Die vorliegende Ausarbeitung fasst den Inhalt von "Biedermeier und Postmoderne: zur Melancholie des schöpferischen Augenblicks"; Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" und Shaffers "Amadeus" von Gabriele Brandstetter und Gerhard Neumann zusammen.
Inhaltsverzeichnis
I.
II.
III.
IV. und V.
Hintergrundinformationen zu Shaffer’s Drama:
VI. und VII.
VIII.
Fazit:
Zielsetzung & Themen der Analyse
Die vorliegende Ausarbeitung analysiert den wissenschaftlichen Aufsatz von Gabriele Brandstetter und Gerhard Neumann, welche die Darstellung des schöpferischen Subjekts in Eduard Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" und Peter Shaffers Drama "Amadeus" untersuchen. Ziel ist es, die Problematik der Integration genialer schöpferischer Kraft in eine normierte bürgerliche Gesellschaft und die Rolle des "Mythos Mozart" im kulturgeschichtlichen Wandel zu verdeutlichen.
- Das Spannungsfeld zwischen Genialität und bürgerlicher Mittelmäßigkeit.
- Die Phänomenologie des schöpferischen Augenblicks bei Mörike.
- Die Ambivalenz des Naturkörpers und die Autonomie des Künstlers.
- Kontrastive Betrachtung von Mörikes Novelle und Shaffers Drama "Amadeus".
- Die Bedeutung von Rezeptionssituation und Empathie für das Verständnis künstlerischer Schöpfung.
Auszug aus dem Buch
I.
Mörike stellt seiner Novelle Mozart auf der Reise nach Prag bei der Erstveröffentlichung 1855 in Cottas Morgenblatt für gebildete Leser ein Motto aus Oulibicheffs Mozart-Biographie (1847) voran. Die Aussage des Mottos könnte man wie folgt beschreiben: Wenn Mozart ein „geregelteres“ Leben geführt und mehr auf seinen materiellen Vorteil geachtet hätte, wäre sein Leben sicherlich unbeschwerter verlaufen, jedoch hätte er dann vermutlich nicht so geniale Opern wie seinen Don Juan komponieren können.
Diese Aussage begründet, weshalb es bis heute aktuell ist, sich mit dem „Mythos Mozart“ zu beschäftigen. Es geht also darum, ob – und falls ja, wie – sich Genialität und Mittelmäßigkeit miteinander vereinbaren lassen.
Brandstetter/Neumann führen in ihrem Aufsatz zunächst diejenigen Aspekte bzw. Rahmenbedingungen auf, welche die Verfasstheit des Subjekts im postrevolutionären Europa bestimmen. Einer dieser Aspekte besteht darin, dass das Subjekt durch seinen schöpferischen Kern definiert und legitimiert wird. Damit stellt sich auch die Frage nach der sozialen Anerkennung dieses Subjekts. Auf Mozart bezogen stellt sich weiterhin die Frage nach der Integration des Außerordentlichen in die bürgerliche Lebenswelt bzw. die Frage nach der Möglichkeit der Einbindung des Wunders schöpferischer Phantasie in die Welt der Diskurse und Disziplinen, der Pädagogik und der kulturellen Normen.
Zusammenfassung der Kapitel
I.: Einführung in die Thematik des "Mythos Mozart" sowie die Problematik der Vereinbarkeit von Genialität und bürgerlichen Normen im 19. Jahrhundert.
II.: Analyse der vier zentralen Aspekte des "Mythos Mozart", darunter das Wunderkind, die Ambivalenz des Naturkörpers und die Legitimation schöpferischer Kraft.
III.: Untersuchung der Schöpfungsszene im gräflichen Salon und der labilen Identität des schöpferischen Subjekts zwischen Phantasie und Melancholie.
IV. und V.: Einordnung von Peter Shaffers Drama "Amadeus" als Kontrastfolie, die den historischen Wandel in der Betrachtung des schöpferischen Subjekts illustriert.
Hintergrundinformationen zu Shaffer’s Drama: Charakterisierung der Rivalität zwischen Mozart und Salieri als Konfrontation zweier Künstlertypen und Scheitern der Legitimationsmodelle.
VI. und VII.: Erläuterung der Bedeutung der Rezeptionssituation und der Empathie für die Beglaubigung künstlerischer Schöpfung.
VIII.: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse der Analyse.
Fazit:: Abschließende Feststellung, dass Mörike ein Subjekt gestaltet, dessen Identität in der Spontanität und Unberechenbarkeit des schöpferischen Augenblicks liegt.
Schlüsselwörter
Mozart, Mörike, Shaffer, Amadeus, Mythos, Schöpferisches Subjekt, Biedermeier, Postmoderne, Melancholie, Phantasie, Genialität, Mittelmäßigkeit, Legitimationsmodell, Rezeption, Kunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Analyse primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung des "Mythos Mozart" und der Frage, wie das Genie in eine normierte Gesellschaft integriert werden kann, basierend auf einer Analyse des Aufsatzes von Brandstetter und Neumann zu Mörike und Shaffer.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Verfasstheit des schöpferischen Subjekts, das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Intuition und bürgerlicher Disziplin sowie die Legitimationsproblematik von Kunst.
Was ist das zentrale Ziel der untersuchten Arbeit?
Das Ziel ist es, die künstlerische Identität Mozarts als Zusammenspiel von schöpferischem Impuls und gesellschaftlicher Wahrnehmung durch den Vergleich zweier literarischer Werke zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird angewandt?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die kulturgeschichtliche Aspekte (Mythos-Begriff nach Barthes) mit einer textnahen Untersuchung von Mörikes Novelle und Shaffers Drama verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Schöpfungsidentität bei Mörike, die Rolle des Naturkörpers sowie den vergleichenden Blick auf das dissonante Kommunikationsmodell bei Shaffer.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem das schöpferische Subjekt, die Ambivalenz der Phantasie, der Mythos-Begriff sowie die Bedeutung von Empathie und Rezeption.
Welche Rolle spielt das "Pomeranzenbäumchen" in der Novelle?
Es dient als mythisches Element zur Begründung der schöpferischen Kraft, bei der Mozart durch eine sinnliche, naturhafte Erfahrung eine Art Selbstzeugungsphantasie entwickelt.
Warum wird Salieri als Gegenspieler Mozarts charakterisiert?
Salieri repräsentiert den seriösen, normorientierten Komponisten, dessen Scheitern im Vergleich zum genialen, aber "kindischen" Mozart die Unmöglichkeit einer Vermittlung zwischen Ausnahme und Norm verdeutlicht.
- Citar trabajo
- Verena Fendl (Autor), 2012, Mozart, Mörike und Melancholie. Ausarbeitung zu "Biedermeier und Postmoderne" von Gabriele Brandstetter und Gerhard Neumann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339493