die Materialbearbeitung bis hin zur Montage und Veredelung des Bücherregals reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Werkunterricht, methodische Reihe, Arbeitsablaufplan, Handwerk und Wissensvermittlung charakterisiert.
Warum ist die Verstellbarkeit des Mittelteils im Projekt relevant?
Die Anforderung an das Mittelteil zwingt die Schüler dazu, präzise zu arbeiten, da die Bohrungen für die Rundstäbe ein exaktes Maß erfordern, um die Funktionalität zu gewährleisten.
Wie werden die Schüler motiviert?
Die Motivation wird durch die ständige Vergleichbarkeit von Zwischenergebnissen mit einem Sollzustand und die Möglichkeit zur selbstständigen Arbeit gesteigert.
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- Lars Bloch (Author), 2002, Methodische Reihe im Werkunterricht - Eine didaktische Form der Wissensvermittlung am Beispiel eines Bücherregals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33944