Im Folgenden wird der Versuch unternommen, grundlegende Begriffe, wie Motivation und Lernen zu erklären und diese dabei in den Kontext der Schule zu bringen. Es wird außerdem auf das Zusammenspiel von Motivation und Lernen eingegangen und daraufhin Möglichkeiten genannt, wie Lehrer die Motivation von Schülern fördern können. Des Weiteren sollte klar werden von welchen Faktoren das schulische Leistungsverhalten abhängig ist und welche Faktoren beispielsweise zu negativen Erfahrungen führen können. Sind es Lob und Anerkennung die Schüler zum effektiven Lernen bringen? Sind es zu hohe Erwartungen der Eltern, die die Lernmotivation der Schüler beeinflussen oder gar einschränken?
Vor allem für den Lehrerberuf sind solche oder ähnliche Fragen von hoher Bedeutung, da sie mit vielen Schülertypen zu tun haben und von daher sensibel auf diese abgestimmt sein müssen. Gerade in der heutigen Zeit müssen Schüler gefördert werden, damit sie im späteren Berufsleben eine Chance haben ihren Traumberuf auszuüben. Selbst wenn das Interesse für viele Fächer oder Themenbereiche nicht besteht, muss es womöglich die Aufgabe des Lehrers bleiben Motivationsförderung im großen Rahmen zu betreiben.
Oftmals ist das Bild eines gelangweilten Schülers Sinnbild der Schule - häufig durch Erinnerungen an die eigene Schulzeit oder aber Darstellungen in Medien, Filmen oder Sendungen.
Häufig führen falsche Unterrichtsplanung, vorgegebene Rahmenpläne oder zu wenig Einfühlungsvermögen gegenüber den Schülern zu diesen Problemen. Die Ursache liegt in den meisten Fällen daran, dass die Motivation von Schülern selten oder kaum effektiv genutzt wird und somit außer Acht gelassen ist. Doch spielt gerade die Motivation von Schülern im Schulalltag maßgeblich eine der wichtigsten Rollen im Unterrichtsgeschehen. Denn nur motivierte Schüler wollen lernen und bringen dadurch gute Leistungen - und nur so kann effizienter und interaktiver Unterricht stattfinden. Lernen aus der Motivation heraus, nur eine gute Note zu erzielen, aber kaum für den Sinn und Zweck und der eigentlichen Interesse am Unterrichtsstoff, ist wohl weniger effizient für einen Schüler, als das motivierte Interesse am Lernstoff. So bleiben Informationen bei einem motivierten und am Unterrichtsstoff interessierten Schüler womöglich länger im Gedächtnis und sind mit wenig Aufwand bei einer Leistungskontrolle abrufbar.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Motivation und Lernen
2.1.Lernen
2.2.Motivation
2.3. Wechselwirkung zwischen Motivation und Lernen in der Schule
3. Lernmotivation
3.1. primäre Lernmotivation
3.1.1. Definition von primäre Lernmotivation
3.1.2. Möglichkeiten der Förderung von primären Lernmotiven und ihre Wirkung
3.2. sekundäre Lernmotivation
3.2.1. Definition von sekundäre Lernmotivation
3.2.2. Möglichkeiten der Förderungen von sekundären Lernmotiven und ihre Wirkung
4. Notengebung
5. Zusammenfassung und Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Lernmotivation im schulischen Kontext. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lehrkräfte ihre Schüler effektiv motivieren können, welche Rolle die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Lernmotiven spielt und inwieweit Notengebung als Instrument der Leistungsbeurteilung die Motivation beeinflussen kann.
- Definition und theoretische Grundlagen von Lernen und Motivation
- Analyse der Wechselwirkung zwischen Motivation und schulischem Lernen
- Unterscheidung und Förderung von primärer (intrinsischer) und sekundärer (extrinsischer) Lernmotivation
- Kritische Reflexion der Notengebung als Motivationsfaktor
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Möglichkeiten der Förderung von primären Lernmotiven und ihre Wirkung
Den Lehrern stehen in aller erster Linie größtenteils extrinsische Motivationsmittel zur Verfügung, weshalb es hierdurch schwerer wird Schüler zu motivieren. Doch ist die intrinsische Motivation außerordentlich wichtig für einen pädagogisch wertvollen Unterricht. Die wichtigste Grundlage bei der Förderung primärer Lernmotive ist vor allem die Neugier und das Sachinteresse. (vgl. Schlag, 2013, S. 23 f.) Hieraus folgend lassen sich einige Möglichkeiten schlussfolgern, die für einen motivierten Unterricht von Nöten sind. Allen voran sollte man aber immer im Rahmen der Möglichkeiten der Schüler arbeiten und sie nicht überfordern.
Die wichtigste Regel hierbei ist eine problemhafte Unterrichtsgestaltung und das Erreichen von Erfolgserlebnissen bei Schülern, aber auch die Schaffung von Leistungs- und sozialer Kompetenz bei Schülern (vgl. Joswig, 1995, S. 132 f.) Die Möglichkeiten sind weit gestreut - man kann beispielsweise die Neugierde wecken indem mann widersprüchliche Aussagen gegenüberstellt oder ähnliche Begriffe oder Regeln einführt. Durch die Unterstreichung von wissenschaftlichen Begriffen bei Alltagsproblemen kann Schülern auch sehr bedeutsam gemacht werden, welche Wichtigkeit vom gerade genannten Lernstoff ausgeht. Oftmals wird Lernstoff nämlich als ich-fremd empfunden, weshalb das Nennen von Beispielen ein wichtiger Bestandteil der Förderung intrinsischer Motive ist (Identifikation mit dem aktuellen Thema). Zudem ist das Ausüben praktischer Angelegenheiten mit leichten Schwierigkeiten Anreiz der primären Lernmotivation. Alltägliche Erscheinungen sollten unter eine problemhafte Fragestellung gesetzt werden, damit sich jeder Schüler zu diesem Thema angesprochen fühlt und er es mit eigenen Erfahrungen verknüpfen kann. Auch unerklärliche Tatsachen können Schüler zum aufmerksamen Zuhören auffordern oder bringen. Zudem können die Einbindung von aktuell medialen Erlebnissen genutzt werden, um die trockene Theorie mit zeitnahen Geschehen zu verbessern.
Jeden noch so intrinsisch motivierten Schüler verliert irgendwann die Lust, wenn er keine Erfolgserlebnisse im Unterricht verspürt. Deshalb sollte die Lehrperson auch Lob und Anerkennung in Form von Worturteilen oder Noten, als bedeutsames Mittel der Förderung intrinsischer Motive sehen. Diese Sanktionen sollten allerdings nicht dazu führen, dass der Schüler nur des Lobes wegen lernt, sondern hierdurch angespornt wird, sein eigenes Interesse und die damit verbundene Motivation auf ein Höchstmaß zu bekommen. Erfolgserlebnisse
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Lernmotivation ein und verdeutlicht deren Relevanz für effizienten und interaktiven Unterricht sowie die Rolle der Lehrkraft.
2.Motivation und Lernen: Es werden grundlegende Begriffsdefinitionen von Lernen und Motivation erarbeitet und deren komplexe Wechselwirkung im schulischen Alltag beleuchtet.
3. Lernmotivation: Hier erfolgt eine Differenzierung zwischen primärer (intrinsischer) und sekundärer (extrinsischer) Lernmotivation, inklusive Ansätzen zu deren Förderung durch die Lehrperson.
4. Notengebung: Dieses Kapitel analysiert Notengebung als Mittel der Leistungsbeurteilung und diskutiert deren Funktion als Rückmeldung sowie als Motivationsinstrument.
5. Zusammenfassung und Reflexion: Der Autor fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert das Spannungsfeld zwischen Notengebung und Motivationsförderung und betont die Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, primäre Lernmotivation, sekundäre Lernmotivation, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Notengebung, Unterrichtsgestaltung, Lehrer-Schüler-Verhältnis, Leistungsbewertung, Lernpsychologie, Leistungsmotivation, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten von Lehrkräften, Schüler zu motivieren, und untersucht, wie verschiedene Arten von Lernmotivation den Lernerfolg beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von Motivation und Lernen, die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Lernmotiven sowie die Rolle der Notengebung im Schulalltag.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch die gezielte Förderung unterschiedlicher Motivationsformen effektiveren Unterricht gestalten können und welchen Stellenwert Noten dabei einnehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung lernpsychologischer Fachbegriffe und Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung von Lernen und Motivation, die detaillierte Darstellung von primärer und sekundärer Lernmotivation inklusive Förderansätzen sowie eine Analyse der Notengebung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Lernmotivation, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Notengebung, Leistungsbewertung und Pädagogische Psychologie.
Was ist der Unterschied zwischen einem „Selbst-Verwirklichungs-Lerner“ und einem „Leistungs-Lerner“?
Der Selbst-Verwirklichungs-Lerner hat ein natürliches Bedürfnis zu lernen und sieht dies als Teil seiner Entwicklung, während der Leistungs-Lerner primär durch das Thema selbst oder durch externes Lob und Anerkennung motiviert wird.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Notengebung für die Schülermotivation?
Der Autor sieht Notengebung als ein notwendiges, aber ambivalentes Instrument, das vor allem extrinsische Motivation fördert, jedoch bei falscher Anwendung oder zu hohem Druck die Freude am Lernen einschränken kann.
Warum ist das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler laut dieser Arbeit so entscheidend?
Ein gutes Verhältnis ist wichtig, um Hemmungen bei Schülern abzubauen, individuelle Stärken zu erkennen und eine lernförderliche Umgebung zu schaffen, die nicht nur auf Zwang basiert.
- Arbeit zitieren
- Peter Stepper (Autor:in), 2014, Motivation und Lernen. Welche Möglichkeiten haben Lehrer ihre Schüler zu motivieren?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340868