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Die Alterssicherung Selbstständiger in Deutschland

Reformbedarf bei der Alterssicherung Selbständiger

Title: Die Alterssicherung Selbstständiger in Deutschland

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 38 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Martin Keßler (Author)

Economics - Finance
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Im Zuge des Strukturwandels ist in den letzten Jahren vermehrt ein Aufkommen von selbständiger Erwerbtätigkeit zu beobachten. Der sprunghafte Anstieg von Selbständigen wurde hauptsächlich durch Alleinselbständige ohne Beschäftigte verursacht, so daß heute über die Hälfte der Selbständigen den sog. Solo-Selbständigen zuzurechnen ist. Die gegenwärtige Ausgestaltung des Rentensystems in Deutschland hat bis auf das Gesetz zur Bekämpfung der Scheinselbständigkeit noch nicht auf diese Veränderung reagiert. Damit wurde zunächst nur auf das Problem der Substitution von abhängig Beschäftigten zu „freien“ selbständigen Auftragnehmern reagiert, mit der Arbeitgeber sich von einem Teil der Arbeitskosten befreien wollten. Die so entstandenen Selbständigen mit einem Auftraggeber wurden durch dieses Gesetz in das System der gesetzlichen Rentenversicherung eingegliedert.
Ein Großteil der Selbständigen ist jedoch nicht im obligatorischen Rentensystem enthalten, obwohl ihre Einkommenslage einen den abhängig Beschäftigten vergleichbaren sozialen Schutzbedarf vermuten läßt. Sie müssen sich privat gegen das Risiko des altersbedingten Einkommensausfalls absichern, sind aber aufgrund z. T. eher unterdurchschnittlicher Einkommen oft nicht dazu in der Lage. Diesen Personen droht vermehrt das Risiko der Altersarmut, und damit dem System der Sozialversicherung nicht zu unterschätzende Kosten, um dieser Armut abzuhelfen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die gegenwärtigen Regelungen, die für einen Teil der Selbständigen in Bezug zum Rentensystem existieren, benannt werden, um dann die Ursachen und die Entwicklung des sich verzeichnenden Strukturwandels zu beleuchten. Darüber hinaus soll der allgemeine Aufbau des Rentensystems geschildert und die Möglichkeiten einer Ausgestaltung eines Alterssicherungssystems Selbständiger beschrieben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemstellung

„Reformbedarf bei der Alterssicherung Selbständiger“

3. Status Quo

3.1 Das System der Alterssicherung Selbständiger

3.1.1 Versicherter Personenkreis

3.1.2 Finanzierung der Leistungen

3.1.3 Versicherungsfreiheit und Befreiung von der Versicherungspflicht

3.1.4 Besonderheiten im System

3.1.4.1 Handwerker

3.1.4.2 Hausgewerbetreibende

3.1.4.3 Künstler und Publizisten

3.1.4.4 Landwirte

3.1.4.5 Selbständige mit nur einem Auftraggeber oder in der Existenzgründungsphase

3.1.4.6 Freie Berufe

3.2 Quantifizierung

3.3 Probleme der Erfassung

3.4 Veränderung der Erwerbsstrukturen

3.4.1 Zunahme der Selbständigen

3.4.2 Neue Selbständigkeit

3.4.3 Soziodemographische Merkmale Solo-Selbständiger

3.5 Zusammenfassung

4. Möglichkeiten der Ausgestaltung einer umfassenden Alterssicherung Selbständiger

4.1 Allgemeine Optionen der Ausgestaltung

4.2 Ausgestaltung des bestehenden Systems der GRV

4.3 Konkretisierung im Hinblick auf die Alterssicherung Selbständiger

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Reformbedarf bei der Alterssicherung Selbständiger in Deutschland vor dem Hintergrund eines strukturellen Wandels zur Solo-Selbständigkeit. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie dieser Personenkreis, der aufgrund fehlender Versicherungspflicht und geringer Sparfähigkeit von Altersarmut bedroht ist, in ein umfassendes Alterssicherungssystem integriert werden kann.

  • Status-Quo-Analyse des bestehenden Rentensystems für Selbständige
  • Untersuchung der strukturellen Veränderungen am Arbeitsmarkt und der Zunahme von Solo-Selbständigen
  • Diskussion der sozioökonomischen Risiken für Selbständige im Alter
  • Bewertung verschiedener Modelle zur Ausgestaltung einer obligatorischen Alterssicherung
  • Argumentation für eine Einbeziehung in das System der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV)

Auszug aus dem Buch

3.4.2 Neue Selbständigkeit

Unter diesem Gesichtspunkt wird oft die Bezeichnung „neue Selbständigkeit“ verwendet, mit der die Gruppe der Selbständigen umschrieben wird, die meist keine oder nur wenige Mitarbeiter beschäftigen. Sie bilden den Gegensatz zu den alten Selbständigen, also den traditionellen Professionen der Handwerker, Bauern, freie Berufe und Einzelhandelskaufleute. Für diese bestehen wie bereits ausgeführt sozialrechtliche Regelungen in bezug auf eine Alterssicherung. Neue Selbständige verfügen dagegen über keine Einbindung in das staatliche Alterssicherungssystem. Lediglich für die Gruppe der Alleinselbständigen, die in dauerhafter Abhängigkeit zu einem Auftraggeber stehen, besteht durch die Neuregelungen zur Bekämpfung der Scheinselbständigkeit seit 1999 eine Versicherungspflicht. Zur Bestimmung der Scheinselbständigkeit wurden Merkmale definiert, die gegen eine selbständige Tätigkeit sprechen. Solche Merkmale sind z.B. die Weisungsgebundenheit gegenüber dem Auftraggeber in zeitlicher, fachlicher und örtlicher Hinsicht, die Eingliederung in den Betrieb des Auftraggebers, die Einbeziehung in den betrieblichen Ablauf, das Fehlen der eigenen Unternehmerinitiative, der Bezug eines festen Entgelts, ein Anspruch auf Urlaub, u. a. Treten mehrere dieser Merkmale gleichzeitig auf, so wird davon ausgegangen, daß keine Selbständigkeit vorliegt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den strukturellen Wandel zur Solo-Selbständigkeit und das damit verbundene Risiko der Altersarmut bei gleichzeitigem Mangel an obligatorischen Vorsorgeoptionen.

2. Problemstellung: Erläutert die Notwendigkeit einer Reform, da eine wachsende Anzahl von Selbständigen auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen ist, ohne dabei ausreichend für das Alter vorzusorgen.

3. Status Quo: Analysiert das differenzierte System der bestehenden Versicherungspflichten für diverse Selbständigengruppen, quantifiziert deren Erfassung und beleuchtet die sozioökonomischen Rahmenbedingungen sowie den Trend zur Solo-Selbständigkeit.

4. Möglichkeiten der Ausgestaltung einer umfassenden Alterssicherung Selbständiger: Diskutiert die theoretischen Optionen zur Gestaltung einer Alterssicherung und evaluiert die Vor- und Nachteile einer Einbeziehung in die gesetzliche Rentenversicherung im Vergleich zu privaten Modellen.

5. Resümee: Führt die Argumente zusammen und schließt, dass eine obligatorische Einbeziehung der Selbständigen in die gesetzliche Rentenversicherung die geeignetste Maßnahme zur Vermeidung von Altersarmut darstellt.

Schlüsselwörter

Alterssicherung, Selbständige, Solo-Selbständige, Gesetzliche Rentenversicherung, Altersarmut, Strukturwandel, Versicherungspflicht, Vorsorge, Erwerbsbiographie, Reformbedarf, Sozialversicherung, Einkommensrisiko, Altersvorsorge, Beschäftigungsformen, Solidarsystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik, dass ein Großteil der Selbständigen in Deutschland, insbesondere die stark wachsende Gruppe der Solo-Selbständigen, nicht in die obligatorische Rentenversicherung einbezogen ist und daher ein erhebliches Risiko für Altersarmut trägt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung des gegenwärtigen Status quo der Rentenversicherung für Selbständige, die Analyse der veränderten Erwerbsstrukturen (neue Selbständigkeit) sowie die Erörterung politischer Reformoptionen zur Sicherung des Lebensstandards im Alter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lösungsansätze zu bewerten, wie die nicht versicherungspflichtigen Selbständigen in ein System der Alterssicherung integriert werden können, um Altersarmut zu vermeiden und die Finanzierungsbasis der sozialen Sicherungssysteme zu stärken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptiv-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Auswertung von Statistiken (Mikrozensus), sozialwissenschaftlicher Fachliteratur sowie rechtlichen Rahmenbedingungen basiert, um eine fundierte Reformempfehlung abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst detailliert die verschiedenen Gruppen Selbständiger und deren aktuelles Versicherungsregime, untersucht die Zunahme der "neuen Selbständigkeit" und diskutiert anschließend konzeptionelle Möglichkeiten der Neugestaltung einer obligatorischen Alterssicherung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Begriffen wie Alterssicherung, Solo-Selbständige und Altersarmut sind die Arbeit durch Themen wie Strukturwandel, Versicherungspflicht und die Einbindung in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) gekennzeichnet.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "alten" und "neuen" Selbständigen so wichtig?

Die Unterscheidung hilft zu verdeutlichen, dass während "alte" Selbständige oft in traditionelle Vorsorgesysteme eingebunden sind, die "neuen" Solo-Selbständigen meist keine soziale Absicherung besitzen und eine deutlich prekärere wirtschaftliche Lage aufweisen.

Welche Rolle spielen die sozioökonomischen Daten der Solo-Selbständigen?

Diese Daten zeigen, dass viele Solo-Selbständige über unterdurchschnittliche Einkommen verfügen, kaum über Betriebskapital verfügen und in ihrer prekären Lage ein hohes Risiko tragen, bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit direkt in die Altersarmut zu geraten.

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Details

Title
Die Alterssicherung Selbstständiger in Deutschland
Subtitle
Reformbedarf bei der Alterssicherung Selbständiger
College
University of Bremen  (Zentrum für Sozialpolitik)
Course
Systeme sozialer Sicherung
Grade
2,0
Author
Martin Keßler (Author)
Publication Year
2004
Pages
38
Catalog Number
V33988
ISBN (eBook)
9783638343237
ISBN (Book)
9783638652506
Language
German
Tags
Alterssicherung Selbstständiger Selbständigkeit Solo-Selbständige Einzel-Selbständige Rente Soziale Sicherungssysteme Sozialversicherung Sozialversicherungssystem Rentenversicherung Rentenversicherungssystem VWL Systeme Sozialer Sicherung Absicherung im Alter Rentenformel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Keßler (Author), 2004, Die Alterssicherung Selbstständiger in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33988
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