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Kritische Betrachtung des Reverse-Charge-Verfahrens gemäß § 13b UStG im Hinblick auf Bauleitungen an Bauträger und Bauunternehmer

Titel: Kritische Betrachtung des Reverse-Charge-Verfahrens gemäß § 13b UStG im Hinblick auf Bauleitungen an Bauträger und Bauunternehmer

Bachelorarbeit , 2016 , 75 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dorothee Schröder (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es dem Leser einen Einblick in das oben kurz benannte Reverse-Charge-Verfahren im Hinblick auf Bauleistungen an Bauträger und Bauunternehmer zu geben. Andere Vorschriften die ebenfalls unter das Reverse-Charge-Verfahren fallen, aber nicht in Verbindung mit einer sogenannten Bauleistung stehen werden in dieser Arbeit nicht berücksichtigt.

Das Reverse-Charge-Verfahren stellt eine Form der Steuerschuld dar, bei der entgegen der grundsätzlichen Umsatzsteuersystematik der Leistungsempfänger zum Steuerschuldner wird. Die Mehrwertsteuer wird folglich nur einmal am Ende der Lieferkette erhoben. Um hier Täuschungen in Form eines eventuellen Umsatzsteuerbetrugs entgegenzuwirken hat der Gesetzgeber infolgedessen das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren eingeführt und auf diese Weise den Steuerschuldner und Vorsteuerabzugsberechtigten in einer Position vereint.

Die Systematik der Umsatzbesteuerung ist in den überwiegenden Lieferungen oder sonstigen Leistungen so normiert, dass der Lieferer bzw. Leistungserbringer die Umsatzsteuer schuldet. Dem gegenüber kann der Leistungsempfänger, insofern er ein vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer im Sinne des Umsatzsteuergesetzes ist, diese Umsatzsteuer als Vorsteuer geltend machen.

Mit Einführung des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG ist dieses Grundsystem wie auch beispielsweise in § 13a Abs. 1 Nr. 2 UStG ein weiteres Mal durchbrochen worden. Der Leistungsempfänger wird hierbei als Schuldner der Steuer. Anhand der Arbeit soll zunächst verdeutlicht werden, wer die Beteiligten des Reverse-Charge-Verfahrens sind und zu welchem Zeitpunkt die Vorschrift Anwendung findet. Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf einer kritischen Betrachtung des Verfahrens. Dabei soll dem Leser aufgezeigt werden, wie erfolgreich die Einführung der Vorschrift war und ob sie ihren Sinn und Zweck in vollem Umfang entspricht. Die kritische Betrachtung erfolgt dabei besonders durch eine Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile die das Verfahren mit sich bringt. In Frage gestellt werden soll dabei auch, ob das Reverse-Charge-Verfahren ein wirksames Instrument zur Bekämpfung des Umsatzsteuerbetrugs darstellt oder es doch eher ein Mittel für Unternehmen darstellt, um umsatzsteuerliche Überprüfungslücken zu nutzen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Zielsetzung

1.3 Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

2 Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens

2.1 Ursachen für die Entstehung des Reverse-Charge-Verfahrens

2.1.1 Der Kettenbetrug im Baugewerbe

2.1.2 Umsatzsteuerausfälle durch Insolvenz

2.1.3 Der Karussell-Betrug

2.2 Zeitliche Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens im Hinblick auf Bauleistungen

2.2.1 BFH-Urteil vom 22.08.2013

2.2.2 BMF-Schreiben vom 31.07.2014

2.2.3 Neuregelung zum 01.10.2014

3 Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens bei Bauleistungen an Bauträger und Bauunternehmer

3.1 Das Reverse-Charge-Verfahren

3.2 Tatbestandsvoraussetzungen

3.3 Inlandsansässigkeit des leistenden Unternehmers

3.4 Steuerpflichtige Bauleistungen i.S. des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG

3.4.1 Leistungen an einem Bauwerk mit Auswirkung auf die Substanz des Bauwerks

3.4.2 Typische Bauleistungen

3.4.3 Keine Bauleistungen i.S. des § 13b Abs. 2 Nr. 4 UStG

3.5 Leistungsempfänger

3.5.1 Bauträger

3.5.2 Bauunternehmer

3.5.3 Bauleistungen inländischer Unternehmer

3.5.4 Bauleistungen ausländischer Unternehmer

3.5.5 Bauleistungen durch Kleinunternehmer

4 Umsatzsteuerliche Auswirkung

4.1 Auswirkung für den Leistungserbringer

4.1.1 Ausstellung der Rechnung und Aufzeichnungspflichten

4.1.2 Vorsteuerabzug und Meldepflicht

4.2 Auswirkung für den Leistungsempfänger

4.2.1 Steuerschuld und Vorsteuerabzug

4.2.2 Entstehungszeitpunkt des Steueranspruchs

4.2.3 Aufzeichnungs-, Aufbewahrungs- und Meldepflichten

5 Kritische Betrachtung

5.1 Vorteile des Reverse-Charge-Verfahrens

5.2 Nachteile des Reverse-Charge-Verfahrens

5.3 Das Reverse-Charge-Verfahren als betrugsanfälliges System

6 Schlussbetrachtung

6.1 Zusammenfassung

6.2 Kritische Würdigung mit Ausblick auf die künftige Entwicklung des §13b UStG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Reverse-Charge-Verfahren gemäß § 13b UStG im Bauwesen, um zu klären, ob es ein wirksames Instrument zur Bekämpfung von Umsatzsteuerbetrug darstellt oder lediglich neue bürokratische Hürden und Manipulationsanreize für Unternehmen schafft.

  • Grundlagen und Entstehung des Reverse-Charge-Verfahrens
  • Analyse der Tatbestandsvoraussetzungen für Bauleistungen
  • Kritische Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen des Verfahrens
  • Untersuchung des betrugsanfälligen Systems
  • Bewertung der Auswirkungen auf Leistungserbringer und Leistungsempfänger

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Der Kettenbetrug im Baugewerbe

Bei Vorliegen eines so genannten Kettenbetrugs im Baugewerbe geht es um den Missbrauch des Vorsteuerabzugs. Hierbei werden durch die Einschaltung von mehreren Zwischenunternehmern bzw. Subunternehmern Rechnungen über Bauleistungen vom jeweiligen Vorunternehmer an den nachfolgenden Unternehmer geschrieben. Diese in Rechnung gestellten Bauleistungen werden in Wirklichkeit jedoch tatsächlich nicht erbracht. Der Umsatzsteuerausfall tritt hier in der Form auf, dass die nachrangingen Leistungsempfänger eines vorgeschalteten Unternehmers zwar die Vorsteuer in Anspruch nehmen und geltend machen, der Unternehmer der unteren Ebene aber keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit im Kontext der Umsatzsteuer als ergiebige Einnahmequelle.

2 Entstehung und Entwicklung des Reverse-Charge-Verfahrens: Analyse der Ursachen wie Kettenbetrug und Karussell-Betrug sowie die historische Entwicklung der gesetzlichen Regelungen.

3 Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens bei Bauleistungen an Bauträger und Bauunternehmer: Detaillierte Erläuterung der Tatbestandsvoraussetzungen, der Begriffsbestimmungen von Bauleistungen und der Rolle von Leistungsempfängern.

4 Umsatzsteuerliche Auswirkung: Untersuchung der spezifischen Folgen für Leistungserbringer und Leistungsempfänger, insbesondere hinsichtlich Rechnungstellung und Meldepflichten.

5 Kritische Betrachtung: Gegenüberstellung von Vorteilen und Nachteilen des Verfahrens sowie dessen Anfälligkeit für neue Betrugsmodelle.

6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und kritische Würdigung mit Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des § 13b UStG.

Schlüsselwörter

Reverse-Charge-Verfahren, § 13b UStG, Bauleistungen, Umsatzsteuerbetrug, Vorsteuerabzug, Bauträger, Bauunternehmer, Steuerschuldnerschaft, Kettenbetrug, Karussell-Betrug, Umsatzsteuergesetz, Steuerhinterziehung, USt 1 TG, Vereinfachungsregelung, Bauwerk.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch das Reverse-Charge-Verfahren gemäß § 13b UStG im Bereich von Bauleistungen, um dessen Effektivität als Instrument gegen Umsatzsteuerbetrug zu bewerten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Thematisiert werden die Hintergründe der Steuerhinterziehung im Baugewerbe, die Tatbestandsmerkmale des Reverse-Charge-Verfahrens, die Auswirkungen auf die Beteiligten sowie die kritische Würdigung des Gesamtsystems.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die gesetzliche Einführung des Verfahrens tatsächlich den beabsichtigten Zweck erfüllt, den Umsatzsteuerbetrug einzudämmen, oder ob es eher neue bürokratische Lasten und Schlupflöcher schafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten juristischen und steuerrechtlichen Literatur- und Dokumentenanalyse unter Berücksichtigung aktueller BFH-Urteile und BMF-Schreiben.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der Vorschrift auf Bauleistungen, der Definition von Bauleistern und Bauträgern sowie der Untersuchung der Auswirkungen für Leistungserbringer und -empfänger.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Reverse-Charge-Verfahren, Steuerschuldumkehr, Kettenbetrug, Bauleistungen und Umsatzsteuer-Compliance.

Welche Rolle spielt die USt 1 TG-Bescheinigung in der Arbeit?

Sie dient als wesentliches Instrument, um die Bauleister-Eigenschaft eines Unternehmens rechtssicher nachzuweisen und Zweifelsfragen bei der Steuerschuldumkehr vorab zu klären.

Warum unterscheidet die Arbeit zwischen Bauträgern und Bauunternehmern?

Die Unterscheidung ist entscheidend, da Bauträger rechtlich als Grundstückslieferanten gelten und daher oft nicht unter die spezifische Steuerschuldumkehr für Bauleistungen fallen, was die korrekte Besteuerung maßgeblich beeinflusst.

Welche Konsequenz hat eine unkorrekte Anwendung des Verfahrens?

Eine falsche Anwendung führt zu komplexen Haftungs- und Rückabwicklungsfragen bei der Umsatzsteuer-Festsetzung, die mit hohen bürokratischen Kosten und finanziellen Belastungen für die Beteiligten verbunden sein können.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kritische Betrachtung des Reverse-Charge-Verfahrens gemäß § 13b UStG im Hinblick auf Bauleitungen an Bauträger und Bauunternehmer
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
1,7
Autor
Dorothee Schröder (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
75
Katalognummer
V341288
ISBN (eBook)
9783668309579
ISBN (Buch)
9783668309586
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritische betrachtung reverse-charge-verfahrens ustg hinblick bauleitungen bauträger bauunternehmer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dorothee Schröder (Autor:in), 2016, Kritische Betrachtung des Reverse-Charge-Verfahrens gemäß § 13b UStG im Hinblick auf Bauleitungen an Bauträger und Bauunternehmer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341288
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Leseprobe aus  75  Seiten
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