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Nahrungsmittelspekulation. Fluch oder Segen?

Titel: Nahrungsmittelspekulation. Fluch oder Segen?

Essay , 2013 , 10 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Mehmet Mutlu Atci (Autor:in)

Politik - Klima- und Umweltpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Nichts ist so entwürdigend wie Hunger, besonders wenn er von Menschenhand verursacht ist.” (RESET-Online (2011)) So lauteten die Worte des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon im Jahr der ersten weltweiten Nahrungsmittelkrise 2008. Er machte dabei deutlich, dass darüber nachgedacht werden sollte, ob Nahrungsmittelspekulation eingedämmt werden soll, nachdem etwa 100 Millionen Menschen weltweit aufgrund der Nahrungsmittelspekulation, die angeblich die Preise für Mais und Weizen hoch trieb, hungern mussten und dies zu großen Aufständen in einigen Ländern führte.

Ob Nahrungsmittelspekulation tatsächlich Einfluss auf die Preise hat, soll in diesem Essay erklärt werden, der folgende These behandelt: Nahrungsmittelspekulation wirkt sich auf Nahrungsmittelpreise aus und sorgt für steigende Preise, welche zu Hunger in einigen Staaten – insbesondere in Entwicklungsländern - führen. Damit ist gemeint, dass die Nahrungsmittelspekulation sich negativ auf ärmere Bevölkerungsschichten – insbesondere in Entwicklungsländern – auswirkt und somit Leben durch steigende Lebensmittelpreise bedroht.

Um ein adäquates Essay zu liefern, soll zunächst geklärt werden, was Nahrungsmittelspekulation ist, indem es definiert wird, um eine Grundlage für die folgenden Punkte zu schaffen. Anschließend sollen in den weiteren Punkten Pro- und Contra-Argumente gegeneinander abgewogen sowie die verschiedenen Positionen dargestellt werden. Im Anschluss daran sollen die Forderungen der Gegner der Nahrungsmittelspekulation und alternative Vorschläge demonstriert werden. Nach Abwägung der Argumente und dem Aufzeigen von Alternativen, soll abschließend ein Fazit gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Definition von Spekulation

2.2 Funktionsweise von Futures und Hedging

3. Positionen der Befürworter der Nahrungsmittelspekulation

4. Positionen der Gegner der Nahrungsmittelspekulation

5. Forderungen und Lösungsansätze zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Dieses Essay untersucht den Einfluss der Nahrungsmittelspekulation auf die globalen Lebensmittelpreise und analysiert, inwieweit diese spekulativen Finanzmarktaktivitäten zu Hungerkatastrophen in Entwicklungsländern beitragen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob die These haltbar ist, dass Spekulation mit Agrarrohstoffen ursächlich für steigende Preise und die daraus resultierende Bedrohung der Existenzgrundlage ärmerer Bevölkerungsschichten verantwortlich ist.

  • Mechanismen der Nahrungsmittelspekulation und Agrarrohstoffmärkte
  • Argumentationslinien zwischen Finanzakteuren und Nichtregierungsorganisationen
  • Auswirkungen deregulierter Rohstoffmärkte auf Entwicklungsländer
  • Politische Lösungsansätze und Regulierungsvorschläge
  • Korrelation zwischen Preisexplosionen und spekulativen Finanzinstrumenten

Auszug aus dem Buch

Von Spekulation spricht man allgemein, wenn in Aktien, Devisen, Wertpapiere usw. allein aus der Erwartung investiert wird, sie später zu einem höheren Preis verkaufen zu können. Entsprechend geht es bei Nahrungsmittelspekulation um Wetten auf Preisänderungen bei Nahrungsmitteln. Dabei werden Aktien oder Waren verkauft, die man noch gar nicht besitzt. Der Verkäufer leiht sie sich von Dritten und verkauft sie. Um sie dem Verleiher zurückzugeben, kauft er sie zu einem späteren Zeitpunkt – also bei gefallenem Preis – vom Markt zurück und kann die Differenz behalten. (Vgl. RESET-Online (2011))

Dieser Vorgang soll mit einem Beispiel verdeutlicht werden: Ein Weizenproduzent verpflichtet sich, eine bestimmte Menge Weizen zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern. Dafür wird ein Garantiepreis festgelegt, zu dem der Käufer den Weizen abnehmen wird. Das sorgt bei beiden Parteien für Planungssicherheit.

Für diese Verträge, sogenannte Futures, gibt es wiederum weitere Händler. Sie werden Hedger genannt. Wenn ein Händler mit ihnen Gewinne machen will, wettet er auf steigende Kurse solcher Futures: Er kauft den Terminvertrag, lässt sich jedoch später nicht den Weizen liefern, sondern verkauft ihn vor dem Liefertermin zu einem dann höheren Preis. Die Differenz ist sein Spekulationsgewinn. (Vgl. Schumann, Harald (2011): 32f.)

Bei der Spekulation gehen Finanzakteure, wie Banken, Hedge-, Pensions- und Staatsfonds, bewusst Risiken ein, indem sie auf steigende oder fallende Nahrungsmittelpreise setzen, in der Hoffnung, schnell hohe Gewinne zu erzielen. Seit Anfang 2000 zeichnet sich ein deutlicher Trend der zunehmenden Spekulation mit Nahrungsmitteln ab. Investitionen in Rohstoffindexfonds stiegen in den Jahren 2003 bis 2008 von 13 Mrd. US$ auf 317 Mrd. US$. (Vgl. Oxfam-Online (2013))

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der globalen Nahrungsmittelkrise und Formulierung der These über den Zusammenhang zwischen Spekulation und Hunger.

2. Theoretischer Rahmen: Erläuterung der ökonomischen Grundlagen, inklusive Definition von Spekulation, Futures und der Rolle von Finanzakteuren bei Agrarrohstoffen.

3. Positionen der Befürworter der Nahrungsmittelspekulation: Darstellung der Argumente, die Spekulation als marktnützlich sehen und die Preissteigerungen anderen realwirtschaftlichen Faktoren zuschreiben.

4. Positionen der Gegner der Nahrungsmittelspekulation: Analyse der Kritik von Organisationen, die Spekulation für Preisexplosionen verantwortlich machen und auf die dramatischen Folgen für Entwicklungsländer verweisen.

5. Forderungen und Lösungsansätze zur Eindämmung der Nahrungsmittelspekulation: Vorstellung regulatorischer Maßnahmen wie Transaktionssteuern, Handelsregister und Preislimits.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der These und Bestätigung des Zusammenhangs zwischen spekulativem Geschäftsmodell und der Verschärfung von Hungerkrisen.

Schlüsselwörter

Nahrungsmittelspekulation, Agrarrohstoffe, Finanzmarkt, Hunger, Entwicklungsländer, Deutsche Bank, Futures, Hedging, Preissteigerung, Rohstoffindexfonds, Regulierung, Börse, Preisexplosion, Welternährung, Investition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, ob und inwieweit die Spekulation mit Nahrungsmitteln an den globalen Finanzmärkten zu steigenden Lebensmittelpreisen und damit zu Hunger in ärmeren Ländern führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Mechanismen von Warenterminbörsen, die Argumente von Finanzinstituten versus NGOs sowie die sozio-ökonomischen Auswirkungen hoher Lebensmittelpreise auf Entwicklungsländer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung der These, dass Nahrungsmittelspekulation für Preissteigerungen verantwortlich ist, die wiederum die Ernährungssicherheit in Entwicklungsländern bedrohen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein Essay, das auf der Auswertung von Onlinequellen, Studien von Nichtregierungsorganisationen und journalistischen Beiträgen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Argumente sowie eine Diskussion über politische Lösungs- und Regulierungsmöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nahrungsmittelspekulation, Agrarrohstoffe, Hunger, Futures, Finanzinvestoren und Regulierung.

Welche Rolle spielt die Deutsche Bank in diesem Kontext?

Die Deutsche Bank wird als Fallbeispiel angeführt, da sie als großer Akteur in Agrarfonds investiert und das Geschäftsmodell der Spekulation verteidigt, während sie gleichzeitig von NGOs kritisiert wird.

Warum sind gerade Entwicklungsländer stärker betroffen?

Menschen in Entwicklungsländern geben einen deutlich höheren Anteil ihres Einkommens für Grundnahrungsmittel aus als in Industrienationen, weshalb Preissteigerungen für sie unmittelbar existenzbedrohend sind.

Welche Regulierungsmaßnahmen werden im Text vorgeschlagen?

Zu den genannten Maßnahmen zählen die Schaffung einer Aufsichtsbehörde, Mengenbeschränkungen für spekulative Geschäfte, die Einführung einer Transaktionssteuer sowie das Verbot hochspekulativer Instrumente wie Leerverkäufe.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nahrungsmittelspekulation. Fluch oder Segen?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Südliches Afrika
Note
1,7
Autor
Mehmet Mutlu Atci (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V341276
ISBN (eBook)
9783668308077
ISBN (Buch)
9783668308084
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nahrungsmittelspekulation fluch segen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mehmet Mutlu Atci (Autor:in), 2013, Nahrungsmittelspekulation. Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341276
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Leseprobe aus  10  Seiten
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