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Konstruktion eines Kunst-Heiligen. Biographische Quellen und ihre Verwendung in W.H. Wackenroders Dürer-Texten

Titre: Konstruktion eines Kunst-Heiligen. Biographische Quellen und ihre Verwendung in W.H. Wackenroders Dürer-Texten

Travail d'étude , 2016 , 20 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Gerhard Schmidt (Auteur)

Philologie Allemande - Histoire littéraire, Epoques
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Die deutsche literarische Romantik erhob die Kunst zur Religion. Am Beispiel von zwei Texten des Frühromantikers Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773 - 1798) wird in dieser Arbeit dargelegt, wie der Schriftsteller biographische Quellen zu Leben und Werk Albrecht Dürers verwendete, um diesen im Sinne der romantischen "Kunst-Religion" zu einem deutschen "Kunst-Heiligen" zu erheben.

Aus den Kunstschriften Wackenroders wurden die Dürer betreffenden ausgewählt, weil sich in dessen Person mehrere Einzelaspekte bündeln, welche für die deutsche literarische Romantik bedeutend werden sollten: Dies ist vor allem die von Wackenroder die Sehnsucht nach Einheit von Kunst, Lebenshaltung und Glauben, zum anderen die Suche nach einer „echt-vaterländischem“ deutschen Kunst und daraus folgend die Rückwendung in eine Zeit, in der dieses beides verwirklicht schient, nämlich das deutsche Mittelalter, repräsentiert vor allem durch die Stadt Nürnberg und ihrer (Kunst-)Geschichte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die untersuchten Texte und ihre Quellen

3. Wackenroders Dürerbild in Einzelaspekten

3.1. Herkunft und Familie

3.2. Nürnberg

3.3. Kunst und Leben

3.4. Deutsche und italienische Kunst

4. Zusammenfassung: „Wo Kunst und Religion sich vereinigen“

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, mit welchen schriftstellerischen Mitteln Wilhelm Heinrich Wackenroder biographische Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts in romantische, kunstreligiöse Texte transformierte, wobei der Fokus auf dem Bild Albrecht Dürers liegt.

  • Transformation historischer Quellen in romantische Kunstliteratur
  • Wackenroders Konstruktion des Künstlers als "Kunst-Heiliger"
  • Verbindung von Religion, Kunst und vaterländischer Gesinnung
  • Dürer als Repräsentant einer spezifisch deutschen Kunstsphäre
  • Rezeption der Stadt Nürnberg in der Frühromantik

Auszug aus dem Buch

3.2. Nürnberg

Auf die Stadt Nürnberg, Geburts- und Hauptwirkungsort Dürers, wird in Wackenroders „Schilderung, wie die alten deutschen Künstler gelebt haben“ nicht näher eingegangen. Umso wichtiger ist sie im „Ehrengedächtnis“, das mit dem Ausruf „Nürnberg! Du vormals weltberühmte Stadt!“ beginnt.

Wackenroders eigene Eindrücke von seinem Nürnberg-Besuch 1793 werden von ihm drei Jahre später mit der sehnsüchtigen Rückwendung in „jenes graue Jahrhundert, da du, Nürnberg, die lebendigwimmelnde Schule der vaterländischen Kunst warst“, verbunden: „Was 1793 altmodisch und verlebt aussah, verbreitete einmal Ruhm und Glanz.“

Es folgt eine Aufzählung von Nürnberger Künstlern des 16. Jahrhunderts, darunter „vor allen Albrecht Dürer“. Konkreter Ort von Wackenroders Dürer-Gedenken ist dabei der St.-Johannes-Kirchhof, der „Gottesacker, wo die Gebeine Albrecht Dürers ruhen, der einst die Zierde von Deutschland, ja von Europa war.“

Sowohl Wackenroders Betonung der engen, bis zur Gleichsetzung beider reichenden Beziehung Dürers zu Nürnberg, als auch die Erhebung des o.g. Friedhofs zum „Dürer-Gedächtnisort“ gehen direkt auf Joachim von Sandrarts „Academie“ zurück: So berichtet Sandrart zum einen, um die auch zu seiner Zeit noch sehr enge Beziehung der Nürnberger zu „ihrem“ Dürer anschaulich zu machen, wie er bei einem Besuch 1651 für ein Dürerwerk „ein großes Geld gebotten“, man es dort aber lieber „zu ewiger Gedächtnus“ behalten wollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet Wackenroder in der Frühromantik und definiert die Zielsetzung, anhand von Dürer-Texten die literarischen Mittel der Quellentransformation zu analysieren.

2. Die untersuchten Texte und ihre Quellen: Dieses Kapitel stellt die primären Quelltexte (Dürers Familienchronik, Vasari, Sandrart) vor und erläutert, wie Wackenroder diese für seine Darstellungen selektierte.

3. Wackenroders Dürerbild in Einzelaspekten: Dieses Kapitel untersucht detailliert, wie Wackenroder durch selektive Übernahme und Glättung der Quellen ein spezifisches, christlich geprägtes Bild von Dürer konstruiert.

4. Zusammenfassung: „Wo Kunst und Religion sich vereinigen“: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie Wackenroder das Bündnis von Kunst und Religion als Lösung für die eigene Gegenwart propagiert.

Schlüsselwörter

Wackenroder, Albrecht Dürer, Frühromantik, Kunstreligion, Familienchronik, Nürnberg, Sandrart, Vasari, Künstlerleben, Patriotismus, Sakralisierung, Quellenarbeit, Mittelalterrezeption, Literaturwissenschaft, Kunsttheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Konstruktion des Künstlerbildes von Albrecht Dürer in den Werken von Wilhelm Heinrich Wackenroder unter Berücksichtigung historischer Quellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Kunst, Religion und Leben, der Rolle der Biografie als romantischer Mythos und der Bedeutung des Nationalen in der Kunstbetrachtung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen konkreten schriftstellerischen Mitteln Wackenroder historische Dokumente in kunstreligiöse Erzählungen umwandelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine quellenkritische Textanalyse, die Wackenroders Texte mit den Originalquellen (u.a. Sandrart und Vasari) vergleicht, um Auslassungen und Umdeutungen zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Dürers Herkunft, die Bedeutung Nürnbergs, die Einheit von Kunst und Leben sowie das Verhältnis von deutscher und italienischer Kunst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Kunstreligion, Wackenroder, Dürer-Rezeption, Romantik, Quellenarbeit und Künstlermythos.

Warum wird Dürer bei Wackenroder als "Kunst-Heiliger" inszeniert?

Wackenroder stilisierte Dürer, um ein vorbildhaftes, christlich-frommes Künstlerleben zu entwerfen, das als Gegenentwurf zur als defizitär empfundenen eigenen Gegenwart fungieren sollte.

Welche Rolle spielt die Stadt Nürnberg im Text?

Nürnberg dient als symbolischer Ort, der Dürers Schaffen mit einer patriotischen Identität und dem romantischen Ideal der "goldenen Zeit" verknüpft.

Wie unterscheidet sich Wackenroders Bild von Dürer von dem seines Zeitgenossen Sandrart?

Während Sandrart Dürer als vielseitigen, erfolgreichen Intellektuellen und Tugendhelden darstellt, reduziert Wackenroder diese Aspekte zugunsten eines schlichten, gottergebenen Künstlers, um religiöse Lehren zu unterstreichen.

Warum ist das "Traumgesicht" in Wackenroders Texten von zentraler Bedeutung?

Es dient dazu, eine harmonische "Verbrüderung" zwischen der deutschen und italienischen Kunstsphäre (repräsentiert durch Dürer und Raffael) zu behaupten, die historisch so nicht existierte.

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Résumé des informations

Titre
Konstruktion eines Kunst-Heiligen. Biographische Quellen und ihre Verwendung in W.H. Wackenroders Dürer-Texten
Université
University of Hagen  (Institut für Neuere deutsche Literatur- und Medienwissenschaft)
Note
1,3
Auteur
Gerhard Schmidt (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
20
N° de catalogue
V340815
ISBN (ebook)
9783668302754
ISBN (Livre)
9783668302761
Langue
allemand
mots-clé
Dürer Wackenroder Nazarener Romantik Nürnberg Tieck
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Gerhard Schmidt (Auteur), 2016, Konstruktion eines Kunst-Heiligen. Biographische Quellen und ihre Verwendung in W.H. Wackenroders Dürer-Texten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340815
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Extrait de  20  pages
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