Gesundheit bei Studenten. Ressourcen und Belastungen im dualen Studium


Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

II THEORETISCHE GRUNDLAGEN UND EMPIRISCHER FORSCHUNGSSTAND

2 DAS DUALE STUDIUM
2.1 RAHMENBEDINGUNGEN IM DUALE STUDIUM
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Aussagekraft der vorliegenden Daten
2.1.3 Modelle dualer Studiengänge
2.1.4 Arbeitsrechtlicher Status
2.2 AKTEURE IM DUALEN STUDIUM
2.2.1 Die Hochschulen
2.2.2 Die Betriebe
2.2.3 Die dual Studierenden
2.3. STUDIENBEDINGUNGEN IN DEN BETRIEBEN
2.3.1. Zufriedenheit der Studierenden
2.3.2. Integration und Situation in den Belegschaften
2.4 FAZIT

3 DER ZUSAMMENHANG VON GESUNDHEIT, ARBEIT UND STUDIUM
3.1. ANFORDERUNGS-KONTROLL-MODELL
3.1.1. Gegenstand des Modells
3.2. MODELL DER BERUFLICHEN GRATIFIKATIONSKRISE
3.2.1. Gegenstand des Modells
3.2.2. Zusammenhang von Gesundheit und Krankheit mit Gratifikation
3.3.PARALLELEN DER MODELLE

4 GESUNDHEIT VON STUDIERENDEN UND AUSZUBILDENDEN

III FORSCHUNGSMETHODISCHES VORGEHEN

5 FORSCHUNGSVORGEHEN UND DATENERHEBUNG

6 FELDZUGANG UND SAMPLING

7 AUFBEREITUNG UND AUSWERTUNG DER DATEN
7.1 TRANSKRIPTION
7.2 AUSWERTUNG

IV VORSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE

8 KONTEXTUALISIERUNG- HOCHSCHULEN, BETRIEBE UND BEFRAGTE
8.1 Rahmenbedingungen der Hochschulen
8.1.1 Die Duale Hochschule Baden- Württemberg (DHBW) am Standort Heidenheim
8.1.2 Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern (FHVR AiV Hof)
8.2 DIE BEFRAGTEN

9 ERGEBNISSE
9.1. KONTROLLMÖGLICHKEITEN /TÄTIGKEITSSPIELRÄUME
9.2. ANFORDERUNGEN UND VERPFLICHTUNGEN
9.3. SOZIALE BEZIEHUNGEN
9.4. INDIVIDUELLE VORAUSSETZUNGEN

10 DISKUSSION DER EMPIRISCHEN ERGEBNISSE UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
10.2 ERGEBNISDISKUSSION AUF GRUNDLAGE DES JDC- UND ERI-MODELLS
10.3 EINSCHRÄNKUNGEN UND REFLEXION DER UNTERSUCHUNG

11 AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ANHANG

I Abstract

The aim of this bachelorthesis is to show the strains and resources and therefore the influences on the health of students, which are doing a special path of study: the dual system study. There is hardly any research that deals directly with the health and the resources and strains of dual students. Therefore, the present thesis has the aim of creating a first access to the subject. Four problem-centered interviews were conducted with dual students, to capture their personal perspective of the situation. The results show that the resources and strains in the dual system strongly depend on the particular studypath, the industry, the company and the student.

II Zusammenfassung

In Deutschland erfreut sich eine neue Form des Studiums wachsender Beliebtheit: das duale Studium. Es gibt jedoch kaum Forschungen, die sich direkt mit der Gesundheit bzw. den Ressourcen und Belastungen von dual Studierenden beschäftigen. Daher hat die vorliegende Arbeit das Ziel einen ersten Zugang zu der Thematik zu schaffen. Dazu wurden vier problemzentrierte Interviews mit dual Studierenden geführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden durch die alternierenden Lernorte einer Vielzahl von Belastungen gegenüber stehen. Die Theoriephasen sind vor allem in den ersten vier Semestern von hohem Lernpensum und vollen Stundeplänen geprägt, die ein Risiko für Fehlbeanspruchung bedeuten. In den letzten zwei Semestern zeigt sich durch Wahlmöglichkeiten eine höhere Zufriedenheit der Studierenden. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass die Studierenden in den Praxisphasen durch die Unbekanntheit des dualen Studiums oft mit der Anerkennung von Kollegen kämpfen müssen. Außerdem kann durch die geringe Zeitspanne in denen sie sich in einer Abteilung befinden, selten eine Einarbeitung in dem Maße stattfinden, dass sie eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen können.

Auch die Verzahnung der beiden Lernorte hat laut der Befragten noch Verbesserungspotential. Teilweise sind die Betreuungspersonen in den Betrieben schlecht über ihre Aufgaben und die Anforderungen an die Studierenden informiert. Zusätzliche Aufgaben, wie beispielsweise Fristen für Hausarbeiten und Praxisberichte während der Praxisphasen, erhöhen die Belastungen der Studierenden. Die zentralen Ressourcen sind laut der Ergebnisse zum einen soziale Unterstützung durch die Betreuung oder andere duale Studienabsolventen, zum anderen personale Ressourcen, wie eine hohe intrinsische Motivation und Vorbildung.

Die Ressourcen und Belastungen im dualen Studium sind allerdings abhängig vom jeweiligen Studiengang, der Branche, dem Unternehmen und dem Studierenden.

1 Einleitung

In der Gesundheitswissenschaften wird davon ausgegangen, dass die Settings in denen sich Menschen bewegen einen entscheidenden Einfluss auf die Gesundheit haben. Gerade in der Phase des Erwachsenwerdens, ist Arbeit und Beschäftigung nicht nur für die Gewährleistung des Lebensunterhalts wichtig, sondern auch für die Festigung der sozialen Identität und den Erwerb des sozialen Status. Wenn Jugendliche und junge Erwachsene die Hochschulreife erfolgreich erlangt haben, stehen sie vor der Frage, was sie mit ihrem weiteren Leben anfangen wollen. Oft stehen dafür zwei Möglichkeiten zur Auswahl. Die berufliche Ausbildung oder ein akademisches Studium. In den letzten Jahrzehnten erfreut sich aber eine weitere Möglichkeit immer größerer Beliebtheit: das duale Studium. Die Gruppe der dualen Studenten stellt derzeit noch eine Sondergruppe dar, da sie während ihres Studiums an mindestens zwei Lernorten (Hochschule und Unternehmen) tätig sind. Somit also weder Vollzeit-Student noch Vollzeit-Auszubildender im Unternehmen sind. Relevant für die Gesundheitsförderung ist dies, da es über diese Gruppe bei der Gesundheitsberichterstattung keine gesonderten Daten gibt. Da jedoch bei den vorhandenen Daten über Studierende und Auszubildende eine zunehmende Belastung der jungen Erwachsenen zu beobachten ist, erhärtet sich der Verdacht, dass auch die dualen Studenten einem gesundheitlichen Risiko ausgesetzt sind.

Aus diesem Grund beschäftigt sich diese Arbeit mit Belastungen und Ressourcen im dualen Studium. Die zentrale Fragestellung, welche Einflüsse das duale Studium auf die Gesundheit der Studierenden hat, soll mit der vorliegenden Studie untersucht werden. Für die Untersuchung wurde ein qualitativ empirisches Forschungsdesign gewählt, um explorativ Ergebnisse über die Belastungen und Ressourcen aus der subjektiven studentischen Sicht zu generieren. Dafür wurden vier leitfadengestützte, problemzentrierte Interviews mit dualen Studenten aus verschiedenen Studienrichtungen geführt.

Zur Kontextualisierung der Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung, bedarf es zunächst eines Einblicks in das duale Studium. Im zweiten Kapitel werden daher die Fragen, wie das duale Studium definiert wird, wie diese Studiengänge entstanden sind und wie verbreitet diese Form des Studiums in Deutschland ist, beantwortet. Des Weiteren werden die Akteure im dualen Studium und die gegebenen Verhältnisse vorgestellt.

Im dritten Kapitel wird der Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeit bzw. Studium hergestellt. Hierfür werden zuerst die Begriffe Gesundheit, Belastung und Ressource definiert. Im nächsten Schritt erfolgt die Vorstellung zweier etablierter Modelle zur Erfassung von Gesundheit im Erwerbsleben: Das Anforderungs-Kontroll- Modell und das Modell der beruflichen Gratifikationskrise. Diese Modelle bilden die Grundlage zur Erstellung der Erhebungsmethode und dienen demnach der Einordnung und Diskussion der Ergebnisse.

Wie bereits erwähnt, existieren über die Gesundheit der dualen Studenten keine empirischen Daten. Daher wird im vierten Kapitel der Forschungsstand über die Gesundheit von Studierenden und Auszubildenden vorgestellt. Diese stellen ähnliche Gruppen zu den dualen Studenten dar und daher lassen es diese Ergebnisse zu, Vorannahmen über die Belastungen und Ressourcen im dualen Studium zu bilden.

In Kapitel fünf erfolgt die Vorstellung des qualitativen Forschungsdesign, um anschließend in den Feldzugang und das Sampling, sowie die Aufbereitung und Auswertung der Daten zu beschreiben.

Bevor im 9. Kapitel die Ergebnisse geschildert werden, werden die Befragten vorgestellt und ein Einblick in die jeweilige Hochschulstruktur gegeben Das 10. Kapitel bildet die Diskussion der Ergebnisse auf Grundlage der genannten Modelle, sowie eine kritische Reflexion der Untersuchung. Abschließend erfolgt ein Ausblick.

II Theoretische Grundlagen und empirischer Forschungsstand

Der theoretische Hintergrund dient dazu, die Erkenntnisse der vorliegenden Untersuchung in einen Kontext einordnen zu können. Zunächst wird im ersten Kapitel das duale Studium vorgestellt, indem unter anderem strukturelle Rahmenbedingungen, die quantitative Verteilung in Deutschland, die Akteure und die Arbeitsbedingungen, sowie Zufriedenheit der Studierenden beschrieben werden.

Im zweiten Kapitel wird der Zusammenhang von Gesundheit, Arbeit und Studium dargestellt, indem zwei etablierte theoretische Modelle erläutert werden.

2 Das duale Studium

Deutschland steht vor allem durch die betriebliche Ausbildung auf der Sekundarstufe II1 repräsentativ für Länder, in denen die Berufsausbildung sozialpartnerschaftlich gesteuert wird. Da in Deutschland eine koordinierte Marktwirtschaft vorherrscht, passt die Lehre in der Kombination aus Berufsschule und betrieblicher Ausbildung gut in das deutsche System. Seit Anfang der 1970er Jahre erfreut sich eine zweite Form, die auf Grundlage von alternierenden Lernorten funktioniert, immer größerer Beliebtheit: das duale Studium. Hier verzahnen sich die Berufs- und Hochschulbildung, die bisher sowohl organisatorisch als auch politisch getrennt waren, so dass das duale Studium auf der Postsekundären Ausbildungsstufe angesiedelt ist. (vgl. Graf 2016, S.323 ff.) Tabelle 1 verdeutlicht die Unterschiede der dualen Lehre zum dualen Studium. Das duale Studium zielt zudem im Gegensatz zur dualen Lehre darauf ab, die Studierenden für das mittlere Management zu qualifizieren. Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass keine Standardisierung der dualen Studiengänge vorliegt, was zu großen lokalen Differenzen führt. Die folgenden Kapitel werden dies zeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Schematische Darstellung der Systemdimensionen alternierender Ausbildungsformen (Graf 2016, S. 334)

2.1 Rahmenbedingungen im duale Studium

2.1.1 Begriffsdefinition

„Generell wird unter dem Begriff „Dualer Studiengang“ die zeitliche und inhaltliche Verknüpfung von Berufsausbildung oder Praxisphasen mit einem regulären Hochschulstudium verstanden.“ (Krone 2015, S. 16) Es gibt verschiedene Konzepte von dualen Studiengängen, so dass in der Literatur bisher keine einheitliche Begriffsbestimmung herrscht. Tabelle 2 gibt einen Überblick über die derzeitige Angebotsstruktur.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Angebotsstruktur dualer Studiengänge ( Krone 2015, S. 17 )

Grundsätzlich variieren die Konzepte sowohl nach dem Zeitpunkt, in der sich der Lernende in seinem Bildungsprozess befindet, als auch nach der Beziehung der Lernorte zueinander. Wenn der Lernende sich in einer beruflichen Weiterbildung befindet, dann kann das duale Studienangebote in berufsbegleitend oder berufsintegrierend unterteilt werden. In einem Positionspapier des Wissenschaftsrates (vgl. Wissenschaftsrat 2013) wird kritisiert, dass vor allem die Studiengänge, die berufsbegleitend angeboten werden, nicht die nötige inhaltliche Verzahnung von beruflicher Tätigkeit und Studium vorweisen, um sich „dualer Studiengang“ zu nennen.

Da sich vorliegende Arbeit mit Lernenden in der Erstausbildung beschäftigt, beschränkt sich die Autorin in der weiteren Beschreibung, auf die ausbildungsintegrierten und praxisintegrierten Konzepte2. Diese sind auch die mit der höchsten Anzahl von Studienangeboten. Hier kooperieren mehrere Lernorte, die, z.B. im Fall des praxisintegrierten Modells, aus einer Hochschule und einem Ausbildungsbetrieb bestehen. Der Studierende schließt mit einem akademischen Titel (Bachelor) ab.3 Das Studium ist meist in Theorie- und Praxisphasen unterteilt und es wird kein weiterer Abschluss erworben.

Im ausbildungsintegrierenden Modell ist zusätzlich noch eine berufsbildende Schule oder eine Lehrwerkstatt beteiligt, da der Studierende hier neben einem akademischen Titel (Bachelor) auch einen Berufsabschluss (IHK/HWK) erwirbt. Aus diesen Konzepten geht hervor, dass sowohl eine institutionelle als auch eine strukturelle Verzahnung vorhanden sein muss, um ein qualitativ hochwertiges Studium zu gewährleisten. (vgl. Krone 2015, S.16)

2.1.2 Aussagekraft der vorliegenden Daten

Bevor das duale Studium nun näher beschrieben wird, muss erneut betont werden, dass Daten über dual Studierende durch statistische Bundes- und Landesämter nicht ausreichend erfasst werden. Geschuldet ist dies vermutlich der uneinheitlichen Begriffsbestimmung. Die verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten und Daten, die zu der Thematik vorliegen, beziehen sich beispielweise auf unterschiedliche Bundesländer oder nicht einheitlich auf eines der oben vorgestellten Konzepte und

Modelle. Daher beziehen sich die in dieser Arbeit folgenden Daten, zum einen auf die Plattform AusbildungPlus4, welche die aktuell umfassendste Datenbasis darstellt. Die Zahlen aus dem Erhebungszeitraum Mai 2013 - Oktober 2014 basieren

„(…)auf freiwilligen Angaben der Ausbildungsinstitutionen, des Statistischen Bundesamtes, großen Zusammenschlüssen wie hochschule dual in Bayern, Duales Studium Hessen, Duale Hochschule Rheinland-Pfalz und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) sowie Recherchen des AusbildungPlus-Teams.“ (BIBB 2015, S. 4)

Hervorzuheben ist, dass AusbildungsPlus bei den aktuell vorliegenden Zahlen die Erhebungsmethode änderte. In den vergangenen Jahren basierten die Zahlen nur auf den Informationen der Hochschulen, die sich selbstständig gemeldet haben. Durch Kooperationen konnten im aktuellen Erhebungszeitraum bis Oktober 2014 viele Studienangebote neu erfasst werden, so dass 1505 duale Studiengänge für die Erstausbildung erfasst wurden. (vgl. BIBB 2015, S. 6) Demnach ist die Vergleichbarkeit mit den letzten Jahren, sowohl bei der Angebotszahl, als auch bei kooperierenden Betrieben und Studierenden eingeschränkt.

Zum anderen beziehen sich vor allem die Sozialdaten, Aussagen über die Zufriedenheit und Bedingungen in den Betrieben auf den von Hähn, Krone und Ratermann verfassten Report 2016-01 des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, der im April 2016 veröffentlicht wurde. (im folgenden IAQ- Report genannt) In diesem werden Ergebnisse einer bundesweiten Befragung dual Studierender veröffentlicht. Die Daten wurden im Rahmen des Forschungsprojekts „Karrierewege dual Studierender. Eine Verbleibstudie der Absolvent/inn/en dualer Studiengänge“, mit einer Laufzeit vom 1.4.2015 bis 30.9.2017, erhoben. Diese Erhebung von Hähn et al.,bei der 9285 Fragebögen ausgewertet werden konnten, liefert Daten, die für die vorliegende Arbeit relevant sind und vorher nicht erfasst worden sind. Anzumerken ist, dass mit 35,6% der Großteil der Befragten an der dualen Hochschule Baden-Württemberg (im folgenden DHBW genannt) studiert, diese stellen mit ca. 33. 000 (Studienjahr 15/16) von insgesamt ca. 95.000 Studierende in der Erstausbildung, auch einen Großteil der dualen Studierenden dar. (vgl. Duale Hochschule Baden- Württemberg 2016 und BIBB 2015) Zum anderen bezieht sich die Befragung hauptsächlich auf die Erfahrungen im Betrieb.

2.1.3 Modelle dualer Studiengänge

Es gibt mehrere Varianten, wie der Wechsel der beiden Lernorte organisiert sein kann. Laut einer Betriebsumfrage 2011 des BIBB (Bundesinstitut für Berufsbildung) präferierten die meisten Unternehmen mit 57,1 % das sogenannte Blockmodell. Dieses war im Jahr 2013 mit 76% das Modell, welches in der Studiengängen am meisten angeboten wurde (siehe Tabelle 3). Das Blockmodell sieht vor, dass die Studierenden in größeren Zeitabständen (bspw. drei Monate) von der Praxisphase im Unternehmen zu der Theoriephase an der Hochschule wechseln.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Studienorganisation nach Daten des BIBB (Krone 2015, S. 18)

2.1.4 Arbeitsrechtlicher Status

In den praxisintegrierenden Studiengängen sind die Studierenden zum Beispiel über Ausbildungsverträge5, Studienverträge, Praktikumsverträge, Ernennung zum Beamten auf Widerruf beim Betrieb eingestellt. „Der arbeitsrechtliche Status dual Studierender hat Einfluss darauf, ob über gesetzliche Regelungen hinaus weitere Vereinbarungen zu ihrem Vertragsverhältnis gelten.“ (Hähn et al. 2016, S. 12) Das ist vor allem beim Status im Betrieb, der Entlohnung und dem Urlaubsanspruch von Bedeutung. Wenn der Studierende vertraglich in einem Ausbildungsverhältnis eingestellt ist, dann gilt für ihn das Berufsbildungsgesetz bzw. die Handwerksordnung und ist den Auszubildenden gleichgestellt. Sobald ein Praktikanten- oder Studienvertrag geschlossen wurde, sind die Studierenden von den tariflichen Regelungen des entsprechenden Ausbildungsberufs ausgeschlossen, was zur Benachteiligung im Betrieb führt. (vgl. Krone 2015, S. 70) Beispielsweise geben in einer Betriebsbefragung des BIBB von 2011 nur 77,3% der Betriebe an, dass sie eine Ausbildungsvergütung zahlen, lediglich 39% übernehmen die Studiengebühren vollständig, wobei 27,1% angeben die Studiengebühren teilweise zu übernehmen. 5% geben an, die dual Studierenden in keiner Weise finanziell zu unterstützen. (vgl. BIBB 2012, S. 15) Weitere Tarifliche Regelungen gibt es in vereinzelten Branchen. Oft gelten weitere Vereinbarungen gleichermaßen für die Auszubildenden und für die Studierenden in einem Betrieb. Der IAQ Report betont außerdem, dass 24,8% der Befragten angaben, nicht zu wissen, ob es weitere Regelungen gebe. (vgl. Hähn et al. , S.12)

Durch eine Gesetzesänderung gilt seit dem 01.01.2012 wieder die Sozialversicherungspflicht für dual Studierende in praxisintegrierten Studiengängen. Die Praxispartner müssen diese somit in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung anmelden.(vgl. Duale Hochschule Baden-Württemberg 2012) Interessant ist dies für die Gesundheitsberichtserstattung. Die dual Studierenden sind demnach in der Gruppe der „zur Berufsausbildung Beschäftigten“ zu finden. Über die Problematik der Erfassung von umfassenden Gesundheitsdaten der dual Studierenden wird in Kapitel 4 eingegangen.

2.2 Akteure im dualen Studium

Das duale Studium als Studienform erfreut sich immer größerer Beliebtheit, sowohl auf Seiten der Unternehmen, als auch auf der Seite der Studierenden. Um den Kontext, in dem sich die dual Studierenden in ihrem Alltag befinden zu verstehen, werden im Folgenden die Akteure der praxisintegrierenden Studiengänge vorgestellt: Die Hochschule, die Betriebe und die dualen Studierenden.

2.2.1 Die Hochschulen

Dominante Anbieter der dualen Studiengänge in der Erstausbildung sind mit 1.014 Studiengängen die Fachhochschulen. Die DHBW ist trotz ihrer Standortbegrenzung auf Baden-Württemberg mit 204 Studiengängen auf dem zweiten Rang, wie Tabelle 4 verdeutlicht.

Tabelle 4: Auszug: Anbieter dualer Studiengänge in der Erstausbildung 2013 - 2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 stellt dar, dass überwiegend die Fachrichtungen Ingenieurswissenschaften (39%) und Wirtschaftswissenschaften (32%) angeboten werden. Auf Platz drei ist

Informatik (12%) und auf Platz vier Studiengänge zu Sozialwesen, Erziehung, Gesundheit und Pflege (Ausbildungsplus 2015, S. 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Fachrichtungen dualer Studiengänge zur Erstausbildung in der AusbildungPlus- Datenbank

Die Hochschule ist meist der Akteur, der die zentrale Rolle bei der Studienorganisation spielt.

2.2.2 Die Betriebe

Da das duale Studium bei den Schulabgängern sehr beliebt ist, ergibt sich für die Betriebe der Vorteil, sich unter den sowieso schon gut qualifizierten und ehrgeizigen Bewerbern, den besten Nachwuchs zu rekrutieren. Die Unternehmen werden durch den demografischen Wandel vor allem in Zukunft Mangel an qualifiziertem Personal haben und gehen daher auf die Nachfragen der Bewerber ein. Zusätzlich ist es Unternehmen häufig wichtig, dass die dual Studierenden bereits während des Studiums einen Einblick in die betrieblichen Strukturen, Abläufe und Probleme erhalten und sich ein Netzwerk aufbauen. Für sie besteht der Vorteil, die zukünftigen Fachkräfte praxisnah, aber mit akademischem Wissen auszubilden. Ein weiterer Faktor sind soziale Kompetenzen, die der Studierende während den Praxisphasen aufbaut. Er kann sowohl akademisch und fachlich kommunizieren, als auch mit zum Beispiel mit Arbeitern in der Produktion. (vgl. Krone 2015, S. 58 ff.) Die Anforderungen, die Betriebe an die Kompetenzen der dual Studierenden stellen, veranschaulicht Tabelle 5. Deutlich sichtbar wird hier, dass im Gegensatz zu einem klassischen Studium, das hauptsächlich Fachkompetenzen vermittelt, zusätzlich die personalen Kompetenzen im Fokus stehen.

Tabelle 5: Kompetenzstruktur dual Studierender (Krone 2015, S. 74)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Laut BIBB 2015 gibt es in der AusbildungPlus - Datenbank 9.220 Kooperationspartner. (vgl. BIBB 2015, S. 12) Jedoch variieren die Zahlen jährlich. Den Hochschulen zufolge liegen Kooperationen mit rund 41.000 Einrichtungen vor, wobei Mehrfachnennungen möglich sind.

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Tabelle 6: Duale Studiengänge in der AusbildungPlus-Datenbank 2004 - 2014

Dem IAQ Report 2016 - 016 zufolge, sind die Top 3-Branchen, die ein duales Studium anbieten die Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung (26,1%), Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen (14,5%) und Maschinenbau (14,0%).

Die Beteiligung an der Gestaltung der Studiengänge durch Betrieben ist laut Krone „von fünf wesentlichen Faktoren abhängig: 1. Größe des Unternehmens; 2. Anteil der dual Studierenden im dualen Studiengang; 3. Modellform; 4. Bedeutung des dualen Studiengangs für Unternehmen und Hochschulen bzw. Berufsakademien; 5. Bildungsauftrag der Hochschulen bzw. Berufsakademien.“ (Krone 2015, S. 194) Vor allem seien es große Unternehmen, die teilweise ganze Studienklassen füllen und damit auch hohen Einfluss auf Curricula haben. Außerdem haben die Unternehmen je nach Hochschule große Spielräume in der Gestaltung der Praxisphasen. Denn „Anders als bei der dualen Berufsausbildung bestehen für das duale Studium keine standardisierten Vorgaben. Diese sind daher durchaus unterschiedlich organisiert, so dass sich auch Rahmenbedingungen und Erfahrungen der Studierenden teilweise stark voneinander unterscheiden.“ (Hähn et al., S. 9) Dies bestätigt auch die Beschreibung der Studienbedingungen in den Betrieben, die in Kapitel 1.3 beschrieben wird.

2.2.3 Die dual Studierenden

Das duale Studium stellt für viele Schulabgänger mit Fachhochschulreife oder allgemeiner Hochschulreife eine attraktive Möglichkeit dar. Vor allem diejenigen, die eine hohe Leistungsbereitschaft und Karriereorientierung zeigen, entscheiden sich für diese Studienform. (vgl. Krone/ Mill 2012; Gensch 2014). Die Studenten sehen den Vorteil gute Übernahmechancen zu haben und das meist bei regionalen Betrieben. In manchen Verträgen ist sogar eine Übernahmegarantie verankert (vgl. BIBB 2015, S. 4) Allerdings haben die Studierenden bei der Studienorganisation an sich keine direkten Einflussmöglichkeiten. Die Beteiligung soll lediglich durch die Wahl von Studienvertretern, die in Gremien vor allem über Verbesserungen der organisatorischen Abläufe mitentscheiden können, gewährleistet werden. „Als Rezipienten spiegeln sie den organisierenden Akteuren die Studierbarkeit von Studienmodellen und mögliche Problemstellungen wieder.“ (Krone 105, s. 193) .

Im Jahr 2014 gab es laut dem BIBB 94.723 Studierende in der Erstausbildung, es wurden jedoch keine weiteren Daten über die Studierenden veröffentlicht. Daher stammen die folgenden Sozialdaten aus dem IAQ Report, bei dem, wie bereits erwähnt, 9285 Fragebögen ausgewertet werden konnten. Das Geschlecht der 7080 Studierenden, die eine Angabe bei der Befragung machten teilt in 49,7% weiblich und 50,3 % männlich. Um einen möglichen Migrationshintergrund der dual Studierenden zu erfassen, wurde nach der Muttersprache gefragt. 95% gaben deutsch an, 2% haben eine andere Muttersprache, 4% sind zweisprachig ausgewachsen. Die Annahmen, dass die Rate des dualen Studieredens mit Migrationshintergrund gering ist, bestätigen auch die 97%, die angaben in Deutschland geboren zu sein. Zudem sind die Väter von 91,9% und die Mütter von 92,3% in Deutschland geboren. Demnach kommen nur ca. 8 % (8,1% Väter, 7,7% Mütter) aus anderen Ländern. Verglichen mit der Gesamtzahl der Studierenden, von denen 23% einen Migrationshintergrund haben, erscheint der Anteil im dualen Studium damit gering. (vgl. Middendorf, Apolinarski, Poskowsky, Kandulla, Netz, Naumann 2012, Buck, S. 520) Laut Hähn et al. ist für die Gruppe der jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund zum einen dieser Bildungsweg nicht so attraktiv oder bekannt, zum anderen ist der Zugang zum dualen Studium eher schwieriger.

Der Zugang zum dualen Studium in der Erstausbildung erfolgt in erster Linie über die Betriebe. Nur über eine erfolgreiche Bewerbung und Vertragsschließung mit einem Praxispartner, kann die Immatrikulation an der Hochschule erfolgen. Folglich entscheiden Unternehmen durch ihre individuellen Bewerbungsprozesse, wer ein duales Studium machen kann und wer nicht.

Um die Bildungsherkunft der dualen Studierenden zu erfassen, wurde nach dem höchsten beruflichen Abschluss im Elternhaus gefragt. Die Daten lassen sich zwar nur eingeschränkt mit allen Studierenden vergleichen, jedoch ergab sich auch in anderen Projekten, dass bei den dualen Studierenden eher ein nicht- akademisch geprägter familiärer Hintergrund vorliegt. (vgl. Hähn et al. 2016)

2.3. Studienbedingungen in den Betrieben

2.3.1. Zufriedenheit der Studierenden

Um die Studienbedingungen während der Praxisphasen zu erfassen, wurden die Teilnehmer in verschiedenen Dimensionen nach ihrer Zufriedenheit gefragt, siehe Abbildung 2. Insgesamt ist zu sagen, dass die Studierenden sehr zufrieden sind mit den Praxisphasen. Je größer ein Betrieb ist, umso zufriedener sind die Studierenden mit der Intensität und fachlichen Qualität der Betreuung. Bei der Anwendung von Wissen, sowie Fähigkeiten und Fähigkeiten, und der Möglichkeit eigenverantwortlich Aufgaben zu übernehmen, ist

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Qualität der betrieblichen Praxisphasen (Hähn et al. 2016, S. 10)

zwar die Betriebsgröße nicht so relevant, allerding die Studienrichtung. Vor allem Studierende im Pflege- und Gesundheitsmanagement, geben bei dieser Dimension an, am wenigsten zufrieden zu sein. Auch bei der Möglichkeit berufsrelevante Kontakte zu knüpfen, sind Studierende dieses Fachs am wenigsten zufrieden. Wohingegen andere Studienrichtungen, z.B. Informatik und Wirtschaftsingenieurwesen dies mit ca. 68% als sehr gut oder gut bewerten.

Bei der zeitlichen und inhaltlichen Abstimmung von Theorie- und Praxisphasen ist die Hochschule ausschlaggebend. 75,5% (1904) der Befragten, die an der DHBW studieren bewerten die Abstimmung als gut oder sehr gut. (vgl. Hähn et al. 2016, S.9 - 11)

„Die Bewertung der Freistellungsmöglichkeiten für studienbezogene Lernzeiten zeigt auf, dass viele Ausbildungsstätten versuchen, die Belastung ihrer dual Studierenden zu verringern.“ (Hähn et al. 2016, S. 11) Jedoch ist die Zufriedenheit hier branchenabhängig. Die Verantwortung für die Organisation und Umsetzung der optimalen Verzahnung von Lerninhalten und -zeiten liegt meist bei den Studierenden selbst. Allgemein herrscht von Seiten der Betriebe ein hoher Leistungsdruck, der sich darin äußert, dass z.B. die Noten der Theoriephasen kontrolliert werden und Bonuszahlungen für gute Leistungen erbracht werden.

„Unternehmen bewerten die Leistungen ihrer Auszubildenden - verbunden mit entsprechenden Bonuszahlungen - sogar öffentlich und forcieren so betriebsinterne Konkurrenzen. Die Studierenden selbst werten diese Bedingungen unterschiedlich, teilweise fühlen sie sich unter Druck gesetzt, häufig aber wird diese Erfolgskontrolle als Hilfestellung und Motivation betrachtet, wahrgenommen als Wertschätzung ihrer Person und geleisteten Arbeit durch den Ausbildungsbetrieb.“ (Krone 2015, S. 66)

2.3.2. Integration und Situation in den Belegschaften

Ein Großteil der Befragten stimmt zu, in die Belegschaft integriert zu sein, trotz der unregelmäßigen Anwesenheitszeiten in den Abteilungen. Die Integration scheint jedoch von der Betriebsgröße abhängig zu sein.

Für die vorliegende Arbeit sind vor allem die Angaben zum Thema Leistungsdruck interessant. 54,5% geben an, dass es voll zutrifft, mehr Leistungsdruck als dual/schulisch Auszubildende und nicht- dual Studierende haben, 33,8%, dass dies eher zutrifft. Außerdem stimmen jeweils mehr als ca. 75% bei den Angaben zur Wertschätzung durch Vorgesetze, besseres Image durch Belastbarkeit und Doppelqualifikation gegenüber anderen Auszubildenden und Studierenden im Betrieb voll zu oder eher zu. Größere Uneinigkeit bei den Befragten besteht in den Annahmen über bessere Übernahmechancen, Förderung oder einen besseren Berufseinstieg im Vergleich zu nicht- dual Studierenden bzw. Auszubildenden. (siehe Abbildung 3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Status in der Ausbildungsstätten. Dual Studierende… (Hähn et al.2016, S. 13)

Unter dem Aspekt „unterstützende Personengruppen“ wurde erfragt, wie viel Unterstützung die Studierenden bei der Vorbereitung ihres beruflichen Einstiegs erhalten. Laut der Befragten erhalten ca. 30% sehr viel und ca. 40% viel Unterstützung von direkten Vorgesetzten und Ausbildungsleitern. Auch von duale Studienabsolventen erhalten 19,4% sehr viel und 42,1% viel Unterstützung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Unterstützende Personen(gruppen) (Hähn et al. 3026, S. 15)

2.4 Fazit

Die Darstellung der strukturellen Rahmenbedingungen zeigt die Komplexität, die duale Studiengänge durch die alternierenden Lernorte und ihre Vielzahl an Stakeholdern mit sich bringen. Dementsprechend ist die Verzahnung von beruflicher Bildung und Hochschulbildung interessant für verschiedene Forschungsdisziplinen, wie die Berufspädagogik, die Soziologie und die Politikwissenschaft7. Da die vorliegenden Daten über die Bedingungen in den Betrieben zeigen, dass sich die Studierenden je nach Studienrichtung und Branche zwischen Wertschätzung und Leistungsdruck befinden, erhärtet sich ein potentieller Handlungsbedarf für die Gesundheitsförderung. Das folgende Kapitel wird daher den Zusammenhang zwischen den Verhältnissen in Studium, Arbeit und der Gesundheit herstellen.

3 Der Zusammenhang von Gesundheit, Arbeit und Studium

Um in der folgenden empirischen Untersuchung eine Aussage über die Gesundheit, Belastungen und Ressourcen von dualen Studenten treffen zu können, bedarf es zunächst einer Definition des Gesundheitsbegriffs, sowie einer Erläuterung theoretischer Modelle, die den Zusammenhang von Arbeit, Studium und Gesundheit herstellen.

Laut dem Salutogenese- Ansatz von Anontovsky ist Gesundheit ein Zustand, der immer auf einem Kontinuum zu betrachtet wird, der in Richtung Gesundheit oder in Richtung Krankheit gehen kann. Gesundheitsförderung zielt darauf ab, den Zustand des Individuums in Richtung der Gesundheit zu schieben. Daher ist interessant, welche Ressourcen Menschen haben, um mit Belastungen umzugehen, damit sie gesund zu bleiben.

Belastungen und Ressourcen werden in der wissenschaftlichen Literatur unterschiedliche definiert. Generell wird angenommen, dass Belastungen alle von außen kommenden erfassbaren Einflüsse sind, die psychisch auf den Menschen einwirken. Entgegen dem vorherrschenden Volksmund sind Belastungen werteneutral und sogar ein notwendiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Die individuellen Voraussetzungen und Bewältigungsstrategien, entscheiden in nächsten Zug, wie die unmittelbaren Auswirkungen auf das Individuum ausfallen. Bezeichnet wir dies als psychische Beanspruchung. Diese Voraussetzungen werden als Ressourcen bezeichnet, die aufgeteilt werden können, in subjektiven und objektiven Ressourcen. Objektive Ressourcen sind personale, soziale und materielle Gegebenheiten, beispielsweise Kompetenzen, soziale Integration, materielle Güter. Wie eine Person die objektiven Ressourcen wahrnimmt, sprich wie sich durch generalisierte Überzeugungen sein Selbstkonzept gestaltet, wird als subjektive Ressource bezeichnet. (vgl. Abel, Illés, Bolliger-Salzman o.J., S. 16 ff) Personale Ressourcen werden dabei durch Faktoren der psychischen Gesundheit definiert. Soziale Ressourcen bestehen aus sozialer Integration, sozialem Netzwerk und sozialer Unterstützung, die in Wechselwirkung zueinander stehen. Bspw. kann ein sozial isoliertes Individuum, auch keine soziale Unterstützung erhalten. Außerdem werden Personen, die sozial integriert sind zwar von den sozialen Beziehungen profitieren, jedoch sind Interaktionen meist auch von Konflikten und Spannungen geprägt. Das für diese Arbeit vorliegende Verständnis von Belastungen und Ressourcen wird mit Hilfe der Vorstellung Modelle in Kapitel 3.1. und 3.2. beschrieben.

[...]


1 Das deutsche Bildungssystem (die jeweiligen Bundesländer sind für die Bildungspolitik zuständig) gliedert sich grob dargestellt in: Elementarbereich (z.B. Kinderkrippe, -garten, Vorschule) , Primarbereich (Grundschule) , Förderschulen, Sekundarbereich I (z.B. Hauptschule, Realschule, Gymnasium), Sekundarbereich II (allgemeinbildende und berufliche Vollzeitschulen, Berufsausbildung im dualen System), Tertiärbereich (Hochschularten, die zu einem akademischen Abschluss führen) , Quartäre Bildung (Wiederaufnahmen des organisierten Lernens nach Abschluss einer akademischen oder beruflichen Ausbildung) (vgl. Edelstein 2013, ohne Seitenangabe)

2 Der Fokus liegt hierbei auf den praxisintegrierenden, weil die Befragten der vorliegenden Untersuchung alle in diesem System ausgebildet werden.

3 Es gibt auch Masterstudiengänge, auf die im Rahmen dieser Arbeit allerdings nicht eingegangen wird.

4 AubildungsPlus ist ein Internetportal für duales Studium und Zusatzqualifikationen in der beruflichen Erstausbildung vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB), siehe: https://www.bibb.de/de/ausbildungplus_index.php

5 Nicht zwangsläufig nach Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HwO)

6 Hinweis: hier wurden lediglich ca. 9000 duale Studierende befragt

7 Beispielweise beschäftigt sich die Organisationssoziologie eher mit der Hochschulbildung, wohingegen die Berufsbildung eher im Fokus der politischen Ökonomie liegt. (vgl. Graf 2016, S. 324)

Ende der Leseprobe aus 73 Seiten

Details

Titel
Gesundheit bei Studenten. Ressourcen und Belastungen im dualen Studium
Note
1,5
Autor
Jahr
2016
Seiten
73
Katalognummer
V341248
ISBN (eBook)
9783668309593
ISBN (Buch)
9783668309609
Dateigröße
2579 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
duales Studium, Belastungen, Ressourcen, Gesundheit, Studie
Arbeit zitieren
Angela Hermann (Autor), 2016, Gesundheit bei Studenten. Ressourcen und Belastungen im dualen Studium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341248

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