Exkursion Sozialgeographie. „Geographie wird gemacht! Eine Spurensuche im Alltag“


Studienarbeit, 2016

3 Seiten


Leseprobe

Thema: „Geographie wird gemacht! Eine Spurensuche im Alltag“

Im Auftrag des Moduls GEO 225 – Humangeographie I plante ich innerhalb einer Exkursionsgruppe eine Exkursion im Raum Erfurt. Untersucht wurde am 26.05.2016 die unter Denkmalschutz stehende Krämerbrücke (Erfurt, TH, siehe Abb. 1).

Die handlungstheoretische Sozial-geographie umfasst gemäß Werlen die Geographie der Produktion und Konsumtion, die politisch-normative Geographie des Alltags sowie die informativ-signifikative Geographie des Alltags (Werlen 2008: 304). Der Schwerpunkt der Exkursion lag auf der Erforschung im Bereich der informativ-signifikativen Geogra-phie und den daraus folgenden zwei Subbereichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die Krämerbrücke mit den zahlreichen Fachwerkhäusern (Quelle: eigenes Foto)

Die Chocolaterie Goldhelm, der wohl bekannteste Laden des kleinen Gässchens, lädt mit seinem Duft nach feinster Schokolade und exotischen Gewürzen, stets zum Verweilen ein. Neben zahlreichen Eiskreationen und dem bekannten Eiskrämer sind zahlreiche andere Köstlichkeiten zu bestaunen. Aber nicht nur der Konsum und die Produktion locken Jung und Alt zu diesem besonderen Ort. Die 79m lange Gewölbebrücke bietet mit seiner beidseitigen und allumfassenden Brückenbebauung mit Fachwerkhäusern ein hervorragendes Panorama von der Stadt (Deutsche stiftung denkmalschutz 2006:3). Das älteste profane Bauwerk Erfurts dient mit seiner zentralen Lage vielen Besuchern und Einwohnern Erfurts als Orientierungspunkt. Die meist gestellte Frage der Touristen lautet daher auch: „Können Sie mir beschreiben, wie ich die Krämerbrücke finde?“ Aufgrund dessen wird der Krämerbrücke ein symbolischer Wert auferlegt. Die subjektiven Bedeutungszuweisungen sind abhängig vom jeweils verfügbaren Wissen. Wie wichtig die Krämerbrücke den jeweiligen Individuen ist, ist abhängig von dem Wissen, über das sie verfügen. Sprich es besteht eine Abhängigkeit von dem verfügbaren Wissensvorrat. Verschiedene Informationsmedien tragen zur Wissenensaneignung bezüglich der Krämerbrücke bei. Mittels Büchern, z.B. Herausgaben der deutschen Stiftung des Denkmalschutzes, und Pressemitteilungen werden Informationen verbreitet. Die nahe gelegene Touristikinformation gibt mittels Face-to-Face-Kontakt Auskunft über die Stadt Erfurt und insbesondere die lediglich 50m entfernte Krämerbrücke. Weitere Medien, die der Verbreitung von Informationen dienen können, sind das Radio, Fernsehen und letztlich das Internet. Weitere Informationen erlangen, insbesondere Touristen, mittels bereitgestellter Wegweiser (siehe Abb. 2). Über 50.000 Besucher erkunden jährlich das Haus „Zum wilden Mann & güldenen Schachtzaul“ und informieren sich in dem bereits 1579 errichteten Gebäude über die Vergangenheit der Krämerbrücke (Deutsche stiftung denkmalschutz 2006:6). Die Touristen nehmen gerne die Gelegenheit wahr, das Haus der Stiftungen, ein typisches Krämerbrückenhaus, von innen zu erkunden. Die Krämerbrücke als das Wahrzeichen Erfurts und für viele Touristen verbunden mit der Assoziation zu „Kleinvenedig“, aufgrund des vorliegenden Baustils. Seit 1973 befinden sich in den noch existierenden 32 Fachwerkhäusern zumeist kleine Läden für Kunsthandwerk und Antiquitäten, ganz entgegen dem Trend der Massenproduktion. Oberhalb dieser Geschäfte befinden sich zum Teil Wohnräume. Zahlreiche Erfurter verbinden mit der Krämerbrücke das „Heimatgefühl“. Die Fachwerkhäuser tragen einprägsame Namen, die die Bewohner an die Vergangenheit und frühere Nutzung erinnern und einen Ort der Rückbesinnung darstellen. Das jährlich im Juni zelebrierte Krämerbrückenfest verbindet das „Heimatgefühl“ und die Zusammenkunft der zahlreichen Besucher (siehe Abb. 3). Es findet rund um die Krämerbrücke und teilweise auch in der Altstadt statt. Diese emotionale Handhabe bestärkt das Regionalbewusstsein umso mehr.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Die zahlreichen Wegweiser vor der Krämerbrücke (Quelle: eigenes Foto)

Literatur:

Deutsche stiftung denkmalschutz (2006): Die Krämerbrücke in Erfurt. – Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland 16, 1/2, 2-8.

Werlen, B. (20083): Sozialgeographie. Eine Einführung. Bern, 303-321

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Das Krämerbrückenfest 2016 (http://feels-like-erfurt.de/wp-content/uploads/2016/06/krämerbrückenfest-2016-2.jpg (letzter Zugriff: 18.07.2016).

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Exkursion Sozialgeographie. „Geographie wird gemacht! Eine Spurensuche im Alltag“
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
GEO 225 - Exkursion Sozialgeographie
Autor
Jahr
2016
Seiten
3
Katalognummer
V341179
ISBN (eBook)
9783668310513
Dateigröße
2055 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exkursion, Erfurt, Denkmalschutz, Krämerbrücke
Arbeit zitieren
Charlott Zitschke (Autor), 2016, Exkursion Sozialgeographie. „Geographie wird gemacht! Eine Spurensuche im Alltag“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341179

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