Die Arbeit untersucht die Islamfeindlichkeit in Deutschland und befasst sich mit den geschichtlichen Hintergründen für die aktuelle Islamdebatte in Deutschland. Auch soll untersucht werden, ob es bereits in der Vergangenheit Islamfeindlichkeit gab.
Haben Sie auch Angst vor dem Islam? Angst vor den Muslimen und vor Frauen, die Kopftuch tragen? Sofern das der Fall ist, gehören Sie derzeit zur Mehrheit, denn jeder zweite Deutsche sieht den Islam als eine Bedrohung an. Auch Muslime selbst haben öfters Angst vor dem Islam, der heute in den Medien sowie in sozialen Netzwerken gezeigt wird – dem Islam der von Fanatikern wie „ISIS“ ausgenutzt wird, die Angriffe auf Muslime und Andersdenke ausüben. Egal ob praktizierend oder nichtpraktizierend, gläubig oder weniger gläubig – vor diesem Islam in den Medien fürchten sich alle Muslime. Es liegt ein Missverständnis zwischen der Realität und dem Wahrnehmungsempfinden der öffentlichen Gesellschaft vor. Die Medien spielen dabei eine wichtige Rolle.
Diese Angstpropaganda nutzen viele Rechtsradikale aus um selbst Hass zu schüren. Das Produkt dieses rechtsradikalen Gedankens zeigt sich heute auf den Straßen in Form von Demonstrationen einer neuen Partei, die „Alternative für Deutschland“, kurz „Pegida“ genannt. Sie schaffen es, das Vertrauen der deutschen Gesellschaft gegenüber den Muslimen zu brechen und das Klima zu vergiften. Aber wo kommt diese Islamangst her? Bestimmt nicht von Thilo Sarrazin oder der Bild-Zeitung, die als mutige Tabubrecher geehrt wurden. Dabei darf trotzdem nicht unterschätzt werden, dass die Thesen von Thilo Sarrazin sowohl in der Politik als auch in der Mittelschicht Sympathie gefunden haben.
Ungeklärt ist lediglich die Frage nach der Meinungsfreiheit in Deutschland. Während Karikaturen über den Propheten Muhammed als Kunst- und Meinungsfreiheit verteidigt werden, werden beleidigende Darstellungen von Jesus verboten und mit hohen Strafen geahndet. Beispielsweise wurde auf dem Titelblatt der Zeitschrift Titanic der gekreuzigte Jesu nach dem Kruzifix-Urteil als Klo rolle dargestellt. Eine weitere blasphemische Darstellung ist ein von von der Punkband WIZO gezeigtes Bild eines gekreuzigten Schweins, gedruckt auf einem T-Shirt. Die Darstellung wurde verboten und die Punkband musste eine Strafe zahlen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Beispiele der Islamfeindlichkeit
2.1 Kreuzzüge
2.2 Martin Luther
2.3 Karl May
3. Islam als Bestandteil der europäischen Kultur
3.1 Muslimische Leistungen in der Medizin
3.2 Papierproduktion in der arabischen Welt
3.3 Muslimische Einflüsse in weiteren Wissenschaften
3.4 Islamische Kultur im Alltagsleben
3.5 Wer nach Wissen strebt, betet Gott an
4. Islamisierung des Islams
5. Der islamische Religionsunterricht zur Versachlichung der Islamfeindlichkeit
6. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und die aktuellen Hintergründe der Islamfeindlichkeit in Deutschland, um der Frage nachzugehen, ob und wie diese Feindbilder medial und gesellschaftlich konstruiert werden. Ziel ist es, das Missverständnis zwischen der gelebten Realität des Islams und dessen verzerrter Wahrnehmung in der Öffentlichkeit durch eine historische und gesellschaftliche Analyse aufzuzeigen.
- Historische Ursprünge der Islamfeindlichkeit (Kreuzzüge, Martin Luther, Karl May)
- Die Bedeutung des Islams als integraler Bestandteil der europäischen Kultur
- Wissenschaftliche Errungenschaften des Islams (Medizin, Papierherstellung, Mathematik)
- Die Strategie der "Islamisierung des Islams" in den Medien
- Der Beitrag des islamischen Religionsunterrichts zur gesellschaftlichen Versachlichung
Auszug aus dem Buch
2.1 Kreuzzüge
Zunächst sollten historische Ursprünge bzw. Beispiele der Islamfeindlichkeit genannt werden, welche seinen Ursprung keineswegs bei den Terroranschlägen auf die World Trade Center am 11. September 2001 hatte. Die Äußerung, dass die Islamfeindlichkeit vor den Anschlägen in den USA kein Thema gewesen sei, sagt viel darüber aus, wie gering die historischen Erkenntnisse in der breiten Bevölkerung darüber sind. Genauso existiert Islamfeindlichkeit nicht mit der Migration türkischer Gastarbeiter nach Europa. Die Hauptquelle der heutigen Islamfeindlichkeit, geht auf die christlich-mittelalterliche Geschichte zurück. Der Ausgangspunkt dieser Feindschaft setzte somit im 11. Jahrhundert mit den Kreuzzügen ein und ist auf dieser Weise bereits über 1000 Jahre alt. Es wäre ein Wiederspruch zu sagen, dass die Kreuzzüge heute keine Rolle mehr spielen und lange her sind. Denn der ehemalige US-Präsident Bush erklärte öffentlich „dieser Kreuzzug wird noch einige Zeit dauern.“ Die Entstehung des Islamfeindbildes ist demzufolge kein Resultat vom 11. September, sondern eine Jahrhunderte dauernder, feindliche Haltung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die aktuelle Angst vor dem Islam in der deutschen Gesellschaft und hinterfragt die Rolle der Medien bei der Konstruktion dieses Feindbildes.
2. Historische Beispiele der Islamfeindlichkeit: Analysiert historische Wegbereiter wie die Kreuzzüge, die Schriften Martin Luthers und die Literatur Karl Mays als Quellen für das heutige Islam-Bild.
3. Islam als Bestandteil der europäischen Kultur: Zeigt den maßgeblichen Einfluss muslimischer Gelehrter auf Wissenschaft, Medizin und Alltagskultur auf, der oft in der Geschichtsschreibung ignoriert wird.
4. Islamisierung des Islams: Kritisiert die Strategie, islamische Kulturen durch die Gleichsetzung von Religion und Politik künstlich zu verfremden und als Feindbild zu stilisieren.
5. Der islamische Religionsunterricht zur Versachlichung der Islamfeindlichkeit: Erläutert das Potenzial des schulischen Islamunterrichts, Vorurteile abzubauen und Identität sowie Integration zu fördern.
6. Schluss: Plädiert für ein Miteinander in einem vielfältigen Deutschland und fordert dazu auf, Klischees abzubauen und den Islam als bereichernden Teil der Gesellschaft zu begreifen.
Schlüsselwörter
Islamfeindlichkeit, Kreuzzüge, Martin Luther, Muslimische Wissenschaft, Medizin, Algebra, Islamisierung des Islams, Medienkritik, Integration, Religionsunterricht, Diskurs, Vorurteile, Abendland, Aufklärung, Kultureller Austausch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Hintergründe der Islamfeindlichkeit in Deutschland und analysiert, warum das Bild des Islams in der Öffentlichkeit häufig verzerrt dargestellt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind historische Ursprünge der Ablehnung, der wissenschaftliche Einfluss des Islams auf Europa sowie die heutige mediale Darstellung und deren gesellschaftliche Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die heutige Islamfeindlichkeit auf einer jahrhundertealten Tradition basiert und nicht erst durch aktuelle Ereignisse wie den 11. September entstanden ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische und diskursanalytische Untersuchung, wobei Literatur und historische Quellen zur Herleitung der Argumente herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung, eine Analyse muslimischer Beiträge zur europäischen Kultur sowie eine medienkritische Auseinandersetzung mit modernen Islambildern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Islamfeindlichkeit, historische Wurzeln, wissenschaftlicher Fortschritt, mediale Konstruktion und gesellschaftliche Integration sind die zentralen Begriffe.
Warum spielt die Medizin bei der Betrachtung eine so große Rolle?
Die Medizin dient als Paradebeispiel für den Wissensaustausch während der Blütezeit des Islams, welcher die Grundlage für spätere europäische Entwicklungen legte.
Wie trägt der islamische Religionsunterricht zur Problemlösung bei?
Er dient als Bildungsplattform, um Schülern fundiertes Wissen über den Islam zu vermitteln, Vorurteile durch Aufklärung abzubauen und die Identitätsfindung muslimischer Jugendlicher zu unterstützen.
- Citar trabajo
- Yasar Gül (Autor), 2016, Historische Ursprünge der Islamfeindlichkeit. Islam als Bestandteil der europäischen Kultur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340687