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Charakteristika des neusachlichen Films: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

Title: Charakteristika des neusachlichen Films: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt

Seminar Paper , 2002 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Teresa Hochmuth (Author)

Film Science
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Die Arbeit untersucht anhand einer Analyse von Berlin – Die Sinfonie der Großstadt, wie typische Elemente der neusachlichen Kunst, die sich in dieser Epoche in Malerei, Literatur, Fotografie und Architektur bereits entwickelt hatten, erstmals filmisch und mit filmspezifischen Mitteln umgesetzt wurden und inwiefern es sich bei der durch Ruttmanns Film etablierten neusachlichen „Filmsprache“ sogar um eine Weiterentwicklung des neusachlichen Kunstgedanken handeln könnte. Berlin ist einerseits als Produkt einer filmgeschichtlichen Entwicklung dieser Zeit zu sehen, andererseits auch klar als eine weitere Äußerung des Kunstgedanken der Neuen Sachlichkeit, der sich in anderen Kunstformen schon seit längerem durchgesetzt hatte. Ein kurzer filmgeschichtlicher und kunsthistorischer Überblick soll den Film in diese beiden Kontexte einordnen. Anschließend komme ich zum konkreten Vergleich der grundsätzlichen Elemente der Neuen Sachlichkeit einerseits und ihrer filmspezifischen Umsetzung andererseits. Den ersten Vergleichspunkt bildet der theoretische Grundgedanke der Epoche, welcher sich in drei Aspekte gliedern lässt: die objektive Beobachtung und Wiedergabe der Wirklichkeit, der Verzicht auf Interpretation und Analyse und die Konzentration auf die Welt der Dinge. Alle drei Merkmale finden sich auch in Berlin. Darauf aufbauend gehe ich auch auf die neusachliche Bildgestaltung und Bildästhetik ein, die im Film um die Möglichkeiten der Montage erweitert wurde. Auch in der Konzeption des Querschnittsfilms, der als ein typisch neusachliches Gestaltungsprinzip zu sehen ist, spielt die Montage eine wesentliche Rolle. Im letzten Teil des Vergleichs werden drei charakteristische Grundthemen und Motive der Neuen Sachlichkeit (die Großstadt, die Technik und die Masse) und ihre filmische Realisation gegenübergestellt. Abschließend weise ich auf neuere Filmprojekte hin, die sich auf Ruttmanns Werk beziehen und aufgrund typischer Gestaltungsmerkmale auch als neusachliche Filme gelten können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kunst- und filmhistorische Voraussetzungen

2.1 Kunstgeschichtliche Einordnung

2.2 Filmgeschichtliche Einordnung

3. Charakteristika der neusachlichen Epoche und ihre filmspezifische Umsetzung in Berlin – Sinfonie der Großstadt

3.1 Der neusachliche Grundgedanke

3.1.1 Objektive Beobachtung und Wiedergabe der Wirklichkeit

3.1.2 Verzicht auf Interpretation und Analyse von Gegensätzen

3.1.3 Konzentration auf die Dingwelt

3.2 Bildästhetik und Bildgestaltung

3.3 Der Querschnitt als typisches Gestaltungsprinzip

3.4 Themen und Motive

3.4.1 Die Technik

3.4.2 Die Masse

3.4.3 Die Großstadt

4. Der neusachliche Film und seine Nachfolger

4.1 Leo de Laforgue: Symphonie einer Weltstadt

4.2 Thomas Schadt: Berlin – Sinfonie einer Großstadt (2002)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie Walter Ruttmanns Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ die Grundprinzipien der „Neuen Sachlichkeit“ in ein filmspezifisches Medium übersetzt. Dabei wird analysiert, inwiefern die dokumentarische Herangehensweise, der bewusste Verzicht auf inhaltliche Wertungen und die Konzentration auf die „Dingwelt“ und Bewegung den Film als ein stilbildendes Meisterwerk der 1920er Jahre konstituieren.

  • Filmhistorische und kunstgeschichtliche Einordnung der Neuen Sachlichkeit.
  • Analyse der neusachlichen „Filmsprache“ durch Montagetechnik und Bildästhetik.
  • Untersuchung zentraler Motive wie Technik, Masse und urbanes Leben.
  • Vergleich der originalen Ruttmann-Sinfonie mit späteren filmischen Neuinterpretationen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Objektive Beobachtung und Wiedergabe der Wirklichkeit

Schon die Benennung der Kunstrichtung als „Neue Sachlichkeit“ macht deutlich, dass sich die Künstler um eine besonders objektive, neutrale Beobachtung der Wirklichkeit bemühen. Die „Fakten“ sollen gewissenhaft registriert und in realistischer, fotografischer Weise wiedergegeben werden. Charakteristisch für die Epoche ist, laut Sergiusz Michalski, „eine neue Nüchternheit des Blicks“, durch die der „menschliche Lebensraum [...] illusionslos geschildert“ wird.

Für Ruttmann ist dieser Ansatz der wichtigste Faktor des Films. “[D]ie Hauptmacht des Films ist das Unerbittliche seiner Ehrlichkeit: seine unbestechliche Objektivität“, sagt er. Um den Lebensraum Berlin illusionslos authentisch zu schildern, wie es der neusachliche Grundgedanke fordert, formulierte Ruttmann mehrere Leitsätze zur Umsetzung seiner Idee.

Satz zwei lautet „Konsequente Abwehr vom gefilmten Theater“; Satz drei „Keine gestellten Szenen. Menschliche Vorgänge und Menschen wurden „beschlichen“. Durch dieses „Sich-Unbeobachtet-glauben“ entstand Unmittelbarkeit des Ausdrucks.“

Ruttmann verzichtete völlig auf Schauspieler und wies seinen Kameramann Karl Freund an, nicht-inszeniertes, unmittelbares Bildmaterial auf den Straßen Berlins zu suchen. Freund erfand eigens für Berlin ein hypersensibilisiertes Filmmaterial, das auch Drehs ohne künstliche Beleuchtung, bei schlechten Lichtbedingungen und sogar bei Nacht erlaubte. Er versteckte die Kamera während den Aufnahmen beispielsweise unter Lastwagenplanen oder in einem Koffer, so dass sich die portraitierten Menschen nicht in Szene setzten, sondern absolut authentisch agierten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte des Films „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ ein und skizziert die kontroversen zeitgenössischen Reaktionen sowie die Forschungsfrage der Arbeit.

2. Kunst- und filmhistorische Voraussetzungen: Dieses Kapitel verortet die „Neue Sachlichkeit“ in der Kunstgeschichte und untersucht die wirtschaftlichen sowie filmischen Rahmenbedingungen der 1920er Jahre in Deutschland.

3. Charakteristika der neusachlichen Epoche und ihre filmspezifische Umsetzung in Berlin – Sinfonie der Großstadt: Der Hauptteil analysiert die zentralen neusachlichen Merkmale wie Objektivität, Verzicht auf Interpretation sowie die Bildgestaltung und thematisiert die Motive Technik, Masse und Großstadt.

4. Der neusachliche Film und seine Nachfolger: Das letzte Kapitel bewertet die Nachwirkung von Ruttmanns Ansatz und vergleicht diesen mit späteren Dokumentarfilmen, insbesondere der Neuinterpretation durch Thomas Schadt aus dem Jahr 2002.

Schlüsselwörter

Neue Sachlichkeit, Walter Ruttmann, Berlin, Sinfonie der Großstadt, Montage, Dokumentarfilm, 1920er Jahre, Großstadt, Technik, Masse, Dingwelt, Realismus, Filmgeschichte, Bildästhetik, Querschnittsfilm

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ als ein zentrales Werk der Kunstrichtung „Neue Sachlichkeit“ und untersucht dessen filmische Umsetzungsstrategien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf die filmische Ästhetik, den Verzicht auf narrative Inszenierung sowie die Darstellung der modernen Metropole durch Motive wie Technik und Masse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Ruttmann durch spezifische Montagetechniken und einen objektivistischen Blick eine neue „Filmsprache“ etablierte, die den Geist der Neuen Sachlichkeit verkörpert.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine film- und kunsthistorische Analyse, ergänzt durch den Vergleich von Bild- und Montagetechniken sowie die Auswertung zeitgenössischer Kritiken und theoretischer Manifeste.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Grundgedankens der Objektivität, die spezifische Bildgestaltung im Sinne der neuen Sachlichkeit und die filmische Umsetzung urbaner Motive.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neue Sachlichkeit, Montage, Querschnittsfilm, Großstadt, Dokumentarismus und Rhythmisierung.

Wie unterscheidet sich Ruttmanns Ansatz von expressionistischen Filmen der Zeit?

Während der Expressionismus auf künstliche Kulissen und subjektive Gefühlswelten setzte, propagierte Ruttmann die „unbestechliche Objektivität“ und verzichtete auf inszenierte Schauspieler.

Inwiefern beeinflusste die Technik das filmische Ergebnis?

Durch den Einsatz neuer Kameratechniken (wie der „entfesselten Kamera“) und hypersensiblen Filmmaterials konnte Ruttmann den Alltag in Berlin authentisch ohne künstliche Beleuchtung einfangen.

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Details

Title
Charakteristika des neusachlichen Films: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt
College
University of Potsdam
Course
Die zwanziger Jahre. Kunst und neue Medien
Grade
1,0
Author
Teresa Hochmuth (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V34090
ISBN (eBook)
9783638344067
ISBN (Book)
9783638921701
Language
German
Tags
Berlin Sinfonie Großstadt Charakteristika Kunst Medien Neue Sachlichkeit 20er Jahre Filmwissenschaft Kunstwissenschaft Filmsprache Kunstgeschichte Montage Technik Ruttmann Zwanziger Jahre Filmgeschichte Dingwelt Bildgestaltung Querschnitt Laforgue Thomas Schadt Carl Meyer Kracauer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Teresa Hochmuth (Author), 2002, Charakteristika des neusachlichen Films: Berlin - Die Sinfonie der Großstadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34090
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