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Sozialisatorische Folgen von sexuellem Missbrauch in Lehrer-Schüler Beziehungen

Titel: Sozialisatorische Folgen von sexuellem Missbrauch in Lehrer-Schüler Beziehungen

Seminararbeit , 2016 , 12 Seiten , Note: 5.0 (Schweiz)

Autor:in: Rebecca Schär (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die sozialisatorischen Folgen von sexuellem Missbrauch in Lehrer-Schüler-Beziehungen. Ich stellte mir die Frage, weshalb sexueller Missbrauch für Kinder und Jugendliche so schlimm ist, und weshalb sie sich dem kaum entziehen können.

Die Schule ist für Schülerinnen und Schüler das sekundäre Sozialisationsfeld. Bevor sie in die Schule kommen werden sie in ihrem privaten Umfeld durch Eltern, Geschwister, Freunde und Verwandte sozialisiert. Man spricht dabei von der primären Sozialisation. In der Schule beeinflussen sowohl die Lehrperson als auch die Peers durch ihre Handlungen und Haltungen ein einzelnes Kind. Da sich die Schülerinnen und Schüler an fünf Tagen in der Woche jeweils morgens und manchmal auch nachmittags in der Schule befinden, kann man doch von einem „grossen“ und wichtigen Bereich der Sozialisation sprechen.

Es geht bei dieser sekundären Sozialisation darum, wie sich die Schülerinnen und Schüler an die in der Schule vorherrschenden Denkmuster anpassen, wie sie sie verinnerlichen und wie sich aufgrund der Interaktion mit ihrer Umwelt ihre Persönlichkeit entwickelt. Laut der Bindungstheorie von Bolwby ist anzunehmen, dass sich Kinder und Jugendliche, die sexuell Missbraucht wurden, aufgrund dieser Erlebnisse anders entwickeln als Andere.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bildung und Bindung

3 Sexueller Missbrauch in Bindungsbeziehungen

3.1 Definition „Sexueller Missbrauch“

3.2 Missbrauch in Bindungsbeziehungen und mögliche Folgen

3.3 Lehrer-Schüler-Beziehung

4 Schlussfolgerung

5 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialisatorischen Folgen von sexuellem Missbrauch innerhalb von Bindungsbeziehungen, mit besonderem Fokus auf das pädagogische Umfeld und die Lehrer-Schüler-Beziehung.

  • Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby
  • Einfluss von Bindungserfahrungen auf schulische Leistungen
  • Definition und Dynamiken von sexuellem Missbrauch
  • Psychologische Folgen und Traumatisierung bei Kindern
  • Beziehungsmodi in der pädagogischen Arbeit

Auszug aus dem Buch

Missbrauch in Bindungsbeziehungen und mögliche Folgen

Missbrauch ist oft nur in Annerkennungsbeziehungen möglich. Er ist die Ausnutzung von Anerkennung und Asymmetrie und gleichzeitig die Leugnung und Zementierung dieser Asymmetrie, die zu eigenen Zwecken und Gelüsten ausgenutzt wird, indem sie Gleichheit vaukelt aber Schweigen erzwingt (Ricken 2012: 113).

Auch der Text von Grossmann (2015) behandelt diese Problematik, die lange versteckt wurde. Es geht um Verführungen zu unfreiwilliger Sexualität in Bindungs- und vertrauten Beziehungen. Grossmann beschreibt darin einerseits die Notwendigkeit von körperlicher Nähe, die Kinder suchen. Kinder im jungen Alter suchen diese Zuwendung von Seiten ihrer Eltern. Das zeigt ihnen, dass sich jemand um sie kümmert, sie versorgt und beschützt. Diese Gefühle können aber leicht von Erwachsenen ausgenutzt werden. Sie locken Kinder in Situationen, die noch gar nicht zu ihrem Entwicklungsstand passen und diese deshalb nur schlecht einordnen können. Diese Kinder werden deshalb unwissend und unfreiwillig zu sexuellen Handlungen verführt (Grossmann 2015: 16). Gerade in der letzten Zeit wurden viele solcher Skandale über sexuellen Missbrauch in Schulen, Internaten und kirchlichen Einrichtungen öffentlich gemacht.

Auch ältere Kinder können in einen emotionalen Konflikt kommen, wenn sexueller Missbrauch mit Freundschaft und besonderer Aufmerksamkeit vermischt wird. Besonders verführbar sind laut Grossmann insbesondere Kinder, die keine normalen und angemessenen Zärtlichkeiten von ihren Eltern erfahren haben (Grossmann 2015: 18).

Oft werden Kinder und Jugendliche zwar gegen ihren Willen und ihre Zustimmung, doch nicht so sehr gegen ihren körperlichen Widerstand sexuell missbraucht. Es ist ein gewisses Stillhalteverhalten, das von Schweigen, Erdulden und Hinnehmen bis zum Mitmachen oder gar Gebrauchtwerdenwollen zu beobachten (Ricken 2012: 111). Die Kinder können sich deshalb dieser Beziehung kaum aus eigener Kraft entziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Sozialisation für Kinder und begründet das Interesse an der Bindungstheorie im Kontext der Lehrer-Schüler-Beziehung.

2 Bildung und Bindung: Dieses Kapitel beschreibt die Bedeutung sicherer Bindungserfahrungen für die kindliche Entwicklung und den schulischen Lernerfolg.

3 Sexueller Missbrauch in Bindungsbeziehungen: Hier werden Definitionen sowie die psychologischen Mechanismen und Folgen von Missbrauch in nahen Beziehungen analysiert.

3.1 Definition „Sexueller Missbrauch“: Das Kapitel definiert den Begriff des sexuellen Missbrauchs und grenzt ihn von anderen Grenzverletzungen ab.

3.2 Missbrauch in Bindungsbeziehungen und mögliche Folgen: Es wird erörtert, wie Täter das Bindungsbedürfnis von Kindern ausnutzen und welche schwerwiegenden psychischen Folgen für die Betroffenen entstehen.

3.3 Lehrer-Schüler-Beziehung: Die Analyse der pädagogischen Beziehungsmodi zeigt auf, wie diese die professionelle Distanz wahren oder gefährden können.

4 Schlussfolgerung: Die Autorin resümiert die Notwendigkeit von Aufmerksamkeit für Missbrauchsfälle in Institutionen und betont die Verantwortung von Lehrpersonen.

5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Bindungstheorie, Sozialisation, sexueller Missbrauch, Kinderschutz, pädagogische Beziehung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Traumatisierung, Grenzverletzung, Bindungsbeziehung, Schulerfolg, emotionale Entwicklung, Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Dynamik von sexuellem Missbrauch innerhalb bestehender Bindungsbeziehungen und dessen Auswirkungen auf die sozialisatorische Entwicklung von Kindern.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Bindungstheorie nach Bowlby, die Bedingungen für schulische Sozialisation sowie die strukturellen Risiken bei Grenzverletzungen im pädagogischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, als angehende Lehrperson ein Verständnis für die Verletzlichkeit von Schülerinnen und Schülern zu entwickeln, um in Krisensituationen angemessen und schützend handeln zu können.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf sozialisationstheoretische Ansätze und bindungstheoretische Forschung, unter anderem von Grossmann, Ricken und Schaub.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definition von Missbrauch, die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen und die verschiedenen Modi der Lehrer-Schüler-Beziehung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Begriffe wie Bindungsqualität, emotionale Abhängigkeit, Machtasymmetrie und pädagogische Professionalität sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Was unterscheidet eine „Arbeitsbeziehung“ von einer „Person-zu-Person-Beziehung“ in der Schule?

Die Arbeitsbeziehung ist funktional und auf den Unterrichtsauftrag bezogen, während die Person-zu-Person-Beziehung den Schüler als Individuum in den Mittelpunkt stellt, was eine respektvolle, professionelle Distanz erfordert.

Warum ist das Thema der „Gegenübertragungsbeziehung“ für Lehrer relevant?

Lehrpersonen bringen ihre eigene Biografie in den Unterricht ein; eine unreflektierte Gegenübertragung kann dazu führen, dass eigene ungelöste Konflikte das Verhältnis zu den Schülern negativ beeinflussen.

Welche Konsequenzen hat ein Missbrauch durch eine Lehrperson für die Schule als Institution?

Ein solcher Vertrauensbruch erschüttert das gesamte pädagogische Beziehungsgefüge und wirkt für das betroffene Kind ebenso traumatisch wie ein Missbrauch innerhalb der Familie.

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Details

Titel
Sozialisatorische Folgen von sexuellem Missbrauch in Lehrer-Schüler Beziehungen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Bern  (Vor- und Primarstufe)
Veranstaltung
Kindheiten und Lebenswelten
Note
5.0 (Schweiz)
Autor
Rebecca Schär (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
12
Katalognummer
V340739
ISBN (eBook)
9783668302365
ISBN (Buch)
9783668302372
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sozialisatorische folgen missbrauch lehrer-schüler beziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rebecca Schär (Autor:in), 2016, Sozialisatorische Folgen von sexuellem Missbrauch in Lehrer-Schüler Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340739
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Leseprobe aus  12  Seiten
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