Amartya Sens "The Idea of Justice". Rechtsphilosophie, Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit


Hausarbeit, 2016

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Amartya Sens Gerechtigkeitsidee rekonstruiert

III. Der Begriff der Nachhaltigkeit

IV. Amartya Sens Idee und die Nachhaltigkeit

V. Erweiterte Perspektive und Kritik

VI. Fazit

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Primäres Thema dieser Arbeit ist das erstmals 2009 erschienene Werk „The Idea of Justice“ von Amartya Sen. Es handelt sich hierbei um eine der aktuellsten Gerechtigkeitstheorien, nachdem in den vergangenen Dekaden hauptsächlich die Theorie John Rawls in der liberalen politischen Philosophie bearbeitet, kritisiert und erweitert worden ist. Auch Amartya Sen bezieht sich oft auf Rawls und übt auch Kritik an dessen Theorie. Diese Kritik wiederum dient Sen als ein Ausgangspunkt seiner Theorie. Sen hat in seine Theorie diverse Aspekte klassischen indischen Denkens eingearbeitet. Insbesondere seine Erklärung der Rolle der Vernunft für den Gerechtigkeitsdiskurs basiert auf dem Denken und Handeln des muslimischen Herrschers Akbar, welcher Ende des 16. Jahrhunderts in Indien agierte. Dies wird im zweiten Kapitel näher erläutert werden. Darüber hinaus erfolgt in dieser Arbeit jedoch keine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem klassischen indischen Denken.

Zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit der Theorie Sens wird diese auf die Problemstellung der Umweltgerechtigkeit angewandt. Die dieser Arbeit zugrundeliegende Fragestellung besteht aus zwei Teilen. Erstens wird eine Rechtfertigung erfolgen, nach der das Thema Umweltgerechtigkeit als außerordentlich ergiebiges Thema für rechtsphilosophisches Denken und Theoretisieren dienen kann. Veranschaulicht wird dies am Begriff der Nachhaltigkeit. Der zweite Teil der Fragestellung bezieht sich auf die Leistungsfähigkeit von Sens Gerechtigkeitstheorie hinsichtlich der Probleme, die dem Thema der Umweltgerechtigkeit innewohnen. Auch hier ist der Begriff der Nachhaltigkeit präsent.

Im zweiten Kapitel wird der rechtsphilosophische Ansatz Sens rekonstruiert. Es ist hier notwendig, sich auf einige zentrale Aspekte zu beschränken. Die Auswahl der rekonstruierten Aspekte wird durch den expliziten Bezug auf Umweltgerechtigkeit und durch die Maßgabe gerechtfertigt, einen möglichst umfassenden Ein- und Überblick in bzw. über Sens Theorie geben zu wollen. Im dritten Kapitel wird der Begriff der Nachhaltigkeit genauer betrachtet und zusätzlich der erste Teil der Fragestellung bearbeitet. Hierzu wird neben Sens Ansatz ein weiterer Autor hinzugezogen, namentlich Joseph R. Des Jardins, welcher umfassende Überlegungen zur Umweltethik angestellt hat. Es soll in diesem Kapitel ersichtlich werden, weshalb die Frage nach Umweltgerechtigkeit vielversprechend für die praktische Philosophie sein kann. Im vierten Kapitel wird dann der zweite Teil der Fragestellung bearbeitet, indem Sens zentrale Ideen durch die Anwendung auf das Thema der Nachhaltigkeit auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft werden. Im fünften Kapitel werden einige erweiternde Perspektiven sowie einige Kritikpunkte aus Sekundärtexten an Sens Gerechtigkeitstheorie erwähnt. Im Fazit wird dargelegt, weshalb Amartya Sens Theorie einen großen Schritt in Richtung (post)moderner Gerechtigkeitstheorie bedeutet. Die Entscheidung, das „post“ in Klammern zu setzen, wird ebenfalls im Fazit erläutert. Des Weiteren werden im vierten und fünften Kapitel ausdrücklich subjektive Ergänzungen zum Thema hinzugefügt.

II. Amartya Sens Gerechtigkeitsidee rekonstruiert

In diesem Kapitel wird die Idee der Gerechtigkeit Amartya Sens rekonstruiert. Wie in der Einleitung erwähnt, wird sich hier auf Aspekte fokussiert, die zum einen relevant für diese Arbeit sind und zum anderen einen möglichst umfassenden Einblick in Sens Theorie geben. Dies wird anhand von sechs Schlüsselaspekten geschehen: Theoretischer Ausgangspunkt und vergleichender Ansatz, Vernunft, Unbefangenheit und Objektivität, Sozialwahltheorie bzw. Social Choice Theory, Fähigkeitenansatz bzw. Capability Approach und Demokratie als öffentliche Vernunft.[1]

Theoretischer Ausgangspunkt und vergleichender Ansatz

Sen macht in der Tradition der Aufklärung zwei divergierende Denkströmungen aus. Diese Differenzierung dient ihm als Ausgangspunkt. Zum einen identifiziert er einen Ansatz, welcher unter anderem von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau vertreten wurde. Er nennt diesen dentranszendentalen Institutionalismus, welcher sich durch zwei zentrale Merkmale auszeichnet. Erstens konzentrieren sich die zentralen Vordenker dieses Ansatzes auf die Identifikation perfekter Gerechtigkeit. Es gilt hier, die Natur der Gerechtigkeit zu ergründen und nicht um die Produktion gerechter oder weniger gerechter Alternativen. Zweitens, durch den Fokus auf die Suche nach perfekter Gerechtigkeit, ist der transzendentale Institutionalismus auf die Konstruktion perfekter Institutionen gerichtet. Die Verbindung zu den tatsächlich betroffenen Gesellschaften bleibt höchstens indirekt. Diese zwei Merkmale stehen in Verbindung zum klassischen Vertragsdenken und rein hypothetischen Gesellschaftsverträgen (Sen 2010: 5f.). Immanuel Kant und John Rawls gingen laut Sen darüber hinaus und entwarfenvereinbarungsfokussierte[2]Ansätze, indem sie sowohl gerechte Institutionen wie auch das eigentliche Verhalten der betroffenen Individuen berücksichtigten. Damit bewegten diese sich auf einem Mittelweg zwischen dem transzendentalen Institutionalismus und der zweiten aufklärerischen Denkströmung, demrealisierungsfokussierten Vergleich.

Diese zweite Denkströmung wurde laut Sen von Adam Smith, Jeremy Bentham oder Mary Wollstonecraft vertreten. Diese vergleichenden Denker befassten sich demnach mit den tatsächlichen Gesellschaften und den dort auftretenden Gerechtigkeits- und Ungerechtigkeitsverhältnissen und waren, in Kontrast zum transzendentalen Institutionalismus, eher auf die Beseitigung real existenter Ungerechtigkeit konzentriert (Sen 2010: 7). Amartya Sen identifiziert die Distanz zwischen diesen beiden Ansätzen als sehr bedeutsam und merkt an, dass die gegenwärtige politische Philosophie sich hauptsächlich in der Tradition der ersten Strömung bewegt. Als bedeutendsten Vertreter nennt er hier John Rawls, der laut Sen letztendlich der ersten Denkströmung zuzuordnen ist. Demnach seien Rawls Gerechtigkeitsprinzipien in erster Linie als Institutionen perfekter Gerechtigkeit definiert (Sen 2010: 8).

Sen positioniert seine Gerechtigkeitstheorie im Bereich der realisierungsfokussierten Vergleiche. In Abgrenzung zur Konstruktion perfekter Institutionen beabsichtigt er, realisierbare Ansätze zur Förderung von Gerechtigkeit zu entwickeln. Zwei Gründe sind hierfür hauptausschlaggebend. Zum einen soll eine Perspektivenveränderung in der Fragestellung stattfinden. Anstatt zu fragen, was Institutionen perfekter Gerechtigkeit sind oder wie diese konstruiert sein sollen, fragt Sen, wie Gerechtigkeit tatsächlich hergestellt, realisiert werden kann. Zum anderen führt Sen Zweifel an, ob, wenn es gelingen sollte, in der Tradition des transzendentalen Institutionalismus perfekte Bedingungen für Gerechtigkeit zu identifizieren, diese überhaupt implementierbar wären. Der transzendentale Institutionalismus sei zwar auf intellektueller Ebene hochrelevant, helfe aber wenig, wenn das Problem real existenter Ungerechtigkeit angegangen werden soll. Sen spricht sich für den Entwurf realisierbarer Alternativen zur Herstellung von Gerechtigkeit aus, betont aber auch, dass die Institutionalisierung von Regeln wichtig und Bestandteil der betroffenen Gesellschaften ist. Dieser vergleichende Ansatz wiederum ist zentraler Bestandteil der Social Choice Theory, zurückgehend auf den Marquis des Condorcet des 18. Jahrhunderts (Sen 2010: 17f.). Dies wird in einem der folgenden Abschnitte näher behandelt.

Vernunft

Zunächst stellt Sen fest, dass vernünftiges Urteilen notwendiger Bestandteil des Prozesses sein muss, in dem von der anfänglichen Beobachtung einer Ungerechtigkeit zur Diagnose von dessen Ursachen übergegangen werden soll (Sen 2010: 4). Die Notwendigkeit der Vernunft in der Herstellung von Gerechtigkeit expliziert Sen am Handeln und Denken von Akbar, einem muslimischen Herrscher Indiens am Ende des 16. Jahrhunderts. Dieser nahm eine detaillierte Analyse der sozialen und politischen Werte gemeinschaftlichen Lebens im damals schon multikulturellen Indien vor. Die Herausforderungen zwischengemeinschaftlicher Beziehungen, die Notwendigkeit sozialen Friedens und ergebnisorientierte Zusammenarbeit waren prägnante Themen für Akbar. Die Rolle der Vernunft war zentral, wenn gesellschaftliche Probleme, angemessenes Verhalten oder die Konstruktion einer gerechten Gesellschaft bearbeitet werden sollten. Durch die freie Nutzung von Vernunft sollten Gebräuche, Traditionen und Politiken beurteilt werden. Er schaffte beispielsweise spezielle Steuern für Nichtmuslime ab, da diese diskriminierend waren und eine Ungleichbehandlung der Menschen bedeutete. Zur gleichen Zeit fanden in Europa die Inquisitionen statt und Giordano Bruno wurde 1600 unter dem Vorwurf der Ketzerei verbrannt. 1582 schuf Akbar quasi die Sklaverei ab, da er aus Zwangsarbeit resultierende Profite als ungerecht beurteilte (Sen 2010: 37f.). Sen betont weiterhin die herausragende Rolle, die Akbar der Vernunft beimaß. Generell und auch in der Herstellung einer säkularen und toleranten Gesellschaft war Vernunft für ihn ein überlegenes Prinzip, da ein Versuch der Widerlegung dieses Prinzips wiederum vernunftgeleitete Argumentation erfordern würde (Sen 2010: 38f.). Amartya Sen bezieht sich in diesem Zusammenhang auch erstmals auf das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit und stellt fest, dass die Leugnung und die Missachtung von Natur und Umwelt auch daher rühren, dass ein Mangel an kritischer und vernunftgeleiteter Auseinandersetzung mit den Auswirkungen menschlichen Verhaltens auf die Umwelt vorherrscht (Sen 2010: 48).

Sen stellt des Weiteren die Bedeutung von Emotionen im Bereich der Vernunft heraus. Er bezieht sich hier auf David Hume und Adam Smith. Da uns emotionale und psychologische Reaktionen auf bestimmte Situationen etwas über unser Verhältnis zu eben jener Situation verraten, könnten diese Reaktionen zum einen selbst als Objekt der Vernunft herhalten und zum anderen können instinktive Reaktionen aber auch vernünftiges Beurteilen beeinflussen. Nichtsdestotrotz sollte die jeweilige Situation aber auch möglichst unbefangen, zeitlich nach der ersten Reaktion, weiterer gründlicher und vernunftgeleiteter Analyse unterzogen werden (Sen 2010: 49f.). Die Rolle der Unbefangenheit lässt sich für Sen ebenfalls aus den Ideen Adam Smiths ableiten, was im nächsten Abschnitt näher erläutert wird.

Unbefangenheit und Objektivität

Basierend auf Adam Smith erarbeitet Sen die Rolle von Unbefangenheit und Objektivität in der Anwendung der Vernunft. Laut Sen war es von bedeutender Relevanz für Smith, die Perspektiven in der Gerechtigkeitstheorie möglichst umfassend und divers zu gestalten, um so ein höchstmögliches Maß an Objektivität zu erlangen. Es sollte durch die Anwendung des methodologischen Instruments eines unbefangenen Beobachters erreicht werden, dass wichtige Sichtweisen, die für das Ergebnis vernunftgeleiteter Auseinandersetzung mit gesellschaftlich wichtigen Themen relevant sind, nicht vernachlässigt werden. Demnach sollten in einer die Öffentlichkeit betreffenden Diskussion, um Gerechtigkeit beispielsweise, Perspektiven aus anderen sozialen, geographischen und kulturellen Milieus berücksichtigt werden (Sen 2010: 44f.).

Sen unterscheidet weiterhin zwischen offener und geschlossener Unbefangenheit. In Rawls Gerechtigkeitstheorie identifiziert Sen den Einfluss geschlossener Unbefangenheit, da dieser sich weitestgehend auf einen Gesellschaftsvertrag innerhalb einer geschlossenen Gesellschaft oder Nation bezieht. Im Gegensatz dazu erfordert offene Unbefangenheit, dass eine Vielzahl an unbefangenen Urteilen berücksichtigt wird. Diese können unter Umständen auch außerhalb der betroffenen Gesellschaft entstehen. Laut Sen war Smith der Auffassung, dass diese Diversität sowohl möglich als auch notwendig ist (Sen 2010: 123). Dieses Instrument distanzierter und unbefangener Perspektiven soll ein möglichst hohes Maß an Reflektion im deliberativen Prozess ermöglichen und eine Limitierung auf durch Traditionen und Konventionen beschränkte Sichtweisen nur einer bestimmten Gesellschaft verhindern (Sen 2010: 125).

Social Choice Theory

Während die Social Choice Theory erstmals vom Marquis de Condorcet genutzt wurde, bezieht sich Sen hauptsächlich auf Kenneth Arrow, der in den 1950er Jahren die Disziplin wiederbelebte und zunächst einmal das Unmöglichkeitstheorem formulierte. Nach dem Arrow anfangs feststellte, dass tatsächlich rationale und demokratische Entscheidungen, die alle Beteiligten zufriedenstellen, mathematisch unmöglich sind und damit ein deutlich pessimistisches Bild für die Zukunft der Demokratie zeichnete, ergab sich daraus jedoch eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Ursachen und möglichen Lösungen für die Probleme kollektiver Entscheidungen. Ein Lösungsansatz besteht darin, soziale Entscheidungsprozesse informationssensitiver zu gestalten, indem Informationen bezüglich interpersoneller Vergleiche von Wohlbefinden und relativen Vorteilen genutzt werden (Sen 2010: 92f.).

Sen argumentiert gegen die weitläufige Meinung, die seiner Auffassung nach beinhaltet, dass die Social Choice Theory zu realitätsfern sei und dass philosophische Auseinandersetzungen mit der Frage nach Gerechtigkeit ergiebiger und praxisorientierter seien. Der wichtigste Aspekt, den die Social Choice Theory für das Thema der Gerechtigkeit zu bieten habe, ist die Auseinandersetzung mit den rationalen Grundlagen sozialer und politischer Entscheidungen zwischen verschiedenen sozialen Alternativen. Das Ergebnis sozialer Entscheidungsprozesse sei eine Rangordnung alternativer Politiken, welche wiederum aus den Perspektiven der Beteiligten Individuen und Gruppierungen entsteht (Sen 2010: 95). Hierin sieht Sen den Vorteil des realisierungsfokussierten Ansatzes gegenüber dem transzendentalen. In der Tradition des transzendentalen Institutionalismus sei es nicht möglich, zwischen verschiedenen Ansätzen zur Herstellung von Gerechtigkeit zu unterscheiden, da das letztendliche Ziel stets ein Entwurf utopischer und perfekter Gerechtigkeit bleibt. Dieser Ansatz sei nicht in der Lage, direkte und realitätsnahe Antworten auf Ungerechtigkeiten wie Hunger, Armut, Folter, Rassismus oder willkürliche Verhaftungen zu geben (Sen 2010: 96).

Darüber hinaus identifiziert Sen sieben weitere Argumente, welche den Nutzen der Social Choice Theory für die Gerechtigkeitstheorie belegen sollen. Diese werden hier kurz wiedergegeben: (1) Der Fokus auf das Vergleichende, nicht nur das Transzendentale, (2) die Anerkennung unausweichlicher Pluralität konkurrierender Prinzipien, (3) die Möglichkeit kontinuierlicher Neubewertung und Reflexion, (4) die Zulässigkeit partieller Lösungen, (5) die Diversität an Interpretationen und Einflüssen, (6) die Bedeutung präzisen Artikulierens und vernunftgeleiteten Argumentierens und (7) die Rolle öffentlichen, vernunftgeleiteten Argumentierens für soziale und politische Entscheidungen (Sen 2010: 106ff.). Für diese Arbeit sind insbesondere die ersten beiden sowie das siebte Argument von Relevanz.

Sen veranschaulicht seine Argumente mit einem Streit zwischen Robert Malthus und Condorcet im 18. Jahrhundert. Objekt des Streits war die drohende Überbevölkerung, welche von beiden als zukünftiges gesellschaftliches Problem identifiziert wurde. Während Malthus wohl ein Anhänger der Geburtenkontrolle wäre und eher skeptisch war, dass dieses Problem zwanglos angegangen werden könnte, war Condorcet der Auffassung, dass die Bildung von Frauen die angemessenere Maßnahme zur Erreichung kleinerer Familien wäre und den Frauen zusätzlich auch eine stärkere Stimme im Rahmen der öffentlichen und vernunftgeleiteten Auseinandersetzung mit diesem Problem geben würde. Sen gibt der Perspektive Condorcets im Hinblick auf die Situation des 21. Jahrhunderts Recht und betont die Bedeutung öffentlicher Vernunft und partizipatorischer sozialer Entscheidungsprozesse für die Demokratie und für die Herstellung sozialer Gerechtigkeit (Sen 2010: 112f.).

[...]


[1]Die Übersetzung einiger zentraler Begriffe der Theorie Amartya Sens erweist sich teilweise als schwierig. Insofern schwierig, als dass es oft auch alternative Übersetzungen gäbe, die der eine oder andere Leser eventuell für passender halten könnte. Im Englischen würde die Aufzählung folgendermaßen lauten: Point of Departure and Comparative Framework, Reason, Impartiality and Objectivity, Social Choice Theory, Capability Approach and Democracy as Public Reason. Zur Vermeidung einer zu weitgehenden Vermischung englischer und deutscher Sprache werden die meisten zentralen Begriffe ins Deutsche übersetzt. Der Begriff des Comparative Framework könnte als vergleichendes Rahmenprogramm treffender übersetzt werden; ich entscheide mich hier aber für die weniger sperrige Übersetzung vergleichender Ansatz. Der Begriff Impartiality könnte beispielsweise auch mit Unparteilichkeit übersetzt werden. Ich habe mich hier für den neutraler erscheinenden Begriff Unbefangenheit entschieden. Die Begriffe der Social Choice Theory und des Capability Approach werde ich im Englischen nutzen, gerechtfertigt dadurch, dass diese Begriffe als Eigennamen für die beschriebenen theoretischen Ansätze gelten können.

[2]Sen nennt diesen Ansatz arrangement-focused (Sen 2010: 7). Ich habe diesen hier direkt übersetzt als vereinbarungsfokussiert. Alternativen wären bspw. regel- oder ordnungsfokussiert.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Amartya Sens "The Idea of Justice". Rechtsphilosophie, Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
25
Katalognummer
V341041
ISBN (eBook)
9783668305212
ISBN (Buch)
9783668305229
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsphilosophie, Gerechtigkeitstheorie, Demokratietheorie, Nachhaltigkeit, Umweltgerechtigkeit
Arbeit zitieren
Peer Jonas Rieck (Autor), 2016, Amartya Sens "The Idea of Justice". Rechtsphilosophie, Umweltgerechtigkeit und Nachhaltigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341041

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