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Männer in Pflegeberufen. Historische, geschlechtsspezifische und soziologische Zusammenhänge

Título: Männer in Pflegeberufen. Historische, geschlechtsspezifische und soziologische Zusammenhänge

Tesis (Bachelor) , 2012 , 43 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Ciencias de la enfermería - Gestión de enfermería
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Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Einblick in die Thematik „Männer in Pflegeberufen“ zu ermöglichen. Dabei konzentriert sich die vorliegende Thesis auf Männer in der beruflichen Altenpflege. Ausführungen zu verwandten Pflegeprofessionen wie beispielsweise der Krankenpflege werden möglichst vermieden. Im Detail beantworten die anschließenden Darstellungen folgende drei Fragestellungen:

Welche historischen, geschlechtsspezifischen und soziologischen Zusammenhänge erklären den Männermangel in der professionellen Altenpflege?
Aus welchen Motiven entscheiden sich Männer für die professionelle Altenpflege, und welche Rolle spielt ihr Geschlecht im Berufsleben?

„Finger weg von meiner ALTEN“. Dieser Spruch ziert das T-Shirt eines jungen Mannes, der lässig und zugleich selbstbewusst in die Kamera blickt. Mit „Alte“ meint der Junge aber nicht etwa seine Mutter oder seine Großmutter, sondern die älteren Menschen, um die er sich in seinem Beruf kümmert. Er ist nämlich Altenpfleger und sein Konterfei war Teil einer Imagekampagne der Bundesregierung aus dem Jahr 2009. Diese hatte zum Ziel, Männer vermehrt für Sozialberufe zu begeistern. Hintergrund für diesen großen Bedarf an (männlichen) Fachkräften im Pflegesektor sind die Herausforderungen des zu erwartenden demografischen Wandels. Im Detail führen höhere Lebenserwartung und bessere medizinische Versorgung zu einem steigenden Pflegebedarf in unserer Gesellschaft. Demgegenüber prognostizieren Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2025 einen Personalmangel von mindestens 193 000 Beschäftigten. Ohne eine deutliche Steigerung des Männeranteils in der Pflege wird dieser Bedarf jedoch nicht zu decken sein.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der Männermangel in Zahlen

2.1 Allgäuer Daten

2.2 Bundesweite Daten

2.3 Zusammenfassung

3. Historie der Altenpflege

3.1 Die Altenpflege als Teil der Armenfürsorge

3.2 Historische Erklärungsansätze für den Männermangel

3.2.1 Konstruktion der Pflege als Frauenberuf

3.2.2 Entwicklung der Altenpflege als eigenständiger (Frauen-)Beruf

3.3 Zusammenfassung

4. Geschlechterforschung: Entwicklung und Erklärungsansätze

4.1 Geschlechtsspezifika

4.2 Geschlechterdifferenzen sind natürlich

4.3 Geschlechterdifferenzen sind sozialisiert

4.4 Geschlechterdifferenzen sind konstruiert

4.5 Geschlechtsspezifische Erklärungsansätze für den Männermangel

4.5.1 Doing gender im Berufswahlprozess

4.5.2 Geschlechtskonformität des Berufes

4.5.3 Erfüllung der Geschlechterrolle

4.5.4 Prestige der professionellen Altenpflege

4.6 Zusammenfassung

5. Männliche Sozialisation

5.1 Das Konzept der hegemonialen Männlichkeit

5.2 Soziologische Erklärungsansätze für den Männermangel

5.3 Zusammenfassung

6. Männer im Kontext der beruflichen Altenpflege

6.1 Wege in die professionelle Pflege

6.2 Bedeutung von Geschlecht in der direkten Pflege

6.2.1 Männliche Pflegekräfte im Pflegeteam

6.2.2 Männliche Pflegekräfte und BewohnerInnen des Pflegeheims

6.3 Zusammenfassung

6.4 Bedeutung von Geschlecht in der indirekten Pflege

6.4.1 Doppelte Stigmatisierung

6.4.2 Distanzierung durch Spezialisierung und Aufstieg

6.4.3 Männer in Führungspositionen der stationären Altenpflege

6.4.4 Begünstigung des männlichen Aufstiegs

6.5 Zusammenfassung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die gesellschaftlichen, historischen und soziologischen Hintergründe des Männermangels in der professionellen Altenpflege zu untersuchen. Die Arbeit stellt die Forschungsfrage, warum so wenige Männer in der Altenpflege tätig sind und bewertet das Modellprojekt „Technischer Pflegefachhelfer“ im Hinblick auf seine Eignung, die Attraktivität des Berufsbildes für Männer zu steigern.

  • Analyse des Männermangels in der professionellen Altenpflege anhand von Statistiken
  • Historische Betrachtung der Pflege als vermeintlicher Frauenberuf
  • Einsatz geschlechtersoziologischer Theorien zur Erklärung der Berufswahl
  • Untersuchung der männlichen Sozialisation und deren Einfluss auf die Berufsorientierung
  • Bewertung der Rolle männlicher Pflegekräfte in der direkten und indirekten Pflege

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Konstruktion der Pflege als Frauenberuf

Der Spagat, das bis dahin „schmutzige Gewerbe“ des Pflegeberufs zu einer „achtbaren Frauenarbeit“ in bürgerlichen Kreisen zu machen, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen (vgl. Kellner 2011, S. 93), gelang durch zwei Veränderungen: Zum einen wurde die Pflege kranker und alter Menschen zum „Liebesdienst par excellence“ und zum „heiligen und würdigen“ Geschäft erklärt. Zum anderen wurde der Frau die professionelle Pflegetätigkeit nun auf Grund ihrer „wesensmäßigen“ Ähnlichkeit zur Hausfrauen- und Mutterrolle zugeordnet (vgl. Bischoff 1984 zit. nach Schneider 2007, S.29).

„Nächst dem Beruf der Gattin und Mutter, zu dem die Frau von der Vorsehung vor allem bestimmt ist, ist sicher der Pflegeberuf derjenige, der dem Mütterlichkeitsempfinden, das in jedem Frauenherzen ruht, am meisten Befriedigung gibt.“ (Lindauer J. 1928 zit. nach Kellner 2011, S.93).

Das Zitat steht in direktem Kontrast zum oben stehenden Ausspruch aus dem Jahre 1784 und verdeutlicht die zentrale Veränderung in der Wahrnehmung des Pflegeberufs. Dieser hatte sich vom sog. „schmutzigen Gewerbe“ zur „weibliche Berufung“ gewandelt (vgl. Kellner 2011, S. 92). Die Grundlage für eine „Verweiblichung der Pflege“ (Kellner 2011, S. 83) und gleichzeitige Verdrängung der Männer aus dem Beruf war gelegt (vgl. Kellner 2011, S. 93).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und den daraus resultierenden Fachkräftemangel, welcher zur Imagekampagne und dem Modellprojekt „Technischer Pflegefachhelfer“ führte.

2. Der Männermangel in Zahlen: Dieses Kapitel veranschaulicht anhand von Allgäuer und bundesweiten Daten die Geschlechterungleichheit in der professionellen Altenpflege.

3. Historie der Altenpflege: Hier wird aufgezeigt, dass die Altenpflege ursprünglich kein reiner Frauenberuf war, sondern erst durch gesellschaftliche Umbrüche im Zuge der Industrialisierung dazu konstruiert wurde.

4. Geschlechterforschung: Entwicklung und Erklärungsansätze: Das Kapitel führt in die Geschlechterforschung ein und nutzt Konzepte wie „Doing gender“, um die geschlechtsspezifische Segregation des Arbeitsmarktes zu erklären.

5. Männliche Sozialisation: Es wird analysiert, wie traditionelle männliche Sozialisationsprozesse, etwa durch fehlende männliche Rollenvorbilder, zu einer Abgrenzung von pflegerischen Berufen führen.

6. Männer im Kontext der beruflichen Altenpflege: Dieses Kapitel untersucht die Motive männlicher Pfleger und die Bedeutung ihres Geschlechts für ihre Tätigkeit sowie ihre Karrierechancen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt kritische Fragen hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit von Projekten, die geschlechtertypische Strukturen nicht grundlegend verändern.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Männermangel, Geschlechterforschung, Doing gender, Männliche Sozialisation, Berufsbiografien, Pflegewissenschaft, Arbeitsmarktsegregation, Technischer Pflegefachhelfer, Geschlechterrolle, Professionalisierung, Fachkräftemangel, Männlichkeitsideal, Karriere, Pflegeberuf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen, historischen und soziologischen Hintergründe des Männermangels in der Altenpflege und beleuchtet dabei die Erfahrungen männlicher Pflegekräfte.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören die Geschlechterforschung, die Geschichte des Pflegeberufs, männliche Sozialisationsprozesse sowie die Analyse von Karrierewegen innerhalb der Altenpflege.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Ursachen der Unterrepräsentanz von Männern im Pflegeberuf zu schaffen und die Sinnhaftigkeit neuer Ansätze wie des „Technischen Pflegefachhelfers“ zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung qualitativer Befragungen, die im Rahmen eines Forschungsprojekts gewonnen wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der „Verweiblichung“ der Pflege, die theoretische Fundierung durch Geschlechtersoziologie und eine Praxisanalyse der Situation männlicher Beschäftigter in der Altenpflege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie „Männermangel in der Altenpflege“, „Geschlechterrolle“, „Doing gender“ und „Berufsbiografien“ beschreiben.

Was bedeutet der Begriff „Doing gender“ in diesem Kontext?

„Doing gender“ beschreibt, dass Geschlechtsidentität nicht als naturgegeben, sondern als durch tägliche soziale Interaktionen und Berufswahlentscheidungen aktiv konstruiert und reproduziert verstanden wird.

Warum wird das Modellprojekt „Technischer Pflegefachhelfer“ kritisch gesehen?

Das Projekt wird kritisch hinterfragt, da es Gefahr läuft, bestehende geschlechtsspezifische Vorurteile – etwa die Annahme, Männer seien nur für technische Aufgaben in der Pflege geeignet – zu zementieren, anstatt die grundlegenden Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Was versteht die Autorin unter der „patriarchalen Dividende“?

Dies bezieht sich auf den Vorteil, den Männer auch in frauendominierten Berufen oft genießen, indem sie sich angenehmere Tätigkeitsfelder aussuchen können oder durch eine schnellere Karriereentwicklung begünstigt werden.

Final del extracto de 43 páginas  - subir

Detalles

Título
Männer in Pflegeberufen. Historische, geschlechtsspezifische und soziologische Zusammenhänge
Universidad
University of Applied Sciences Kempten
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
43
No. de catálogo
V341261
ISBN (Ebook)
9783668309654
ISBN (Libro)
9783668309661
Idioma
Alemán
Etiqueta
männer pflegeberufen historische zusammenhänge
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2012, Männer in Pflegeberufen. Historische, geschlechtsspezifische und soziologische Zusammenhänge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341261
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