In dieser Seminararbeit werde ich mich mit der Frage beschäftigen, ob die Entwicklung des Menschen und die Rolle der Umwelt dabei realitätsgerecht verstanden werden.
Dabei werde ich zuerst auf die verschiedenen Definitionen von Entwicklung eingehen und sie auf ihre Gültigkeit untersuchen. Daraufhin werde ich ein paar Modelle, die sich mit der Entwicklungsphysiologie beschäftigen, vorstellen und diese in Bezug zu Norbert Elias Theorie zu dem Thema menschliche Entwicklung, setzen.
Außerdem werde ich in diesem Zusammenhang die von ihm geprägten Begriffe „homo clausus“ und „homines aperti“ näher erläutern. Dabei werde ich kurz auf den Aspekt des Prozesscharakters von Menschen eingehen, der ebenfalls von Norbert Elias definiert wurde und zum Allgemeinverständnis der Entwicklung hilfreich ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen „Entwicklung“
2.2 Der Prozesscharakter des Menschen (Elias)
3. Soziale Umwelteinflüsse
4. Von „Homo clausus“ zu „Homines aperti“
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht, ob das Verständnis der menschlichen Entwicklung sowie die Rolle der Umwelt in aktuellen Modellen realitätsgerecht sind. Im Zentrum steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit der Theorie von Norbert Elias, um einen Übergang vom statischen Bild des "Homo clausus" hin zu einem prozesshaften Verständnis des Menschen als "Homines aperti" zu begründen.
- Definitionen und Konzepte der menschlichen Entwicklung
- Norbert Elias’ Verständnis vom Prozesscharakter des Menschen
- Kritische Analyse entwicklungspsychologischer Modelle
- Die Wechselwirkung zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt
- Die notwendige Reformation der Sprache zur Beschreibung von Entwicklung
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Prozesscharakter des Menschen (Elias)
Die Hervorhebung der fortlaufenden und nicht sporadischen Entwicklung des Menschen ist eine der zentralen Aussagen von Norbert Elias Werken.
Ein Beispiel aus seinem Buch „Was ist Soziologie?“ verdeutlicht den Gedanken: Man sagt, der Wind weht. Obwohl der Satz im Grunde richtig ist, wird dabei suggeriert, dass der Wind statisch wäre und existieren könne, ohne zu wehen. Dasselbe statische Bild entsteht, wenn man sagt, „der Mensch entwickelt sich“. Der Mensch wäre kein Mensch ohne Entwicklung. Viele unserer Ausdrücke sind nach diesem Muster aufgebaut und unterstützen damit die Vorstellung von Inaktivität. (Vgl. Elias, N. (2009: 127))
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob die menschliche Entwicklung und der Einfluss der Umwelt heute realitätsgerecht verstanden werden, und stellt den Bezug zu den Theorien von Norbert Elias her.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den Entwicklungsbegriff durch verschiedene Definitionen und führt Norbert Elias' Konzept des Prozesscharakters als stetigen Vorgang ein.
3. Soziale Umwelteinflüsse: Hier werden Modelle der Entwicklungspsychologie analysiert, wobei besonders die Limitierungen von Ansätzen hervorgehoben werden, die Anlage und Umwelt als getrennte Faktoren betrachten.
4. Von „Homo clausus“ zu „Homines aperti“: Dieses Kapitel kritisiert das Bild des Menschen als abgeschlossenes, isoliertes Wesen („Homo clausus“) und plädiert für die Sichtweise des Menschen als offenes, interagierendes Wesen („Homines aperti“).
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein realitätsgerechtes Verständnis der menschlichen Entwicklung eine sprachliche und inhaltliche Neuausrichtung erfordert, die den Menschen als untrennbar mit seiner Umwelt verbunden betrachtet.
Schlüsselwörter
Entwicklungspsychologie, Norbert Elias, Homo clausus, Homines aperti, Prozesscharakter, menschliche Entwicklung, soziale Umwelteinflüsse, Individuum, Gesellschaft, Persönlichkeitsentwicklung, interdependente Menschen, Entwicklungsmodelle, Identität, Soziologie, Anlage-Umwelt-Wechselwirkung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit setzt sich kritisch mit dem gängigen Verständnis der menschlichen Entwicklung und der Rolle der Umwelt auseinander, wobei der Fokus auf soziologischen und psychologischen Perspektiven liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen von Entwicklung, der Prozesscharakter des Menschen nach Norbert Elias, sowie die Analyse der Wechselbeziehung zwischen Individuum und Umwelt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die wissenschaftliche und gesellschaftliche Vorstellung der menschlichen Entwicklung die Realität korrekt abbildet oder ob sie durch statische Begriffe verzerrt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der bestehende Modelle der Entwicklungspsychologie und soziologische Theorien, insbesondere die von Norbert Elias, verglichen und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse sozialer Umwelteinflüsse mittels Modellkritik und die theoretische Herleitung des Übergangs vom "Homo clausus" zum "Homines aperti".
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie "Prozesscharakter", "Homo clausus", "Homines aperti" und die "Wechselwirkung zwischen Individuum und Umwelt" geprägt.
Warum hält Elias das Wort "entwickelt" für problematisch?
Laut Elias suggeriert die Ausdrucksweise, dass der Mensch ein statisches Objekt sei, das sich "entwickelt", während der Mensch in Wirklichkeit ohne ständige Entwicklung gar kein Mensch wäre.
Was unterscheidet den "Homo clausus" vom "Homines aperti"?
Der "Homo clausus" ist das Bild des modernen, in sich abgeschlossenen Individuums mit isoliertem Kern; der "Homines aperti" hingegen beschreibt den Menschen als ein offenes, interagierendes und interdependentes Wesen.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2014, Der Einfluss sozialer Umweltfaktoren auf die Entwicklung des Menschen. Die Begriffe des „homo clausus“ und „homines aperti“ von Norbert Elias, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340175