Origo Gentis Romanae. Vorgeschichte und Geburt der Zwillinge Romulus und Remus

Unter Berücksichtigung des Streits zwischen Amulius und Numitor um das Erbe und die Thronfolge in der Origo Gentis Romanae und Alternativüberlieferungen


Hausarbeit, 2013
15 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Textstelle

3. Textüberlieferung

4. Grammatische Analyse eines Textausschnitts

5. Übersetzung der Textstelle

7. Funktion der Textstelle im Gesamttext

8. Vergleich der Textstelle mit Alternativüberlieferungen

9. Schlussbemerkung

10. Literaturverzeichnis
10.1 Quellen
10.2 Lexika
10.3 Sekundärliteratur

1. Einleitung

Der Gründungsmythos der Stadt Rom stellt eine zentrale Thematik der lateinischen Literatur dar. In diversen literarischen Quellen liegt der Mythos von Romulus und Remus von der Vorgeschichte über die Gründung bis zum Ende Roms in den verschiedensten Varianten vor. Auch in derOrigo Gentis Romanae[1]wird dieser im letzten Teil dargestellt. Diese Arbeit thematisiert die Vorgeschichte und Geburt der Zwillinge Romulus und Remus unter Berücksichtigung des Streits zwischen Amulius und Numitor um das Erbe und die Thronfolge in derOGRund Alternativüberlieferungen. Dabei sollen sowohl Parallelen als auch Unterschiede erarbeitet werden. Hinsichtlich der zu untersuchenden Alternativüberlieferungen muss eine differenzierte Auswahl getroffen werden, da die Masse an dieser Stelle sonst nicht zu bewältigen wäre. Diese Selektion erfolgt nach dem Kriterium des Facettenreichtums, um eine breite Perspektive zu schaffen. Varianten, welche die jeweiligen zu untersuchenden Motive nicht behandeln, werden nicht aufgeführt. Vor der Arbeit mit den diversen Alternativüberlieferungen wird zunächst die Frage der Textüberlieferung geklärt und eine grammatische Analyse der Textstelle unternommen. Dann wird diese übersetzt, worauf eine sachliche Erläuterung und eine Darstellung der Funktion der Textstelle im Gesamttext folgen. Die Ergebnisse des Vergleichs mit diversen Alternativüberlieferungen sollen dann in der Schlussbemerkung für eine Charakterisierung der Darstellungsweise in derOGR dienen. Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass, aufgrund der problematischen Stellung derOGRin der lateinischen Literatur, wenig Sekundärliteratur zu dem hier zu bearbeitenden Thema vorhanden ist und daher der Vergleich und die Charakterisierung auf eigenen Gedanken fundiert sind.

2. Textstelle

Post eum Silvius Procas rex Albanorum duos filios Numitorem et Amulium aequis partibus heredes instituit. tum Amulius in una parte regnum tantummodo, in altera totius patrimonii summam atque omnem paternorum bonorum substantiam posuit fratrique Numitori, qui maior natu erat, optionem dedit, ut ex his, utrum mallet, eligeret. Numitor privatum otium cum facultatibus regno praetulisset, Amulius regnum obtinuit. quod ut firmissime possideret, Numitoris fratris sui filium in venando interimendum curavit. tum etiam Ream Silviam, eius sororem, sacerdotem Vestae fieri iussit simulato somnio, quo admonitus ab eadem dea esset, ut id fieret, cum re vera ita faciendum sibi existimaret periculosum ducens, ne quis ex ea nasceretur, qui avitas persequeretur iniurias, ut scribit Valerius Antias libroⅠ.

At vero Marcus Octavius et Licinius Macer tradunt Amulium patruum Reae sacerdotis amore eius captum nubilo caelo obscuroque aere, cum primum illucescere coepisset, in usum sacrorum aquam petenti insidiatum in luco Martis compressisse eam, tum exactis mensibus geminos editos. Quod cum comperisset, celandi facti gratia per scelus concepti necari iussit sacerdotem, partum sibi exhiberi. tumque Numitorem spe futurorum, quod idem, si adolevissent, iniuriarum suarum quandoque ultores futuri essent, alios pro eis subdidisse illosque suos veros nepotes Faustulo pastorum magistro dedisse nutriendos.

3. Textüberlieferung

Zur Darstellung der Textüberlieferung dient der textkritische Apparat, welcher sich auf die Codices Oxoniensis[2]und Pulmanni (Bruxellensis)[3]bezieht.

Einige Diskrepanzen von der hier vorliegenden Ausgabe Hermann Peters lassen sich durch Abschreibfehler erklären, wie die LesartprocaxO PstattProcas, welche ausgeschlossen werden kann, da es sich nicht um ein Attribut handeln soll, sondern hier eine genaue Namensbezeichnung getroffen wird. Zu dieser Art von Lesarten zählen außerdemaltaPstattuna,privatu mocinumOstattprivatum otium,iuxitstattiussit,ps celusOstattper scelus,exliberiOstattexhiberi,subduxisseOstattsubdidisseundfausculo OstattFaustulo. Darüber hinaus liegen Lesarten vor, welche als Alternativen anzusehen sind, wievelletOstattmalletund inlucumPstattin luco. Für die Betrachtung vonidemliegen im textkritischen Apparat folgende Varianten vor:idemOhiP.

4. Grammatische Analyse eines Textausschnitts

An dieser Stelle soll eine grammatische Strukturanalyse des folgenden Satzes unternommen werden:

tum etiam Ream Silviam, eius sororem, sacerdotem Vestae fieri iussit simulato somnio, quo admonitus ab eadem dea esset, ut id fieret cum re vera ita faciendum sibi existimaret periculosum ducens ne quis ex ea nasceretur qui avitas persequeretur iniurias ut scribit Valerius Antias libro-.

An den ersten Hauptsatz, welcher sich vontumbisiussiterstreckt, schließt sich der Ablativus Absolutussimulato somnioan, von dem ein Relativsatz, der mitquoeingeleitet wird, mit dem Bezugswortsomnioabhängt. Das Prädikat des Relativsatzesadmonitus essetbedingt einenut-Satz. Als Adverbialsatz folgt darauf ein konzessivercum-Satz, welcher syntaktisch auf einer Ebene mit dem vorausgehenden Ablativus Absolutus steht. Die sich anschließende Partizipialkonstruktionpericulosum ducensfordert, aufgrund der Semantik vonpericulosum, einenne-Satz. An diesen ist ein Relativsatz geknüpft, der sich aufquisbezieht. Auf gleicher syntaktischer Ebene wie der Hauptsatz und die Partizipialkonstruktionpericulosum ducenssteht der vergleichendeut-Satz als freie Angabe.

5. Übersetzung der Textstelle

Nach diesem setzte der König der Albaner Silvius Procas seine zwei Söhne Numitor und Amulius zu gleichen Teilen als Erben ein. Da stellte Amulius auf die eine Seite nur die Herrschaft, die Gesamtheit des ganzen Erbes und den ganzen Bestand der väterlichen Güter auf die andere Seite und er gab seinem Bruder Numitor, der älter war, die Möglichkeit, daraus, was er lieber wolle, auszuwählen. Weil Numitor die private Ruhe mit dem Vermögen der Herrschaft vorgezogen hatte, erlangte Amulius die Herrschaft. Um diese ganz sicher zu besitzen, ließ er den Sohn seines Bruders Numitor bei der Jagd töten. Dann befahl er auch, dass Rea Silvia, dessen Schwester, Vesta-Priesterin werde, unter Vortäuschung eines Traumes, in dem er von derselben Göttin gemahnt worden sei, dass dies geschehe, obwohl er in Wahrheit glaubte, er müsse so handeln, weil er es für gefährlich hielt, dass sie irgendjemanden gebären werde, welcher das dem Großvater zugefügte Unrecht verfolgen würde, wie Valerius Antias im ersten Buch schreibt.

Marcus Octavius dagegen und Licinius Macer überliefern, dass Amulius, der Onkel der Priesterin Rea, erfasst von Liebe zu ihr, bei wolkigem Himmel und trüber Witterung, sobald als es anfing hell zu werden, als sie für den Gebrauch beim Opfer Wasser holte, auflauerte und diese im Wald des Mars vergewaltigte. Dann wurden, nach Ablauf der Monate, Zwillinge geboren. Als er dies erfahren hatte, befahl er, um die in verbrecherischer Weise ausgedachte Tat zu verheimlichen, die Priesterin zu töten, und, dass ihm die Kinder ausgehändigt werden. Und dann habe Numitor in Hoffnung auf die Nachkommen, dass diese, wenn sie herangewachsen wären, irgendeinmal Rächer des ihm zugefügten Unrechts werden würden, andere an ihrer Stelle vorgeschoben und seine echten Enkel Faustulus, dem Oberhirten, um sie aufzuziehen, übergeben.

[...]


[1]Im Folgenden wird dieOrigo Gentis Romanaeim fortlaufenden Text alsOGRabgekürzt.

[2]Im Folgenden wird derCodex Oxoniensisim fortlaufenden Text mitOabgekürzt.

[3]Im Folgenden wird derCodex Pulmanniim fortlaufenden Text mitPabgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Origo Gentis Romanae. Vorgeschichte und Geburt der Zwillinge Romulus und Remus
Untertitel
Unter Berücksichtigung des Streits zwischen Amulius und Numitor um das Erbe und die Thronfolge in der Origo Gentis Romanae und Alternativüberlieferungen
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V341103
ISBN (eBook)
9783668306219
ISBN (Buch)
9783668306226
Dateigröße
549 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
origo, gentis, romanae, vorgeschichte, geburt, zwillinge, romulus, remus, unter, berücksichtigung, streits, amulius, numitor, erbe, thronfolge, alternativüberlieferungen
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Origo Gentis Romanae. Vorgeschichte und Geburt der Zwillinge Romulus und Remus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341103

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