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Was unterscheidet die "hôchgezît" im Mittelalter von der heutigen Hochzeit?

Titre: Was unterscheidet die "hôchgezît" im Mittelalter von der heutigen Hochzeit?

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2000 , 14 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Nicole Vollmer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Der allgemeine Begriff für das Hoffest im Mittelalter war „hôchgezît“ oder „hôchzît“, was soviel wie „dem Alltag enthobene Zeit“ heißt. Häufige Anlässe für Feste waren unter anderem Hochzeiten. Hierbei handelte es sich aber keineswegs um die uns heute so vertraute kleine oder größere Feier im Familien- und Freundeskreis an einem Frühlingssamstag, wo sich zwei Verliebte das Ja-Wort geben, um ihre Beziehung zu manifestieren. Mittelalterliche Hochzeiten waren komplizierte Ereignisse, die aus bestimmten Beweggründen und Interessen vollzogen wurden. Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf diese Hintergründe, da diese die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale gegenüber unserer heutigen Einstellung zum Heiraten darstellen.

Feste dienten stets der Pflege von politischen Beziehungen und der Demonstration der höfischen Pracht und Macht. Mit einem meist mehrere Tage oder sogar Wochen dauernden großzügigen Fest konnte ein Herr seine Beliebtheit erheblich steigern. Häufige Anlässe für Feste waren neben Hochzeiten auch Krönungen, Friedensschlüsse, kirchliche Feiern und Schwertleiten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Das (Hochzeits-) Fest

1. 1. Schwertleite

1. 2. Die Einladung zum Fest

1. 3. Der Empfang der Gäste

1. 4. Die Unterbringung und Versorgung der Gäste

1. 5. Die Unterhaltung

1. 6. Beschenkung

2. Ehehindernisse

2. 1. Heiratsalter

2. 2. Inzest

2. 3. Religionsverschiedenheit

2. 4. Ebenburt

2. 5. Blutrache

3. Politische Ziele einer Hochzeit

3.1. Friedenssicherung mithilfe der Frauen

3.2. Friedenssicherung mithilfe der Kinder

3.3. Militärische Absicherung

3. 4. Beratung durch die Vasallen

4. Wirtschaftliche und soziale Interessen einer Heirat

4.1. Verwandtenehe

4.2. Wirtschaftlicher und sozialer Abstieg eines Ehepartners

4.3. Das Interesse an Nachkommen

5. Rechtliche Bedeutung einer Heirat

5.1. Die Ehearten Munt- und Friedelehe

5.2. Die Meinung der Kirche in Bezug auf die Eheschließung

5.3. Das Beilager

5.4. Pflichten und Rechte der Ehegatten

5.5. Ehebruch

5.6. Aufgaben der Frau

5.7. Ausnahmen

6. Emotionale Bedeutung einer Heirat

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Funktionen mittelalterlicher Hochzeiten, um die grundlegenden Unterschiede zu heutigen Eheschließungen herauszuarbeiten. Dabei wird analysiert, inwieweit Hochzeiten im Mittelalter als komplexe politische, wirtschaftliche und rechtliche Instrumente dienten, bei denen individuelle Gefühle eine untergeordnete Rolle spielten.

  • Politische Strategien zur Friedenssicherung durch Vermählungen
  • Wirtschaftliche Motivationen und Erhalt familiärer Machtstrukturen
  • Die rechtliche Rolle der Ehe (Munt- vs. Friedelehe) und kirchliche Einflüsse
  • Die Inszenierung der Hochzeit als machtdemonstrierendes Fest
  • Die geringe emotionale Bedeutung der Heirat im gesellschaftlichen Kontext

Auszug aus dem Buch

1. 1. Schwertleite

Bei dieser Zeremonie wurde ein Knappe feierlich in den Stand der Ritter erhoben, indem man ihm das Schwert umgürtete. Auf diese Weise tritt er aus der väterlichen „Munt“. Auch das Mainzer Hoffest fand unter anderem wegen der Schwertleite der beiden Kaisersöhne statt. Heinrich VI. Ist 18 Jahre, sein Bruder Friedrich, Herzog von Schwaben 16 Jahre alt. Es ist interessant, dass es für die Schwertleite eines jungen Mannes keine Altersvorgabe gab.

Die Empfänger der ritterlichen Würde waren zwischen elf und 30 Jahre alt. In Dichtungen sind vor allem junge Ritter anzutreffen wie Mâbonagrîn in Hartmanns „Erec“, der, nachdem er seine Geliebte entführt hatte, „Schwert leitet“. Da sie Mâbonagrîn mit schon elf Jahren kennenlernte, wird dieser selbst nicht viel älter gewesen sein. (V. 9475 – 9486).2

Obwohl häufig die Schwertleite vor der Heirat fast schon eine akzeptierte Tradition war, stellte sie aber keineswegs die nötige Voraussetzung zum Eingehen einer Ehe dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das (Hochzeits-) Fest: Beschreibt das mittelalterliche Hoffest als Instrument zur Machtdemonstration und politischer Bündnispflege inklusive Vorbereitungen wie Einladungen und Unterhaltung.

2. Ehehindernisse: Erläutert die verschiedenen Barrieren wie Heiratsalter, Inzest-Regelungen, Religionsverschiedenheit, Ebenburt und Blutrache, die eine Eheschließung erschwerten oder verhinderten.

3. Politische Ziele einer Hochzeit: Analysiert Hochzeiten als Mittel der Diplomatie, Friedenssicherung durch Frauen- oder Kinderaustausch sowie militärische Bündnispolitik.

4. Wirtschaftliche und soziale Interessen einer Heirat: Beleuchtet das Bestreben, Familienvermögen zu sichern, ständische Aufstiegschancen zu nutzen und den Fortbestand des Geschlechts durch Nachkommen zu gewährleisten.

5. Rechtliche Bedeutung einer Heirat: Differenziert zwischen Eheformen wie Munt- und Friedelehe, der Rolle der Kirche und der rechtlichen Stellung von Ehegatten.

6. Emotionale Bedeutung einer Heirat: Reflektiert das Fehlen romantischer Liebe in der Realität mittelalterlicher Zweckheiraten und den Gegensatz zur höfischen Dichtung.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Hochzeit, Hoffest, Heiratspolitik, Friedenssicherung, Munt-Ehe, Friedelehe, Ebenburt, Machtgefüge, Zweckheirat, Schwertleite, Familienpolitik, Ehehindernisse, Erec, Hartmann von Aue

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Hintergründe mittelalterlicher Hochzeiten und zeigt auf, dass diese primär als strategische Instrumente für politische und wirtschaftliche Interessen fungierten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die politische Heiratspolitik, wirtschaftliche Interessen bei der Partnerwahl, rechtliche Rahmenbedingungen wie die Munt-Ehe sowie die soziale Funktion von Hoffesten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem mittelalterlichen Eheverständnis und modernen Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft durch die Analyse historischer und literarischer Belege aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse epischer Texte (insbesondere Hartmann von Aues "Erec") mit einer historischen Untersuchung rechtlicher und gesellschaftlicher Lebensordnungen des Mittelalters.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Hindernisse für Ehen, die politische Nutzung von Hochzeiten als Friedensinstrumente, ökonomische Erwägungen, die rechtliche Einordnung durch die Kirche und die emotionale Bedeutung des Ehebundes detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mittelalter, Heiratspolitik, Zweckheirat, Friedenssicherung, Ebenburt, Munt-Ehe und der Einfluss adliger Machtstrukturen.

Warum spielt das "Schwertleiten" in diesem Kontext eine Rolle?

Das Schwertleiten wird als wichtiger ritueller Akt innerhalb der höfischen Kultur beschrieben, der oft im Umfeld großer Hoffeste stattfand und den Übergang in den Ritterstand markierte, wenngleich es keine direkte rechtliche Voraussetzung für die Ehe darstellte.

Wie unterscheidet sich die Munt-Ehe von der Friedelehe?

Die Munt-Ehe ist durch die Übergabe der Braut von einem Vormund an den Gatten geprägt, während die Friedelehe primär auf der Übereinkunft der Ehepartner selbst basiert, wodurch die Braut ein gewisses Mitspracherecht erhielt.

Welche Rolle spielt die Kirche bei der Eheschließung?

Die Kirche versuchte zunehmend, die Eheschließung zu reglementieren, forderte Glaubensgleichheit und verbot Ehen innerhalb zu enger verwandtschaftlicher Grade, um Machtballungen einzelner Familien zu verhindern.

Warum war der soziale Abstieg bei einer Heirat so gefürchtet?

Eine Heirat mit einem Partner niedrigeren Standes (Missheirat) führte nicht nur zum Prestigeverlust des Einzelnen, sondern betraf die gesamte Familie, weshalb die Ebenburt ein zentrales Kriterium der Partnerwahl war.

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Résumé des informations

Titre
Was unterscheidet die "hôchgezît" im Mittelalter von der heutigen Hochzeit?
Université
University Karlsruhe (TH)  (Literaturwissenschaft - Abteilung Mediävistik -)
Note
1,3
Auteur
Nicole Vollmer (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
14
N° de catalogue
V340799
ISBN (ebook)
9783668302716
ISBN (Livre)
9783668302723
Langue
allemand
mots-clé
Hochzeit Heirat Mittelalter Muntehe Friedelehe Hartmann von Aue Ehehindernisse wirtschaftliche Gründe politische Gründe emotionale Bedeutung Friedenssicherung Ehebruch Geschenke
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nicole Vollmer (Auteur), 2000, Was unterscheidet die "hôchgezît" im Mittelalter von der heutigen Hochzeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340799
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Extrait de  14  pages
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