Das Portfolio besteht aus drei Teilen:
Unterrichtsfeinpanung
In der dokumentierten Unterrichtsstunde lernen die Teilnehmer nach der Uhrzeit zu fragen und Angaben zu ihrem Tagesablauf in inoffizieller Redeweise zu machen, beschränkt auf die Angaben von ganzen Stunden, halben und viertel Stunden.
2. Aufbau eines Lehrwerkes am Beispiel von „Pluspunkt Deutsch", erschienen im Cornelsen Verlag.
3. Bearbeitung des Themas „Heterogenität und Binnendifferenzierung im Integrationsunterricht“ aufgrund eigener Erfahrungen und der Behandlung des Themas im Lehrwerk „Pluspunkt Deutsch“.
Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung in den Flüchtlingskursen erlebe ich die unterschiedlichen Bildungsgrade und Lernerfahrungen der Teilnehmer (die Heterogenität) als große Herausforderung für den Unterricht. Manche Teilnehmer sprechen ein oder zwei Fremdsprachen, die in der Kindheit oder Jugend erlernt wurden, andere können keine Fremdsprachen sprechen, kennen nicht das lateinische Alphabet oder die arabischen Ziffern. Der Versuch, den unterschiedlichen sozialen und bildungsmäßigen Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten gerecht zu werden ist für jeden Einzelnen der Teilnehmer von Bedeutung und darüber hinaus auch für die Gruppe als Ganze. Gerade in einem so genannten Integrationsunterricht sollte m. E. die Erfahrung im Vordergrund stehen, dass jeder Einzelne nach seinen Möglichkeiten gefördert wird und er für die Gemeinschaft der Gruppe von Bedeutung ist.
Die größte Schwierigkeit vor der Teilnahme am Intensivkurs stellte für mich die Heterogenität der Teilnehmer im Flüchtlingskurs dar. Ich hätte vorher nie für möglich gehalten, dass die Differenzen im Verstehen so groß sein können. Eine sehr vereinfachte Art von Evaluation hatte ich durchgeführt und feststellen müssen, dass viele Teilnehmer unzufrieden waren - entweder war die empfundene Progression zu gering oder die Anforderungen zu hoch. Der Kurs wurde bestenfalls durch familiäre Bindungen der Teilnehmer untereinander zusammengehalten. Ich hatte überlegt, den täglich stattfindenden 4- stündigen Kurs zu teilen, in Lernerfahrene und Lernunerfahrene, also praktisch eine so genannte Außendifferenzierung vorzunehmen. Aber das ist auf Ablehnung bei den Teilnehmern gestoßen und ist mittlerweile nicht mehr notwendig. Die Beschäftigung mit dem Thema der Binnendifferenzierung und die erneute Evaluation im Kurs zeigen, dass das Problem sich durch eine Veränderung der Aufgabenstellung meinerseits entschärft hat.
Inhaltsverzeichnis
I Einleitung
Vorwort
Persönliche Daten und beruflicher Werdegang
II Hauptteil
Zielgruppe
Unterrichtsmaterial
Lernziel
Unterrichtsfeinplanung
Analyse von Unterrichtsmaterial
Vorstellung des Lehrwerks „Pluspunkt Deutsch“
Einleitung
Zielgruppe
Zielsetzung
Aufbau
Methodische Schwerpunkte
Methodische Ansätze
Heterogenität und Binnendifferenzierung in dem Lehrwerk „Pluspunkt Deutsch“
III Abschließender Teil
Selbsteinschätzung bezüglich der Lernerfahrungen
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung und praktische Anwendung von Strategien zur Binnendifferenzierung im Integrationsunterricht für Flüchtlinge. Dabei wird analysiert, wie heterogene Lernvoraussetzungen innerhalb einer Gruppe durch ein passendes Lehrwerk und angepasste methodische Ansätze gezielt gefördert werden können, um eine erfolgreiche Integration in den Sprachunterricht und darüber hinaus zu ermöglichen.
- Herausforderungen heterogener Lerngruppen im Kontext von Flucht
- Methodik der Binnendifferenzierung zur Förderung individueller Potenziale
- Analyse und Anwendung des Lehrwerks „Pluspunkt Deutsch“
- Vermittlung von Sprachkenntnissen unter Berücksichtigung kultureller Unterschiede
- Einsatz von Phonetik und Zeitdarstellung als Lerninhalte
Auszug aus dem Buch
Heterogenität und Binnendifferenzierung
Teilweise werden in „Pluspunkt Deutsch“ Fragestellungen gewählt, die geschlossen gewählt sind, d. h. es gibt eine einzige richtige Antwort, die gefunden werden muss - entweder muss im Lückentext ein bestimmtes Wort eingefügt werden oder Wörter müssen in eine bestimmte Reihenfolge gebracht werden bzw. Bildern zugeordnet werden u. v. m. Die Eindeutigkeit der Antwort vermittelt dem verunsicherten Teilnehmer dass er mit seiner Antwort völlig richtig liegt, Zweifel kommen so nicht auf. Nachteilhaft ist, dass kreative Möglichkeiten eindeutig begrenzt sind und insbesondere Personen, die lernfreudiger, engagierter und leistungsfähiger sind als andere, innerhalb einer heterogenen Gruppe, ausgebremst werden. Sie müssen sich, wie die anderen mit der einzig richtigen Antwort begnügen.
Schon auf der Rückseite des Arbeitsbuches wird allerdings als Zielgruppe in „Pluspunkt Deutsch“ die heterogene Gruppe, Lernende mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Lernerfahrungen, angegeben. Um diesen unterschiedlichen Gruppierungen jeweils gerecht zu werden, müssen entsprechende Aufgabenstellungen offen gefasst werden, dass beispielsweise Aufsätze zu einem bestimmten Thema geschrieben werden, Referate vorgetragen oder Rollenspiele aufgeführt werden sollen. Vereinzelt sind auch solche Vorgänge in dem Kapitel zu finden. Nachdem die Kursteilnehmer den Wochenplan einer gewissen Frau Joona studiert haben, hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit einen eigenen Wochenplan zu erstellen und nach vorgegebener Struktur selbst auszufüllen. Die Teilnehmer werden gebeten sich einen Lernpartner zu wählen und diesen Partner z. B. zu fragen „Was machst Du am Donnerstag“? Und im Anschluss werden sie aufgefordert: „Berichten Sie über Ihren Lernpartner /Ihre Lernpartnerin im Kurs.“
Zusammenfassung der Kapitel
I Einleitung: Das Vorwort beschreibt die Motivation der Autorin und die spezifische Situation der Flüchtlingsgruppen in Berlin sowie die Notwendigkeit, eine positive Lernatmosphäre zu schaffen.
II Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert die heterogene Zusammensetzung der Lerngruppe, definiert Lernziele und plant Unterrichtseinheiten, während er das Lehrwerk „Pluspunkt Deutsch“ kritisch auf seine Eignung zur Binnendifferenzierung prüft.
III Abschließender Teil: Hier reflektiert die Autorin ihre eigene Lernerfahrung während des Fortbildungskurses und beschreibt, wie sie die neuen methodischen Erkenntnisse in ihren eigenen Unterricht integriert.
Schlüsselwörter
Integrationsunterricht, Flüchtlingskurs, Binnendifferenzierung, Heterogenität, Pluspunkt Deutsch, Sprachvermittlung, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Lernvoraussetzungen, Methodenvielfalt, Sprachniveau A1, Lehrwerksanalyse, Unterrichtsfeinplanung, Phonetik, Lernmotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der methodischen Gestaltung von Integrationskursen für Flüchtlinge unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen durch heterogene Lerngruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit unterschiedlichen Bildungsbiografien von Teilnehmern, die Analyse des Lehrwerks „Pluspunkt Deutsch“ und die praktische Umsetzung binnendifferenzierter Unterrichtsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie innerhalb einer heterogenen Gruppe jeder Einzelne gemäß seinen Möglichkeiten gefördert werden kann, um Sprachbarrieren zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktisch-analytische Methode angewandt, die auf der Vorstellung und kritischen Reflexion des eingesetzten Unterrichtsmaterials sowie der Unterrichtsplanung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Zielgruppenbeschreibung, die Unterrichtsfeinplanung zum Thema „Zeitangaben“ sowie eine umfassende Analyse des Lehrwerks hinsichtlich seiner methodischen Ansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Binnendifferenzierung, Heterogenität, Integrationsunterricht und DaZ-Methodik charakterisiert.
Warum ist das Thema der Zeitdarstellung im Kontext der Binnendifferenzierung relevant?
Da die Teilnehmer sehr unterschiedliche Vorkenntnisse in Bezug auf das lateinische Alphabet und mathematische Grundlagen haben, eignet sich das Thema Zeitdarstellung hervorragend, um differenzierte Schwierigkeitsgrade bei Übungen anzubieten.
Welche Rolle spielt die Phonetikausbildung für die Lehrerin in dieser Arbeit?
Die Autorin hebt hervor, dass die bewusste Auseinandersetzung mit Satzmelodie und Vokalen maßgeblich dazu beigetragen hat, ihren Unterricht lebendiger zu gestalten und Missverständnisse bei den Lernenden abzubauen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Zeitangaben - Heterogenität und Binnendifferenzierung im Integrationsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340205