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Frauen im Dritten Reich. Ideologie und Alltag

Titel: Frauen im Dritten Reich. Ideologie und Alltag

Seminararbeit , 2011 , 19 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Manuela Klagge (Autor:in)

Geschichte Europas - Zeitalter Weltkriege
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich mit den Frauen im Dritten Reich beschäftigen. Dabei soll untersucht werden, wie das ideologische Frauenbild der Nationalsozialisten aussah und welche Propagandamittel, Institutionen und Organisationen benutzt wurden, um diesem Bild näherzukommen. Wie sah der Alltag einer Frau im Dritten Reich aus? Und gab es eine spezifische Frauenideologie, wie sollte sie verwirklicht werden? Schwerpunkt soll der Zeitraum von der Machtergreifung der Nationalsozialisten bis hin zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sein.

Es darf angenommen werden, dass nicht alle Frauen politisch aktiv waren, sei es im Widerstand oder als Ausführungsorgane. Es gab weiterhin auch passive Teilnehmerinnen, für die das Leben unter Hitler weiterging wie bisher. Um einen Einblick in die Situation der Frauen unter Hitler zu bekommen wird zunächst ausgehend von den ideologischen Richtlinien die NS-Politik entfaltet. Daran werden sich drei Teile anschließen, welche die Lebenssphären der Frauen im Nationalsozialismus aufzeigen. Dies sind: die Ehefrau, die Mutter und die Arbeiterin. Das zeigt schon, dass das Frauenbild nicht heterogen war, sondern sich den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen anpasste. Mit welchen Maßnahmen dies geschah wird in dem jeweiligen Kontext zu klären sein. Die gesamte Alltagwelt der Frauen im „Dritten Reich“ mit allen Facetten zu analysieren ist im Rahmen dieser Arbeit jedoch nicht möglich. Abschließend werden die reellen politischen Teilhabemöglichkeiten der Frauen dargestellt und in diesem Zusammenhang etwaige Widerstände gegen die geschlechtsspezifische Politik. Dabei soll ebenfalls betrachtet werden, ob die These, welche den Nationalsozialismus als eine Zeit des „offiziellen Antifeminismus“ beschreibt, mit den realen Lebensbedingungen übereinkommt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen

2.1 Ideologischer Rahmen

2.2 Gesetzliche Neuerungen

3. Ehe

3.1 Das Ehestandsdarlehen

3.2 Das Scheidungsrecht

4. Mutter

4.1 Propagandamaßnamen

4.2 Erziehung zum Führerkult

4.3 Verein „Lebensborn e.V.“

4.4 „Volksgesundheit“

4.5 Geburtenanstieg als Erfolg?

5. Arbeiterin

6. Partizipation an der Macht

7. Widerstand und Annahme des Frauenbildes

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das ideologische Frauenbild während der Zeit des Nationalsozialismus sowie dessen Auswirkungen auf den Alltag der Frauen von der Machtergreifung bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieses Frauenbild propagiert wurde, ob eine spezifische Frauenideologie existierte und wie sich die realen Lebensbedingungen unter dem Regime gestalteten.

  • Analyse des nationalsozialistischen Frauenbildes in Ideologie und Praxis
  • Untersuchung der verschiedenen Lebenssphären: Ehefrau, Mutter und Arbeiterin
  • Rolle von Propaganda, gesetzlichen Rahmenbedingungen und Organisationen wie dem "Lebensborn e.V."
  • Betrachtung von politischer Teilhabe, Widerstand und Akzeptanz innerhalb der weiblichen Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ehestandsdarlehen

Das Ehestandsdarlehen hatte ein arbeitsmarktpolitisches und ein bevölkerungspolitisches Ziel. Zum Einen sollten sie mehr Kinder bekommen. Frauen sollten zum Anderen vom Arbeitsmarkt genommen werden, geplant war, dass die nun freigewordene Stelle von einem Mann besetzt würde.

Das Ehestandsdarlehen war für Paare eingerichtet worden die eine Heirat anstrebten. Zur Gewährung des Darlehens mussten sie sich zunächst einem Gesundheitstest unterziehen, in dem ein Arzt ihre Erbgesundheit prüfte. Nur Paare „‚reinblütiger‘, arischer, körperlich wie geistig gesunder […Eigenschaften, mit einer (MK)…] nationalsozialistischen Einstellung“ erhielten dann auch das Darlehen. Mithilfe dessen sollten sie ihren neuen Haushalt einrichten können. Der dadurch geplante Anstieg der Nachfrage nach Wohnungsausstattungen sollte gleichzeitig die Möbelindustrie fördern.

Die Braut war mit Inanspruchnahme des Ehestandsdarlehens verpflichtet ihren Arbeitsplatz zu verlassen und kein weiteres Arbeitsverhältnis einzugehen, sollte der Ehemann über ein regelmäßiges Einkommen verfügen. Das Darlehen war zinslos und bestand aus sogenannten „Bedarfsdeckungsscheinen“ im Wert von maximal 1.000 RM (bei einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 1.500 RM). Der Betrag ergab sich aus den Unterhaltskosten des geplanten Wohnsitzes des Paares (in Deutschland). Zurückgezahlt wurde das Darlehen in der Regel in monatlichen Raten von 1 %. Die Verschuldung (höchstens 15 RM im Monat) hielt über Jahre hin an. Mit jedem Kind, welches das Ehepaar bekam, verringerte sich die Darlehensschuld um ein Viertel der gewährten Summe, das heißt, bei 4 Kindern war die Schuld getilgt („abgekindert“). Das sollte gleichzeitig einen Anreiz zum Kinderkriegen bilden.

Ab 1937 wurden die Bedingungen zur Inanspruchnahme des Darlehens gelockert, Frauen brauchten nun nicht mehr ihren Arbeitsplatz verlassen, denn die Wirtschaft konnte nicht auf diese Arbeitskräfte verzichten. Beantragt wurde das Ehestandsdarlehen nur von ¼ bis ⅓ der heiratswilligen Paare, davon fielen rund 4 % durch die Kriterien für die Gewährung. Eichborn nennt als mögliche Gründe für die niedrige Rate der Beantragungen die Angst vor einem Heiratsverbot oder einer Zwangssterilisation auf Grund eines schlechten Attestes. Auch sonst verfehlte das Ehestandsdarlehen die geplante Wirkung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Frauenrolle im Dritten Reich ein und steckt den zeitlichen Rahmen von der Machtergreifung bis zum Kriegsbeginn ab.

2. Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel legt die ideologischen Grundlagen und die darauf basierenden gesetzlichen Neuerungen dar, die das Leben von Frauen und Männern beeinflussten.

3. Ehe: Hier werden die restriktiven Ehegesetze, das Ehestandsdarlehen sowie das Scheidungsrecht beleuchtet, wobei auch ein Exkurs zur Rolle der SS-Ehefrau erfolgt.

4. Mutter: Der Fokus liegt auf der zentralen Rolle der Mutter im NS-Staat, inklusive Propagandamaßnahmen, dem "Lebensborn e.V." und der rassenpolitischen Zielsetzung der "Volksgesundheit".

5. Arbeiterin: Es wird analysiert, wie trotz ideologischer Bestrebungen, Frauen aus der Erwerbstätigkeit zu verdrängen, die wirtschaftliche Notwendigkeit sie im Arbeitsprozess hielt.

6. Partizipation an der Macht: Dieses Kapitel betrachtet die politischen Strukturen für Frauen, insbesondere die NS-Frauenschaft, und die Grenzen ihrer Einflussmöglichkeiten.

7. Widerstand und Annahme des Frauenbildes: Es wird aufgezeigt, inwieweit Frauen das ihnen zugewiesene Rollenbild akzeptierten, ablehnten oder unter welchen Bedingungen sich Widerstand formierte.

8. Fazit: Die abschließende Analyse verdeutlicht, dass die nationalsozialistische Geschlechterpolitik primär durch rassenpolitische Ziele geprägt war und kein einheitliches, diskriminierungsfreies Bild der Frau darstellte.

Schlüsselwörter

Frauen im Nationalsozialismus, Ehestandsdarlehen, Lebensborn e.V., NS-Frauenschaft, Rassenpolitik, Mutterrolle, Propaganda, NS-Ideologie, Volksgesundheit, Zwangssterilisation, Erwerbstätigkeit, Bevölkerungspolitik, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation, der Rolle und dem Bild der Frau im Nationalsozialismus zwischen 1933 und dem Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Ehe, Mutterschaft, Arbeit sowie politische Partizipation und die ideologischen Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, wie das nationalsozialistische Frauenbild konstruiert wurde, welche Propagandamittel eingesetzt wurden und wie die reale Alltagswelt der Frauen in diesem Kontext aussah.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der historischen Gegebenheiten, unterstützt durch eine Auswertung von Fachliteratur und zeitgenössischen ideologischen Quellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ideologie, die gesetzlichen Maßnahmen, die Rolle als Ehefrau und Mutter, die Beschäftigung von Frauen als Arbeitskräfte sowie deren Organisation in NS-Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind NS-Ideologie, Rassenpolitik, Frauenrolle, Propaganda und staatliche Lenkung von Ehe und Familie.

Welche Rolle spielte der "Lebensborn e.V."?

Der "Lebensborn e.V." war eine SS-Organisation zur Unterstützung von Geburten "rassisch hochwertiger" Kinder, die besonders unverheirateten Müttern diente.

Wie wirkte sich die Wirtschaftslage auf die Frauenpolitik aus?

Wirtschaftliche Erfordernisse, insbesondere der Bedarf an Arbeitskräften in der Aufrüstungsphase, standen oft im Widerspruch zur ideologischen Forderung, Frauen aus dem Erwerbsleben in die Familie zu drängen.

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Details

Titel
Frauen im Dritten Reich. Ideologie und Alltag
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Veranstaltung
Ideologie und Charisma
Note
2,3
Autor
Manuela Klagge (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V339967
ISBN (eBook)
9783668295827
ISBN (Buch)
9783668295834
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus Ideologie Alltag Frauen Frauenbild
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuela Klagge (Autor:in), 2011, Frauen im Dritten Reich. Ideologie und Alltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339967
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Leseprobe aus  19  Seiten
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