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Die Selbstdarstellung von Schönheitschirurgen im Internet

Title: Die Selbstdarstellung von Schönheitschirurgen im Internet

Essay , 2011 , 8 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Verena Fendl (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Eine Welt voller Ästhetik und Harmonie, schöner Menschen und Komfort, in der man stilvoll und kultiviert auf mich und meine Ansprüche eingeht, sich auf meine Wünsche konzentriert, in der ich im Mittelpunkt stehe. Dieser Eindruck hat sich mir ergeben, als ich durch die überwältigende Vielzahl an deutschen Internetseiten von sog. „Schönheitschirurgen/innen“ navigierte.

Die Internetauftritte sind in ihrer Gesamtkonzeption sehr ähnlich gestaltet und kennzeichnen sich vor allem durch Eines: Professionalität. Dabei scheint alles auf Ästhetik ausgerichtet zu sein, denn die farblich perfekt aufeinander abgestimmten Seiteninhalte präsentieren wenn nicht makellose Körper so dann Logos oder Symboliken, welche an sich Schönheit, Reinheit und Wohlgeformtheit demonstrieren; die Palette reicht von Diamanten und Kristallen über weiße Rosen, in der Sonne glänzende Tautropfen oder samtige Blütenblätter. Auch setzt sich die Ästhetik in den Abbildungen der Räumlichkeiten und Gebäuden der Praxiskliniken fort und erreicht im Extremfall den Wellnesscharakter eines 5-Sterne-Luxushotels.

Die Präsentation meiner Befunde erfolgt mittels vier ausgewählter Überpunkte. Diese betreffen der Reihenfolge nach die Darstellung der Chirurgen/innen als kompetente Fachleute; deren Anforderungen an die eigene Arbeit und damit die angeblichen Ziele für die Patienten/innen; den Status der Chirurgen/innen als Künstler und Psychologen; schließlich: Ihre Legitimationsstrategien sowohl für die eigene Person als auch für die vorgenommenen Eingriffe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Darstellung der eigenen Person durch fachärztliche Kompetenz, Qualität und Seriosität

Anforderungen der ‚Schönheitschirurgen/innen’ an die eigene Arbeit

Der Schönheitschirurg zwischen Psychologie und Kunst

Legitimation der eigenen Person – Legitimation der Eingriffe

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Selbstdarstellungsstrategien von Schönheitschirurgen auf deren Internetauftritten, um zu analysieren, wie diese Berufsgruppe ihre fachliche Kompetenz legitimiert und ihr Image im Spannungsfeld zwischen Medizin, Kunst und kommerzieller Dienstleistung konstruiert.

  • Konstruktion von Vertrauen durch ästhetische Webseitengestaltung
  • Darstellung fachärztlicher Kompetenz und Seriosität
  • Die Rolle des Chirurgen als Künstler und Psychologe
  • Legitimationsstrategien für ästhetische Eingriffe

Auszug aus dem Buch

Darstellung der eigenen Person durch fachärztliche Kompetenz, Qualität und Seriosität

Der Modus der Darstellung, nach dem die Präsentation von Informationen über die Person der Schönheitschirurgen/innen funktioniert, verläuft nach einem nahezu identischen Schema. Sämtlichen Informationen steht zunächst eine professionelle Portraitfotographie des Chirurgen/der Chirurgin voran. Die Bilder strahlen meist ebenso Selbstsicherheit und Souveränität wie Seriosität aus. Auffällig ist, dass das eigene Aussehen dieser Ärzte und Ärztinnen nicht selten gängigen Schönheitsnormen entspricht; man könnte also in Bezug auf die Chirurgen/innen im wörtlichen Sinne von einem „Vorbild“ in Hinblick auf die Schönheit sprechen. Dem Foto folgt ein ausführlicher Lebenslauf, der sich mitunter über drei Seiten erstreckt und damit kein Detail des beruflichen Werdegangs unerwähnt lässt.

Neben den zentralen Angaben über die erworbenen Qualifikationen werden der Studienverlauf sowie die praktische Tätigkeit als Arzt/Ärztin beschrieben. Darin enthalten sind vollständige Informationen über Stipendien, Auslandsaufenthalte, (wissenschaftliche) Auszeichnungen und zertifizierte Weiterbildungen. Man beruft sich auf langjährige Erfahrung und garantiert höchsten medizinischen Standard. All diese Auskünfte werden schließlich durch eine Auflistung eigener Publikationen und Vorträge sowie die Auflistung der zahlreichen Mitgliedschaften und Vorsitze in nationalen und internationalen Gesellschaften ästhetisch-plastischer Chirurgen ergänzt; darüber hinaus stehen etwaige Presseartikel, Fernsehauftritte oder Rundfunkbeiträge im Zusammenhang mit der Person des Chirurgen/der Chirurgin zum Download bereit. Neben diesem gängigen Muster fließt die Erwähnung sozialer Engagements im In- und Ausland vereinzelt in die Selbstdarstellung ein. Dabei handelt es sich z. B. um die Förderung der Behandlung Schwerbrandverletzter oder die unentgeltliche Behandlung von Kindern in der sog. ‚Dritten Welt’, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung analysiert die ästhetische Gestaltung von Internetauftritten der Schönheitschirurgie und erläutert das methodische Vorgehen der Untersuchung ausgewählter Praxiskliniken im Raum München.

Darstellung der eigenen Person durch fachärztliche Kompetenz, Qualität und Seriosität: Dieses Kapitel beschreibt das standardisierte Schema der Selbstdarstellung, bei dem fachliche Qualifikationen, Auszeichnungen und ein seriöses Auftreten zur Vertrauensbildung genutzt werden.

Anforderungen der ‚Schönheitschirurgen/innen’ an die eigene Arbeit: Hier wird thematisiert, wie trotz fehlender medizinischer Indikation Gesundheit und Sicherheit in den Vordergrund gerückt und eine individuelle Betreuung versprochen wird.

Der Schönheitschirurg zwischen Psychologie und Kunst: Das Kapitel untersucht, wie sich Chirurgen durch die Inszenierung als Künstler und Psychologen vom reinen Handwerker abheben und ihre künstlerische Sensibilität betonen.

Legitimation der eigenen Person – Legitimation der Eingriffe: Dieser Abschnitt beleuchtet den Legitimationsdruck der Branche und analysiert Strategien der Rechtfertigung, etwa am Beispiel der Brustvergrößerung.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die ästhetische Chirurgie als kommerzielle Dienstleistung fungiert und der Patient zum Kunden wird, während der ästhetische Aspekt gegenüber rein medizinischen Leistungen dominiert.

Schlüsselwörter

Schönheitschirurgie, Internetauftritt, Selbstdarstellung, Ästhetik, Professionalität, Legitimation, Patient, Dienstleistung, Fachärztliche Kompetenz, Körper, Identität, Marketing, Vertrauensaufbau, Plastische Chirurgie, Praxisklinik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Selbstdarstellung von Schönheitschirurgen auf deren Internetseiten und untersucht, wie diese ihre Dienstleistungen und ihre eigene Person in der Öffentlichkeit präsentieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Inszenierung von fachlicher Kompetenz, die Legitimationsstrategien für ästhetische Operationen sowie die Positionierung des Chirurgen zwischen Kunst, Psychologie und kommerziellem Dienstleister.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten in der Außendarstellung von fünf ausgewählten Praxiskliniken in München zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Vertrauen und Sinnhaftigkeit für ästhetische Eingriffe konstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin führte eine qualitative Analyse der Internetauftritte von fünf ausgewählten plastisch-ästhetischen Praxiskliniken im Raum München durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Darstellung der persönlichen Kompetenz, die beruflichen Selbstbilder der Chirurgen als Künstler und Psychologen sowie die Argumentationsmuster zur Rechtfertigung von Operationen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Schönheitschirurgie, Legitimation, Selbstdarstellung, professionelle Ästhetik und die Transformation des Patienten zum Kunden.

Wie gehen die Chirurgen mit dem Legitimationsdruck um?

Sie versuchen, ihre Tätigkeit durch umfassende Aufklärung, eine seriöse Selbstdarstellung und die Betonung von Qualität und Sicherheit als sinnhaft und anerkennungswürdig darzustellen.

Welche Rolle spielt der künstlerische Aspekt bei der Selbstdarstellung?

Die Chirurgen inszenieren sich oft als Künstler mit einem besonderen Gespür für Formen und Proportionen, um ihre Arbeit über die rein medizinische Behandlung hinaus zu erheben und als besondere Begabung zu definieren.

Warum wird der Patient in der Arbeit als Kunde bezeichnet?

Da ästhetische Eingriffe meist keine medizinische Notwendigkeit haben und privat bezahlt werden müssen, nähert sich die Interaktion zwischen Arzt und Patient dem Modell einer kommerziellen Dienstleistung an.

Gibt es eine spezifische Strategie bei der Beratung zu Brustvergrößerungen?

Ja, oft wird der Ausgangszustand vor der Operation negativ konnotiert, um den Wunsch nach Veränderung als verständlich und legitim darzustellen.

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Details

Title
Die Selbstdarstellung von Schönheitschirurgen im Internet
College
LMU Munich
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Verena Fendl (Author)
Publication Year
2011
Pages
8
Catalog Number
V340890
ISBN (eBook)
9783668303539
ISBN (Book)
9783668303546
Language
German
Tags
Selbstdarstellung Schönheitschirurgie Internet
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Verena Fendl (Author), 2011, Die Selbstdarstellung von Schönheitschirurgen im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340890
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