Diese Facharbeit handelt von der tiergestützten Pädagogik in einer Jugendeinrichtung. Was sind die Vor- und Nachteile der tiergestützten Pädagogik? Was ist zu beachten? Um welchen Geldbetrag handelt es sich und welche Tiere sind am besten dafür geeignet?
Nur Tiere, welche domestiziert , speziell ausgebildet, gut versorgt und gut untergebracht sind, werden für diese Pädagogik ausgewählt. Hierfür gelten die Richtlinien der IAHAIO. Der Pädagoge muss zudem Kompetenzen gegenüber dem Tier haben. Das bedeutet, dass der Mensch die Stärken und Schwächen des Tieres genauestens kennt und über den richtigen Umgang Bescheid weiß. Die Sitzungen werden durch Protokolle dokumentiert und geplant. Der zeitliche Rahmen ist umfangreich und wird zuvor festgelegt. Die tiergestützte Pädagogik verfolgt konkrete, pädagogische Ziele, um den Menschen im sozialen und emotionalen Bereich zu stärken.
„Tiergestützte Pädagogik beschreibt einen von Tieren begleiteten (Heil-) Pädagogischen Erziehungs- und Förderansatz, sowie die Integration von Tieren in das Leben von Menschen jeden Alters. Die Tiere können den Pädagogen nicht ersetzen, sondern erweitern deren Erziehungs- und Fördermöglichkeiten. […]“
(Schaumweber 2009, S. 47)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen der tiergestützten Arbeit
2.1 Tiergestützte Aktivität
2.2 Tiergestützte Pädagogik
2.3 Tiergestützte Therapie
3. Mensch-Tier-Beziehung
3.1 Jäger-Sammler-Gesellschaft
3.2 Griechische Antike
3.3 Mittelalter
3.4 Neuzeit
3.5 Zeit der Aufklärung
3.6 Sechziger Jahre
3.7 Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
4. Lernchancen
4.1 Allgemeine Lernchancen:
4.2 Am Beispiel der tiergestützten Aktivität in meinem Oberstufenpraktikum
4.3 Am Beispiel einer Fernsehsendung
5. Grundbedingungen:
5.1 Raum
5.2 Zeit
5.3 Geld
5.4 Tierschutz
5.5 Personal / Ausbildung
5.6 Schulungen
6. Probleme und Grenzen
7. Geeignete Tierarten
8. Möglicher Versorgungsplan am Beispiel „Hund“
9. Pädagogisches Handeln
9.1 In der Gruppe
9.1.1 Regeln:
9.1.2 Rituale
9.1.3 Fairness
10. Elternarbeit
11. Das Team
12. Institutionen
13. Tod des Tieres
14. Schluss / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen der tiergestützten Pädagogik im Jugendalter. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen verschiedenen tiergestützten Interventionsformen zu klären und aufzuzeigen, wie der Einsatz von Tieren in Jugendwohngruppen zur persönlichen Entwicklung, Beziehungsförderung und zum Abbau emotionaler Barrieren beitragen kann.
- Differenzierung zwischen tiergestützter Aktivität, Pädagogik und Therapie
- Historische Entwicklung der Mensch-Tier-Beziehung
- Lernchancen und psychosoziale Potenziale der Tierinteraktion
- Praktische Anforderungen: Finanzierung, Raumplanung und Versorgungsmanagement
- Pädagogisches Handeln im Kontext einer Jugendwohngruppe
Auszug aus dem Buch
4.2 Am Beispiel der tiergestützten Aktivität in meinem Oberstufenpraktikum
In der Jugendwohngruppe, in der ich arbeitete, gab es neun Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis achtzehn Jahren. Jeder bekam einmal die Woche die Möglichkeit einen Reitstall im selben Ortsteil zu besuchen. Diese Reit-AG leiteten zwei Mitarbeiter des Dinglinger Hauses. Das Pferd wurde von dem Reitstall zur Verfügung gestellt und jeweils bis fünf Kinder und Jugendliche waren in einer Gruppe. Der Umgang mit dem Pferd half den Kindern sich gegenüber den anderen Kindern und den Erwachsenen zu öffnen. Während dem Putzen, Führen und Reiten fiel es ihnen leichter in ein Gespräch zu kommen. Sie waren so damit beschäftigt sich um das Tier zu kümmern, dass sie teilweise ihre Schüchternheit vergaßen oder überwinden konnten. Besonders wenn der Erwachsene das Gespräch mit offenen Fragen wie „Was magst du besonders an dem Pferd? Was kannst du hören oder fühlen?“ begann, führten die Kinder das Gespräch weiter.
Den Betreuern war es wichtig, die Reit-AG anschaulich und unterschiedlich zu gestalten. Einmal wurde ein Parcours mit Bällen, Ringen, einem Korb und einem Gehstock vorbereitet. Die Aufgabe war es die Bälle, während dem Reiten, in den Korb fallen zu lassen und die Ringe mit dem Stock zu transportieren. Hier stand die gemeinschaftliche Arbeit, Konzentration und das Vertrauen in sich selbst und zu dem Pferd im Vordergrund. Ein Kind musste dem anderen Kind den großen Ball in die Hand geben, zwei andere Kinder die Ringe so in die Luft heben, dass der Reiter diese mit dem Stock aufnehmen konnte. Während dieser Übung ließ sich sehr gut beobachten, wie sich das Gruppenklima entspannte. Auch wenn sich die Jungs ansonsten untereinander ärgerten, waren sie zu diesem Zeitpunkt bemüht, miteinander die Aufgabe erfolgreich zu meistern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Tieren für die kindliche Entwicklung und begründet das Interesse an der tiergestützten Pädagogik im Jugendalter.
2. Formen der tiergestützten Arbeit: Dieses Kapitel differenziert mittels eines Schaubildes zwischen tiergestützter Aktivität, Pädagogik und Therapie.
3. Mensch-Tier-Beziehung: Es erfolgt eine chronologische Betrachtung der Mensch-Tier-Beziehung von der Jäger-Sammler-Gesellschaft bis in die Moderne.
4. Lernchancen: Hier werden die psychosozialen Potenziale sowie praktische Beispiele der Tierinteraktion analysiert.
5. Grundbedingungen:: Das Kapitel behandelt die notwendigen Voraussetzungen wie Raum, Zeit, Geld, Tierschutz und Ausbildung für tiergestützte Projekte.
6. Probleme und Grenzen: Es werden Risiken und Ausschlusskriterien für den Einsatz von Tieren in der Pädagogik diskutiert.
7. Geeignete Tierarten: Ein Überblick über die in Einrichtungen bevorzugt eingesetzten Tierarten.
8. Möglicher Versorgungsplan am Beispiel „Hund“: Vorstellung eines konkreten Versorgungsmodells für einen Hund in einer Wohngruppe.
9. Pädagogisches Handeln: Darstellung von Regeln, Ritualen und Fairness im Umgang mit Tieren innerhalb der Gruppe.
10. Elternarbeit: Dieses Kapitel thematisiert die Einbindung der Eltern zur Förderung der Beziehungsarbeit.
11. Das Team: Bedeutung der Teambesprechungen und Verantwortlichkeiten bei der Tierhaltung.
12. Institutionen: Analyse der Verbreitung tiergestützter Projekte in unterschiedlichen institutionellen Kontexten.
13. Tod des Tieres: Reflexion über den Umgang mit Verlust und Trauer in der Jugendwohngruppe.
14. Schluss / Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und persönliche Reflexion der Autorin.
Schlüsselwörter
Tiergestützte Pädagogik, Jugendwohngruppe, Mensch-Tier-Beziehung, Soziale Kompetenz, Inklusion, Interventionsformen, Psychosoziale Förderung, Tiergestützte Aktivität, Beziehungsfähigkeit, Versorgungsplan, Tierschutz, Jugendhilfe, Gruppendynamik, Pädagogisches Handeln, Empathie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und praktischen Anwendung tiergestützter Pädagogik in einer Jugendwohngruppe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert auf die Differenzierung von Interventionsformen, die Mensch-Tier-Beziehung, praktische Rahmenbedingungen und die pädagogische Gestaltung in der Gruppenarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Unterschiede tiergestützter Formen zu erlangen und einen praxisorientierten Versorgungsplan für den Einsatz von Tieren in der stationären Jugendhilfe zu erstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse in Verbindung mit der Reflexion eigener Praktikumserfahrungen und der Dokumentation eines erstellten Versorgungsplans.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Anforderungen an die Umsetzung, methodisches Vorgehen in der Gruppe sowie Aspekte der Eltern- und Teamarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie tiergestützte Pädagogik, Jugendwohngruppe, Soziale Kompetenz und Beziehungsfähigkeit geprägt.
Wie sollte mit einem Tier in einer Wohngruppe umgegangen werden?
Die Arbeit betont, dass das Tier nicht als Objekt, sondern als Freund behandelt werden sollte, wobei klare Regeln zu Fütterung, Ruhezeiten und artgerechtem Umgang essentiell sind.
Warum ist das Kapitel „Tod des Tieres“ wichtig?
Da Tiere für Jugendliche in stationären Einrichtungen oft zentrale Bezugspartner sind, ist ein bewusster Umgang mit Trauer und Verlust für die pädagogische Fachkraft von hoher Bedeutung.
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- Denise Hofmann (Autor), 2016, Tiergestützte Pädagogik in einer Jugendwohngruppe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/340944