Touristisches Konzept Hamburg


Seminararbeit, 2003

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Touristische Destinationen der Hansestadt
2.1 Das Wahrzeichen – die Speicherstadt
2.2 Die Musical-Stadt Hamburg

3. Das Marketing der Hansestadt
3.1 Entwicklung des Tourismus
3.2 Marketingstrategien
3.2.1 Deutscher Markt
3.2.2 Ausländische Märkte
3.3 Die Rahmenbedingungen
3.3.1 Zielgruppen
3.3.2 Vertriebswege

4. Ausblicke für die Zukunft

Literaturverzeichnis

Ehrenwörtliche Erklärung

1. Einleitung

Hamburg ist als eine der bedeutendsten Hansestädte schon allein aufgrund des Hafens und der Geschichte der Stadt eines der bedeutendsten Städtereiseziele in Deutschland. Als kulturelle Hochburg ist die Stadt nach New York und London die drittgrößte Musicalstadt der Welt. „Cats war mit fast 15 Jahren das am längsten gespielte Musical in Deutschland, mit Produktionen wie ‚Der König der Löwen’, ‚Mamma Mia’ und‚Tanz der Vampire’werden solche Erfolge fortgesetzt.“[1]

Aufgrund seiner Geschichte birgt die Stadt viele interessante Museen und Denkmäler. Schlagwörter wie der Hamburger Fischmarkt, St. Pauli oder die Reeperbahn sind in aller Munde. Wer hat noch nicht davon gehört? Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Speicherstadt, die eine herrliche Kulisse und somit das Wahrzeichen der Stadt darstellt.

Aufgrund der Geschichte der Stadt finden sich hier viele Anziehungspunkte für verschiedene Leute. Für Jugendliche wie Erwachsene sind Destinationen geschaffen, die viele Typen von Interessenten ansprechen. Von Museen bis Shopping Centre, von Theater bis Musical ist für jeden Geschmack etwas dabei. Hamburg spricht viele Altersgruppen an durch die vielschichtigen Angebote, die über die gesamte Stadt verteilt sind. Ob es sich hier um Pauschalangebote Hotels betreffend, Musical- oder Opervorstellungen handelt, die Zielgruppen werden hier vielseitig angesprochen.

Hamburg an sich ist nicht nur eine Stadt für Touristen, auch andere Gruppen der Gesellschaft werden hier hin gelockt, um die Stadt, die Wirtschaft und die Infrastruktur zu erweitern und besser zu gestalten. Somit ist Hamburg nicht nur aus Sicht des Tourismus eine begeisternde Stadt, auch anderen Lebensbereichen bietet sie eine hervorragende Basis.

2. Touristische Destinationen der Hansestadt

2.1 Das Wahrzeichen – Die Speicherstadt

Eins der berühmtesten Destinationen in der Stadt ist die so genannte „Speicherstadt“. Diese wurde im Zeitraum von 1885 bis 1927 im Süden der Altstadt im Freihafen errichtet, auf den sogenannten Brookinseln. Für dieses Bauvorhaben mussten 16.000 Menschen, die bis dahin dort gelebt hatten, weichen. „Mit Treppengiebeln, Zinnen und Spitzbögen zitieren die Speicher die gotische Backsteinarchitektur der Hansestädte. Hinter den Fassaden verbargen sich jedoch ausgesprochen moderne Errungenschaften wie vorgefertigte Eisenskelette, hydraulischer Windenantrieb oder elektrische Beleuchtung.“[2] 1887 wurde hier die weltweit dritte Kaffeebörse eröffnet, wobei Kaffee und auch Tee die wichtigste Handelsgüter waren. Somit war die Speicherstadt ein Dreh- und Angelpunkt im Wirtschaftsverkehr und bekam damit eine sehr große Bedeutung zugemessen.

1988 dann wurde die das Speichermuseum aufgrund einer Ausstellung erstmals eröffnet und 1995, aufgrund des großen Erfolgs, wurde sie in eine privatgeführte Außenstelle übergeben und in Speicherstadtmuseum umbenannt.[3]

Seitdem ist die Speicherstadt eins der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Hamburg und auch das Wahrzeichen. Täglich werden viele Besucher allein von den einladenden Fassaden zu den alten Gebäuden gelockt. In unmittelbarer Nachbarschaft ist das Hanseatic Trade Centre entstanden, welches die alte Bauweise aufgreift und weiterverarbeitet.[4] Somit wird eine sehr realistische Brücke zwischen Geschichte und Realität geschlagen, die zusätzlich noch einmal die Attraktivität der Hansestadt steigert. Für die Zukunft sind ähnliche Projekte, wie z.B. die HafenCity, vorgesehen, um weiter das Konzept zu untermauern, welches die Stadt nicht nur im Hinblick auf den Tourismus bietet, sondern auch um die Infrastruktur zu stärken und auszubauen. Somit wächst die Stadt und gedeiht – und zieht viele Touristen an.

2.2 Die Musical-Stadt Hamburg

Das Musical schlechthin, welches Hamburg als Musical-Stadt bekannt gemacht hat, war „Cats“. Mitte der achtziger Jahre startete das Spektakel und brachte ungeahnten Erfolg in die Hansestadt. Weitere erfolgversprechende Produktionen waren „Das Phantom der Oper“ und „Buddy – Das Musical“. Durch diese Attraktionen erfuhren auch die Tourismus-Zahlen einen ungeahnten Aufschwung. „Die Musicals bilden für Hamburg-Besucher oft den Reiseanlass und stellen den Mittelpunkt eines Hamburg-Erlebnisses dar, das durch die weiteren Angebote der Stadt ergänzt wird.“[5] Nachdem das wohl erfolgreichste Musical abgesetzt wurde, wurde die Bühne in ein Premierenhaus umgewandelt und weiterhin genutzt. Weitere Veranstaltungen und Musicals hielten ihren Einzug in der Stadt, darunter „Disneys Der König der Löwen“, welches heute (Stand: Oktober 2004) immer noch im Hafentheater läuft und große Erfolge feiert. Zwei weitere große Produktionen unterstützen den Grad der Bekanntheit derzeit: „Tanz der Vampire“ und das ABBA-Musical „Mamma Mia“ singen und tanzen über die Bühnen und ziehen so immer mehr Menschen in die Hansestadt. „Die neuen Musicalproduktionen positionieren Hamburg weiterhin als Musical-Metropole“[6] und unterstreichen den Bekanntheitsgrad weiter.

Die verschiedenen kulturellen Angebote, speziell was Musical-, Oper- oder Theateraufführungen betrifft, machen Hamburg zu einem der bedeutendsten Städtereiseziele in Deutschland. Platz drei in Deutschland wurde im Jahr 2000 erreicht, Tendenz steigend. Ein Rekordergebnis, dass erstmals 4,48 Millionen Übernachtungen gezählt wurden. Doch der „große Traum“ des Hamburger Städtetourismus ist es, die Fünf-Millionen-Grenze zu überschreiten. Einen Teil dazu tragen auch die Musicals bei, die in immer neuem Glanz in der Hansestadt erstrahlen.

3. Das Marketing der Hansestadt

3.1 Entwicklung des Tourismus

Hamburg ist eines der wichtigsten Städtereiseziele in Deutschland. Auf diese Zielgruppe, besonders auf die Tagesbesucher, hat sich die Stadt besonders eingestellt. Immerhin fließen aus dieser Gruppe von Touristen 58% aller Einnahmen in die Hansestadt. Bei einem Vergleich zweier Studien aus dem Jahre 1992 und 2000 ist erkennbar, dass mit 14 Millionen Gästen mehr im Jahr eine Steigerung von insgesamt 36,9 Prozent. „Dieser überproportionale Anstieg ist Ausdruck der touristischen Beliebtheit Hamburgs [...]“[7] Hierbei wird unter den sogenannten Tagestouristen noch in Tagesausflügler und Tagesgeschäftsreisende unterschieden. Ebenfalls bei den Übernachtungen. Im Jahre 2001 wurde eine Liste der Hauptnachfragegruppen durch die Hamburg Tourismus GmbH erstellt, die Ausgaben und Besuche gegenüberstellt. Demzufolge belegen die Tagesausflügler mit 48 Millionen Besuchen, also 68% aller Besuche, Platz eins. Ebenso wie bei den Ausgaben hat diese Zielgruppe mit 52% die Nase vorn, welches die Strategie, diesen Teil weiterhin als wichtigstes Ziel ins Auge zu fassen, nur allzu gut erklärt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Marketing-Plan 2002-2005, Hamburg Tourismus GmbH, S. 19 (dwif-Studie 9/2001)

Anhand oben angeführter Tabelle lässt sich leicht erkennen, wie der Stellenwert der einzelnen Zielgruppen ist, um daraus Schlussfolgerungen auf die Marketing-Strategie zu ziehen. Tatsächlich ist es so, dass auf die Tagesausflügler am meisten Wert gelegt wird. „Die quantitativ mit großen Abstand wichtigste touristische Nachfragegruppe in Hamburg stellen die Tagestouristen mit 53,4 Millionen Gästen dar. Mehr als zwei Drittel aller Aufenthaltstage [...] entfallen mit insgesamt rund 48 Millionen auf Tagesausflügler, weitere 5,4 Millionen werden durch Tagesgeschäftsreisende beigesteuert.“[8]

Beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Gästegruppen sind unübersehbar. Eine weite Spanne wird hier registriert, ohne auch nur einen Teil der Besucher außer Acht zu lassen. Tagesausflügler gaben im Jahr 2000 pro Kopf im Schnitt 56,90 DM aus, während bei den Übernachtungsgästen in gewerblichen Betrieben (Hotelgästen) über 300,40 DM ausgegeben wurden. „Erkenntnisse aus anderen Städten besagen, dass Verwandten- und Bekanntenbesucher in ihrem Ausgabeverhalten weitgehend mit Tagesausflüglern übereinstimmen.“[9] Aus diesem Grund werden Aktivitäten und Angebote auf beide Gruppen ähnlich abgestimmt, um die Gäste einzuladen, an den Ort zurückzukehren, an dem sie schon einmal einen herrlichen Urlaub verlebt haben.

Hauptausgabenbereiche dieser beiden Gruppen sind vor allem der Einzelhandel und die Gastronomie. Insgesamt 73,6% der Tagesausgaben fallen hier an, wobei zu bemerken ist, dass bei beiden Zielgruppen die Beherbergungskosten wegfallen. Somit bleibt mehr Geld für andere Dinge übrig. Interessant an dieser Stelle ist, dass die Gruppe, die in Hamburg auch übernachtet fast sechs mal soviel Geld wie die Tagesausflügler in der Gastronomie bezahlen pro Tag. Das könnte unter anderem auch daran liegen, dass hier die Geschäftsreisenden mit einbezogen werden, die auch übernachten, Geschäftsessen tätigen, etc. Außerdem, wer kann sich einen Hotelbesuch leisten und geht nicht in ein Restaurant, um zu essen? Tagesausflügler haben ihre Unterkunft in einer anderen Stadt und können dort essen, bzw. bringen sich Proviant meist mit. Die Leute, die bei ihren Verwandten übernachten, konsumieren die Lebensmitteln, die nicht unbedingt als Investitionen aus dem Tourismus angesehen werden, bzw. gehen mit ihren Bekannten oder auch Verwandten nicht allzu oft essen.

Der Stellenwert dieser Gruppen, sowie des gesamten Tourismus in Hamburg ist sehr hoch. Direkt und indirekt fließen Bruttoumsätze von 7,6 Milliarden DM (Stand: 2000) in die Hansestadt. „Aus diesen Umsätzen resultieren Einkommen, d.h. Löhne, Gehälter und Gewinne von gut 2,5 Milliarden Mark, die sogenannte touristische Wertschöpfung.“[10] Hierzu wurde von der Hamburg Tourismus GmbH ein Vergleich angestellt: die direkten Nettoausgaben beliefen sich 2000 auf 4,647 Milliarden DM und ergab somit eine Wertschöpfungsquote von 54,6 Prozent. Daraus ergab sich, dass von jeder von Touristen ausgegebenen DM ungefähr 55 Pfennig für Löhne, Gehälter und Gewinne verwendet werden.

[...]


[1] vgl. http://www.hamburg-tourismus.de/Kulturelle_Vielfalt.24.0.html (Stand: 27.10.2004).

[2] vgl. www.speicherstadtmuseum.de (Stand: 03.11.2004).

[3] vgl. ebenda.

[4] vgl. www.hamburg-tourismus.de/Architektur.23.0.html (Stand: 03.11.2004).

[5] vgl. Hamburg Tourismus, Marketingplan 2002-2005, Hamburg Tourismus GmbH, S. 30f.

[6] vgl. ebenda.

[7] vgl. ebenda, S. 18.

[8] vgl. ebenda, S. 18.

[9] vgl. ebenda, S. 20.

[10] vgl. ebenda, S. 24.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Touristisches Konzept Hamburg
Hochschule
Euro-Business-College Jena
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
16
Katalognummer
V33990
ISBN (eBook)
9783638343251
Dateigröße
977 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Touristisches, Konzept, Hamburg
Arbeit zitieren
Stefanie Rautzenberg (Autor), 2003, Touristisches Konzept Hamburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33990

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