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Systemtransformation in Osteuropa

Title: Systemtransformation in Osteuropa

Term Paper , 2003 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Neitzsch (Author)

Politics - Region: Eastern Europe
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Es ist noch keine zwei Jahrzehnte her, dass die Welt in zwei feindliche Blöcke gespalten war: Das sozialistische und das kapitalistische Lager. Binnen weniger Jahre, teilweise binnen weniger Monate änderte sich dies dramatisch. Der so genannte ‚Ostblock’, der unter der Vorherrschaft der Sowjetunion dem Westen lange Zeit als mächtiger Gegner und Systemalternative gegenüberstand, implodierte und die dortigen Regime wandelten sich in marktwirtschaftliche Demokratien nach westlichem Vorbild. Thema dieser Arbeit sind die Transformationsprozesse, die in ihrer Summe zu selbigem Ergebnis führten und so unterschiedliche Ereignisse umfassen wie den Fall der Berliner Mauer, die Studentenproteste in Prag, den Triumph der Gewerkschaft Solidarnosc in Danzig oder die blutige Revolution gegen Ceausescu in Bukarest. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf die in unmittelbarer Nachbarschaft zu Deutschland gelegenen Länder Polen und die beiden tschechoslowakischen Nachfolgestaaten gelegt werden. Der bevorstehende EU-Beitritt dieser Länder verdeutlicht noch einmal die aktuelle Relevanz sich mit den Erfolgen des Wandels dort zu beschäftigen. Hierzu werden zu erst die theoretischen Grundlagen und die Begrifflichkeiten von Transformationsprozessen und Systemwechseln geklärt und die verschiedenen politikwissenschaftlichen Transformationsmodelle verglichen. Mit der Systemtheorie wird ein Versuch die verschiedenen Theorien zusammenzuführen vorgestellt. Mit Hilfe einer solchen systemtheoretischen Heuristik des Wandels werden im zweiten Teil der Arbeit die Transformationsprozesse in Osteuropa anhand der Länderbeispiele Polen und CSSR analysiert. Dabei werden jeweils die Phasen des autoritären Regimes, des Wandels und des sich konsolidierenden demokratischen Systems verglichen. Schließlich wird der Versuch unternommen aus den beobachteten Unterschieden im Transformationsprozess einige verallgemeinernde Hypothesen über die Determinanten der Transition der osteuropäischen Staaten zur Demokratie abzuleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Theoretische Grundlagen zu Systemwechsel und Transformationsprozessen

1.1 Begriffsdefinitionen

1.2 Politikwissenschaftliche Transformationsmodelle im Vergleich

1.2.1 Theorienpluralismus

1.2.2 Theorien über Ursachen von Transformationsprozessen

1.2.3 Phasen-Modelle zum Ablauf von Transformationsprozessen

1.3 Systemtheorie als systematisierender Syntheseversuch

2 Exemplarische Analyse der Transformationsprozesse in Osteuropa

2.1 Historische, wirtschaftliche und politische Hintergründe der Situation in Osteuropa

2.2 Ländervergleich: Polen und Tschechoslowakische Republik

2.2.1 Art des autoritären Regimes und Vorrausetzungen für den Wandel

2.2.2 Ablauf des Wandels

2.2.3 Konsolidierung des neu entstandenen, demokratischen Systems

2.3 Hypothesen über Ursachen der unterschiedlichen Transformationsverläufe

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformationsprozesse in den ehemals kommunistischen Staaten Osteuropas, mit besonderem Fokus auf den Systemwechsel in Polen und der Tschechoslowakei. Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen des Systemwechsels politikwissenschaftlich einzuordnen, die Unterschiede in den Transformationsverläufen der gewählten Länderbeispiele zu analysieren und daraus verallgemeinernde Hypothesen über die Determinanten des Übergangs zur Demokratie abzuleiten.

  • Politikwissenschaftliche Transformationsmodelle und Theorienpluralismus
  • Systemtheoretische Ansätze zur Analyse von Transformationsprozessen
  • Vergleichende Analyse des Wandels in Polen und der Tschechoslowakei
  • Einfluss von Elite-Strategien auf den Verlauf der Transition
  • Strukturelle Faktoren für eine erfolgreiche demokratische Konsolidierung

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Ablauf des Wandels

„Gerade in Zuständen schwindender Systemstabilität reicht ein zum Teil minimaler Anreiz als Auslöser, um das System in eine Transformationsphase zu bringen.“ (Sandschneider, 1995, S.140) Der zentrale Transformationsanreiz, welcher die durch Misswirtschaft und geringem Ansehen in der Bevölkerung geschwächten Regime zum Kippen brachte, dürfte exogener Natur gewesen sein. Die Nichteinmischungspolitik Gorbatschows signalisierte den herrschenden Eliten, dass sie nicht auf den militärischen Beistand der Sowjetunion hoffen konnten.

Erste Streiks zu Beginn des Jahres 1988 kündigten in Polen eine erneute Destabilisierung der Lage an. Nach „der zweiten Streikwelle im August 1988 machte sich in der Warschauer Führung die Einsicht breit, dass mit Konsultationsmodellen ohne Elemente direkter politischer Mitentscheidung der pluralistischen Gesellschaft ein Ausweg aus der Dauerkrise nicht zu finden war.“ (Bingen, in: Göttinger Arbeitskreis, 1993, S.35)

Die Häufung von Anreizen wurde also von führenden Akteuren als dysfunktional bewertet und man unternahm den Versuch durch Reformen die Anreize zu absorbieren. Es kam zu Treffen von Vertretern der Partei (PZPR) und der gewerkschaftlichen und kirchlichen Opposition und man vereinbarte Gespräche an Runden Tischen im Dezember, die bis April andauerten. „Allerdings war am Runden Tisch nicht absehbar, dass die dort beschlossenen halbfreien Wahlen eine solche Dynamik auslösen würden, dass als Ergebnis nicht der vorgesehene Systemwandel, sondern schon nach kurzer Zeit ein grundlegender Systemwechsel erfolgen würde, und zwar nicht nur im politischen sondern auch im sozio-ökonomischen Bereich.“ (Ziemer/Matthes, in: Ismayr, 2002, S.187)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umriss des historischen Kontextes des Systemwechsels in Osteuropa und Vorstellung der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.

1 Theoretische Grundlagen zu Systemwechsel und Transformationsprozessen: Klärung zentraler Begrifflichkeiten und vergleichende Darstellung politikwissenschaftlicher Transformationsmodelle sowie der Systemtheorie als Analyseansatz.

2 Exemplarische Analyse der Transformationsprozesse in Osteuropa: Untersuchung der historischen Hintergründe und Durchführung eines Ländervergleichs zwischen Polen und der Tschechoslowakei hinsichtlich des Wandels und seiner Konsolidierung.

3. Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse und Ableitung generalisierender Hypothesen über die Determinanten erfolgreicher demokratischer Transformationen.

Schlüsselwörter

Systemtransformation, Systemwechsel, Osteuropa, Demokratisierung, Konsolidierung, Polen, Tschechoslowakei, Transformationsmodelle, Transformationstheorie, Systemtheorie, Systemzusammenbruch, politische Eliten, Zivilgesellschaft, Sozialismus, Transition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Transformation politischer Systeme in den ehemals kommunistischen Staaten Osteuropas, insbesondere dem Wandel von autoritären Regimen zu demokratischen Systemen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Theorienpluralismus der Transformationsforschung, die Rolle von Eliten bei Systemwechseln sowie die Herausforderungen der demokratischen Konsolidierung nach 1989.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, anhand der Länderbeispiele Polen und der Tschechoslowakei Unterschiede im Transformationsverlauf zu analysieren und Ursachen für diese Differenzen theoretisch zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse angewandt, die durch systemtheoretische Modelle strukturiert wird, um politische Prozesse in einem historisch-politischen Kontext zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung die spezifischen historischen Hintergründe, der Ablauf des Wandels und die Phasen der demokratischen Konsolidierung in Polen und der Tschechoslowakei gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Systemtransformation, Demokratisierung, Konsolidierung, Systemtheorie, politische Eliten und Transition sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.

Warum wird Polen mit der Tschechoslowakei verglichen?

Beide Länder bieten eine gute Vergleichsgrundlage aufgrund ähnlicher Ausgangslagen als ehemals kommunistische Staaten, weisen jedoch signifikante Unterschiede in der Rolle ihrer Eliten und im Ablauf des Regimewechsels auf.

Welche Rolle spielte der "Runde Tisch" für den polnischen Transformationsprozess?

Der Runde Tisch fungierte als entscheidendes Verhandlungsinstrument zwischen den alten Regime-Eliten und der Opposition, das den Übergang zu halbfreien Wahlen einleitete und den Systemwechsel schrittweise ermöglichte.

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Details

Title
Systemtransformation in Osteuropa
College
Dresden Technical University  (Universität)
Course
Systemvergleich
Grade
1,0
Author
Peter Neitzsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
18
Catalog Number
V34034
ISBN (eBook)
9783638343619
ISBN (Book)
9783638749121
Language
German
Tags
Systemtransformation Osteuropa Systemvergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Neitzsch (Author), 2003, Systemtransformation in Osteuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34034
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