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Warum kommt es zu keiner Reform des UN-Sicherheitsrates?

Ein Erklärungsversuch mit dem Konzept der Pfadabhängigkeit

Titel: Warum kommt es zu keiner Reform des UN-Sicherheitsrates?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Warum ist es bisher zu keiner Reform des UN-Sicherheitsrates gekommen? In der folgenden Arbeit soll versucht werden, diese Frage anhand des aus den Wirtschaftswissenschaften adaptierten Konzeptes der Pfadabhängigkeit zu beantworten.

Zunächst soll ein Überblick über die Zusammensetzung und die Aufgaben des Sicherheitsrates gegeben werden. Daraufhin folgt der Theorieteil, indem in das Konzept der Pfadabhängigkeit eingeführt werden soll. Im Anschluss soll der Bedarf einer Reform herausgearbeitet werden indem insbesondere auf die drei Zielsetzungen Effektivität, Legitimität und Repräsentativität des Sicherheitsrates eingegangen werden soll.

Folglich soll mithilfe der Theorie der Pfadabhängigkeit die Stabilität beziehungsweise Kontinuität des Sicherheitsrates erklärt werden. Hierbei werden die wichtigsten Reformvorschläge im Lichte der eingeführten Theorie analysiert. Abschließend sollen Alternativen zum Sicherheitsrat diskutiert und ein Fazit gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Sicherheitsrat

2.1 Zusammensetzung

2.2 Aufgaben und Befugnisse

3. Das Konzept der Pfadabhängigkeit

3.1 Sozialwissenschaftliches Konzept der Pfadabhängigkeit nach Paul Pierson

4. Reformbedarf des UN-Sicherheitsrates

4.1 Repräsentativität

4.1.1 Dahls Konzept von Macht

4.2 Legitimität/Effektivität

5. Analyse verschiedener Reformvorschläge

5.1 Der Razali- Plan

5.2 Die „Gruppe der Vier“

5.3 Entwurf der Afrikanischen Union

5.4 Die Gruppe „Vereint für den Konsens“

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für das Ausbleiben einer Reform des UN-Sicherheitsrates trotz weit verbreiteten Reformbedarfs. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob und wie das aus den Wirtschaftswissenschaften adaptierte Konzept der Pfadabhängigkeit die institutionelle Stabilität und Reformunfähigkeit des Sicherheitsrates erklären kann.

  • Analyse des UN-Sicherheitsrates als wichtigstes Organ der Weltfriedenssicherung.
  • Einführung in das theoretische Konzept der Pfadabhängigkeit nach Paul Pierson.
  • Untersuchung der Zielsetzungen Repräsentativität, Legitimität und Effektivität bei Reformbemühungen.
  • Kritische Analyse prominenter Reformvorschläge (z.B. G4-Staaten, Razali-Plan).
  • Anwendung der Theorie der Pfadabhängigkeit zur Erklärung des "Status quo bias" der Vetomächte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Sozialwissenschaftliches Konzept der Pfadabhängigkeit nach Paul Pierson

Einen zentralen Beitrag zur Pfadabhängigkeitsdiskussion hat Paul Pierson (2000) geleistet. Er hebt besonders die Bedeutung von selbstverstärkenden Mechanismen hervor. Macht, Normen, Traditionen oder auch relative Nützlichkeit oder Funktionalität können die Auslöser für solche Prozesse der Selbstverstärkung sein. (Werle 2007: 123) Ist ein Pfad einmal eingeschlagen, so sinkt mit jedem Schritt entlang dieses Pfades die Wahrscheinlichkeit, von diesem Pfad wieder abzuweichen und einen anderen einzuschlagen, aufgrund der steigenden Kosten, die ein Wechsel auf einen anderen Pfad verursachen würde. Hinzu kommt, dass bei Verlassen eines institutionellen Pfades mit Widerstand seitens derer zu rechnen ist, die an einem Weiterbestehen des Systems interessiert sind. (Csigó 2006: 141) Von besonderer Bedeutung ist auch die Reihenfolge von Ereignissen, da Ereignisse am Anfang eines Pfades eine wesentlich größere Bedeutung für die weitere Entwicklung einnehmen als spätere Ereignisse. Entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis von Prozessen hat also die Sequenz von Ereignissen. (Pierson 2000: 252 f.) Pierson (2000) zeigt vier Faktoren auf, die für selbstverstärkende Prozesse im politischen Kontext von Belang sind.

Zum einen ist das die zentrale Bedeutung kollektiven Handelns, welche viele Elemente birgt, die das Wirken von selbstverstärkenden Mechanismen fördert. Im Besonderen spielen hier die adaptiven Erwartungen und hohe Aufbaukosten eine tragende Rolle. (Dörfler 2009: 14 f.)

Zum anderen führt Pierson die hohe Dichte an Institutionen auf, die den Handlungsspielraum der Akteure aufgrund der eingegangenen Verpflichtungen und Bindungen beschränkt. Deshalb richten sich Akteure nach den Ressourcen und Anreizen von politischen Arrangements aus. Aufgrund komplexer sozialer Interaktionen ist es mit hohen Kosten verbunden, neue Institutionen zu gründen. Auch aufgrund der mit einer Neugründung einhergehenden Lern- und Koordinationseffekte und adaptiven Erwartungen ist mit hohen Kosten zu rechnen. Aus diesem Grunde wird häufig an bereits bestehenden Institutionen oder Arrangements festgehalten obwohl mögliche Alternativen effizienter wären. (Dörfler 2009: 15)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des UN-Sicherheitsrates und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen seinem Aufbau von 1945 und den heutigen politischen Realitäten.

2. Der Sicherheitsrat: Dieses Kapitel beschreibt die Zusammensetzung, die exklusive Machtstellung der ständigen Mitglieder sowie deren spezifische Aufgaben und Befugnisse innerhalb der Vereinten Nationen.

3. Das Konzept der Pfadabhängigkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Pfadabhängigkeit erläutert, insbesondere der Ansatz von Paul Pierson zur Anwendung auf politische Prozesse und Institutionen.

4. Reformbedarf des UN-Sicherheitsrates: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit einer Reform basierend auf den Zielen der Repräsentativität, Effektivität und Legitimität und führt Dahls Machtkonzept als Bewertungsgrundlage ein.

5. Analyse verschiedener Reformvorschläge: Es werden zentrale Reformmodelle, wie der Razali-Plan, der Entwurf der Gruppe der Vier sowie der Vorschlag der Afrikanischen Union, im Hinblick auf ihre politische Durchsetzbarkeit geprüft.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Scheitern bisheriger Reformen primär durch den "Status quo bias" der ständigen Mitglieder und die Hürden der Charta-Änderung begründet ist.

Schlüsselwörter

UN-Sicherheitsrat, Pfadabhängigkeit, Paul Pierson, Reformbedarf, Vetorecht, Repräsentativität, Legitimität, Effektivität, Status quo bias, Internationale Sicherheit, Reformvorschläge, Machtasymmetrien, Charta der Vereinten Nationen, Institutionelle Kontinuität, Vereinte Nationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Gründe, warum der UN-Sicherheitsrat trotz eines breit anerkannten Reformbedarfs institutionell unverändert bleibt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Struktur des UN-Sicherheitsrates, den theoretischen Mechanismen der Pfadabhängigkeit sowie der Evaluation verschiedener Reformvorschläge.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, mithilfe des Konzeptes der Pfadabhängigkeit zu erklären, warum institutionelle Veränderungsprozesse im Sicherheitsrat bisher nicht erfolgreich waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Theorie der Pfadabhängigkeit nach Paul Pierson, um die institutionelle Beharrungstendenz und den "Status quo bias" des Sicherheitsrates zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Sicherheitsrates, die theoretische Einführung in die Pfadabhängigkeit, die Diskussion der Reformkriterien sowie die Analyse konkreter Reformmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind UN-Sicherheitsrat, Pfadabhängigkeit, Vetorecht, Status quo bias, Legitimität und institutionelle Kontinuität.

Welche Rolle spielt das Vetorecht bei den Reformbemühungen?

Das Vetorecht dient den ständigen Mitgliedern als Mittel zur Wahrung ihres Machtstatus und wirkt als einer der zentralen selbstverstärkenden Mechanismen, die institutionellen Wandel blockieren.

Warum ist eine Charta-Änderung bei Reformen so schwierig?

Eine Änderung erfordert eine Zwei-Drittel-Mehrheit in der Generalversammlung sowie die Ratifizierung durch alle ständigen Mitglieder, was aufgrund der gegensätzlichen Interessen der Staaten extrem hohe Hürden schafft.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum kommt es zu keiner Reform des UN-Sicherheitsrates?
Untertitel
Ein Erklärungsversuch mit dem Konzept der Pfadabhängigkeit
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg  (Sozial-und Wirtschaftswissenschaften)
Veranstaltung
Vertiefungsseminar internationale Sicherheitspolitik
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
22
Katalognummer
V340027
ISBN (eBook)
9783668294349
ISBN (Buch)
9783668294356
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sicherheitspolitik Un_Sicherheitsrat; UN-Securitycouncil Vereinte Nationen Pfadabhängigkeit Paul Pierson
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Warum kommt es zu keiner Reform des UN-Sicherheitsrates?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340027
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Leseprobe aus  22  Seiten
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