Dekonstruktion und Rekonstruktion kritischer Gesellschaftstheorie. Potenziale und Grenzen des Multitude-Konzepts


Magisterarbeit, 2005

134 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

ERSTER TEIL
1 Zäsur: Postmoderne Produktion
1.1 Wandel der Arbeit und ihrer Prozesse
1.2 Immaterielle Arbeit
1.3 Affektive Arbeit
1.4 Hegemonie der immateriellen Arbeit
1.5 general intellect und Postoperaismus
2 Krieg
2.1 Biomacht und Sicherheit
2.2 Aufstandsbekämpfung und die Geburt des neuen Krieges
2.3 Widerstand
2.4 Netzwerkkämpfe erfinden
2.5 Von der Biomacht zur biopolitischen Produktion
3 Das Multitude- Konzept
3.1 Einheit und Vielheit
3.2 Gefährliche Klassen
3.3 Zur Methode von Marx
3.3.1 Historische Tendenz
3.3.2 Realabstraktion
3.3.3 Antagonismus
3.3.4 Konstitution von Subjektivität
3.4 Die Macht des Fleisches
3.5 Ein Abstecher nach Davos
3.6 Big Government is back
3.7 Spuren der Multitude und die Ungeheuerlichkeit des Fleisches
3.8 Die Produktion des Gemeinsamen
3.9 Jenseits von privat und öffentlich
3.10 Karneval und Bewegung
3.11 Mobilisierung des Gemeinsamen
3.12 Die Multitude und die Linke
4 Demokratie
4.1 Globale öffentliche Meinung
4.2 Globale Forderungen und Beschwerden
4.2.1 Beschwerden im Hinblick auf Rechte und Gerechtigkeit
4.2.2 Ökonomische Beschwerden
4.2.3 Biopolitische Beschwerden
4.2.4 Konvergenz in Seattle
4.2.5 Globale Reformexperimente
4.2.6 Reformen der Repräsentation
4.2.7 Reformen bei Rechten und Gerechtigkeit
4.2.8 Ökonomische Reformen
4.2.9 Biopolitische Reformen
4.3 Zurück ins 18. Jahrhundert!
4.4 Geopolitik und neue Allianzen
4.5 Die Demokratie der Multitude
4.6 Die natürliche Begabung der Multitude
4.7 Möge die Macht mit Euch sein

ZWEITER TEIL
1 general intellect
1.1 Immaterielle Arbeit und biopolitische Produktion:
Ende des Kapitalverhältnisses?
1.2 Auflösung des Gesamtarbeiters und wieder
die Frage nach dem Kapitalverhältnis
1.3 Informatisierung durch neue
Informations- und Kommunikationstechniken
1.4 Auswirkungen
1.5 Mehrwertgenerierung
2 Multitude
2.1 Ein Klassenkonzept?
2.2 Spaltung und Konkurrenz oder Autonomie?
2.3 Absolute Demokratie
2.4 Postmodernes Kommando und Elitenbildung
2.5 Singularitäten und das Gemeinsame: Dämonen und Ungeheuer?
2.6 Organisation: Swarm Intelligence
3 Stimmen aus der Bewegung
3.1 Attac
3.2 Konferenz La Villette
4 Vernichtende Rezensionen: Eine polemische Zitatsammlung

DRITTER TEIL
1 Einschätzung der Potenziale und Grenzen des Multitude- Konzepts
1.1 Grenzen
1.2 Potenziale

LITERATURVERZEICHNIS

EINLEITUNG

„Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfasst und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“

Ernst Bloch, Das Prinzip Hoffnung (Schlusssatz)

Antonio Negri und Michael Hardt haben in den letzten Jahren Aufsehen erregt, denn sie haben gleich zwei große Werke zustande gebracht, die eine weltweite und viele Sprachen umfassende Lawine der Diskussion auslösten. Nach Empire - Die neue Weltordnung erschien nun Multitude- Krieg und Demokratie im Empire.

Mit beiden Werken haben sie Grenzen überschritten, einerseits, weil sie eine umfassende und kritische Zeitdiagnose des postfordistischen Kapitalismus versuchten, andererseits weil sie damit einen Bruch mit allen Traditionen vollzogen haben, mit keinem geringeren Ziel, als „unsere Sehnsucht wach (zu) halten“ (Hardt/ Negri: 2004, 253).

Ihr Anliegen ist ein philosophisches, deshalb geben sie keine konkreten Ratschläge und fertige Lösungen, sondern Denkanstöße. Und sie sprechen eine Einladung zum Mitgestalten an ihrer kritischen Gesellschaftstheorie aus. Der Motor der Entwicklung ist für sie Kritik und Liebe; und die Welt war offenbar bereit für diesen „wagemutige(n) Akt politischer Vorstellungskraft, der einen Bruch mit der Vergangenheit vollzieht“ (ebd. 340), denn sie hat bereits an ihm teilgenommen.

Mit ihrem Multitude- Konzept konstruieren sie ein neues, voller Potenzial steckendes gesellschaftliches Subjekt, das sich jenseits des marxschen Klassenbegriffs bewegt und dennoch alle, die unter dem Kapital produzieren vereint. Sie proklamieren die Hegemonie immaterieller Arbeit und glauben mit ihr eine Zäsur erkannt zu haben. Sie reden von einer absoluten Demokratie und davon, dass die Mittel dafür bereits zur Verfügung stünden. Sie provozieren, fordern uns damit heraus und schenken Hoffnung.

Diese Arbeit setzt sich mit ihrem Konzept der Multitude auseinander, um die Grenzen und Potenziale dieses Begriffes auszuloten.

Im ersten Teil geht es um die Konstruktion der Multitude und ihrer Rahmenbedingungen; dieser deskriptive Teil ist sehr genau und ausführlich, da der Erfolg ihrer Werke auch aus einer Sprachgewalt resultiert, die aufgefangen werden soll: Die Macht des Fleisches und der Politische Akt der Liebe stehen in diesem Kontext, aber auch Dämonen und Ungeheuer. Nicht umsonst wurde ihr erstes Werk als zweites Kommunistisches Manifest gehandelt.

Der zweite Teil befasst sich mit der Rezeptionsgeschichte und wird entlang einiger ausgewählter Begriffe vollzogen. Die marxistische Kritik überwiegt, da auch Hardt und Negri sich überwiegend auf Marx berufen, aber einen Schritt mit und über ihn hinaustreten wollen. Es werden weiterhin Stimmen der globalisierungskritischen Bewegung dargestellt, da diese beispielhaft für die Macht der Multitude seien. Am Ende des zweiten Teils folgt eine polemische Zitatsammlung, welche die Stimmung beschreibt, die offenbar die Provokationen der Autoren ausgelöst haben.

Im dritten und abschließenden Teil erfolgt die Einschätzung der Grenzen und Potenziale des Multitude- Konzepts.

ERSTER TEIL

1 Zäsur: Postmoderne Produktion

Wenn man Hardt und Negri Glauben schenken darf, sind wir an einem Punkt der kapitalistischen Produktion angekommen, der einen Paradigmenwechsel verlangt. Das Zeitalter der Postmoderne symbolisiert diese Zäsur. Zeugnis dessen ist für die Autoren in erster Linie die Verschiebung der Produktion vom Industriesektor zum Dienstleistungsbereich. Die Dominanz des tertiären Sektors drücke sich nicht nur quantitativ, also in Beschäftigungszahlen aus, sondern durch eine Vielzahl von qualitativen Veränderungen, die sich über das gesamte Spektrum der Produktion ausdehnten. Deutlich wird dieser Prozess durch die Informatisierung, die sich durch nahezu alle Arbeits- und Produktionsprozesse, wenn auch in unterschiedlichen Dimensionen zieht. Die Dominanz des Dienstleistungsbereichs wird so erst deutlich, da auf dem ersten Blick keine Verdrängung der anderen Sektoren in einem solchen Maß zu erkennen sei. Sie folgern daraus, dass eine quantitative Betrachtung sogar ungeeignet erscheint, da sie „historische Fehlwahrnehmungen“ (Hardt/ Negri: 2000, 293) hervorbringe und nicht dazu in der Lage sei, Hierarchien zu verdeutlichen (vgl. ebd. 291ff).

Bereits der Übergang zur Modernisierung und Industrialisierung habe Veränderungen hervorgebracht, die laut Hardt und Negri eine Neudefinition der Gesellschaft als Fabrik verlangten (vgl. ebd. 296). Der Prozess der Modernisierung und Ausbreitung der industriellen Produktion habe sein Ende erreicht, denn die Dominanz der industriellen Produktion könne kaum mehr ausgeweitet werden. Die Postmodernisierung oder Informatisierung bringe einen qualitativen Wandel der Beschäftigung mit sich. Arbeit sei nun an ein hohes Maß von Mobilität und Flexibilität gebunden, Bildung, Kommunikation, Information und Affekt hätten eine zentrale Bedeutung. Die Autoren verkünden dabei nicht die Abschaffung der industriellen Produktion, sondern die Rede ist vielmehr von einer Transformation und Steigerung der Produktivität, bei der produktive Ströme und Netzwerke hervorgehoben werden. Es handele sich bei diesem Prozess unbedingt um ein globales Phänomen, der Verweis auf unterentwickelte oder beherrschte Länder zeige nur ein Nebeneinander der verschiedenen Formen, eine Koexistenz innerhalb der „Netzwerke des Weltmarkts (...) unter der Dominanz der informationellen Produktion und Dienstleistung“ (ebd. 299). Insgesamt jedoch seien so die Umrisse einer neuen globalen Hierarchie der Produktion zu erkennen, sowie der Wandel von Arbeit und den Arbeitsprozessen. Dieser Wandel drücke sich vor allem in dem immer wachsenden Anteil der immateriellen Arbeit aus.

1.1 Wandel der Arbeit und ihrer Prozesse

Im Zuge der Postmodernisierung in Form einer Informatisierung erfährt der Begriff Arbeit einen Wandel. Im Sinne von Hardt und Negri wird deutlich, dass es um eine Neubetonung der lebendigen Arbeit gehen muss, die Marx definierte. Hardt und Negri gehen sogar so weit, dass sie in ihrer Untersuchung „die Voraussetzungen und Dimensionen einer Praxis schöpferischer Freude zu entdecken“ (Hardt/ Negri: 1997, 5) versuchen und dies mit einer Machtaneignung durch das Lebendige verbinden. Sie differenzieren diesen Begriff durchaus von einem kapitalistischen Arbeitsalltag der durch Monotonie, Zwang und Unterdrückung geprägt ist, doch „Einer Aussaat unter dem Schnee vergleichbar, ist das lebendige Vermögen immer schon in den dynamischen Netzwerken sozialer Kooperation aktiv, in der Produktion und Reproduktion der Gesellschaft, die innerhalb und außerhalb der Zeitlichkeit verläuft, die das Kapital auferlegt.“ (ebd.) Das Kapital bändige nur die lebendige Arbeit, erfahre jedoch einen immer größer werdenden Widerstand, lebendige Arbeit werde unbezähmbar, befreie sich beständig (vgl. ebd. 9).

Nicht nur die innere Kraft einer Subversion, sondern vor allem die Konstruktion einer Gegenwart ist die Aufgabe dieser Lebendigkeit, durch Schaffung eines entgegengesetzten Verwertungsschemas, das der Selbstverwertung. Die aus diesem Prozess der Selbstverwertung entstehenden Subjektivitäten sind für die Autoren die „Agenten der Produktion einer alternativen Gesellschaftlichkeit“ (ebd. 10). Es handele sich um einen Bereich, der eine gesellschaftliche Produktion umfasse, deren Begriff automatisch auf eine Wertproblematik stoße, Arbeit solle nun auf „wertschaffende Praxisformen“ (ebd. 12) verweisen. Der Verwertungsprozess sei im Mittelpunkt des Fokus anzusiedeln, da so über eine Produktion von Wissen und Identitäten hinaus, eine Produktion der Gesellschaft und ihrer Subjektivitäten deutlich werde. Sie verweisen auf die abstrakte Arbeit bei Marx, auf das allgemeine gesellschaftliche Arbeitsvermögen, das Wertgesetz enthülle nur die Rationalität der die Kapitalisten unterlegen seien, dem entgegen stehe der Prozess der Selbstverwertung, der nach Marx einen antagonistischen Ausdruck von Arbeit verlange, eine vom Wertgesetz unabhängige Variable die in verschiedene Richtungen tendieren könne, je nach sozialem und historischen Kontext (vgl .ebd. 13). Arbeit in diesem Sinne sei unabhängig von einer gesellschaftlichen Akzeptanz des Wertes den sie schaffe, das Beispiel der Frauenarbeit mache dies deutlich, aber auch der Übergang zur „gesellschaftlichen Fabrik“ (ebd. 14) sei eine der wichtigsten Veränderungen, die alle möglichen Arbeitsprozesse in die Gesellschaft auslagere. Mit dem Niedergang der Fabrik gehe der des Regimes und der Disziplin einher, eine virusartige Durchdringung der Gesellschaft als Produktionsort, die noch den kapitalistischen Regeln gehorche, ginge da vor sich. Die Trennung von Produktion und Reproduktion, von produktiver Arbeit und unproduktiver werde obsolet, in den Industrialisierten Ländern erscheine diese Arbeit in der Gestalt der immateriellen, einer intellektuellen, affektiven, emotionalen oder technowissenschaftlichen Tätigkeit, der „Arbeit des Cyborg“ (ebd. 14f). Die komplexen Netzwerke der Arbeitskooperation, die Integration von Pflege, die Computerisierung der Arbeitsprozesse mache diese Gesellschaftsfabrik. Der general intellect von Marx beinhalte bereits eine Beschreibung neuer Formen von Arbeit, welche unmittelbar gesellschaftlich seien. Die Ausbreitung der sozialen Kooperation werde zur allgemeinen Substanz (vgl. ebd. 14). Das Verschwinden des Wertgesetzes sei die daraus resultierende Grundproblematik der Ökonomie.

„Die Welt ist Arbeit. Wenn Marx davon ausging, dass Arbeit die Grundlage aller menschlichen Geschichte sei, dann irrte er vielleicht, nicht indem er zu weit ging, sondern indem er nicht weit genug ging." (Ebd. 16)

1.2 Immaterielle Arbeit

Daraus resultiert für die Autoren eine Dominanzverschiebung hin zur Hegemonie der immateriellen Arbeit, sie löse damit die Industrie ab. Es gehe aber nicht unbedingt um eine Wissens- oder Dienstleistungsarbeit, die mit Begriffen wie Kognitariat bezeichnet werden könne, dennoch könnten diese Bezeichnungen eine erste Annäherung ermöglichen. Ein Sammelsurium aus intellektueller und sprachlicher Arbeit, das sich im Problemlösen, in der Symbolarbeit und Analyse äußere und Ideen, Codes, Texte, Symbole und Bilder erzeuge, mache die Vielzahl gemeinsamer immaterieller Merkmale deutlich. Auf der anderen Seite gehe es um das Hervorbringen und Beeinflussen von Affekten, wie Erregung, Freude, Trauer etc., Einflüsse auf Psyche und Körper. Diese Kombination von immaterieller Arbeit und affektiver produziere letztlich Kommunikation, wobei die intellektuelle und sprachliche Operation der immateriellen Arbeit entspreche und die Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern den affektiven Bereich verdeutliche. Natürlich herrsche real immer eine beständige Mischung aus immaterieller und materieller Arbeit vor, da viele Arbeitsmittel materieller Art seien. Dieser Aspekt verdeutliche die Zweideutigkeit des Begriffes immaterieller Arbeit und auch die Problematik, deshalb könne vielleicht biopolitische Arbeit treffender sein. Diese biopolitische Arbeit kenne keine strikte Trennung zwischen Ökonomie, Politik, Gesellschaft und Kultur, was auch die Hegemonie erklären könne. Auch wenn offensichtlich keine quantitative Mehrheit der globalen Arbeit immateriell sei, so gebe sie doch anderen Arbeitsformen global eine Tendenz und Veränderung, so dass sie qualitativ hegemonial werde. Wenn früher eine Industrialisierung der Arbeit alle Bereiche qualitativ veränderte, dann würden heute Arbeit und Gesellschaft informatisiert, intellektualisiert, kommunikativ und affektiv (vgl. Hardt/ Negri: 2004, 126ff).

Die Landwirtschaft beispielsweise benötige schon immer den gezielten Umgang mit Wissen, know-how und Wissenschaft, auch wenn es physisch immer um harte Arbeit gehe, in einem ähnlichen Kontext stehe die Frauenarbeit, die Wissen, Intelligenz, Koordination und affektive Arbeit beinhalte, diese biopolitische Arbeit, produziere direkt soziale Beziehungen und Lebensformen. Gekennzeichnet sei eine solche Form von Arbeit durch ihren hohen affektiven Anteil, wenig Autorität und demnach mehr Autonomie aber auch wesentlich weniger Geld oder gar keinen Lohn. Auch der Begriff der Entfremdung spiele eine große Rolle, denn es werde die Fähigkeit, etwas Persönliches herzustellen verkauft. Insgesamt müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sich die Bedingungen der Arbeit insgesamt verändert hätten, denn wenn das Produkt z.B. das Lösen eines Problems sei, dann falle die Arbeit, nämlich das Nachdenken und Ideefinden unmittelbar in den Lebensbereich, so wie auch Hausarbeit Lebenszeit benötige (vgl. ebd. 129f). Die postfordistischen Begriffe wie flexibel, mobil und prekär bezeichneten nicht in vollem Ausmaß die Gestalt der Hegemonie der immateriellen Arbeit, sie tendiere dazu, generell die Produktionsorganisation zu verändern, es gehe um Netzwerke, innerhalb denen Informationen, Kommunikation und Kooperation genormt würden. Ausbeutung unter dieser Hegemonie bedeute nicht mehr die Aneignung des Wertes, der durch Arbeitszeit definiert sei, sondern die Aneignung eines Wertes, der durch kollektive kooperative Arbeit durch Zirkulation in den Netzwerken gemeinsam entstehe, also nicht nur vom Kapital geschaffene produktive Kooperationsformen, sondern die produktiven Energien der Arbeit selbst. Schlüsselmerkmale der immateriellen Arbeit seien die Produktion von Kommunikation, gesellschaftlichen Verhältnissen und Kooperation. Informationen werden damit zur gemeinsamen Grundlage, deren Produkte das Gemeinsame erweitern, aus diesem Grund gäbe es keinen Widerspruch zwischen Singularität und Gemeinsamkeit, diese Gemeinsam- Werden lässt auch qualitativen Unterschiede weniger werden und ist biopolitische Bedingung der Multitude (vgl. ebd. 131f).

Hardt und Negri stellen weiter Beweise für die Hegemonie immaterieller Arbeit auf: erstens könne man anhand der Tendenzen in den kapitalistischen Ländern erkennen, dass hier immaterielle Arbeit in den Mittelpunkt der Arbeitsbereiche zu verorten sei, die sich im Wachstum befänden, wie Dienstleistungen, Computerbereiche, Erziehung, Verkauf, Marketing etc., gleichzeitig herrsche der Trend, materielle Produktionen in untergeordnete Gebiete auszulagern, was ebenfalls den Trend oder die Tendenz der Dominanz der immateriellen Arbeit zeige. Zweitens beinhalteten andere Arbeits- und Produktionsformen zunehmend die Merkmale immaterieller Produktion, da sie Computer integrieren müssten, also mit Wissen und Informationen operierten. Drittens gäbe es immer mehr immaterielle Formen von Eigentum, wie Copyrights oder Patente auf Wissen. Viertens erkenne man die Allgemeinheit der Netzwerkform, die eine ganze Gesellschaft forme, worin sich das Biopolitisch- Werden der Produktion erneut zeige (vgl. ebd. 133f). Ein wesentlicher Aspekt der immateriellen Arbeit ist die affektive Arbeit. An ihrem Beispiel wird klar, was Immaterialität meint und wie groß ihr Einfluss auf die Produktion ist.

1.3 Affektive Arbeit

Wenn Hardt von immaterieller Arbeit spricht, ist für ihn der enorme Anteil der affektschaffenden Arbeit wesentlich. Diese affektive Arbeit beziehe sich auf die Herstellung von zwischenmenschlichen Kontakten und Interaktionen, sie produziere den „sozialen Kitt“ (Hardt: 2002, 5). In diesem Kontext bildet sich die affektive Arbeit im Dienstleistungsterrain als wichtiger Bestandteil der immateriellen Arbeit heraus, obwohl sie körperlich, also materiell ist. Entscheidend sei, dass ihre Produkte immateriell, nicht fassbar seien: „ein Gefühl des Behagens, des Wohlergehens, der Befriedigung, der Erregung oder der Leidenschaft, auch der Sinn für Verbundenheit oder Gemeinschaft“ (ebd. 6). Es werden Gefühle produziert, die beispielsweise Grundlage für kapitalintensive Entscheidungen sein können, in der globalen Wirtschaft impliziert selbst das Moment der Korruption eine dominante Immanenz affektiver Arbeit. Insgesamt macht die affektive Seite der immateriellen Arbeit deutlich, dass es nicht nur um eine Erweiterung der Produktion im Kontext von Intelligenz und Kommunikation geht, sondern das soziale Netzwerke und neue Formen von kollektiven Subjektivitäten und Gemeinschaften durch gesellschaftliche Arbeit entstehen können (vgl. ebd. 1). Kommunikation und Kooperation werden auch hier zum Treibstoff der Produktion und machen deutlich, dass Ökonomie und Privates zunehmend verschmelzen.

Nun, nachdem die Form der immateriellen Arbeit skizziert ist, erscheint die Trennung von Arbeit und Leben zumindest erschwert. Auch für Hardt ist die ökonomische Produktion mit den zwischenmenschlichen Beziehungen bereits verwachsen. Die Auswirkungen, die er sieht, sind eine Bereicherung der Produktion um die Komplexität der menschlichen Interaktion, sie vereinnahmt kommunikative und affektive Momente, welche erst einmal immer im Dienste des Kapitals stehen. Wenn das Kapital in dieser Weise Sozialität verwertet, deutet dies auf ein unerschöpfliches Potenzial hinsichtlich der Mehrwertgenerierung hin, welches in der affektiven Arbeit begründet liegt. Die Trennung von Ökonomie und Kultur wird im Zuge dieser Entwicklung abgebaut (vgl. ebd. 6).

Für Hardt und Negri impliziert der Prozess des Zusammenfallens von Produktion und Leben sogar eine entscheidende Umkehrung: Leben werde nicht mehr den Reproduktionszyklen untergeordnet, sondern das Leben selbst bestimme den Wert und die Produktion. Der Mehrwert entstehe heute nur, weil die Produktion überall vom general intellect bestimmt sei (vgl. Hardt/ Negri: 2000, 373).

1.4 Hegemonie der immateriellen Arbeit

Dieser Prozess bringt für Negri zwei wichtige Resultate hervor: Kooperation und Autonomie, denn die Initiative und überhaupt das Vermögen produktive Arbeit zu leisten liegt nun vollständig in den Händen des Proletariats. Die Frage sei weiter, ob sich daraus auch die Konstitution einer politischen Initiative und Autonomie bilde. Da die immaterielle Arbeit die Tendenz zur Hegemonie habe, sei der erste Schritt die „umfassende Wiederaneignung des technowissenschaftlichen Wissens durch das Proletariat“ (Negri: 1998, 78), wodurch das Wissen sich von seiner Funktion für das Kapital lösen könne um wieder in den Kontext der Massenintellektualität zu treten. Die Untrennbarkeit von Arbeit und Leben stehe auch für ein Ende der Barrieren zwischen Gewerkschaft und Partei, Proletariat und der restliche Bevölkerung. Es ist also die Hegemonie der immateriellen Arbeit, deren Ausbreitung einen Gegenentwurf zur existierenden Macht in Form eines positiven Projekts impliziert.

1.5 general intellect und Postoperaismus

Der Begriff general intellect wird als Grundlage für die Theorie des Postoperaismus gehandelt, die den immateriellen Arbeiter zum revolutionären Subjekt krönt. Die derzeitige Produktion überlebe nur auf der Grundlage des allgemeinen Verstandes, eine Dekonstruktion der Hierarchie sei unweigerlich die Folge dessen und eröffne den Blick auf ein neues revolutionäres Subjekt.

Die derzeitige Debatte um die immaterielle Arbeit wurde unter anderem von den Immaterialisten des Postoperaismus initiiert. Der Operaismus entstand als linksmarxistische Strömung in den 60er Jahren in Norditalien und gründete auf den Übergang vom Handwerk zur Bandarbeit und so zum Massenarbeitertum (operai massa). In dieser Tradition stehend verkündet der Postoperaismus das Ende des Massenarbeiters und ruft den gesellschaftlichen Arbeiter (operai sociale) im Kontext einer Massenintellektualität aus. Grundlegend für diesen Massenintellektualismus ist ein Fragment aus den Grundrissen der politischen Ökonomie von Marx (vgl. Marx: 1857/58, 590ff). Der Postoperaismus bezieht sich auf den Abschnitt über das fixe Kapital und die Entwicklung der Produktivkräfte der Gesellschaft. Nach ihrer Auslegung konzentriert sich die Analyse in diesem Abschnitt darauf, dass im fixen Kapital der Maschinerie, dem Arbeiter die vergegenständlichte Macht von Wissen, Naturwissenschaft und Technologie gegenüberträten. Mit diesen Kräften suche das Kapital den Anteil notwendiger Arbeit und so die Kosten zu minimieren. Für eine hochtechnologisierte Produktionsweise müsse jedes Individuum entwickelt werden und werde innerhalb des Produktionsprozesses lernen und schöpferisch tätig sein. So verwandele sich gesellschaftliches Wissen unmittelbar in eine Produktivkraft und das Leben stehe in der Verfügung des general intellects, der alles verfügbare Wissen zur Produktion des Lebens meine. Kommunikative Fähigkeiten seien Mittel, die das Wissen im Produktionsprozess wirksam machen. Kommunikation ist für die Postoperaisten bereits Produktion und so wird der general intellect selbst Produktivkraft (vgl. idverlag: 2000)

Der Postoperaismus bezieht sich also einerseits auf die revolutionär linke Vereinigung der Operaisten im Kontext der Massenarbeiter am Ende des Fordismus, andererseits will er das Subjekt einer gesellschaftlichen Veränderung sein. Postoperaisten sind immer auch Immaterialisten, für sie ist nicht mehr ein formelles Arbeitsverhältnis entscheidend, sondern bereits das allgemeine gesellschaftliche Wissen ist für sie unmittelbare Produktivkraft. Alle Tätigkeiten der entwickelten gesellschaftlichen Individuen seien Akte der immateriellen Arbeit und so erklären sie den Studenten zum immateriellen Arbeiter. Die Ausbeutung unter postfordistischen Bedingungen ist deshalb die Ausbeutung der sozialen Kooperation, woraus sich wiederum das Potenzial eines neuen revolutionären Subjekts ableiten soll, der Massenarbeiter werde abgelöst vom Massenintellektuellen (vgl. Hardt, ebd).

Negri versuchte diese These des revolutionären Subjekts bereits in den 70er Jahren in seinen Vorträgen zu untermauern. „Marx oltre Marx“- Marx über Marx hinaus nannte er diese und wollte damit deutlich machen, dass Marx den general intellect zwar benennt, ihm aber weiterhin nicht genug Aufmerksam beimaß. Negris geht davon aus, dass die Verwissenschaftlichung ein enormes Potenzial innehabe, da sie die Befreiung aus der kapitalistischen Verwertung impliziere und an ihre Stelle die Selbstverwertung setze. Auch die Untrennbarkeit von Leben und Arbeit, von Kommunikation und materieller Produktion mache dieses Potenzial deutlich (vgl. Negri: 1998, 189ff).

Optimistisch und voller Potenzial sehen Hardt und Negri das im Kontext der Mehrwertgenerierung auftretende kooperative Moment, welches in dieser Form sogar als Novum auftritt: „Heute haben Produktivität, Reichtum und das Schaffen eines gesellschaftlichen Surplus die Form der kooperativen Interaktion angenommen, die sich sprachlicher, kommunikativer und affektiver Netzwerke bedient. Indem sie ihre eigenen schöpferischen Energien ausdrückt, stellt die immaterielle Arbeit das Potenzial für eine Art des spontanen und elementaren Kommunismus bereit.“ (Hardt/ Negri: 2000, 305) Motor für dieses Potenzial ist die Macht des general intellects, der alles durchdringt und ein mächtiges, revolutionäres Becken von Singularitäten hervorbringt, das sie Multitude nennen.

Das erste Kapitel ihres Folgebands Multitude befasst sich mit dem Krieg, einem permanenten Kriegszustand, der für die Bestimmung der Multitude den schrecklichen globalen Rahmen bietet.

2 Krieg

Das größte Hindernis für eine gerechte und demokratische Welt ist der globale Kriegszustand. Anstelle von temporären Kriegen zwischen den Nationalstaaten herrsche heute eher ein Zustand der permanenten Bürgerkriege, die eine neue supranationale Form von Souveränität verdeutlichten, denn die Souveränität der Nationalstaaten befände sich im Niedergang. Auch wenn die einzelnen Kämpfe durchaus spezifisch und begrenzt seien, müsse man sie innerhalb des globalen Ganzen des imperialen Systems verorten. Hardt und Negri sind der Ansicht, dass diese Kriege zum allgemeinen Phänomen immer und überall geworden seien und dass man ihnen nur mit einem neuen theoretischen Gerüst begegnen könne, welches sich vom internationalen Recht unterscheide. Auch die Ereignisse vom 11. September 2001 hätten eine neue Qualität der Auseinandersetzungen hervorgebracht, die symbolisch für eine tiefe historische Wende stünden. Der weltweite Kriegszustand mache Frieden heute unvorstellbar. Um diesen Zustand zu verstehen, müsse man den Begriff der Ausnahme genauer hinterleuchten, denn im Kontext eines permanenten Kriegszustandes könne nicht mehr von Ausnahme gesprochen werden. Der Traum vom Völkerbund sei erloschen, an seine Stelle trete nun der „Albtraum eines anhaltenden unbestimmten Kriegszustands“ (ebd. 21). Da räumliche und zeitliche Grenzen immer weniger wahrgenommen würden, könne man durchaus von einer Durchdringung des gesellschaftlichen Ganzen ausgehen, vor diesem Hintergrund sei „der Ausnahmezustand (...) zu einem permanenten und allgemeinen geworden“ (ebd. 22) und müsse neu definiert werden. Die Position der USA könne verdeutlichen, welche Züge der Ausnahmezustand angenommen habe. Zum einen begreife sich die USA als Ausnahme aufgrund ihrer republikanischen Tugenden, die sie betonten und zu verbreiten suchten. Auf der anderen Seite sei ihre Sonderstellung vor dem Gesetz ein Ausnahmefall, denn sie weigerten sich an internationalen Vereinbarungen teilzunehmen und dominierten so die Weltordnung.

Wenn der Ausnahmezustand zur Regel werde, bedeute dies auch das Ende der Trennung zwischen Politik und Krieg, denn dieser werde zu einem „permanenten sozialen Verhältnis“ (ebd. 27) Politik werde zum Mittel für den Krieg und stünde am Ende dessen statt am Anfang, es gehe um die Erhaltung der „allgemeinen Matrix der Machtverhältnisse“ (ebd. 28) und diese beträfen alle Aspekte des Lebens. Das „Regime der Biomacht“ (ebd.) sei Realität geworden, denn es bringe einerseits den Tod, erzeuge aber andererseits das Leben. Diese allgemeine Perspektive entstehe, da Siege oder Waffenstillstände nicht mehr Kriegszustände beenden würden, auch gäbe es keinen räumlichen oder zeitlichen Schranken mehr.

Der Krieg gegen den Terrorismus könne verdeutlichen, dass von einer neuen Qualität ausgegangen werden müsse, denn das Böse werde zum Feind der Menschheit propagiert und mystifiziert und die Auswirkungen dessen seien brutal. Diese Feindabstraktion führe zu einer Ausweitung des Verbündetenkreises und solle die Idee vom gerechten Krieg wiederherstellen. Resultat seien permanente Gewaltanwendungen und die Kriminalisierung von Protest- und Widerstandsbewegungen um die Verfestigung der globalen Ordnung und Machtverteilung zu gewährleisten. Terrorismus beruhe konzeptionell auf drei Annahmen: Erstens zeige er sich in der Rebellion gegen legitime Regierungen, zweitens stünden auch Menschenrechtsverletzungen durch Staaten selbst in einem terroristischen Kontext und drittens könne auch eine Kriegsführung terroristischer Natur sein, wenn sie gegen Konventionen verstoße beispielsweise durch den Angriff auf Zivilisten. Doch diese Annahmen seien sehr problematisch und man könne kaum auf ihrer Grundlage Terrorismus bestimmen, denn per Definition könne auch das Vorgehen der USA als terroristisch begriffen werden. Letztlich gehe es für die Kriegregime um die Schaffung einer sozialen Kontrolle. Wenn sich die Methoden derart veränderten, folge daraus auch eine gesellschaftliche Veränderung, denn das Verschwinden von Bürgerrechten und die zunehmende Kriminalisierung führten unmittelbar zu solchen gesellschaftlichen Veränderungen. Für Hardt und Negri weise dies auf die biopolitische Form der Produktion hin. Krieg und Demokratie würden sich gegenseitig ausschließen, denn Krieg beruhe auf starren Hierarchien und Gehorsam und negiere so jegliche demokratische Partizipation. Und wenn der Kriegszustand zu einem permanenten werde, dann sei auch die Aufhebung der Demokratie permanent (vgl. ebd. 17-34).

2.1 Biomacht und Sicherheit

Mit einem philosophischen Blickwinkel könne man erkennen, dass das Regime der Biomacht sich in der Tendenz zum absoluten Krieg äußere und so eine ontologische Dimension hervorbringe. Absolut und ontologisch sei der Kriegszustand, da er sich durch seine Vernichtungsmacht der Waffen definiere und so das Leben selbst berühre; souveräne Macht werde zur Biomacht über den potenziellen Tod einer ganzen Gesellschaft oder gar der Menschheit als solche. Gestützt werde diese Biomacht durch Polizeiaktionen einerseits und die Bedrohung der globalen Vernichtung andererseits. Die souveräne biopolitische Macht entspräche aber nicht einer reinen Vernichtungsmacht, im Gegenteil müsse sie Leben erschaffen, da es ihre Basis darstelle. Eine Herrschaft ohne Untertanen sei unmöglich, deren Produktions- und Konsumpotenzial müsse geschaffen und erhalten werden, worin sich der konstruktive Charakter der Biomacht zeige. „Die ständige und abgestimmte Gewaltanwendung wird, mit anderen Worten, zur notwendigen Bedingung des Funktionierens von Disziplin und Kontrolle.“ (Ebd. 37) Auch in Bezug auf das Recht sei dies zu beobachten, seine Aufgabe sei nicht mehr die Regelung des Krieges, sondern der Krieg selbst regele das Recht durch die Konstruktion eines eigenen Gefüges. Die Biomacht werde produktiv, indem sie ihre Rechts- und Ordnungsvorstellungen im Zuge des Nationbuilding beispielsweise ganzen Staaten aufzwänge. Biomacht brauche andere Nationen, um eine Hierarchisierung der Weltordnung aufrecht zu erhalten und die internationale Arbeitsteilung bestimmen zu können, sie forme so politische Bedingungen im Weltmaßstab (vgl. ebd. 34-41).

Nur der Staat gelte als sozialer Akteur mit der Legitimation zur Gewaltanwendung, er schließe jede andere, gesellschaftliche Gewalt als illegitim aus. Dieses staatliche Gewaltmonopol entspräche einer Diktatur und werde durch das internationale Recht, durch internationale Abkommen und Menschenrechtsbestrebungen eingedämmt. Doch Hardt und Negri erkennen, dass diese Bestrebungen nicht dazu führten, staatliche Gewalt tatsächlich zu reduzieren. Die Frage der Legitimation verdeutliche ihre Annahme, denn auch wenn scheinbar Moral, universelle Werte und Menschenrechte Grundlage hierfür seien, so seien die Institutionen der imperialen Justiz und der internationalen Gerichtshöfe jeweils abhängig von den Entscheidungen der herrschenden Mächte. Das Ungleichgewicht der USA mache eine Gleichheit vor dem Gesetz unmöglich. Gewalt werde zunehmend erst nach ihrer Anwendung legitimiert, sofern sie eine, wenn auch fragwürdige, Ordnung erschaffen habe. Legitimität werde so zu einer instabilen und prekären Angelegenheit. Die Abstraktion des Feindes in Form von Drogen oder Terrorismus stünde in dem Kontext der Legitimationserweiterung von Gewalt, denn real handele es sich nicht um einen konkreten Feind, sondern um Symptome der Unordnung die als Bedrohung aufgefasst und mit Sicherheitsbestrebungen wie Disziplin und verstärkter Kontrolle beantwortet würden. Hardt und Negri weisen darauf hin, dass man unterscheiden müsse zwischen der Gewalt zum Erhalt der imperialen Weltordnung und der Gewalt, die als Bedrohung dieser Ordnung aufgefasst werde (vgl. ebd. 41-49).

2.2 Aufstandsbekämpfung und die Geburt eines neuen Krieges

Im Zuge dieser Schaffung von Ordnung durch Krieg müssten auch Widerstandsbewegungen unterdrückt werden, die Multitude solle mit dem Mittel der Aufstandsbekämpfung in die globale Ordnung eingegliedert werden. Hardt und Negri werden im Folgenden zwei Widersprüche ausmachen, die zeigen sollen, welche Art von Widerstand noch möglich sei und wie der globale Kriegszustand bekämpft werden könne.

Man könne die derzeitige Epoche als die eines vierten Weltkriegs bezeichnen, wenn man den Kalten Krieg als Weltkrieg betrachte. Diese Epoche sei geprägt durch Kontinuität und Widerspruch. Der Kriegzustand scheine endlos zu sein und nicht nur durch souveräne Staaten gekennzeichnet, falls es neue Akteure gäbe, so müssten diese identifiziert werden. Statt die großen Zerstörungsmittel anzuwenden, werde sich seitens der Biomacht auf „Polizeimaßnahmen hoher Intensität“ (ebd. 56) konzentriert. Die Kriegsführung habe sich verändert und auch deren Ziele seien durch die Veränderung der Weltwirtschaft und der gesellschaftlichen Produktion andere geworden. Es gäbe eine eindeutige Verknüpfung des Wandels innerhalb der Produktion mit der Kriegsführung der Biomacht. Und auch wenn es schon immer eine Verbindung von Krieg und Ökonomie gab, so sei diese heute fester und umfassender. Die moderne Kriegsführung und die Entwicklung der modernen Industrie arbeiteten „Hand in Hand“ (ebd. 57), „die postmoderne Kriegsführung übernimmt die Technologien und Muster der Großindustrie, erweitert sie und fügt ihnen die Innovationen der gesellschaftlichen und materiellen Produktion hinzu“ (ebd.). Auch die Kriegsführung beruhe heute auf Informations- und Kommunikationstechniken, auf Mobilität und Flexibilität. Der neue Krieg stünde in direkter und unumgänglicher Verbindung mit der Biomacht, um Ordnung militärisch zu zerstören oder zu schaffen (vgl. ebd. 49-58).

Nach Beendigung des Kalten Krieges habe die Militärstrategie der USA eine große Umwälzung erfahren, denn die neuen Technologien eröffneten ihr auch neue Möglichkeiten für die Kriegsführung. Es fände noch immer eine Umstrukturierung statt, so würden beispielsweise kleine, flexible Kampfverbände auf den Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnologien geschaffen werden. Eine enorme Asymmetrie der globalen Kräfte sei entstanden, nicht nur zu den Verbündeten, auch gegenüber den widerständigen Gegnern. Die neu geschaffene Qualität der Kriegsführung sei durch die Einbeziehung aller Bereiche und die Schaffung vieler Subsysteme entstanden, der technologische Krieg solle vor allem die eigenen Verluste minimieren. Die Kriegsführung der Biomacht beruhe auf Computer- und Informationssysteme, aber auch auf den neuen Formen der Arbeit. Die neuen Soldaten müssten in der Lage sein, nicht nur zu vernichten, sondern auch die politische, rechtliche und soziale Rekonstruktion der dominierten Bevölkerung zu realisieren, sie verkörperten die „intensive Akkumulation der gesellschaftlichen Arbeit“ (ebd. 61f) und müssten geschützt werden. Um diesen Schutz zu gewährleisten, werde der Krieg zunehmend virtueller und nahezu körperlos, allerdings nur auf der Seite der Militärmacht. Ein Widerspruch innerhalb dieser technologischen Ideologie des körperlosen Krieges, der die Asymmetrie der Konflikte verdeutliche, sei das Phänomen des Selbstmordattentäters. Er widersetze sich der Restrukturierung oder Schaffung einer Ordnung durch seine körperliche Verweigerung und so dramatisch und traurig dieser Aspekt auch sei, mache er doch deutlich, dass die Biomacht an Grenzen stoßen werde.

Wenn die Kriege zu rationalen, antiseptischen Computerkriegen mutierten, werde der Schrecken des Krieges zwar einseitig minimiert, aber damit auch die Motivation, ihm ein Ende zu bereiten. Die Korruption der Kriegskunst, die sich auf alle Bereiche ausgedehnt habe, sei es militärische Spionage oder wirtschaftliche und kulturelle, so Hardt und Negri, zeige sich als „die Zerstörung der öffentlichen Moral und als Entfesselung der Leidenschaften der Macht“ (ebd. 66). Die Multitude müsse in diesem asymmetrischen Kampf zu „Bastlerinnen des Widerstands und der Kooperation“ (ebd. 68) werden und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten im Kampf gegen die Biomacht mobilisieren. Die Erneuerung eines liebevollen Patriotismus, der nicht auf ein Land bezogen sei, sondern auf die Gestalt der Vielen und der durch das Gemeinsame und durch sein Begehren seine Stärke erhalte, könne Grundlage für einen Widerstand werden (vgl. ebd. 58-69).

Dennoch sei ein solcher High- Tech- Krieg nicht unbedingt angebracht, wenn es um die Erreichung der Kontrolle gehe, denn er sei zu spezifisch. Die Asymmetrie beinhalte auch, dass es in den zu ordnenden Gebieten eventuell keine Infrastruktur gäbe, die es einfach zu zerstören gelte bzw. dass reine Vernichtung den zu installierenden Kontrollformen widersprechen würde. Die Asymmetrie werde so zu einem Nachteil für die dominante Militärmacht und zu einem Vorteil für Widerstandsstrategien, der sich beispielsweise in der Art der Guerillakämpfe ausdrücke. Man könne also Schwäche in Stärke umwandeln, in eine potenzielle Überlegenheit der Schwachen innerhalb eines asymmetrischen Konflikts. Denn undurchsichtiger und scheinbar unstrukturierter Widerstand erzeuge eine permanente Paranoia auf der Seite der dominanten Macht. Eine reine Vernichtung stünde, wie bereits angeführt, im Gegensatz zu einer Schaffung der Ordnung und könne so keine Alternative für die Biomacht darstellen. Die Strategien der Aufstandsbekämpfung würden sich dieser Situation anpassen, indem die Kontrolle auch mit sozialen, politischen, ideologischen und psychischen Waffen erreicht werden solle. Da die Biomacht innerhalb einer globalen Asymmetrie durch unkonventionelle Angriffe von allen Seiten verwundbar sei, werde auch die Aufstandsbekämpfung verallgemeinert und verbreitet, mit dem Ziel, das gesamte Risikospektrum zu beherrschen. Diese umfassende Strategie produziere zwar ein höheres Maß an Gehorsam, aber zugleich auch Widersprüche, denn eine vollkommene Dominanz könne es, wie am Beispiel des Selbstmordattentates gezeigt, nicht geben.

Die positive Barriere der Biomacht zeige sich in der gesellschaftlichen Produktion, denn auch dort sei Arbeit zwar dem Kapital unterworfen, dieses müsse aber um die Produktivität zu erhöhen, auch Zugeständnisse hinsichtlich der Autonomie erlauben. Dieser Widerspruch innerhalb der Biomacht beziehe sich nicht nur auf die Ökonomie, sondern auf die Bereiche der gesamten Gesellschaft, das verdeutliche die Unmöglichkeit einer absoluten Dominanz und heute sei „Aufstandsbekämpfung (...) ein Vollzeitjob“ (ebd. 72) geworden.

Wesentlich sei weiterhin die Formperspektive, denn Aufstandsbekämpfung impliziere auch eine Organisationsform insofern, als der Feind innerhalb einer Netzwerkform agiere, die kein Zentrum habe und durch eine permanente Auflösung ihrer Grenzen gekennzeichnet sei. Der Feind sei nur schwer auszumachen und seine Formveränderung führe zu Konsequenzen für die Militärstrategie, denn sie habe es mit einem frustrierend schlechten Ziel zu tun. Die Biomacht müsse jederzeit vorbereitet sein und befände sich in einem allgemeinen Zustand der Paranoia denn „heutzutage sind alle Kriege tendenzielle Netzkriege“ (ebd. 73) und nicht mehr Kämpfe organischer Einheiten mit bekannten Strukturen (vgl. ebd. 69- 74). Die Guerillaorganisation beispielsweise bilde keinen einheitlichen Körper und wirke auf die souveräne Macht als „völlig obskur“ (ebd. 74) aufgrund ihrer polyzentrischen Netzwerkform, denn „es ist sehr schwierig, einen Bienenschwarm zur Strecke zu bringen“ (ebd. 75). Alternativ dazu könne die Biomacht das gesamte Milieu des Widerstandes zerstören, aber eine derartige Flächenzerstörung würde wie gesagt auch die Grundlage der Macht verringern und sie müsse deshalb Bereiche erschaffen, um sie zu kontrollieren. Die souveräne Macht brauche selbst ein Netzwerk um gegen solche vorzugehen, müsse sich radikal restrukturieren, Informationen steuern und seine zentralisierte Kommandostruktur müsse zugunsten der Struktur eines Netzwerkes weichen. Diese Veränderungen der gesellschaftlichen und politischen Machtform definieren das netzwerkförmige Empire, das sich von seinem nationalen Charakter verabschieden müsse und zu einer imperialen Militärmaschine mutiere. Auch der Verzicht auf seine unilaterale Kontrolle für die Schaffung eines Netzwerkes werde der souveränen Macht der USA aufgezwungen, sie müsse mit anderen dominanten Mächten zusammenarbeiten. „Die Netzwerkform wird der Macht aufgedrängt, und zwar aus Gründen der Effizienz der Herrschaft.“ (Ebd. 80)

2.3 Widerstand

Die wichtigste Aufgabe eines Widerstands gegen die Biomacht sei der Kampf gegen den Krieg. Die Formen der Rebellion und Revolte hätten sich verändert, seien netzwerkartig geworden und die Logik dieser Entwicklung sei gerade für künftige Organisationsformen relevant. Hardt und Negri beziehen sich auch an dieser Stelle auf Marx, dessen Untersuchung von Natur, Arbeit und Produktivität der Ausgebeuteten nicht nur eine Weltanschauung ermöglichen solle, sondern gleichsam auf eine Realität hinweise, die durch das historische Handeln der Ausgebeuteten geschaffen werden könne (vgl. ebd. 82). Betrachte man die Genealogie des Widerstands resultiere daraus einerseits eine neue Weltsicht, andererseits aber auch ein Verständnis von Subjektivitäten, die eine neue Welt erschaffen könnten. Man müsse die Multitude und deren Integration in die Produktion und Reproduktion innerhalb der Logik der Hegemonie der immateriellen Arbeit betrachten und erkennen, dass das Potenzial für Veränderung durchaus enorm sei. Auf der einen Seite tendiere die immaterielle Arbeit dazu, die Gesellschaft als Ganzes zu produzieren und zu reproduzieren und so soziale Beziehungen zu schaffen, sie sei biopolitisch, da sie Formen des sozialen Lebens hervorbringe und zu einer gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Kraft durch die Produktion von Subjektivitäten werde. Auf der anderen Seite nehme auch die immaterielle Arbeit die gesellschaftliche Form eines Netzwerks an und funktioniere nur gemeinsam durch Kommunikation und Kooperation. Diese soziale Zusammenarbeit der Multitude könne Hinweise auf die Gestaltung einer Widerstandsbewegung geben, deren Hauptantriebskraft der Kampf gegen Elend und Armut sowie der Wunsch nach wahrer Demokratie in Form von Gleichheit und Freiheit auf der Grundlage des Friedens sei. Die neue Eigenschaft der Multitude sei, dass sie die machtvollen Mittel für einen Krieg gegen den Krieg und für den Frieden hervorbringe. Die Veränderung der Widerstandsform basiere auf drei Prinzipien: erstens sei sie historisch bedingt und müsse auf die souveräne Macht reagieren, zweitens entspreche sie auch der ökonomischen und sozialen Transformation der Produktion und drittens würden Widerstandsformen immer undemokratische Formen kritisieren. Ein Zurück zu alten Formen der politischen Avantgarde zum Beispiel sei aufgrund der veränderten Welt unmöglich. Der Widerstand, Exodus, die Aushöhlung der Macht des Feindes und das Schaffen einer neuen Gesellschaft seien ein und derselbe Prozess und untrennbar (vgl. ebd. 81-87).

2.4 Netzwerkkämpfe erfinden

Ein Problem stelle der Begriff der Volkssouveränität dar, denn er symbolisiere eine Einheit und schaffe so wiederum Hierarchien und Autorität, es sei aber an der Zeit, einen neuen Legitimationsprozess zu schaffen, der auf der biopolitischen Produktion der Multitude aufbaue. Die Gewalt des Kapitals oder des Staates beruhe auf einer transzendenten Autorität, die Legitimation des Klassenkampfes jedoch habe gemeinsame Interessen und Wünsche zur Grundlage und sei so von immanenter Natur und brauche keinerlei Souveränität um sich zu rechtfertigen.

Die Widerstandsbewegung habe sich teilweise den Informationssystemen und der Netzwerkstruktur angepasst und die Merkmale der biopolitischen Produktion bereits angenommen, sie breite sich in der Gesellschaft aus, habe sich die Produktion von Subjektivitäten zum Ziel gemacht und schaffe ständig neue Formen der Interaktion. Das Guerillamodell beispielsweise tendiere zu immer stärkeren demokratischen und netzwerkartigen Organisationsformen, auch wenn durch Urbanisierung die Verstreuungstaktik brüchig erscheine, bilde auch die städtische Bewegung kein Zentrum, denn auch die Stadt könne ein Dschungel sein, dessen Terrain nur für die Widerständigen bekannt sei. Die Beziehung von Ungehorsam, Widerstand, Verweigerung, konstituierendem Handeln und dem Entstehen einer Gegenmacht werde immer enger und verändere die Topografie der Städte. Dies sei das Symptom einer wichtigen Veränderung der Beziehung zwischen der Organisation der Kämpfe und der gesellschaftlichen Organisation der Produktion, denn wenn kleine mobile Arbeitseinheiten mit flexiblen Strukturen geschaffen würden, weise dies gleichzeitig auf die polyzentrische Struktur der Guerillabewegung hin, denn auch sie habe sich durch die Realität der postfordistischen Technologie verwandelt.

Ein gutes Beispiel für diese Transformation der Widerstandsbewegung seien die Zapatisten, die als Bindeglied zwischen einer alten Guerillaform und einer neuen Netzwerkform anzusiedeln seien. Kommunikation sei ihr zentrales Element und sie nutzten das Internet für ihre innere und äußere netzartige Informations- und Kommunikationsorganisation, die Netzwerkstruktur selbst sei eine horizontale und negiere vertikale und zentralistische Strukturen. Sie würden Autoritäten und Hierarchien praktisch umgehen und ihr Motto sei es, gehorchend zu befehlen (vgl. ebd. 104), sie stellten so traditionelle Strukturen auf den Kopf, ließen ihre Führungspositionen rotieren und im Inneren ihrer Organisation herrsche ein Machtvakuum. Auch sei es nicht ihr Anliegen, eine souveräne Macht zu erschaffen, sondern „die Welt zu verändern, ohne die Macht zu übernehmen“ (ebd.) Auch andere neue Bewegungen würden ihre Autonomie und ihre Differenzen bewahren und lehnten jede Form der Hierarchie ab, die Kämpfe der Frauenbewegung seien ein Beispiel dafür. Diese wichtigen Experimente machten ein neues Verständnis von Demokratie und Autonomie möglich, wobei die Globalisierungsgegner derzeit das eindeutigste Beispiel seien, da dort die differentesten Interessen zusammen kommen würden und auf einer kooperativen und kommunikativen Basis gemeinsam handeln könnten ohne vereinheitlicht zu werden.

Die drei Prinzipien, die sich aus der Genealogie des Widerstands ergeben würden, könnten heute erstmalig zusammenfallen. Es müsse demnach nicht nur die historische Möglichkeit ergriffen werden, sondern auch eine Anpassung der politischen Organisation an die biopolitische Produktion stattfinden. Demokratie und Freiheit seien oberste Maximen des Widerstands im Zusammenspiel mit den beiden anderen Prinzipien entstehe daraus die mächtigste Waffe gegen die herrschende Macht. Die Weltordnung sei legitimiert durch Krieg und Gewalt und ein Widerstand, der sich durch das Begehren nach absoluter Demokratie legitimiere, werde zur moralischen Pflicht (vgl. ebd. 97-109).

2.5 Von der Biomacht zur biopolitischen Produktion

Diese beschriebene Verwandlung der Widerstandsbewegungen sei nicht vorgegeben und auch kein natürlicher Prozess, der Weg zur Demokratie sei nicht derart geradlinig, wie es den Anschein habe, sondern im Gegenteil gäbe es keine Garantie für eine solche historische Entwicklung, aber es sei unbedingt wichtig, die Möglichkeiten, die sich aus so vielen Widersprüchen ergeben würden, wahrzunehmen. Auch reiche eine reine Formbeschreibung des Widerstands sicherlich nicht aus, die Inhalte müssten herausgearbeitet werden, denn Demokratie sei nicht strukturell bedingt, sondern die sozialen Inhalte, Verhaltenweisen und die Gemeinsamkeit des Strebens nach Freiheit und Gerechtigkeit bringe sie hervor. Und auch die Analogie zu der gesellschaftlichen Produktion gründe nicht allein in ihrer Formbeschaffenheit, sondern es seien die gewandelten Inhalte der Produktion, die Bedingungen der Arbeit und die gemeinsame Situation der Ausbeutung, die diesen Zusammenhang hervorbringen würden. Die Verbindung von Widerstand und Produktion müsse noch genauer erarbeitet werden, um zu verstehen, dass Produktion heute untrennbar von der kulturellen und politischen Dimension des Lebens sei. Die allgemeine Produktion berühre das gesamte Leben in einem solchen Ausmaße, dass der Begriff der biopolitischen Produktion zu einer sehr viel genaueren Beschreibung der Realität führen könne. Auch die Biomacht bestimme nicht nur über den Tod, sondern erschaffe, wie die Autoren es verdeutlicht haben, auch das Leben um es zu ordnen und zu kontrollieren, denn ohne dieses Leben könne keine Macht herrschen. Für das Verständnis von biopolitischer Produktion, die auch das gesellschaftliche Leben als Ganzes hervorbringe, sei das ein wichtiger Hinweis. Die Biomacht sei transzendent und versuche von diesem Standpunkt aus der Gesellschaft gewaltsam eine Ordnung aufzuzwingen. Die biopolitische Produktion hingegen schaffe aus sich selbst heraus, also von einem immanenten Standpunkt der Gesellschaft, der kein Zentrum darstelle, kooperative Formen der Arbeit und der gesellschaftlichen Beziehungen. Sie fülle die Demokratie mit dem Inhalt, der aus der Multitude selbst entspringe und so handele es sich nicht mehr nur um eine Formvorstellung, sondern die biopolitische Produktion ermögliche so das Sichtbarwerden der Grundlage, auf der das Projekt der Multitude beginnen könne (vgl. ebd. 111-114).

3 Das Multitude- Konzept

Das Projekt der Multitude zeige einerseits demokratische Wünsche, wie die nach Freiheit und Gleichheit, aber auch die Mittel zur Realisierung einer globalen, direkten Demokratie. Das Zeitalter der Globalisierung impliziere die Herausforderung, Demokratie zu realisieren. Der permanente globale Kriegszustand ist für sie das größte Hindernis, mache jedoch die Notwendigkeit der Demokratie deutlich. Statt eines Imperialismus ginge es im Empire um eine Netzwerkmacht in der ungleiche Mächte in Form von internationalen Institutionen, Nationalstaaten, internationalen Unternehmen kooperativ die Weltordnung aufrechterhalten würden. Diese Weltordnung sei zwar hierarchisch geprägt, es ginge aber nicht um einen Unilateralismus der USA oder einen Multilateralismus, das Empire beschreibe vielmehr eine Tendenz. Sie erkennen zwei Seiten der Globalisierung, einerseits werde die Welt des Empire von hierarchischen Netzwerken umspannt, die Ordnung müsse erhalten werden, was durch die Situation des Konfliktes und der Kontrollinstanzen realisiert werde. Andererseits lasse die Globalisierung ein neues Zusammenwirken und Arbeiten erkennen, was die Möglichkeit hervorbringe, das Besondere zu wahren und gleichzeitig das Gemeinsame zu entdecken, miteinander zu kommunizieren und zu handeln, die Multitude sei „ein Netzwerk, das die Mittel der Begegnung bereitstellt, um gemeinsam arbeiten und leben zu können.“ (Vgl. ebd. 7ff)

3.1 Einheit und Vielheit

Der Begriff Multitude unterscheide sich ausdrücklich von den Begriffen Volk, Masse oder Klasse: das Volk stelle eine Einheitlichkeit der Verschiedenheiten dar und setze eine Identität voraus, eine Einheit entstehe. Die Multitude hingegen beschreibe die Menge der Vielen mit ihren unzähligen kulturelle, ethnischen oder auch sexuellen Unterschieden, die sich in differenzierten Lebens- und Arbeitsstilen und Weltanschauungen ausdrücke, die Vielfalt der singulären Interessen bleibe bewahrt. Auch die Masse habe keine einheitliche Identität, doch ihre graue Masse sei undifferenziert und werde zu einem Gleichklang, zur Uniformität, in der Multitude seien hingegen soziale Differenzierungen immer präsent. Die Arbeiterklasse beziehe sich letztlich auf die Lohnarbeiter, so dass gesellschaftliche Arbeit ausgegrenzt werde, die Multitude jedoch sei offen und einbeziehend und mache diese gesellschaftliche Produktion zur Grundlage, Lebensformen, Kommunikation und Beziehungen würden produziert.

Aus diesen Annahmen resultiert für die Autoren die enorme Bedeutung der Multitude für die Demokratie, denn die postmoderne Produktion bewirke, dass die Multitude durch ihre Differenzen das Gemeinsame entdecken und in Beziehung treten, handeln könne. Die Produktion des Gemeinsamen, das sie auch Kommune nennen, stelle eine Entwicklung dar, die auf Kommunikation und Zusammenarbeit beruhe und das Zentrum der gesellschaftlichen Produktion sowie das Hauptmerkmal der neuen Arbeitsformen verdeutliche, die kommunikative und kooperative Netzwerke schaffen und auf ihnen beruhen.

Die Ausweitung des Gemeinsamen sei bereits biopolitische Produktion und eine wesentliche Stütze der Demokratie. Auch die „Genealogie des Widerstandes“ (ebd. 12) zeige eine Entwicklung demokratischer Organisationsformen, die unmittelbar netzwerkorganisiert und kooperativ sind, ihre Grundlage sei der Wunsch nach Demokratie. Konkrete Handlungsanweisungen wollen die Autoren nicht geben, das Politische müsse aber neu gedacht werden, mit dem Ziel, Begriffe herauszuarbeiten, weshalb ihr Anliegen ein philosophisches ist (vgl. ebd. 12ff).

Die Multitude unterscheide sich insgesamt dadurch von Volk und Masse, dass sie Unterschiede aufweise und vielfältiges, aktives gesellschaftliches Subjekt sei. Ihre Grundlage sei zwar das Gemeinsame, aber es entstehe keine Einheit, Identität und Indifferenz (vgl. ebd. 117ff.)

Die traditionelle Vorstellung von einer souveränen Macht, es könne nur einer herrschen und Subjekte müssten demnach zu einer beherrschbaren Einheit werden, werde durch das Multitude-Projekt durchkreuzt, denn trotz Vielfalt und Differenz könne die Multitude sich selbst regieren, gemeinsam handeln, brauche keinen politischen Körper, es gehe nun um „lebendiges Fleisch, das sich selbst regiert“ (ebd. 118). Hiermit werde unmittelbar klar, dass das Projekt Multitude, eine Herausforderung für die Demokratie darstelle.

Die Annahme, die daraus resultiert sei, dass gerade die Differenzen, welche ethnische, geschlechterspezifische oder auch sexuelle sein können die Stärke und nicht eine traditionelle Schwäche beschreiben. Aus der sozioökonomischen Sicht handele es sich unbedingt um einen produktiven Vorgang innerhalb aller Aspekte des gesellschaftlichen Lebens, um eine biopolitische Produktion, denn die Multitude seien die allgemeinen Subjekte der Arbeit, „das wahre Fleisch der postmodernen Produktion“ (ebd. 119) und somit aber auch das Objekt der globalen Entwicklung für das Gesamtkapital, denn dieses wolle eine organisierte Einheit kontrollieren. Aus biopolitischer Sicht gebe es kein außerhalb des Kapitals und keines außerhalb der Biomacht. Die Tendenz werde deutlich, dass die Multitude ihr Gemeinsames gegen imperiale Mächte mobilisieren wird. Dies äußere sich an verschiedenen Orten der Ausbeutung durch das Kapital in Form von Verweigerung, Exodus oder Widerstand und Kampf. Diese Widerstände gegen eine Formierung als Körper des globalen Kapitals und die entstehenden Befreiungspotenziale der gemeinsamen Macht durch ihre lebendige Arbeit zeigen die herausragende Position und Chance der Multitude (vgl. ebd. 120).

3.2 Gefährliche Kassen

Die Autoren betonen, dass der Multitude- Begriff auch ein Klassenbegriff sei, man müsse jedoch von zwei verschiedenen Herangehensweisen ausgehen: erstens sei bereits der Marxsche Klassenbegriff eine Vereinfachung, denn letztlich gingen alle Formen der Arbeit im Proletariat auf und stünden dem Kapital direkt gegenüber. Auch wenn Marx von einer Einheit der Arbeiterklasse ausging, sei die Trennung von Arbeit und Kapital, von produktiven Eigentümern und Eigentumslosen wesentlich. Zweitens müsse der Begriff durch die Vorstellung von der unbegrenzten Vielheit sozialer Klassen ergänzt werden, diese unbegrenzte Anzahl von Klassen bilde die Gesellschaft und sei nicht nur durch ökonomische Differenzen gekennzeichnet, sondern auch durch ethnische, geschlechterspezifische und sexuelle. So würde die Einheitlichkeit mit der Vielheit versöhnt. Letztlich bestimme sich die Klasse selbst durch ihre Kämpfe, sie sei nicht nur Widerstand sondern auch ein unmittelbares politisches Konzept und bilde ihr kollektives Ganzes nur im Kontext des gemeinsamen Kampfes. Sie identifiziere die Bedingungen und entwerfe Projekte (vgl. ebd. 121-122).

Bei Marx ging es um eine einzige Klasse der Arbeit, doch im Kontext des Biopolitischen müsse Arbeit nicht mehr nur Lohnarbeit sein, sondern die menschliche Kreativität allgemein sei Merkmal genug. Wesentliches Ergebnis dieses Klassenbegriffs ist, dass damit die nicht in Lohnarbeit stehenden Subjekte, die Armen endlich in das Zentrum des Klassenbegriffes rückten, statt weiter ausgegrenzt zu werden. Es sei demnach unnötig zwischen einer ökonomischen Klasse der Einheit oder einer der Vielheit zu wählen, es gehe um eine „irreduzible Vielfalt“ (ebd. 123), die ihren Ausdruck jederzeit finden müsse ohne eingeebnet zu werden. Auch wenn die Arbeiterklasse traditionell Lohnarbeiter vor allem aus dem industriellen Bereichen meinte, gründete dies in der Annahme, sie sei die einzig produktive und somit auch die Klasse, die sich gegen die Kapitalherrschaft wehren müsse. Das Multitude- Konzept hingegen bringt keine Vorrangstellungen hervor, die sich aus ihren Arbeitsformen herleiten ließen, hier seien alle produktiv, produzierten gemeinsam und hätten so auch das gemeinsame Potenzial inne, der Kapitalherrschaft zu widerstehen. Eine neue „Chancengleichheit zum Widerstand“ (ebd. 125) sei entstanden und zeige noch einmal die Möglichkeit einer Demokratie aller, die unter der Kapitalherrschaft arbeiten und produzieren.

Gerade die Rolle des Bauern stelle für das Konzept der Multitude eine Herausforderung dar, da diese immer schon außerhalb der Klassen einzuordnen gewesen seien, aber für die Geschichte eine wesentliche Figur, politisch, kulturell und sozial darstelle. Ihre Besonderheit drücke sich vor allem in der Natur- oder Erdverbundenheit, sowie in ihrem direkten Zusammenhang mit Nahrung aus

Die Autoren betrachten auch die politische Rolle des Bauern, die sie trotz historischer Widerstände als passiv und isoliert einschätzen, es werde nur reagiert, nicht politisch und autonom agiert. Sie führen Marx an, der den Grund für diese Passivität in einem Mangel an Kommunikation und Kooperation sah und in der geografischen Zerstreuung, außerdem gebe es keinerlei Repräsentation. Emanzipatives Ziel der Bauernschaft sollte demnach die Einführung der Kooperation durch Artikulation der Missstände sein, diese anzustrebende Form biopolitischer Kämpfe minimiere den politischen Gegensatz zwischen Stadt und Land und verdeutliche, dass das eigentliche Ziel der Bauernschaft ihre eigene Zerstörung sei, zumindest als passive und isolierte Klasse: „wie ein Schmetterling aus der Puppe befreit, entdeckt sich als Teil der Multitude, als eine der zahlreichen singulären Figuren der Arbeit und der Lebensformen“ (ebd. 144).

Es werde die Tendenz deutlich, dass die Figur des Bauern immer weniger separat und gesondert vorherrsche, was die allgemeine Richtung der Vergesellschaftung aller Figuren der Arbeit zeige, es verschwinde demnach nicht nur die Figur des Bauern, sonder auch die des Industrie- und Dienstleistungsarbeiters erfahre diese Vergesellschaftung. Gleichzeitig würden die Kämpfe einzelner Sektoren zu den Kämpfen aller. Reale Kämpfe heute zeigten, dass es nicht um isolierte Fragen gehe, auch wenn lokale Anliegen Auslöser seien, ginge es um Ökologie und Armut, um alle Bereiche des Lebens. Zusammenfassend müsse gesagt werden, dass die konkreten Formen der Arbeit einigartig blieben, eine Vielfalt hervorbrächten und auf der anderen Seite ein „gemeinsames Substrat“ (ebd. 145) hätten: „Jede dieser Arten besitzt ein singuläres Wesen und doch partizipieren sie alle an einer gemeinsamen Substanz.“ (ebd.) Das sei das neue globale Paradigma: „Die lokale Singularität und die globale Gemeinsamkeit der Lebensweisen sind keine Widersprüche, sondern sie zusammen bestimmen unsere plurale und kollektive planetarische Verfassung.“ (ebd. 146)

Wir sahen, dass das Gemeinsam- Werden der Arbeit eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Multitude darstelle, doch das bedeute nicht, dass Nicht-Lohnarbeiter ausgeschlossen würden, im Gegenteil, auch sie sind für Hardt und Negri in den gesellschaftlichen Produktionsprozess integriert, sind sogar Ausdruck für eine große Lebensmacht und Produktion, man müsse nur die Perspektive ändern. Auch wenn die Armen offenkundig Opfer der Weltordnung des Empire seien, handelten sie darüber hinaus sehr machtvoll, seien nur teilweise ausgeschlossen, da sie schöpferisch handeln würden. Gerade durch die Mobilität der Migration werde ein wichtiger Prozess deutlich. Im Rahmen der biopolitischen Produktion, bei der es um Wissen, Informationen und gesellschaftliche Beziehungen der Kooperation gehe, werde klar, dass es um eine Gesellschaft als Ganzes, also inklusive der Armen gehen müsse. Normalerweise werde davon ausgegangen, dass diese schon von Marx als Lumpenproletariat bezeichnete Gruppe keine politische Rolle innehabe, da sie nicht in den Produktionsprozess eingebunden sei, doch in postfordistischen Zeiten verwische die Trennung zwischen Erwerbslosigkeit und Tätigkeit durch die prekäre Unsicherheit und die permanente Konkurrenz. Die Armen, Erwerbslose oder unregelmäßig Beschäftigte seien aktiv in die gesellschaftliche Produktion involviert, es sei unbedingt eine Lüge, wenn man ihnen vorwerfe, sie seien untätig. Im Gegenteil, sie entwickelten Überlebensstrategien, seien voller Einfallsreichtum und Kreativität. Je mehr die gesellschaftliche Produktion von immaterieller Arbeit, also Formen der Kooperation, Kommunikation, der sozialen Beziehungen und Netzwerken geprägt sei, desto produktiver werde auch ihr Handeln. Arme seien nicht nur produktiv, sondern auch reich, wenn es z.B. um die ärmsten Regionen der Welt ginge, verfügten gerade sie über die üppigste Flora und Fauna und vor allem über das Wissen mit ihr zu leben. Dieser globale Reichtum an Ressourcen und an Know-how sei absolut wesentlich für die gesellschaftliche Produktion.

Auch sei die Sprache der Ort des Konflikts und Widerstands und Arme als Teil einer Sprachgemeinschaft entwickelten permanent mit, würden aber auch durch sie ausgeschlossen, was zeige, dass sie zwar aktiv, produktiv und antagonistisch seien, aber auch potenziell rebellisch. „Die Armen verkörpern die ontologische Bedingung nicht nur des Widerstands, sondern zugleich der Produktion des Lebens selbst“ (ebd. 153).

Migranten seien immer aus der Arbeiterklasse ausgeschlossen worden, doch heute sei gerade ihre Mobilität normales Kennzeichen der Arbeitsverhältnisse, sie leiden oft unter großer Armut, obwohl gerade sie reich an Wissen, Sprache und schöpferischen Fertigkeiten seien. Und auch die gegensätzliche Gleichzeitigkeit von Flucht vor Hunger und Gewalt sowie dem Wunsch nach Wohlstand und Frieden zeige ein mächtiges Potenzial: „In dieser Gleichzeitigkeit der Verweigerung und der Artikulation des Wunsches liegt ungeheure Macht.“ (ebd. 154) Denn es handele sich um ein gutes Training um gegen die neuen Ausbeutungsformen im Kontext der biopolitischen Produktion anzugehen und Widerstand herzustellen. Migrantentum impliziere bereits die Vorstellung von einem gemeinsamen globalen Raum und zeige so die Kommunalität der Multitude, die Schranken überwinde.

Die weltweiten Unterschiede der Einkommen, Arbeits- und Lebensbedingungen seien die Ursachen für das Elend, aber gerade deshalb auch Träger der Weltwirtschaft, die Multitude erscheine so insgesamt als produktiv, aber arm, und gerade deshalb könne es keine qualitativen Unterschiede zwischen den Armen und der Klasse der Lohnarbeiter geben, da sie hinsichtlich ihrer Existenzbedingungen und schöpferischer Tätigkeiten immer gleicher würden, die gesellschaftliche Produktion fände also innerhalb und außerhalb eines Lohnverhältnisses statt. Die marxsche Unterscheidung zwischen Produktions- und Reproduktionsarbeit würde damit überwunden. „Heute sind wir als tätige Singularitäten kreativ, und wir kooperieren in den Netzwerken der Multitude, das heißt im Gemeinsamen.“ (Ebd. 156). Die Kämpfe der Armen würden so globaler und machtvoller und so auch die Affirmation biopolitischer Macht, „die Offenbarung eines gemeinsamen „Seins“, das mächtiger ist als ihr elendes „Haben“.“ (ebd. 156) Allein die Proteste gegen die gemeinsamen Bedingungen der Armut seien bereits gemeinsame Produktivität, sie müssten sich in politischen Projekten kanalisieren und Forderungen artikulieren, die über den Nationalstaat hinaus von globaler Natur seien, wo wieder das Projekt Demokratie in Form demokratische Lenkung der Globalisierung erscheine.

Vor diesem Hintergrund werde klar, dass traditionelle Gewerkschaften nicht in der Lage seien, Produktive zu vertreten und ein politisches Projekt zu initiieren, da sie erstens nicht in der Lage seien, Erwerbslose und Arme sowie mobile postfordistische Arbeiter zu vertreten, obwohl diese den gesellschaftlichen Reichtum mehren und an der Produktion teilnehmen würden. Zweitens seien sie nach den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen aufgespaltet, was bei einer immer zunehmenden Angleichung der Arbeitsbedingungen- und verhältnisse sinnlos sei, drittens denken sie in rein ökonomischen Sphären, seien unpolitisch geworden, ohne gesellschaftliche oder politische Forderungen und diese generelle Isolierung von ökonomischen Fragen sei sinnloser denn je.

[...]

Ende der Leseprobe aus 134 Seiten

Details

Titel
Dekonstruktion und Rekonstruktion kritischer Gesellschaftstheorie. Potenziale und Grenzen des Multitude-Konzepts
Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
134
Katalognummer
V33977
ISBN (eBook)
9783638343176
ISBN (Buch)
9783656600206
Dateigröße
902 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Antonio Negris und Michael Hardts Folgewerk nach Empire. Post-Marxismus, Theorie- Bildung, absolute Demokratie.
Schlagworte
Dekonstruktion, Gesellschaftstheorie-Potenziale, Grenzen, Multitude-, Konzepts
Arbeit zitieren
Yvonne Schäfer (Autor), 2005, Dekonstruktion und Rekonstruktion kritischer Gesellschaftstheorie. Potenziale und Grenzen des Multitude-Konzepts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33977

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