Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Intervention und Prävention von Lese-Rechtschreibschwächen mit Hilfe des Würzburger Trainingsprogramms.
Das Würzburger Trainingsprogramm, zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache, welches von der Diplom-Psychologin Petra Küspert entwickelt wurde, basiert auf den neuesten Forschungen zum Schriftspracherwerb, sowie daraus resultierenden Erkenntnissen bezüglich Störungen und Schwierigkeiten, die einen positiv verlaufenden Schriftspracherwerb behindern oder verzögern.
Innerhalb dieser Arbeit werden zum näheren Verständnis zuerst die Definitionen zu den Bausteinen der deutschen Sprache gegeben. Im Anschluss daran erkläre ich den Begriff der phonologischen Bewusstheit als Schlüssel zum Schriftspracherwerb. Merkmale von Schwierigkeiten und Störungen im Schriftspracherwerb werden ebenso behandelt, wie auch deren Therapiemöglichkeiten und –erfolge.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Phonologische Bewusstheit mit ihrer Notwendigkeit für den Schriftspracherwerb. Dabei steht die Möglichkeit der Förderung durch das Würzburger Trainingsprogramm mit seinen wissenschaftlichen Ergebnissen zur Fördereffektivität im Mittelpunkt.
Mit meinem persönlichen Fazit zum Würzburger Trainingsprogramm und den praktischen Unsetzungsmöglichkeiten schließe ich die Hausarbeit ab.
Diese Arbeit basiert zum größten Teil auf der Literatur von Petra Küspert und Wolfgang Schneider „Hören, lauschen, lernen“ und „Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb“, ebenfalls von Petra Küspert. Weitere Literaturangaben sind aus dem Verzeichnis zu entnehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DEFINITIONEN
2.1 Das Wort
2.2 Das Morphem
2.3 Die Silbe
2.4 Das Phonem
2.5 Die Konsonanten
2.6 Der Vokal
2.7. Phonologische Bewusstheit
3. VERSCHIEDENE LEGASTHENIETHERAPIEN MIT IHREN MÖGLICHKEITEN UND ERFOLGEN
4. NOTWENDIGE FAKTOREN FÜR DEN SCHRIFTSPRACHERWERB
4.1 Gedächtnisfertigkeiten
4.2 Intelligenz
4.3 Sprachliche Fertigkeiten
4.4 Phonologische Informationsverarbeitung
5. PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT UND SCHRIFTSPRACHERWERB
6. DAS WÜRZBURGER TRAININGSPROGRAMM
7. DIE WIRKSAMKEIT DES WÜRZBURGER TRAININGSPROGRAMMS
8. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der phonologischen Bewusstheit als essenzielle Voraussetzung für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb bei Kindern. Ziel ist es, Möglichkeiten der Prävention und Förderung durch das Würzburger Trainingsprogramm aufzuzeigen und dessen wissenschaftliche Wirksamkeit kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen der linguistischen Einheiten der deutschen Sprache
- Bedeutung der phonologischen Bewusstheit für den Lese- und Schreiblernprozess
- Vorläufermerkmale und notwendige Faktoren für den Schriftspracherwerb
- Struktur, Inhalt und Effektivität des Würzburger Trainingsprogramms
Auszug aus dem Buch
6. Das Würzburger Trainingsprogramm
Der Ursprung des Würzburger Trainingsprogramms lässt sich auf die Forschungsarbeiten des schwedischen Psychologen Lundberg zurückführen. Er konnte nachweisen, dass dänische Kinder, die an diesem Trainingsprogramm in ihrem letzten Kindergartenjahr teilgenommen hatten, wesentliche Vorteile beim späteren Schriftspracherwerb in der Schule hatten.
Anfang der 90er Jahre wurde dieses schwedische Programm am Lehrstuhl für Psychologie IV der Universität Würzburg überarbeitet und verkürzt. Im Gegensatz zu dem Trainingsprogramm von Lundberg, welches sich über einen Förderzeitraum von acht Monate erstreckte und täglich 20 Minuten Förderung beinhaltete, wird das Würzburger Trainingsprogramm auf einen Zeitraum von sechs Monate täglich 10 Minuten gekürzt und ist für Vorschulkinder im Alter von 5-6 Jahren geeignet. Gearbeitet wird in Kleingruppen von vier bis acht Kindern. Das Trainingsprogramm beinhaltet Spiele und Übungen zu sechs verschiedenen Übungsbereichen, die alle aufeinander aufbauen und dem Kind einen Einblick in die Struktur der gesprochenen Sprache geben sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Lese-Rechtschreibschwächen und Vorstellung des Würzburger Trainingsprogramms als Förderinstrument.
2. DEFINITIONEN: Definition zentraler sprachlicher Bausteine wie Wort, Morphem, Silbe und Phonem sowie Erläuterung der phonologischen Bewusstheit.
3. VERSCHIEDENE LEGASTHENIETHERAPIEN MIT IHREN MÖGLICHKEITEN UND ERFOLGEN: Historischer Überblick über Förderansätze und deren Wirksamkeit in der Legasthenieforschung.
4. NOTWENDIGE FAKTOREN FÜR DEN SCHRIFTSPRACHERWERB: Analyse wichtiger Vorhersagemerkmale wie Gedächtnis, Intelligenz und phonologische Informationsverarbeitung.
5. PHONOLOGISCHE BEWUSSTHEIT UND SCHRIFTSPRACHERWERB: Differenzierung zwischen phonologischer Bewusstheit im engeren und weiteren Sinne und deren Einfluss auf den Erwerb der Schriftsprache.
6. DAS WÜRZBURGER TRAININGSPROGRAMM: Detaillierte Darstellung der Struktur, Zielgruppe und der verschiedenen Übungseinheiten des Trainingsprogramms.
7. DIE WIRKSAMKEIT DES WÜRZBURGER TRAININGSPROGRAMMS: Präsentation der Ergebnisse aus Längsschnittstudien bezüglich der Fördereffektivität bei Vorschulkindern.
8. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz der phonologischen Bewusstheit und der praktischen Anwendung des Trainingsprogramms.
Schlüsselwörter
Phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Würzburger Trainingsprogramm, Legasthenie, Prävention, Sprachförderung, Vorschulalter, Phonem, Silbe, Lese-Rechtschreibschwäche, Lautanalyse, Frühförderung, Sprachspiele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Prävention und Intervention von Lese-Rechtschreibschwächen durch die gezielte Förderung der phonologischen Bewusstheit im Vorschulalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die linguistischen Grundlagen, die Identifikation von Vorläufermerkmalen für den Schriftspracherwerb sowie die wissenschaftliche Evaluation des Würzburger Trainingsprogramms.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erläuterung der Notwendigkeit phonologischer Bewusstheit und die Aufarbeitung der Fördermöglichkeiten durch das Würzburger Programm, um einem verzögerten Schriftspracherwerb entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Forschungsergebnisse zum Schriftspracherwerb und der Auswertung von Längsschnittstudien zur Wirksamkeit von Förderprogrammen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt Definitionen sprachlicher Einheiten, die Faktoren des Schriftspracherwerbs, die Rolle der phonologischen Bewusstheit und die konkrete Ausgestaltung sowie Evaluation des Würzburger Trainingsprogramms.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie phonologische Bewusstheit, Schriftspracherwerb, Frühförderung und das Würzburger Trainingsprogramm charakterisiert.
Wie unterscheiden sich die phonologische Bewusstheit im engeren und weiteren Sinne?
Die Bewusstheit im engeren Sinne bezieht sich auf die Identifikation von Phonemen und entwickelt sich meist erst mit dem Schriftspracherwerb, während die Bewusstheit im weiteren Sinne größere Einheiten wie Silben oder Reime umfasst und häufiger spontan im Kindergartenalter auftritt.
Ist das Würzburger Trainingsprogramm auch für Kinder mit Förderbedarf geeignet?
Ja, laut der Autorin bietet das Programm eine gute Grundlage für die Förderung von Kindern mit Hörschädigung oder Sprachbehinderung, insbesondere durch die Nutzung der begleitenden CD-ROM.
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- Bianca Voronin (Author), 2004, Zur Notwendigkeit der Entwicklung der Phonologischen Bewusstheit vor dem Schriftspracherwerb sowie die Möglichkeit diese zu fördern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34083