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Postmoderne Dekonstruktion von Identität und Biographie im Film "I'm Not There"

Titre: Postmoderne Dekonstruktion von Identität und Biographie im Film "I'm Not There"

Dossier / Travail de Séminaire , 2015 , 36 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christina Keppeler (Auteur)

Médias / Communication - Film et Télévision
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Im Kontext der vorliegenden Seminararbeit soll aufgezeigt werden, wie Todd Haynes I’M NOT THERE Biografie und Identität dekonstruiert, welche Ordnungs- und Differenzierungskategorien dabei eine Rolle spielen und worin sich die paradigmatischen Auflösungsmomente und Konventionsbrüche in Bezug auf die Darstellung der Person Bob Dylan letztendlich manifestiert.

Zunächst sollen dabei grundlegende Kategorien der Biografieschreibung und die damit zusammenhängende Identitätsgenese beschrieben werden. Unter näherer Betrachtung des Forschungsgegenstandes werden dann identitätsbezogene Dekonstruktionsstrategien im Kontext des postmodernen Films herausgearbeitet und Veränderungen im Darstellungsmodus beschrieben. Mittels konkreter inhaltlicher sowie cinematographischer Szenenanalyse werden dann schließlich die verschiedenen Figurationen bzw. Personenentwürfe nochmals skizziert und die vermittelten Normen und Werte der dargestellten Welt aufgezeigt.

Das, was wir im Kino auf einer Leinwand sehen, soll uns überwältigen, Freude bereiten, zu Tränen rühren, aufwühlen oder faszinieren. Wir sollen unser eigenes Innenleben mit dem der Filmfigur in Verbindung setzen können, gemeinsam mit ihr leiden, sie verstehen oder sie verabscheuen. In jedem Fall steht das Gezeigte im inhärenten Zusammenhang zum Individuum und ist als ein wechselseitiges Spiel zwischen filmischer Vision und den Erwartungen, Vorstellungen oder Wünschen des Beobachters zu deuten. Dieser Überwältigungseffekt entsteht im besten Falle durch eine gelungene Illusion, die uns der Film vermittelt: wir sehen und wissen, dass das Gezeigte fiktiv ist, es fühlt sich jedoch real und echt an. Diese Verblendung von Fiktion und Realität ist für das Gelingen eines Filmes entscheidend und tritt besonders hervor, wenn sich der Film auf ein reales Subjekt – einen Menschen, welcher Teil unserer außermedialen Wirklichkeit ist – bezieht.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Identitätskonzeptionen und das biographische Narrativ

3. Leben Erzählen: ‚Biopics’ zwischen Anspruch, Möglichkeit und Grenze

3.1 Referenzialität

3.2 Chronologie und Strukturierung des Gezeigten

3.3 Faktizität und Authentizität

4. I’M NOT THERE als postmoderne Interpretation des biographischen Erzählens und der Identitätsdekonstruktion

4.1 Anti-Konventionalität und dekonstruktive Erzählverfahren

4.2 Konzept der Person: Identitätsdekonstruktion

4.2.1 Absenzbekundung

4.2.2 Fragmentierung des Subjekts ‚Bob Dylan‘

4.2.2.1 ‚Fake‘

4.2.2.2 ‚Prophet‘

4.2.2.3 ‚Poet‘

4.2.2.4 ‚elektrisierender Star‘

4.2.2.5 ‚Rockstar‘

4.2.2.6 ‚Outlaw‘

4.3 Filmmusik und Kohärenzstiftung

4.4 Zeitwende und kultureller Wandel – Wirklichkeitskonstitution

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie der Film I’M NOT THERE von Todd Haynes die Biografie und Identität des Künstlers Bob Dylan dekonstruiert, indem er mit traditionellen Genrekonventionen des Biopics bricht und das Subjekt in multiperspektivische Fragmente auflöst.

  • Postmoderne Dekonstruktionsstrategien im biografischen Film
  • Die Auflösung der Einheit des Subjekts durch multiple Figurationen
  • Wechselspiel zwischen Faktizität, Fiktion und dem kulturellen Mythos Dylan
  • Die Funktion von Filmmusik als Kohärenz stiftendes Element

Auszug aus dem Buch

4.2.2.1 ‚Fake‘

Woody Guthries Musik prägte die Dylans wie kaum eine andere, weswegen es auch nicht überrascht, dass die filmische Figuration von Woody verkörpert durch Marcus Carl Franklin bereits nach den ersten einführenden Sequenzen gezeigt wird. Wir sehen einen elfjährigen schwarzen Jungen, der mit seinem Gitarrenkoffer auf dem bezeichnender Weise ‚this machine kills fascists‘ (Referenzobjekt: siehe Abbildung 3) zu lesen ist, wie ein Vagabund von Ort zu Ort auf Güterzügen trampt und sich dabei als Guthrie ausgibt. Der filmische Woody hat sich dabei die Körperhaltung und Redensweise seines Idols mit ausgeklügelter Ernsthaftigkeit angeeignet und erzählt den Menschen, denen er auf seiner Reise begegnet unglaubliche Geschichten von der Flucht aus dem Zirkus und den Freuden und Lasten seines Ruhmes. Er musiziert mit und für diejenigen, die seinen phantastischen und abenteuerlichen Erzählungen Glauben schenken und flüchtet letztendlich, wenn Gefahr besteht, dass seine tatsächliche Identität enthüllt werden könnte. Die glaubwürdige (musikalische) Imitation seines Vorbilds befähigt ihn zum Eintritt in geradezu oppositionelle Räume: Einmal findet er Obhut bei einer schwarzen Arbeiterfamilie, kurze Zeit später musiziert er im Kreise einer klassisch-weißen Mittelschicht-Familie. Seine Musik fungiert dabei als Bindeglied zwischen den Welten und verweist in diesem Zusammenhang auf die Allgemeingültigkeit seiner Texte. Dieser Handlungsstrang soll Dylans musikalische Bestrebungen in seiner Jugend darstellen, in der er – wie sein filmisch nachempfundenes Ich – aus Bewunderung und Faszination seinem Idol, der amerikanischen Folk-Ikone der Zeit der Great Depression, nacheiferte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik des postmodernen Films und Skizzierung der Absicht, die Dekonstruktion von Identität in I’M NOT THERE zu analysieren.

2. Identitätskonzeptionen und das biographische Narrativ: Theoretische Auseinandersetzung mit Identität als dynamischem Prozess und der Rolle des Films als kultureller Speicher.

3. Leben Erzählen: ‚Biopics’ zwischen Anspruch, Möglichkeit und Grenze: Untersuchung der Gattungsmerkmale des Biopics, insbesondere der Balance zwischen Referenzialität, Faktizität und narrativer Struktur.

4. I’M NOT THERE als postmoderne Interpretation des biographischen Erzählens und der Identitätsdekonstruktion: Hauptteil der Analyse, der die sechs filmischen Personalisierungen Dylans und deren Bedeutung für die Identitätsdekonstruktion im Film detailliert darlegt.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung des Films als reflektiertes, dekonstruktives Experiment, das den Mythos Dylan durch seine multiple Darstellung erfolgreich einfängt.

Schlüsselwörter

I’M NOT THERE, Todd Haynes, Bob Dylan, Postmoderne, Biopic, Identitätsdekonstruktion, Fragmentierung, Patchwork Identities, Subjektivität, Filmästhetik, Referenzialität, Authentizität, Erzählverfahren, Mythos, Zeitwende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Spielfilm I’M NOT THERE von Todd Haynes die Biografie Bob Dylans auf eine postmoderne Weise dekonstruiert und die klassische Vorstellung eines zusammenhängenden Lebenswegs filmisch untergräbt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie biographischer Narrative, die postmoderne Identitätskonstruktion, die kritische Auseinandersetzung mit dem Filmgenre Biopic sowie die Analyse der künstlerischen Inszenierung von Bob Dylan als Mythos.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Haynes durch narrative Brüche und die Fragmentierung der Dylan-Figur in sechs verschiedene Identitäten das Konzept des „festen Ichs“ infrage stellt und stattdessen eine multiple, diskontinuierliche Identitätsstruktur präsentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine filmanalytische Methode, die inhaltliche sowie kinematographische Szenenanalysen einsetzt, um die verschiedenen Figurationen und ästhetischen Strategien des Films im postmodernen Diskurs zu verorten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die anti-konventionellen Erzählverfahren des Films, die Fragmentierung des Subjekts in sechs Teilidentitäten (u.a. Fake, Prophet, Rockstar) sowie die Funktion von Filmmusik und die Auflösung chronologischer Zeitstrukturen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Postmoderne, Dekonstruktion, Identitätsfragmentierung, Biopic-Genre, mediale Repräsentation und subjektive Authentizität charakterisieren.

Inwiefern spielt die Filmmusik eine Rolle für die Kohärenz?

Die Filmmusik fungiert als übergeordnetes Zeichensystem, das die fragmentierten Handlungsstränge verknüpft, Sinnangebote generiert und die visuelle Ebene des Films entscheidend unterstützt.

Was ist das Besondere an der Figur des „Fake“?

Der „Fake“-Strang zeigt einen jungen Dylan, der sich die Identität von Woody Guthrie aneignet, was das Kernmotiv des Films unterstreicht: Die Suche nach dem eigenen Ich durch die Imitation fremder Identitäten und die Verweigerung einer festen biographischen Wahrheit.

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Résumé des informations

Titre
Postmoderne Dekonstruktion von Identität und Biographie im Film "I'm Not There"
Université
University of Passau  (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Mediensemiotik)
Cours
Post-Millennium: Diskurse – Formationen – Tendenzen in Kinonarrationen nach 2000
Note
1,0
Auteur
Christina Keppeler (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
36
N° de catalogue
V340825
ISBN (ebook)
9783668302891
ISBN (Livre)
9783668302907
Langue
allemand
mots-clé
postmoderne dekonstruktion identität biographie film there
Sécurité des produits
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Citation du texte
Christina Keppeler (Auteur), 2015, Postmoderne Dekonstruktion von Identität und Biographie im Film "I'm Not There", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340825
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Extrait de  36  pages
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