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Aufführungssituation des Nürnberger Fastnachtsspiels

Titre: Aufführungssituation des Nürnberger Fastnachtsspiels

Dossier / Travail de Séminaire , 2004 , 20 Pages , Note: 1

Autor:in: Heiko Michels (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Mit dieser Arbeit möchte ich versuchen, mich der Aufführungssituation des frühen Nürnberger Fastnachtsspiels zu nähern. Es soll der Ablauf einer Vorführung rekonstruiert und damit gleichzeitig Motivationen und Affekte von Rezipienten und Spielern untersucht werden. Beides ist verwoben, und für das Verständnis einer Aufführung ist eine Annäherung an die Gründe und Faszinationen ihres Stattfindens unentbehrlich. Die überlieferten Texte sind somit nicht das einzige Material, das uns dienen kann, eine Aufführung zu erschließen.

Die Erlässe des Nürnberger Rates, welche die Spieltruppen genehmigten, die Texte zensierten, in die Aufführungsordnung eingriffen und im Nachhinein Strafen aussprachen sind weitere wichtige Quellen. Außerdem kann man nur zu einem historisch differenzierten Verständnis gelangen, wenn man das Umfeld, die politischen, religiösen, sozialen, wirtschaftlichen sowie architektonischen Bedingungen mit einbezieht. Dies relativiert auch anthropologische Ansätze von Theoretikern, welche versuchen, das Fastnachtsspiel auf die eine oder die andere einzige Grundstruktur zurückzuführen. Diese Theorien sollen aber zur Hilfe gezogen werden, da sie auf Prägungen des Fastnachtsspiels, die meiner Meinung nach aber pluralistisch sind, hinweisen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Umrisse, Bedingungen, Motivationen

1.1 Fastnachtsbrauchtum im Nürnberg des 15. Jahrhunderts

1.2 Spieler

1.3 Spielort/ Publikumskonstellation

1.4 Zusammenfassung

2. Ablauf/ Performanz

2.1 Abgliederung/ wie entsteht das Spiel

2.2 Spiel/ Kommunikation

2.3 Angliederung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufführungssituation des frühen Nürnberger Fastnachtsspiels im 15. Jahrhundert, um deren Ablauf, die damit verbundenen Motivationen sowie die affektiven Wechselwirkungen zwischen Spielern und Rezipienten zu rekonstruieren.

  • Analyse der soziokulturellen Rahmenbedingungen und Funktionen des Nürnberger Fastnachtstreibens.
  • Untersuchung der Rolle von Spielgruppen, Spielorten und der spezifischen „geschlossenen Gesellschaft“ als Aufführungsraum.
  • Erforschung der kommunikativen Dynamik zwischen Akteuren und Publikum durch den Einsatz von Sprache, Gestik und Tabubrüchen.
  • Diskussion des Fastnachtsspiels als eine performative Übergangserscheinung zwischen volkskultureller Tradition und literarischer Ausgestaltung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Abgliederung/ wie entsteht das Spiel

Es ist Fastnachtsabend in Nürnberg. Die Stadt ist im Fastnachtstrubel und die jugendlichen Spieler finden sich als Gruppe zusammen. Vielleicht wird vorher noch ein Getränk eingenommen, oder der ein oder andere hat am Nachmittag schon bei einem der Umzüge gefeiert. Nun zieht die Gruppe von Haus zu Haus, von Feier zu Feier. Die Texte lassen vermuten, daß die Spieler nicht mal um Einlaß gebeten haben, sondern der Ausschreier, seine Strophen rufend, in die Festgemeinschaft platzte. So werden häufig mit den ersten Zeilen Anwesende und Wirt begrüßt: „Got gruß den wirt und wirttin“, „Got gruß den wirt, gest und gesind und wen ich erberigß hynnen find!“. In jedem Fall hätte so ein plötzlicher Anfang eine überraschende und spontan aufweckende Wirkung. Es ist aber auch denkbar, daß ein Gruppenmitglied, vielleicht der Hauptmann, zuvor alleine hineinging, und den Wirt um Erlaubnis bat.

Die Spieler die den Raum betreten tragen keine Masken. Somit erkennen sich bekannte Akteure und Festteilnehmer wieder und die Spieler repräsentieren nicht geschlossen eine andere Rolle. Es ist nicht entschieden, ob die Spieler schon beim Eintritt eine Rolle andeuteten, oder diese nur mit dem Agieren und Sprechen eingenommen wurde. Die Rolle des Ausschreiers (oder Herolds) wird in jedem Fall maßgeblich von seiner Funktion gegenüber des Publikums geprägt. Er verweist auf keine abwesende Person, sondern seine Aufgabe ist es, die Spielsituation zu schaffen, Spannung zu erzeugen und den Spielern Autorität zu verschaffen. Der Text dient dazu, unmittelbare Aktionen auszulösen und zu verhindern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung erläutert das Ziel der Arbeit, die Aufführungssituation des frühen Nürnberger Fastnachtsspiels unter Einbeziehung historischer, sozialer und architektonischer Bedingungen zu rekonstruieren.

1. Umrisse, Bedingungen, Motivationen: Dieses Kapitel analysiert das Fastnachtsbrauchtum im 15. Jahrhundert, die Identität der Spielgruppen und die Bedeutung des Spielortes innerhalb geschlossener Gesellschaften.

2. Ablauf/ Performanz: Hier wird der performative Charakter des Spiels betrachtet, insbesondere der Prozess der Entstehung der Spielsituation, die Kommunikation zwischen Spielern und Publikum sowie die abschließende Angliederung an das normale Festgeschehen.

Schlüsselwörter

Nürnberger Fastnachtsspiel, Aufführungssituation, 15. Jahrhundert, Spielrotten, Performanz, Ausschreier, geschlossene Gesellschaft, Tabubrüche, Rezipienten, Kommunikation, Fastnachtstrubel, soziale Interaktion, Volkskultur, Theaterwissenschaft, Hans Folz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit der Rekonstruktion der Aufführungssituation des frühen Nürnberger Fastnachtsspiels des 15. Jahrhunderts, wobei der Fokus auf dem tatsächlichen Ablauf und der Dynamik zwischen den Beteiligten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die soziokulturellen Bedingungen, die Zusammensetzung der Spielgruppen, die Funktion des Raumes (Wirtshäuser) und die affektive Kommunikation zwischen Spielern und dem Publikum.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, das Fastnachtsspiel nicht als bloße literarische Quelle zu betrachten, sondern als ein komplexes, performatives Ereignis, das durch spontane Interaktion und soziale Dynamik geprägt war.

Welche methodischen Ansätze werden verwendet?

Die Untersuchung zieht neben den überlieferten Texten auch historische Quellen wie Ratserlässe heran und setzt diese in Bezug zu theatertheoretischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen, um das Aufführungsbild zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Spielumstände (Bedingungen und Motivationen) sowie in die Untersuchung des konkreten Aufführungsablaufs, vom Auftritt des Ausschreiers bis zur abschließenden Entschuldigungs-Epilog-Partie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Aufführungssituation, Fastnachtstrubel, Spielrotten, performative Kommunikation, geschlossene Gesellschaft und das Wechselspiel von Tabubruch und komischer Katharsis.

Welche Rolle spielt der „Ausschreier“ im Fastnachtsspiel?

Der Ausschreier fungiert als zentraler Organisator der Spielsituation; er erzeugt Spannung, fordert Aufmerksamkeit ein, schafft eine Bühne im Wirtshaus und legitimiert die anschließenden Handlungen der Spieler.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der Kompensationstheorie und der Subversionstheorie?

Der Autor diskutiert kritisch, ob das Fastnachtstreiben ein durch die Obrigkeit gewolltes „Gegenfest“ zur kirchlichen Ordnung ist (Kompensation) oder ein subversiver Akt der Volkskultur (Subversion), und kommt zu dem Schluss, dass es sich eher um eine komplexe, liminare Übergangserscheinung handelt.

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Résumé des informations

Titre
Aufführungssituation des Nürnberger Fastnachtsspiels
Université
Free University of Berlin  (Germanistik)
Cours
Hauptseminar Fastnachtsspiele
Note
1
Auteur
Heiko Michels (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
20
N° de catalogue
V339488
ISBN (ebook)
9783668291133
ISBN (Livre)
9783668291140
Langue
allemand
mots-clé
aufführungssituation nürnberger fastnachtsspiels
Sécurité des produits
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Citation du texte
Heiko Michels (Auteur), 2004, Aufführungssituation des Nürnberger Fastnachtsspiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339488
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Extrait de  20  pages
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