Quick-Checks von Unternehmen. Eine kritische Analyse

Eignen sich kurzfristige Quick-Checks als Instrument zur Analyse und Verbesserung von kleinen und mittleren Unternehmen?


Bachelorarbeit, 2016

49 Seiten, Note: 2,8


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1 - EINLEITUNG

2 - ZENTRALE BEGRIFFLICHKEITEN UND ABGRENZUNGEN
2.1 - DER BEGRIFF QUICK-CHECK
2.2 - DEFINITION KLEINE UND MITTLERE UNTERNEHMEN
2.3 - EINGRENZUNG BESTIMMTER FRAGESTELLUNGEN

3 - ANALYSE VON QUICK-CHECKS
3.1 - GRÜNDE UND ZIELE FÜR QUICK-CHECKS
3.2 - ANFORDERUNGEN AN QUICK-CHECKS
3.3 - ABLAUF EINES QUICK-CHECKS AM BEISPIEL DES BUSINESS-SCANS VON JOCHEN SOMMER
3.3.1 - SOMMERS ANALYSEFELDER IM BUSINESS-SCAN
3.3.2 - SOMMERS INSTRUMENTE IM BUSINESS-SCAN

4 - KRITISCHE BETRACHTUNG DES BUSINESS-SCANS
4.1 - ERWEITERUNG DER ANALYSEFELDER
4.2 - ERWEITERUNG DER INSTRUMENTE
4.3 - QUICK-CHECK-CARD

5 - ABSCHLIEßENDES FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anfang, Wendepunkt und Ende von Unternehmenskrisen

Abbildung 2: Möglicher Krisenverlauf

Abbildung 3: Der Systematic Cube mit den Hauptgeschäftsprozessen sowie den sieben Ebenen

Abbildung 4: Auszug der Tabelle zur Bestandsaufnahme des Unternehmens für den Business-Scan

Abbildung 5: Schaubild Management

Abbildung 6: Einfache Messindikatoren für alle acht Hauptgeschäftsprozesse

Abbildung 7: Berechnung der Gesamtanlageneffektivität, eigene Darstellung

Abbildung 8: Quicktest-Kennzahlen Schema und Beurteilungen

Abbildung 9: Multiple Diskriminanzfunktion, vereinfachte Methode

Abbildung 10: Perspektiven der BSC

Abbildung 11: Quick-Check-Card

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 - Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Quick-Checks von Unternehmen. Quick-Check (QC) ist ein anderes Wort für kurzfristige Unternehmensanalysen (z.B. der 4-Tage-Firmenscan von Jochen Sommer1 ), die in Form von Check Listen, Tabellen oder Modellen ausgeführt werden können. Je nach QC werden einige wenige bis hin zu allen Bereichen von Unternehmen durchleuchtet. Sie sollen die größten „Fehler“ aufdecken und Möglichkeiten zur Verbesserung vorschlagen. Dabei fokussiert sich diese Arbeit auf die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im verarbeitenden Gewerbe oder in den Bereichen Handwerk, Handel oder Dienstleistung, welche 99% der Unternehmen in der deutschen Wirtschaft darstellen.2 Diese konzentrieren sich meist nur auf den operativen Bereich und verfügen oftmals nicht über eine Controlling Abteilung. Somit fehlt eine Analyse, um das Unternehmen besser zu steuern. Jedoch haben KMU gegenüber großen Unternehmen den Vorteil flexibler und meist kostengünstiger auf Veränderungen zu reagieren. Ein Quick-Check kann dem Unternehmen helfen seine Stärken und Schwächen zu finden, sowie seine Chancen und Risiken zu entdecken und zu nutzen. Er kann z.B. eine gute Vorbereitung auf einen Termin bei der Bank, einem Treffen mit Investoren oder als ersten Ausblick für einen potenziellen Käufer des Unternehmens dienen, bevor das Unternehmen teuer durch Wirtschaftsprüfer bewertet wird. Ebenso kann ein QC ein Hinweis darauf geben, wo das Unternehmen in den nächsten 2 - 3 Jahren stehen wird sowie Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, um Krisen zu umgehen. Es darf nicht das Ziel sein, einer Unternehmenskrise in letzter Sekunde entgegen wirken zu wollen, sondern durch Erkennen von Zusammenhängen eine Unternehmenskrise zu vermeiden, wenn es noch möglich ist und genügend Ressourcen zur Verfügung stehen.

Es stellt sich die Frage, ob die Möglichkeit besteht ein Unternehmen zuverlässig, realitätsgetreu und sicher innerhalb kürzester Zeit zu beurteilen. Eignen sich kurzfristige Quick-Checks als Instrument zur Analyse und Verbesserung von kleinen und mittleren Unternehmen? Wie könnte ein QC für die verschiedenen Wirtschaftszweige (Handel, Industrie, Dienstleistungen, Handwerk) zum Einsatz kommen? Lassen sie sich selbstständig umsetzen oder benötigen sie Unterstützung durch Beratung von außen?

Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, kritisch zu analysieren, ob den KMU durch einen QC (wie z.B. den 4-Tage-Firmenscan von Jochen Sommer) ein zuverlässiges Werkzeug in die Hand gegeben werden kann, mit dem sie in kürzester Zeit und mit geringen wirtschaftlichen Mitteln den Status-Quo ihres Unternehmens aufzeigen können und somit Entscheidungen für die Zukunft zu unterstützen. Es gilt die Analysefelder (Unternehmensbereiche) eines Unternehmens, sowie die Methoden und Instrumente herauszuarbeiten, welche Teil eines QC sein können. Die Ergebnisse der Arbeit fließen in den Ansatz eines erweiterten Analysetools.

Die Arbeit ist in vier aufeinander aufbauende Kapitel gegliedert. Im ersten Teil bekommt der Leser einen Überblick über zentrale Begrifflichkeiten und Abgrenzungen, welche für das weitere Verständnis notwendig sind. Im zweiten Teil werden die Gründe für QC erläutert, welche Anforderungen an QC gestellt werden und ein QC-Beispiel vorgestellt. Der dritte Teil betrachtet die QC kritisch auf Vollständigkeit der Analysefelder und der Instrumente. Darauf folgt der erweiterte Ansatz eines QC. Aus Gründen des Umfangs geht diese Arbeit nicht näher auf die Aufbereitung von Zahlenmaterial für z.B. Bilanz und GuV ein. Zudem wird nur der Sinn der Methoden und Instrumente genannt, diese werden jedoch nicht immer im Einzelnen in ihrer Durchführung erläutert. Hierzu findet sich in der Literatur ausreichend Material, das dies wesentlich ausführlicher beschreibt. Der abschließende Teil der Arbeit zieht ein Fazit der Studie.

2 - Zentrale Begrifflichkeiten und Abgrenzungen

Dieses Kapitel verschafft einen Überblick über Definitionen und Abgrenzungen die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.

2.1 - Der Begriff Quick-Check

Unter einem Quick-Check (auf deutsch „schnelle Überprüfung“) versteht man eine kurzfristige Unternehmensanalyse. Damit ist dieser Begriff weit gefächert, kann viele Bedeutungen haben und Formen annehmen, z.B. Fragebögen, Beratungsstunden, Literatur, Excel-Tabellen, Internetformulare, Power Point Charts, usw.

Ziel einer Unternehmensanalyse ist es, die Leistung des wirtschaftlichen Handelns des Unternehmens zu ermitteln, sowie Informationen zu sammeln, die für Entscheidungen genutzt werden können oder diese Entscheidungen unterstützen.3 In dieser Arbeit wird daher der Begriff QC als kurzfristige Unternehmensanalyse angesehen.

2.2 - Definition kleine und mittlere Unternehmen

In der Literatur findet sich eine Vielzahl an Definitionen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wieder. Häufig tauchen dabei die Begriffe Bilanzsumme, Umsatz und Mitarbeiterzahl auf, wie sie im HGB zu finden sind. So werden laut §267 HGB (2016) Unternehmen als kleine Kapitalgesellschaften bezeichnet, welche mindestens zwei von drei Merkmalen nicht überschreiten, wobei die Bilanzsumme sechs Millionen, der Umsatz zwölf Millionen und die Arbeitnehmerzahl fünfzig nicht übersteigen dürfen. Unternehmen werden als mittelgroße Kapitalgesellschaften bezeichnet, wenn sie mindestens zwei von drei Merkmalen nicht überschreiten, wobei die Bilanzsumme zwanzig Millionen, der Umsatz vierzig Millionen und die Arbeitnehmerzahl zweihundertfünfzig nicht überschreiten dürfen.

Jedoch wurde festgestellt, dass ca. 55 % der Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Mitarbeitern sich als mittelständisch ansehen und dass sich Unternehmen somit weniger anhand von Größenkriterien wie im HGB einstufen, sondern dass sie eher durch die enge Verbindung von Eigentum und Unternehmensführung gekennzeichnet sind. Somit kommt es auf die rechtliche und wirtschaftliche Eigenständigkeit an und darauf, dass der Eigentümer der Geschäftsleitung angehört oder einen faktischen Einfluss auf diese hat, damit von einem mittelständischen Unternehmen gesprochen werden kann.4

2.3 - Eingrenzung bestimmter Fragestellungen

Für diese Arbeit werden zwei Fragestellungen ausgegrenzt, die nicht Teil der Arbeit sein sollen. Zum einen verweist Autor Jochen Sommer darauf, dass es einen Unterschied macht, ob ein Unternehmer oder ein Facharbeiter ein Unternehmen führt. In dem Buch „Der 4-Tage-Firmenscan“ wird die Verbesserung der Lebensqualität für den Unternehmer angepriesen, wenn dieser erfolgreich einem Business-Scan folgt und dessen Maßnahmen umsetzt. Für diese Arbeit wird die entsprechende Thematik ausgegrenzt, da zum Zeitpunkt der Entstehung der Arbeit keine entsprechenden Beweise oder Belege für die Verbesserung der Lebensqualität vorliegen.5

Zum anderen findet eine Abgrenzung statt bei dem Thema, ob der Autor evtl. sein Buch für eigenes Marketing nutzt, um seine Beratungsleistungen zu verkaufen, da laut Autor das Buch zum Business-Scan einen erfahrenen Berater nicht ersetzen kann6 und - die richtige externe Unterstützung vorausgesetzt -, der Zeitraum zur Durchführung der Maßnahmen zur Verbesserung des Unternehmens von 24 Monaten auf ca. sechs Monate reduziert werden kann.7 Dies soll ebenfalls nicht Thema der Arbeit sein.

3 - Analyse von Quick-Checks

In diesem Abschnitt werden die Gründe und Ziele für QC erläutert, welche Anforderungen an QC gestellt werden, ein QC-Beispiel genannt und entsprechende Analysefelder sowie Instrumente vorgestellt.

3.1 - Gründe und Ziele für Quick-Checks

Ohne Messungen ist es nicht möglich, die Qualität und Professionalität eines Unternehmens zu bewerten. Der wirtschaftliche Erfolg ist dafür nur bedingt geeignet, weil er keine Aussage über die zukünftigen Entwicklungen gibt und die meisten erfolgsverursachenden Faktoren unberücksichtigt bleiben.8Nur wer sein Unternehmen sorgfältig untersucht hat, kann entscheiden, welche Maßnahmen für das Unternehmen die richtigen sind.9

Sommer schlägt z.B. vor mindestens einmal im Jahr einen Business-Scan durchzuführen, da durch die systematische Auswertung die Firma gesteuert und entwickelt werden kann. Geschieht dies nicht, so besteht die Gefahr eines Blindfluges.10 Eine gute Planung ist von entscheidender Bedeutung, legt sie doch die betrieblichen Ziele sowie die Aktivitäten fest, mit denen die Ziele erreicht werden sollen und dient somit der systematischen Entscheidungsvorbereitung.11 Neben den finanziellen Faktoren können sich z.B. Banken heutzutage immer mehr für die nicht finanziellen Faktoren interessieren und nach Markt-, Unternehmens-, und Risikoanalysen sowie den daraus resultierenden Maßnahmen fragen.12

Ein QC kann eine unterstützende Aussage tätigen, ob das Unternehmen in einer Krise ist oder nicht. Da im Zeitverlauf die Aussicht die Krise zu überstehen fortschreitend sinkt, sollte jedes Mittel frühzeitig genutzt werden, um die Überlebenschancen des Unternehmens zu steigern, wie die nachfolgende Abbildung zeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anfang, Wendepunkt und Ende von Unternehmenskrisen13

Dabei wird grundsätzlich zwischen drei Krisen unterschieden: Strategiekrise, Ertragskrise, Liquiditätskrise. Schafft es ein Unternehmen nicht, dauerhaft Erfolgspotenziale (Produkt, Service- oder Dienstleistungen) zu besitzen, die einen besonderen Kundennutzen erzeugen, so steckt es in einer Strategiekrise. Der Verlust an Wettbewerbsvorteilen führt zu einer Ertragskrise, welche anhand von sinkenden Gewinnen bzw. steigenden Verlusten im Jahresabschluss sichtbar sind und im schlimmsten Fall das Eigenkapital aufzehren kann. Ohne entsprechende Gegenmaßnahmen landet das Unternehmen schließlich in der Liquiditätskrise. Diese wird gekennzeichnet durch eigene Zahlungsschwierigkeiten, negative Cash- Flows und Bonitätsverluste bei Lieferanten / Banken. Eine Zahlungsunfähigkeit kann letztlich zur Insolvenz und dem eventuellen Untergang des Unternehmens führen.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Möglicher Krisenverlauf15

3.2 - Anforderungen an Quick-Checks

Da es keine einheitliche Definition für den Inhalt von QC gibt, kann davon ausgegangen werden, dass jeder QC in seinen Anforderungen / der Vorgehensweise individuell für das entsprechende Unternehmen ist. Der jeweilige Ablauf eines QC ist davon abhängig, ob sich ein Unternehmer einen Berater in das Unternehmen holt, ihn alleine (mit entsprechender Literatur, Fachzeitschriften, Internet) oder mit seinen Mitarbeitern ausführt. Grundsätzlich müssen immer Zahlen ausgewertet, Daten analysiert und Fragebögen ausgewertet werden.

In der klassischen Literatur findet sich der Begriff der Unternehmensanalyse als Teil der SWOT-Analyse wieder, wie z.B. bei Steinmann 16 oder bei Welge zu sehen.17 Die SWOT-Analyse bietet einen fundierten Überblick über die derzeitige Situation des Unternehmens unter Berücksichtigung der unternehmensinternen Umweltbedingungen (Strengths und Weaknesses, Stärken und Schwächen) als auch der unternehmensexternen Umweltbedingungen (Opportunities und Threats, Chancen und Risiken) und liefert somit die Informationsgrundlage für situationsspezifische Ableitungen geeigneter strategischer Optionen. 18

Die Stärken-Schwächen-Analyse ist die Unternehmensanalyse und besteht aus zwei Teilen. Der eine ist die Potenzialanalyse, die auf unternehmensinterne Daten zurückgreift, um die derzeit vorhandenen und zukünftigen Unternehmensressourcen zu identifizieren, welche finanzieller, organisatorischer, personeller oder technologischer Natur sein können und der andere ist die Konkurrenzanalyse, welche sich mit der Untersuchung der Gegebenheiten bei der Konkurrenz (meist der stärkste Wettbewerber) befasst.19 Für beide Analysen werden entsprechend Kriterien festgelegt wie z.B. Absatzmärkte, Finanzsituation, Standort oder F&E, die dann von Beurteilern bzw. einem Gremium jeweils bewertet werden.20 Das Ergebnis der Stärken-Schwächen-Analyse identifiziert diejenigen Bereiche, in denen das Unternehmen Wettbewerbsvorteile und entsprechende Nachteile besitzt, woraus der Handlungsspielraum für eine Strategie- und Maßnahmenplanung abgeleitet werden kann.21

Die Chancen-Risiken-Analyse betrachtet die Unternehmensumwelt, insbesondere schwer vorhersehbare Ereignisse aus denen sich sowohl Chancen als auch Risiken ergeben. Je eher diese erkannt werden, desto früher kann sich die Strategie darauf einstellen.22 Hierbei werden zuerst die relevanten Umweltfaktoren identifiziert, welche anschließend bezüglich ihrer Veränderungen unter Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen abgeschätzt werden. In Bezug auf die Makroumwelt sind mögliche Bereiche z.B. der sozio-kulturelle (Veränderung der Altersstrukturen in der Bevölkerung oder im Lebensstil), der technische (neue technische Standards), der politisch-rechtliche (Aufhebung sowie Erlass neuer Gesetze), der physische (Knappheit an Rohstoffen, Klimaveränderung) oder der wirtschaftliche (Einführung des Euro, Freihandelszonen). Die Mikroumwelt befasst sich mit jenen Unternehmen, Personen oder Instituten, mit denen das Unternehmen direkt interagiert, entsprechend z.B. mit Abnehmern, Lieferanten oder Konkurrenten. Bei der Ermittlung leisten Prognose- sowie Szenario- Techniken gute Dienste.23 Zum Abschluss werden die Stärken-Schwächen- Analyse sowie die Chancen-Risiken-Analyse in einer Matrix gegenübergestellt um unterschiedliche Strategiearten zu ermitteln.24

Eine weitere Eigenschaft eines QC sollte die Zielbezogenheit sein. Das heißt er richtet sich nach dem wichtigsten Wertziel: das Erstreben eines möglichst günstigen Ergebnisses bei gleichzeitiger Sicherung der Liquidität. Die Ergebnisse der Analyse fließen wieder in die Bildung der Ziele ein, was zu einem Kreislauf aus dem Setzen von Zielen und der Analyse des Erreichungsgrades führt.25

Des Weiteren ist darauf zu achten, dass ein QC als Eigenschaft Vollständigkeit aufweist. Das gesamte wirtschaftliche Geschehen und der Zusammenhang mit dem Markt des Unternehmens sollten enthalten sein, um somit ein Urteil über die Entwicklungsfähigkeit des Unternehmens zu bilden.26

Die Eigenständigkeit vieler KMU macht diese in der Entscheidungsfindung und bei den Reaktionsmöglichkeiten flexibler. Um dem gerecht zu werden, empfiehlt es sich, dass der QC Flexibilität aufweisen und sich an das jeweilige Unternehmen anpassen kann.27

Die Benutzerfreundlichkeit ist nicht zu unterschätzen, da in vielen KMU die Führung bereits stark ausgelastet ist und der Anteil der Akademiker geringer ist gegenüber großen Unternehmen. Daher sollte der Check einfach und transparent ausfallen. Die starke Auslastung des Personals macht zudem eine kurze zeitliche Dauer des QC von Nöten, damit er so bald wie möglich ausgeführt werden kann.28

Durch die oben genannten Gründe und Ziele aus Kapitel 3.1 und die in diesem Kapitel genannten Eigenschaften, sowie die SWOT-Analyse, ergeben sich die Anforderungen an einen QC.

3.3 - Ablauf eines Quick-Checks am Beispiel des Business-Scans von Jochen Sommer

Der Business-Scan von Jochen Sommer wird hier als Beispiel für einen QC aufgeführt und besteht in seiner Form aus einem Würfel, Systematic Cube genannt, der acht Hauptgeschäftsprozesse (oder Analysefelder) auf die Effektivität ihrer Reife mit einer maximalen Punktzahl von hundert Prozent überprüft. Die Größe der Unternehmen spielt nach seiner Aussage dabei keine Rolle.29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Der Systematic Cube mit den Hauptgeschäftsprozessen sowie den sieben Ebenen.30

Die acht Hauptgeschäftsprozesse bestehen aus Management, Marketing, Führung, Interessengewinnung, Kundengewinnung, Leistungserbringung, Support und Finanzen. Es gilt zu beachten, dass nicht alle Hauptgeschäftsprozesse bei jedem Unternehmen benötigt, werden, z.B. wenn dieses nur für einen Kunden tätig ist und somit auf Werbung (Interessentengewinnung), Kundengewinnung und strategisches Marketing verzichten kann.31

Sommer teilt hierbei die Prozesse Interessentengewinnung, Kundengewinnung und Leistungserbringung als operative Prozesse ein, welche direkt nach außen kommunizieren. Die anderen fünf bezeichnet er als strategische Prozesse, die zur Reifeentwicklung und Steuerung des Unternehmens dienen. Zusätzlich enthält jeder der acht Prozesse sieben Ebenen, bestehend aus Definition, Strukturelementen, Tools und Vorlagen, Prozessen, Indikatoren, Strategien und Schaubildern.32

Der erste Schritt seines Business-Scans ist eine Bestandsaufnahme in Form einer Tabelle, welche feststellen soll, wie vollständig das System um die Hauptgeschäftsprozesse des Unternehmens ist. Diese Bestandsaufnahme ist jene, welche nicht länger als vier Tage in Anspruch nehmen sollte und seinem Buch den Namen gab. Der weitere Teil seines Business-Scans beschäftigt sich mit dem Aufbau bzw. dem Ausbau der Strukturen sowie den Maßnahmen zur Optimierung des Unternehmens bzw. der Hauptgeschäftsprozesse. Diese werden in den folgenden Abschnitten komprimiert zusammengefasst, zusätzlich gibt es Hinweise, wie diese Hauptgeschäftsprozesse optimiert werden können.33

[...]


1Vgl. Sommer 2012, S. 49.

2Vgl. Fahrenschon/Kirchhoff/Simmert 2015, S. V.

3Vgl. Seefelder 2007, S. 146ff.

4Vgl. Wolz/Janssen 2009, S. 593f.

5Vgl. Sommer 2012, S. 27ff.

6Vgl. Sommer 2012, S. 22.

7Vgl. Sommer 2012, S. 58.

8Vgl. Sommer 2012, S. 234.

9Vgl. Seefelder 2007, S. 146.

10Vgl. Sommer 2012, S. 71.

11Vgl. Jung 2010, S. 179.

12Vgl. Lombriser/Abplanalp/Wernigk 2011, S. 16.

13Darstellung der Abbildung aus Pohl 1977, S. 76.

14Vgl. Schwarzecker/Spandl 1993, S. 13ff.

15Darstellung der Abbildung aus Schwarzecker/Spandl 1993, S. 13.

16Vgl. Steinmann/Schreyögg/Koch 2013, S. 192ff.

17Vgl. Welge/Al-Laham 2012, S. 353ff.

18Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 214.

19Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 215.

20Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 216f.

21Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 215.

22Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 215.

23Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 218f.

24Vgl. Simon/Gathen 2002, S. 220f.

25Vgl. Hahn/Hungenberg 2001, S. 79f.

26Vgl. Hahn/Hungenberg 2001, S. 80.

27Vgl. Adam 1997, S. 287ff.

28Vgl. Pfohl 2013, S. 19ff.

29Vgl. Sommer 2012, S. 20ff.

30Darstellung der Abbildung aus Sommer 2012, S. 43.

31Vgl. Sommer 2012, S. 42ff.

32Vgl. Sommer 2012, S. 45.

33Vgl. Sommer 2012, S. 49.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Quick-Checks von Unternehmen. Eine kritische Analyse
Untertitel
Eignen sich kurzfristige Quick-Checks als Instrument zur Analyse und Verbesserung von kleinen und mittleren Unternehmen?
Hochschule
Fachhochschule Düsseldorf
Note
2,8
Autor
Jahr
2016
Seiten
49
Katalognummer
V340032
ISBN (eBook)
9783668297227
ISBN (Buch)
9783668297234
Dateigröße
1740 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Controlling, Quick-Check, Analyse, KMU, Rating, BSC, KPI, Krise, SWOT, Scan, Business, Kennzahl, Kennzahlen, Lean Manangement, Make or Buy, Gesmantanlageneffektivität, Personal, Umsatz, Einkauf, F&E, ABC, Break-Even, Nutzwertanalyse, Benchmarking, Porfolio, MDA
Arbeit zitieren
Carsten Gabius (Autor), 2016, Quick-Checks von Unternehmen. Eine kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340032

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