Einführungszeitpunkt für ein Umweltmanagementsystem bei einem mittelständischen Produktionsbetrieb


Projektarbeit, 2002
35 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemstellung
2.1 Gang der Untersuchung

3 Unternehmenssituation der Firma Kilian
3.1 Firmenstruktur
3.2 Umweltschutzmaßnahmen
3.3 Gründe für ein Umweltmanagementsystem

4 Einführungszeitpunkte für ein Umweltmanagement
4.1 Sofortige Einführung
4.2 Spätere Einführung
4.3 Keine Einführung

5 Kosten eines Umweltmanagementsystems

6 Bewertung der Einführungszeitpunkte
6.1 Sofortige Einführung
6.2 Spätere Einführung
6.3 Keine Einführung

7 Fazit

8 Anhang

9 Glossar

10 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Organigramm

Abb. 2 Befragung

Abb. 3 Finanzierungsarten

Abb. 4 Nutzwertanalyse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Die Firma Kilian Industrieschilder GmbH in Hamburg ist ein mittelständischer, inhabergeführter Produktionsbetrieb, der schon immer großen Wert auf eine umweltschonende Fertigung gelegt hat. So besteht mit dem TÜV-Nord seit dem 11.08.1995 ein freiwilliger Vertrag über die regelmäßige Überwachung der Firma Kilian auf Einhaltung der Anforderungen des § 19 des WHG (Wasserhaushaltsgesetz). Das ist besonders wichtig, weil die Firma in einem Wasserschutzgebiet produziert.

2 Problemstellung

Das wachsende Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit macht auch vor den Unternehmen nicht Halt. Aber die schwierige Wirtschaftslage, der Zwang zu permanenten Produktivitätssteigerungen und die damit verbundenen Investitionen ließen der Kilian Industrieschilder GmbH bislang keinen ökonomisch vertretbaren Raum, ein Umweltmanagementsystem zu implementieren und zertifizieren und validieren zu lassen. Gleichzeitig nehmen die Umweltauflagen zu. In dieser scheinbar ausweglosen Situation bietet sich als Lösung die Vorbereitung eines UMS an, zunächst ohne es zertifizieren und validieren zu lassen. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich in Europa die EG-Öko-Audit-Verordnung als Vorgabe zum Thema Umweltmanagement etabliert. Seit 1996 kann alternativ zur EG-Öko-Audit-Verordnung die DIN EN ISO 14001 angewendet werden. Beide Systeme können einzeln oder in Verbindung miteinander eingeführt werden. Die Auswahl zwischen den beiden Systemen wird im Wesentlichen durch die Ausrichtung des betreffenden Unternehmens beeinflusst.[1] Da die Kilian Industrieschilder GmbH, die in dieser Projektarbeit als Fallstudie dient, auf den europäischen Markt ausgerichtet ist, bietet sich anstatt der weltweit gültigen DIN EN ISO 14001 ein Umweltmanagementsystem gemäß der EG-Öko-Audit-Verordnung an. Am Beispiel der Firma Kilian werden mögliche Einführungszeitpunkte für ein Umweltmanagementsystem nach der EG-Öko-Audit-Verordnung aufgezeigt und anschließend eine Entscheidung für den richtigen Einführungszeitpunkt getroffen.

2.1 Gang der Untersuchung

Im Anschluss an diesen Gliederungspunkt wird die Unternehmenssituation der Kilian Industrieschilder GmbH dargestellt. Sodann werden die Gründe für die Einführung, Zertifizierung und Validierung eines Umweltmanagementsystems vorgestellt. In einem nächsten Schritt werden die Einführungszeitpunkte für ein UMS im Hinblick auf Ziele, Durchführung und mögliche Probleme untersucht. Nach einer eingehenden Betrachtung der Kostenaspekte folgt eine umfassende Bewertung aller Lösungsmöglichkeiten. Abschließend wird eine für die Kilian Industrieschilder GmbH realisierbare Empfehlung für den richtigen Einführungszeitpunkt eines Umweltmanagementsystems nach der EG-Öko-Audit-Verordnung ausgesprochen.

3 Unternehmenssituation der Firma Kilian

Kilian Industrieschilder GmbH in Hamburg stellt seit 1925 Schilder her, die vor allem auf Maschinen, Fahrzeugen und Geräten angebracht werden. Die Schilder sollen dauerhaft und robust gegenüber mechanischen und chemischen Einwirkungen sein. Mit nur 28 Mitabeitern wird ein Jahresumsatz von ca. 3 Mio. EUR erwirtschaftet. Die Personalkosten betragen 33 % vom Umsatz.

Bei der Firma Kilian in Hamburg gibt es ein Qualitätsmanagementsystem, das zu einem Umweltmanagementsystem ausgebaut werden kann. Die Produktion erfolgt in Anlehnung an die DIN EN ISO 9001. Teamarbeit und Kundenorientierung stehen im Vordergrund.

Es gibt wöchentliche Qualitätszirkel, die mitten in einer Produktionshalle auf einer Freifläche stattfinden. Für gute Ideen (Vorschlagswesen) werden sog. „metal digits“ (Wertgutscheine für z. B. Theaterkarten) an die Mitarbeiter ausgegeben. Eine Kaffeebar ist vorhanden und es wird sehr viel Wert auf einen kontinuierlichen Newsflow (Informationsfluss) gelegt, da dies die Arbeitsergebnisse nach Ansicht der Unternehmensleitung verbessert. Es gibt informelle Gruppen (z. B. Bowling). Der Drang nach kontinuierlicher Verbesserung ist immer und überall spürbar.

Kundenzufriedenheit bedeutet Erfolg! Das hat die Kilian GmbH erkannt und will aktive Kontaktpflege betreiben, d. h. das Unternehmen fragt sich, was der Kunde wirklich will und kommuniziert mit ihm. Intern werden alle Prozesse und Handlungen nach den Wertmaßstäben des Kunden beurteilt. Aktuelles Projekt ist die Implementierung eines Beanstandungsmanagements.

3.1 Firmenstruktur

Im Folgenden wird die Aufbauorganisation des Unternehmens dargestellt. Das Organigramm beinhaltet auch ein Funktionendiagramm mit den Namen der Teammitglieder:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1[2]

3.2 Umweltschutzmaßnahmen

Das Fabrikgebäude wurde schon 1939 erbaut und seitdem fortwährend modernisiert. Mit seinem Spitzdach und den Sprossenfenstern hat es äußerlich die Anmutung eines Landhauses. Ein Neubau auf der grünen Wiese hat sich bisher als wirtschaftlich nicht tragfähig erwiesen.

Einige Umweltschutzmaßnamen der Kilian Industrieschilder GmbH:

- Trotz Produktionssteigerung und Vergrößerung der Fabrikationsfläche konnte der Verbrauch von Strom, Gas und Wasser seit 1980 kontinuierlich gesenkt werden.
- Der Anteil chemischer Stoffe in der Fertigung konnte in den vergangenen zwölf Jahren um 84 % gesenkt werden (z. B. Umstellung auf wasserbasierende Lösemittel, Verwendung von Stanzöl auf pflanzlicher Basis, Reduzierung der umweltbelastenden Druckfarben und Gebrauch von Pflanzenölester als Benzinersatz).
- Als Verpackungsmittel werden nur noch Pappe und Papier verwendet. Umweltbelastende Kunststoffe kommen nicht mehr zum Einsatz.
- UV-Trocknungssystem im Siebdruck schont Ressourcen.
- Regenerierungsanlage für Säure zur Metallätzung.
- Wasserkreisläufe für Kühlsysteme.
- Bauseitiger Lärmemissionsschutz zur Wohnseite hin.
- Ausschließlich durch Erdgas befeuerte Heizanlagen.
- Durchgängig prozessübergreifende Abfalltrennung.
- Starke Reduzierung des besonders überwachungsbedürftigen Abfalls (Sondermüll).
- Eigene Wasseraufbereitungsanlage (Kläranlage).
- Eigener Brauchwasserbrunnen auf dem Grundstück.

Umweltschutzmaßnahmen sind nicht zuletzt auch deshalb wichtig, weil viele Produkte immer homogener werden. Die Unternehmen können sich z. T. nur noch durch Dienstleistungen oder das Herausstellen von Umweltschutzmaßnahmen von Wettbewerbsprodukten abgrenzen.

Seit 1996 führt Firma Kilian eine Grundwassersanierung durch. Der Grund dieser Sanierungsmaßnahme liegt mehr als 30 Jahre zurück, als der Umgang mit chlorierten Kohlenwasserstoffen nicht nur erlaubt war, sondern sogar empfohlen wurde. Damals waren die umweltbelastenden Wirkungen dieser Stoffe noch weitgehend unbekannt. Heute müssen die Unternehmen für Sanierungsmaßnahmen aufkommen, obwohl sie die Umweltbelastungen ursächlich nicht verschuldet haben. Diese Kostenbelastung macht es der Firma Kilian GmbH sehr schwer, in Vorhaben zu investieren, die nicht direkt umsatzfördernde Wirkung haben. Dazu gehören auch Zertifizierungsvorhaben und eine Validierung nach EMAS. Es gilt also, genau abzuwägen, ob sich ein Umweltmanagementsystem auszahlen wird. Bislang verfügen nur größere Wettbewerbsfirmen von Kilian über ein UMS nach EMAS II, denn noch erlaubt die Marktsituation eine Nichtzertifizierung. Die Kilian GmbH muss sich aber rechtzeitig entscheiden, ob und zu welchem Zeitpunkt ein EMAS-Umweltmanagementsystem eingeführt werden soll.

3.3 Gründe für ein Umweltmanagementsystem

Wirtschaftliches Handeln und qualitativ hochwertige Produkte sind untrennbar verbunden mit Umweltschutzbelangen, denn optimierte Abläufe tragen nicht nur zur Wirtschaftlichkeit bei und erhöhen die Produktqualität, sondern helfen auch die Ressourcen zu schonen.

Tue Gutes und rede darüber! Kilian hat ein Umweltmanagementhandbuch entwickelt, das im Herbst 2002 unter www.kilian-schilder.de in das Internet gestellt wird. In Vorbereitung ist zudem eine Umwelterklärung, die allen Anspruchsgruppen zur Verfügung stehen wird. Darin werden die Umweltverträglichkeit der Produkte, die Verpackung und vor allem umweltgerechte Herstellungsverfahren dargestellt.

Im Gegensatz zu Produktwerbung und Verkaufsförderung zielen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) nicht unmittelbar auf den Absatz bestimmter Produkte, sondern generell auf die Verbesserung des Unternehmensbildes in der Öffentlichkeit. Soviel Personen von je 100 Befragten äußerten große Sorgen um:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 [3]

Das zunehmende Umweltbewusstsein sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wirtschaft hat dazu geführt, dass die Firmen aktiv einen Beitrag zum Umweltschutz leisten müssen, um Ihr öffentliches Ansehen zu verbessern. Glaubwürdigkeit und Transparenz werden durch zertifizierte Umweltmanagementsysteme wesentlich erhöht. Mit einer Umwelterklärung können Unternehmen ihre besonderen Anstrengungen für den Umweltschutz glaubhaft darlegen. Unternehmensführung ist ohne Umweltmanagement inzwischen fast nicht mehr denkbar. Für Betriebe reicht es heute nicht mehr nur, dem Markt einwandfreie Produkte anzubieten. Verantwortliches und nachhaltiges Handeln rücken immer mehr in den Fokus von Betrieben und deren Kunden. Diese These wird durch fünf Kernaussagen belegt, die im Rahmen einer amerikanischen Studie veröffentlicht wurden. Es handelt sich um Ansichten, die mit dem Begriff Nachhaltigkeit kompatibel sind: Betriebliches Streben nach nachhaltiger Entwicklung ...

... erfordert eine Partnerschaft zwischen Behörden, Unternehmen und der Gesellschaft (meinen 92,2 % der Amerikaner).

... erfordert ein Gleichgewicht zwischen den betrieblichen Notwendigkeiten einerseits und dem Umweltschutz andererseits (meinen 88,8 % der Amerikaner).

... bedeutet die Berücksichtigung sowohl der sozialen als auch der Umweltprobleme (meinen 86,2 % der Amerikaner).

... zieht grundlegende Änderungen in den Einstellungen und Werten nach sich (meinen 81,9 % der Amerikaner).

[...]


[1] Vgl. o.V.: Umweltmanagement, Kissing (: WEKA-Verlag), 2000, S. 2

[2] Quelle: Eigene Zusammenstellung

[3] Vgl. Prof. Dr. Michaelis, Peter: Betriebliches Umweltmanagement, Herne / Berlin (: Verlag Neue Wirtschafts-Briefe GmbH & Co.), Juli 1999, S. 183

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Einführungszeitpunkt für ein Umweltmanagementsystem bei einem mittelständischen Produktionsbetrieb
Autor
Jahr
2002
Seiten
35
Katalognummer
V340221
ISBN (eBook)
9783668301214
ISBN (Buch)
9783668301221
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einführungszeitpunkt, umweltmanagementsystem, produktionsbetrieb
Arbeit zitieren
Wolf-Uwe Kilian (Autor), 2002, Einführungszeitpunkt für ein Umweltmanagementsystem bei einem mittelständischen Produktionsbetrieb, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340221

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