Warum besuchen wir einen Volkshochschulkurs?
Ist es vermessen den Teilnehmern in Weiterbildungen auch Motive zu unterstellen, die nichts mit Bildung zu tun haben, zum Beispiel ein Kontaktmotiv?
Kern dieser Arbeit ist ein Test zur Quantifizierung der Teilnahmemotive Erwachsener an Weiterbildungen. Dieser Test wird erstmals ins Deutsche übertragen und auf seine Qualität untersucht. Zudem wird Optimismus explorativ in diesem Zusammenhang untersucht, um Anknüpfungspunkte zu einem möglichen Prädiktor für die Weiterbildungsteilnahme herzustellen. Die im Rahmen einer Bachelor Thesis entstandene Arbeit führt nach einem informativen Theorieteil systematisch zu einer quasiexperimentellen Feldstudie, um die motivationale Orientierung der Teilnehmer in der Weiterbildung zu untersuchen. Ergebnis der Arbeit ist die Note 1,0.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Teil
2.1 Teilnehmerforschung in der Weiterbildung
2.2 Fragestellung
2.3 Klärung motivationstheoretischer Grundlagen
2.3.1 Motivation
2.3.2 Motiv
2.3.3 Motivklassifizierung
2.3.4 Interesse
2.4 Motivationale Orientierung
2.5 Optimismus
3. Empirischer Teil
3.1 Gegenstand der Untersuchung und Geltungsbereich
3.2 Methoden und Forschungsdesign
3.3 Instrumententwicklung
3.4 Untersuchungsdurchführung
3.5 Darstellung der Ergebnisse
3.5.1 Beschreibung der Stichprobe
3.5.2 Validität der Education Participation Scale
3.5.3 Reliabilität der Education Participation Scale
3.5.4 Faktorenanalyse der Education Participation Scale
3.5.5 Konvergent Validity
3.5.6 Explorative Datenanalyse
3.6 Zusammenfassung und Diskussion
4. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch die motivationale Orientierung von Weiterbildungsteilnehmern anhand einer quasiexperimentellen Feldstudie. Ziel ist es, ein englischsprachiges Erhebungsinstrument für den deutschsprachigen Raum zu adaptieren, dessen Qualität zu prüfen und explorativ den Zusammenhang zwischen Optimismus und Weiterbildungsteilnahme zu erforschen.
- Analyse motivationaler Orientierungen bei Erwachsenen in der Weiterbildung.
- Testkonstruktion, Übersetzung und Validierung der „Education Participation Scale“ (EPS).
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Optimismus und Weiterbildungsbereitschaft.
- Evaluierung der praktischen Relevanz von Teilnahmemotiven für die Seminarplanung.
- Deskriptive Analyse von Teilnehmerstrukturen und soziodemografischen Einflüssen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Veränderte Anforderungen an Gesellschaft und Individuum lassen sich aus einer Entwicklung ableiten, die durch Globalisierung und die Informationsgesellschaft charakterisiert ist. Auf nationaler Ebene werden Veränderungsprozesse durch einen demographischen Wandel und die öffentliche Diskussion über die Anpassung der Systeme offenbar. Neue Formen der Kommunikation und Interaktion beschleunigen die Erneuerung und Aktualisierung der Wissensbestände. Dabei ist Wissen der Rohstoff unserer Gesellschaft und Produktionsprozesse in der Wirtschaft überführen das Wissen in einer globalen Infrastruktur in immer kürzeren Zyklen in anwendungsreife Technologien. Einher gehen grundlegende Veränderungen der Arbeitsplätze und der an sie gestellten Anforderungen. Die Halbwertszeit erworbener Qualifikationen sinkt, ein Berufsleben ohne Erneuerung der Berufsfähigkeit durch Weiterbildung ist nicht mehr denkbar. Dabei ermöglicht Weiterbildung über die funktionale Anpassung hinaus eine persönliche Weiterentwicklung. Sie dient der Orientierung, um auf Veränderungsprozesse angemessen zu reagieren. Denn die rasanten Veränderungen führen in allen Lebensbereichen zu Chancen und Gefahren, die es zu beherrschen gilt.
Bildung steht in Beziehung mit individuellem und gesellschaftlichem Wohlstand und Fortschritt, so geht es aus Untersuchungen über die in der OECD zusammengeschlossenen 30 Länder hervor. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen dem Humankapital und dem Wirtschaftswachstum (OECD 2004, 195f.). Es erhöht sich die Arbeitsproduktivität einer Gesellschaft mit der Zunahme der Kenntnisse und Fertigkeiten der Bevölkerung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Weiterbildung angesichts globaler Veränderungen, technologischen Fortschritts und demografischen Wandels sowie deren positiven Zusammenhang mit wirtschaftlichem Wohlstand.
2. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die Erwachsenenbildung und definiert zentrale psychologische Konstrukte wie Motivation, Motiv, Interesse und Optimismus.
3. Empirischer Teil: Der empirische Abschnitt beschreibt die Feldstudie zur Erfassung der motivationalen Orientierung, die Übersetzung der Education Participation Scale sowie die statistische Auswertung der Daten.
4. Ausblick: Der Ausblick diskutiert das Potenzial einer zukünftigen Weiterbildungswissenschaft und fordert eine verbesserte statistische Erfassung von Bildungsaktivitäten.
Schlüsselwörter
Weiterbildung, Motivationale Orientierung, Education Participation Scale, Erwachsenenbildung, Optimismus, Selbstwirksamkeit, Teilnehmerforschung, Testvalidität, Faktorenanalyse, Bildungsökonomie, lebenslanges Lernen, Teilnahmemotive, berufliche Qualifizierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung der Motive und der motivationalen Orientierung von Erwachsenen bei der Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Motivationspsychologie, die historisch-soziologische Einordnung der Erwachsenenbildung sowie die psychometrische Testentwicklung und Validierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, die „Education Participation Scale“ (EPS) für den deutschsprachigen Raum zu übersetzen, deren Gütekriterien zu prüfen und zu klären, ob sich motivationale Orientierungen zur Gruppenunterscheidung eignen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung nutzt ein quasiexperimentelles Forschungsdesign mit einer Klumpenstichprobe, statistischen Faktorenanalysen und einer Diskriminanzanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Fundierung der Motivationsbegriffe die Übersetzung des Erhebungsinstruments, die Durchführung der Feldstudie und die detaillierte statistische Analyse der Item-Interkorrelationen und Faktorenladungen dargelegt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die motivationale Orientierung, Weiterbildungsteilnahme, die Education Participation Scale (EPS) und das Konstrukt des Optimismus.
Wie unterscheidet sich die Rhetorikgruppe von der Sprachkursgruppe hinsichtlich des Optimismus?
Die explorative Datenanalyse ergab signifikante Unterschiede: Die Teilnehmer der Rhetorikgruppe wiesen in dieser Stichprobe einen geringeren Grad an Optimismus auf als die Teilnehmer der Sprachkurse.
Welche Rolle spielt die Reliabilität des adaptierten Tests?
Die Reliabilität des adaptierten Tests ist insgesamt gemischt; während bei bestimmten Motiven wie „Verbesserung im Beruf“ eine brauchbare interne Konsistenz vorliegt, zeigen andere Skalen, insbesondere nach semantischen Änderungen an den Items, unzureichende Reliabilitätswerte.
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- Christoph Öxle (Author), 2004, Motive für Weiterbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34126