Das wachsende Umweltbewusstsein in der Öffentlichkeit macht auch vor den Unternehmen nicht Halt. Aber die schwierige Wirtschaftslage, der Zwang zu permanenten Produktivitätssteigerungen und die damit verbundenen Investitionen ließen der Kilian Industrieschilder GmbH bislang keinen ökonomisch vertretbaren Raum, ein Umweltmanagementsystem zu implementieren und zertifizieren und validieren zu lassen.
Gleichzeitig nehmen die Umweltauflagen zu. In dieser scheinbar ausweglosen Situation bietet sich als Lösung die Vorbereitung eines UMS an, zunächst ohne es zertifizieren und validieren zu lassen. Seit Anfang der 90er Jahre hat sich in Europa die EG-Öko-Audit-Verordnung als Vorgabe zum Thema Umweltmanagement etabliert. Seit 1996 kann alternativ zur EG-Öko-Audit-Verordnung die DIN EN ISO 14001 angewendet werden.
Beide Systeme können einzeln oder in Verbindung miteinander eingeführt werden. Die Auswahl zwischen den beiden Systemen wird im Wesentlichen durch die Ausrichtung des betreffenden Unternehmens beeinflusst. Da die Kilian Industrieschilder GmbH, die in dieser Projektarbeit als Fallstudie dient, auf den europäischen Markt ausgerichtet ist, bietet sich anstatt der weltweit gültigen DIN EN ISO 14001 ein Umweltmanagementsystem gemäß der EG-Öko-Audit-Verordnung an.
Am Beispiel der Firma Kilian werden mögliche Einführungszeitpunkte für ein Umweltmanagementsystem nach der EG-Öko-Audit-Verordnung aufgezeigt und anschließend eine Entscheidung für den richtigen Einführungszeitpunkt getroffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung
2.1 Gang der Untersuchung
3 Unternehmenssituation der Firma Kilian
3.1 Firmenstruktur
3.2 Umweltschutzmaßnahmen
3.3 Gründe für ein Umweltmanagementsystem
4 Einführungszeitpunkte für ein Umweltmanagement
4.1 Sofortige Einführung
4.2 Spätere Einführung
4.3 Keine Einführung
5 Kosten eines Umweltmanagementsystems
6 Bewertung der Einführungszeitpunkte
6.1 Sofortige Einführung
6.2 Spätere Einführung
6.3 Keine Einführung
7 Fazit
8 Anhang
9 Glossar
10 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Projektarbeit
Die Arbeit untersucht die Entscheidungssituation eines mittelständischen Produktionsbetriebes bezüglich der Implementierung eines Umweltmanagementsystems (UMS) unter Berücksichtigung ökonomischer und strategischer Faktoren. Ziel ist es, den optimalen Einführungszeitpunkt für ein UMS nach der EG-Öko-Audit-Verordnung zu evaluieren, um langfristig Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit zu sichern.
- Analyse der Unternehmenssituation und bestehender Umweltschutzmaßnahmen
- Untersuchung der Motive für ein Umweltmanagement
- Vergleich verschiedener Zeitpunkte für die Einführung eines UMS
- Kosten-Nutzen-Betrachtung der Zertifizierung
- Bewertung mittels Nutzwertanalyse
Auszug aus dem Buch
3.2 Umweltschutzmaßnahmen
Das Fabrikgebäude wurde schon 1939 erbaut und seitdem fortwährend modernisiert. Mit seinem Spitzdach und den Sprossenfenstern hat es äußerlich die Anmutung eines Landhauses. Ein Neubau auf der grünen Wiese hat sich bisher als wirtschaftlich nicht tragfähig erwiesen.
Einige Umweltschutzmaßnahmen der Kilian Industrieschilder GmbH:
• Trotz Produktionssteigerung und Vergrößerung der Fabrikationsfläche konnte der Verbrauch von Strom, Gas und Wasser seit 1980 kontinuierlich gesenkt werden.
• Der Anteil chemischer Stoffe in der Fertigung konnte in den vergangenen zwölf Jahren um 84 % gesenkt werden (z. B. Umstellung auf wasserbasierende Lösemittel, Verwendung von Stanzöl auf pflanzlicher Basis, Reduzierung der umweltbelastenden Druckfarben und Gebrauch von Pflanzenölester als Benzinersatz).
• Als Verpackungsmittel werden nur noch Pappe und Papier verwendet. Umweltbelastende Kunststoffe kommen nicht mehr zum Einsatz.
• UV-Trocknungssystem im Siebdruck schont Ressourcen.
• Regenerierungsanlage für Säure zur Metallätzung.
• Wasserkreisläufe für Kühlsysteme.
• Bauseitiger Lärmemissionsschutz zur Wohnseite hin.
• Ausschließlich durch Erdgas befeuerte Heizanlagen.
• Durchgängig prozessübergreifende Abfalltrennung.
• Starke Reduzierung des besonders überwachungsbedürftigen Abfalls (Sondermüll).
• Eigene Wasseraufbereitungsanlage (Kläranlage).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Kurze Vorstellung der Firma Kilian Industrieschilder GmbH und ihrer Motivation zur umweltschonenden Fertigung.
2 Problemstellung: Beschreibung des Spannungsfeldes zwischen Wirtschaftslage, Investitionsdruck und steigenden Umweltauflagen bei der Einführung eines UMS.
3 Unternehmenssituation der Firma Kilian: Detaillierte Darstellung der Firmenstruktur, der bereits bestehenden Umweltschutzmaßnahmen und der allgemeinen Gründe für ein UMS.
4 Einführungszeitpunkte für ein Umweltmanagement: Analyse der Optionen für eine sofortige, spätere oder gar keine Einführung eines UMS unter Berücksichtigung verschiedener Zielsetzungen.
5 Kosten eines Umweltmanagementsystems: Aufstellung der Kostenfaktoren, die mit der Validierung und dem Aufbau eines UMS verbunden sind.
6 Bewertung der Einführungszeitpunkte: Methodische Gegenüberstellung und Bewertung der Einführungsstrategien sowie eine finale Empfehlung für den Betrieb.
7 Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, warum eine spätere Einführung für die Firma Kilian derzeit die sinnvollste Option darstellt.
8 Anhang: Ausblick auf die zukünftige Entwicklung in Richtung eines ganzheitlichen Nachhaltigkeitsmanagements.
9 Glossar: Erläuterung wichtiger Fachbegriffe rund um das Thema Umweltmanagement.
10 Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Projektarbeit verwendeten Quellen und Studien.
Schlüsselwörter
Umweltmanagementsystem, UMS, EG-Öko-Audit-Verordnung, EMAS, DIN EN ISO 14001, Zertifizierung, Nachhaltigkeit, Kostenrechnung, KMU, Produktionsbetrieb, Nutzwertanalyse, Umweltpolitik, Umwelterklärung, Umweltschutz, Effizienzsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entscheidung eines mittelständischen Produktionsbetriebes bezüglich des Zeitpunkts für die Einführung eines Umweltmanagementsystems (UMS) gemäß der EG-Öko-Audit-Verordnung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unternehmensanalyse der Firma Kilian, den Kostenfaktoren für Zertifizierungen sowie der strategischen Bewertung verschiedener Einführungszeitpunkte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, für die Kilian Industrieschilder GmbH eine fundierte Entscheidungshilfe zu entwickeln, ob und wann eine Implementierung eines UMS wirtschaftlich und organisatorisch sinnvoll ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Bewertung verwendet?
Der Autor nutzt eine Nutzwertanalyse, um verschiedene Handlungsalternativen (sofortige, spätere oder keine Einführung) anhand gewichteter Kriterien objektiv vergleichbar zu machen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Firmenstruktur, bestehende Umweltschutzmaßnahmen, die Kostenstruktur der Zertifizierung und die verschiedenen strategischen Szenarien inklusive deren Implementierung detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Umweltmanagementsystem, EMAS, Zertifizierung, Nachhaltigkeit und Kosten-Nutzen-Analyse im Kontext eines kleinen und mittleren Unternehmens.
Warum wird im Fazit eine spätere Einführung empfohlen?
Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Belastung und des derzeit moderaten Marktdrucks wird eine mittelfristige Planung empfohlen, die das Unternehmen entlastet, während es das Ziel einer nachhaltigen Umweltschonung beibehält.
Welchen Stellenwert nimmt die Ökobilanz im Kontext der Firma Kilian ein?
Die Ökobilanz wird als wichtiger Schritt gesehen, um Umweltaspekte transparent zu machen, ohne sofort die hohen Kosten einer vollen Zertifizierung tragen zu müssen.
- Citation du texte
- Wolf-Uwe Kilian (Auteur), 2002, Einführungszeitpunkt für ein Umweltmanagementsystem bei einem mittelständischen Produktionsbetrieb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340221