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Risiken von interkulturellen und antirassistischen Trainings. Wie kann ein Bumerang-Effekt minimiert werden?

Systematisches Literaturreview

Titre: Risiken von interkulturellen und antirassistischen Trainings. Wie kann ein Bumerang-Effekt minimiert werden?

Thèse de Bachelor , 2016 , 63 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Nicola Ambrosius (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Interkulturelle und antirassistische Trainings sind dazu konzipiert, Vorurteile, Stereotype und Diskriminierung zu verringern. Obwohl sie meist mit positiven Effekten einhergehen, besteht aber auch die Gefahr, dass die Diskussion dieser sensiblen und emotional beladenen Themen negative Auswirkungen haben kann.

Im Gegensatz zu den positiven Auswirkungen solcher Trainings werden die negativen Auswirkungen in der Forschung vielfach vernachlässigt und erst in jüngerer Zeit näher untersucht. Mit der vorliegenden Arbeit wird ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand gegeben, indem Ergebnisse von 17 Studien in einem systematischen Literaturreview zusammengefasst und kritisch beleuchtet werden.

Es zeigte sich, dass antirassistische und interkulturelle Trainings zum Teil mit einer Verstärkung von Vorurteilen, Stereotypen und wahrgenommenem Essentialismus sowie dem Abbau von einigen Subfacetten kultureller Intelligenz einhergingen. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass die Auswirkungen von der Art des Trainingssettings abhängig waren.

Besonders kontraproduktiv wirkten sich hier die Förderung extrinsischer Motivation und das Erzeugen von Empathie in Intergruppensituationen aus. Des weiteren konnte ermittelt werden, dass die Entstehung negativer Effekte bei Trainings vom Geschlecht der Teilnehmenden abhängig war. Tendenziell zeigten sich bei Frauen weniger negative Auswirkungen als bei Männern; gleichzeitig waren Frauen den Trainings gegenüber aufgeschlossener. Qualitative Studien ergänzen die Ergebnisse, indem sie Einblicke in die verschiedenen Lernphasen und die damit verbundenen kognitiven und affektiven Hindernisse geben, die es zu überwinden gilt, um die z. T. kurzfristigen negativen Auswirkungen langfristig ins Gegenteil umzukehren. Abschließend werden Einschränkungen der vorliegenden Arbeit sowie der untersuchten Studien benannt und mögliche Fragen für weitere Forschungen formuliert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie und Forschungsstand

2.1. Definitionen

2.1.1. Definition interkultureller Trainings

2.1.2. Definition antirassistischer Trainings

2.2. Klassifizierung interkultureller und antirassistischer Trainings

2.3. Risiken interkultureller und antirassistischer Trainings

2.3.1. Wahrgenommener Essentialismus und kulturelle Intelligenz

2.3.2. Verstärkung von Stereotypisierung

2.3.3. Verstärkung von Vorurteilen in Abhängigkeit vom Trainings- setting

2.3.3.1. Einfluss extrinsischer und intrinsischer Motivation

2.3.3.2. Einfluss von Empathie in Intergruppensituationen

2.3.4. Einfluss positiver und negativer Wahrnehmung kultureller Vielfalt

2.3.5. Negative Aspekte in Abhängigkeit von der Eigengruppe

2.3.6. Einfluss des Geschlechts

2.4. Forschungsfragen

3. Methode

3.1. Ein- und Ausschlusskriterien für Literatur

3.2. Vorgehen

4. Ergebnisse

4.1. Risiken interkultureller und antirassistischer Trainings

4.1.1. Wahrgenommener Essentialismus und kulturelle Intelligenz

4.1.2. Verstärkung von Stereotypisierung

4.1.3. Verstärkung von Vorurteilen in Abhängigkeit vom Trainings- setting

4.1.3.1. Einfluss extrinsischer und intrinsischer Motivation

4.1.3.2. Einfluss von Empathie in Intergruppensituationen

4.1.4. Einfluss positiver und negativer Wahrnehmung kultureller Vielfalt

4.1.5. Negative Aspekte in Abhängigkeit von der Eigengruppe

4.1.6. Einfluss des Geschlechts

4.2. Psychologische Prozesse in qualitativen Studien

5. Diskussion

5.1. Wahrgenommener Essentialismus und kulturelle Intelligenz

5.2. Verstärkung von Stereotypisierung

5.3. Verstärkung von Vorurteilen in Abhängigkeit vom Trainingssetting

5.3.1. Einfluss extrinsischer und intrinsischer Motivation

5.3.2. Einfluss von Empathie in Intergruppensituationen

5.4. Einfluss von positiver und negativer Wahrnehmung kultureller Vielfalt

5.5. Negative Aspekte in Abhängigkeit von der Eigengruppe

5.6. Einfluss des Geschlechts

5.7. Psychologische Prozesse in qualitativen Studien

5.8. Einschränkungen und Implikationen für zukünftige Forschung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einem systematischen Literaturreview zur Untersuchung potenzieller Risiken und negativer Auswirkungen von interkulturellen sowie antirassistischen Trainings. Dabei wird der Frage nachgegangen, unter welchen Bedingungen solche Interventionen kontraproduktiv wirken und zur Verstärkung von Vorurteilen, Stereotypen oder Diskriminierung führen können (Bumerang-Effekt).

  • Analyse der Bedingungen für negative Lerneffekte in Trainings
  • Untersuchung des Einflusses von Motivation und Empathie auf Trainingsergebnisse
  • Bewertung der Rolle von Geschlechterunterschieden und Gruppenidentifikation
  • Identifikation kognitiver und affektiver Hindernisse im Lernprozess
  • Ableitung von Empfehlungen für eine optimierte Trainingsgestaltung

Auszug aus dem Buch

2.3.2. Verstärkung von Stereotypisierung

Nach Woltin & Jonas (2009) besteht gerade bei kulturspezifischen didaktischen Methoden interkultureller Wissensvermittlung die Gefahr, dass bestehende Stereotype über eine Kultur bestätigt und damit verfestigt werden. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn kulturspezifische Traditionen und Verhaltensweisen absolut formuliert werden, wie z. B. "Ostasiaten sind kollektivistischer als Personen des westlichen Kulturkreises" (Matsumoto, Grissom, & Dinnel, 2001).

Wegner (1994) hat eine Theorie entwickelt, welche erklärt, unter welchen Bedingungen der Versuch, Stereotype zu unterdrücken, erfolgreich ist und unter welchen Bedingungen Stereotype verstärkt werden. Werden Personen aufgefordert, Stereotype zu unterdrücken, werden zwei parallele Prozesse initiiert: (1) Es wird ein bewusster, gedanklicher Prozess angestoßen, bestimmte Stereotypen zu unterdrücken (z. B. die Beurteilung eines afroamerikanischen Bewerbers soll nicht mit seiner Hautfarbe in Verbindung stehen). (2) Darüber hinaus wird ein überwachender Prozess angestoßen. In diesem wird ermittelt, inwiefern es gelingt, Stereotype zu unterdrücken: Es wird nach Gedanken gesucht, die signalisieren, dass die mentale Kontrolle nicht gelingt (die Beurteilung des afroamerikanischen Bewerbers steht mit der Hautfarbe in Verbindung). Die einzige Möglichkeit, dieses zu überwachen, besteht darin, dass die Repräsentationen der zu unterdrückenden Stereotype bis zu einem gewissen Grad im Bewusstsein der Person aktiviert sind und diese Repräsentationen immer wieder mit den bewussten Gedanken, Stereotype zu reduzieren, verglichen werden. Der bewusste gedankliche Prozess, Stereotype zu unterdrücken, erfordert höhere kognitive Aufmerksamkeit als der überwachende Prozess und ist daher dominierend. Sofern ausreichend kognitive Kapazitäten vorhanden sind, werden die intendierten Effekte meist erzielt. Sind hingegen nicht genügend kognitive Kapazitäten vorhanden, verdrängt der überwachende Prozess den bewussten Prozess, Stereotype zu unterdrücken. Dies begründet sich darin, dass während des überwachenden Prozess routinemäßig immer wieder die zu unterdrückenden Stereotype aktiviert werden und damit in den Vordergrund gerückt werden, was eine Verstärkung von Stereotypen zur Folge hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit von Trainings ein, weist aber auf die Gefahr von Bumerang-Effekten durch emotional aufgeladene Inhalte hin.

2. Theorie und Forschungsstand: Hier werden grundlegende Definitionen und Klassifizierungen dargelegt sowie theoretische Erklärungsmodelle für mögliche negative Effekte zusammengefasst.

3. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Vorgehen bei der Auswahl und Analyse der 17 in das Review einbezogenen empirischen Studien.

4. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren detaillierte Analysen zu verschiedenen Risikoaspekten, wie Essentialismus, Stereotypisierung und dem Einfluss des Trainingssettings.

5. Diskussion: Das abschließende Diskussionsteil bewertet die Ergebnisse, erörtert methodische Einschränkungen und leitet Implikationen für zukünftige Trainings und Forschungsdesigns ab.

Schlüsselwörter

Interkulturelle Trainings, Antirassistische Trainings, Bumerang-Effekt, Vorurteile, Stereotypisierung, Kulturelle Intelligenz, Essentialismus, Diversity Training, Motivationsregulation, Empathie, Trainingssetting, Diskriminierung, Soziale Identitätstheorie, Effektbewertung, Trainingsmethodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die Risiken und potenziell negativen Auswirkungen von interkulturellen und antirassistischen Trainingsmaßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen psychologische Prozesse wie Essentialismus, Stereotypisierung und Vorurteilsbildung, die während oder nach solchen Trainings auftreten können.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben und zu analysieren, wie der sogenannte Bumerang-Effekt – also eine Verstärkung der Vorurteile statt deren Abbau – minimiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein systematisches Literaturreview, das 17 sowohl quantitative als auch qualitative empirische Studien analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung der Risiken, die methodische Vorgehensweise sowie eine detaillierte Ergebnissicherung und anschließende Diskussion der Befunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Bumerang-Effekt, Kulturelle Intelligenz, Essentialismus, Motivationsregulation und das Trainingssetting.

Welchen Einfluss hat die Art der Motivation auf den Erfolg eines Trainings?

Forschungsergebnisse zeigen, dass intrinsische Motivation zur Vorurteilsreduktion beiträgt, während extrinsischer Druck oder die Aufforderung zur politischen Korrektheit häufig zu Abwehrreaktionen und damit zur Verstärkung von Vorurteilen führen kann.

Warum spielt die Trainingsdauer eine wichtige Rolle?

Kurze Trainings führen häufig nicht über die Phase kognitiver und affektiver Widerstände hinaus, was das Risiko für negative Effekte erhöht; längere, methodisch abwechslungsreiche Programme fördern eher einen tieferen Lernprozess.

Welche Bedeutung haben qualitative Studien für diese Arbeit?

Sie ermöglichen ein tieferes Verständnis der innerpsychischen Lernphasen und Hindernisse, die Teilnehmer durchlaufen, und liefern somit ergänzende Erkenntnisse zu den rein statistischen quantitativen Ergebnissen.

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Résumé des informations

Titre
Risiken von interkulturellen und antirassistischen Trainings. Wie kann ein Bumerang-Effekt minimiert werden?
Sous-titre
Systematisches Literaturreview
Université
University of Hagen  (Psychologie)
Note
2,0
Auteur
Nicola Ambrosius (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
63
N° de catalogue
V340577
ISBN (ebook)
9783668302303
ISBN (Livre)
9783668302310
Langue
allemand
mots-clé
interkulturelle Trainings antirassistische trainings
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nicola Ambrosius (Auteur), 2016, Risiken von interkulturellen und antirassistischen Trainings. Wie kann ein Bumerang-Effekt minimiert werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340577
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Extrait de  63  pages
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