Global Sourcing als Herausforderung für das Supply Chain Management


Studienarbeit, 2003
32 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Management Summary

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1 Untersuchungsdesign
1.1 Motivation
1.2 Problemstellung und -abgrenzung
1.3 Ziel der Arbeit

2 Grundlagen
2.1 Einkauf
2.2 Global Sourcing
2.3 Supply Chain Management

3 Bedeutung des Global Sourcing für das Supply Chain Management .

4 Chancen und Risiken
4.1 Einführung und Einschränkung
4.2 Einkauf
4.2.1 Chancen
4.2.2 Risiken
4.3 Transport
4.3.1 Chancen
4.3.2 Risiken

5 Perspektiven

Anhang

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Abfolge der operativen Einkaufs-Aufgaben, eigene Darstellung

Abbildung 2: Bezugsquellen-Strategien im Überblick, eigene Darstellung

Abbildung 3: Beispiel für eine Supply Chain, eigene Darstellung

Abbildung 4: Bull-Whip-Effekt

Abbildung 5: Globale Vernetzung der Güterströme

Abbildung 6: Trichtermodell

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Akteure eines logistischen Netzwerkes

Tabelle 2: Übersicht über mögliche Einkaufs-Chancen

Tabelle 3: Übersicht über mögliche Einkaufs-Risiken

Tabelle 4: Übersicht über mögliche Transport-Chancen

Tabelle 5: Übersicht über mögliche Transport-Risiken

Anlagenverzeichnis

Anlage 1: Trichtermodell zur Beschaffungsmarktauswahl

Management Summary

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die Auswirkungen der strategischen Einkaufsentscheidung zum Global Sourcing auf die Logistik-Konzeption des Supply Chain Management zu beleuchten.

Anhand von Chancen und Risiken werden die Auswirkungen einer Global Sourcing Einkaufsstrategie auf das Management der komplexen Wertschöpfungskette dargestellt. Dabei beschränkt sich die vorliegende Arbeit darauf, diese am Beispiel der logistischen Teilfunktionen Einkauf und Transport darzulegen. Dadurch wird es dem Management erleichtert mögliche Risiken für die Wertsteigerung der Supply Chain zu entdecken und entsprechende Überlegungen zur RisikoMinimierung schon frühzeitig mit einfließen zu lassen.

Dabei zeigt die Arbeit auch auf welche zukünftigen Entwicklungen - von der EU-Erweiterung über die Weiterentwicklung der Informationssysteme bis hin zur Entstehung neuer LogistikDienstleistungen - möglich sind und inwiefern sie Auswirkungen für das Supply Chain Management haben können.

1 Untersuchungsdesign

1.1 Motivation

Die stetige Dynamisierung der Wirtschaft, geringere Transferrisiken, eine hohe Informationstransparenz und eine immer weitere Globalisierung führen nicht nur zu einer stetigen Internationalisierung des Geschäftslebens und einen weltweiten Absatzmarkt, sondern bieten auch für die Unternehmen die Möglichkeit weltweit ihre Produktions-Materialien zu beschaffen.

Gleichzeitig etabliert sich eine neue Sichtweise der Logistik-Konzeptionen: das Supply Chain Management wird nicht mehr nur als Vernetzung aller interner Material- und Informationsflüsse angesehen. Es verbreitet sich zunehmend die Sichtweise, dass es notwendig wird, die Supply Chain auch als Wertschöpfungskette vom Lieferanten und eventuellen Vor-Lieferanten bis hin zum Kunden zu betrachten.

Aus diesen beiden Aspekten heraus ergibt sich die Notwendigkeit genauer zu überprüfen, welche Auswirkungen die weltweite Beschaffung von Produktions-Materialien auf die Supply Chain hat und welche neue Herausforderungen sich für das Supply Chain-Management stellen.

1.2 Problemstellung und -abgrenzung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich damit die Bedeutung weltweiter Beschaffungsaktivitäten für das Supply Chain Management anhand des Beispiels der erstmaligen Beschaffung von Produktionsmaterialien in bezug auf Chancen und Risiken aufzuzeigen Dabei werden insbesondere die beiden logistischen Funktionen Einkauf und Transport herausgegriffen und am Beispiel der Beschaffung von AX-Materialien aufgezeigt. Bei AX-Materialien handelt es sich um Produktions-Materialien deren Wert sehr hoch ist und deren Bedarf gleichmäßig vorhergesagt werden kann.

Andere logistische Funktionen wie Distribution, Lagerung, Entsorgung und Fertigung werden in dieser Studienarbeit ebenso nicht behandelt, wie Strategien zur Risikominimierung der globalen Beschaffung.

1.3 Ziel der Arbeit

Globale Beschaffung hat keinesfalls nur Auswirkungen auf eine einzelne logistische Teilfunktion des Supply Chain Management. Vielmehr muss sich jeder Supply Chain Manager darüber im klaren sein, dass er, wenn er weltweit einkauft, jede andere Teilfunktion, wie Distribution, Lagerung, Entsorgung und Fertigung ebenso wie die Informationsflüsse und schließlich auch die Finanzflüsse von dieser Entscheidung betroffen werden können.

Ziel der Arbeit soll es daher sein, dem Supply Chain Manager zu ermöglichen Chancen und Ri- siken des Global Sourcing in den logistischen Teilfunktionen Transport und Einkauf zu erkennen und dementsprechend seine Supply Chain einzurichten. Dadurch soll es ihm ermöglicht werden, dass dem Kunden die Produkte zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, zum richtigen Preis, zur rich- tigen Qualität und in der richtigen Menge zur Verfügung zu stellen, ohne dass ein Unterschied zwischen der globalen und der lokalen Beschaffung der Produktionsmaterialien bemerkbar ist Gleichzeitig soll in einem Ausblick auch mögliche weitere Entwicklungen exemplarisch dargestellt werden.

2 Grundlagen

2.1 Einkauf

Die logistische Teilfunktion Einkauf hat als Zielsetzung die kostenoptimale und reibungslose Versorgung des Unternehmens mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen zu gewährleisten, so dass diese zur richtigen Zeit, zum richtigen Preis, in der richtigen Menge und zur richtigen Qualität dem Produktionsprozess und damit auch dem Endkunden zur Verfügung stehen kann1.

Dabei besteht der Einkauf aus den operativen Aufgaben der Informationsbeschaffung, der Informationsverarbeitung, der Anbahnung und des Abschlusses von Kauf-Verträgen, der eigentlichen Bestellabwicklung und der abschließenden Einkaufskontrolle (vgl. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Abfolge der operativen Einkaufs-Aufgaben, eigene Darstellung

Der Stellenwert des Einkaufs innerhalb des Betriebes kann dabei bereits am Einkaufsvolumen erkannt werden. So beträgt beispielsweise in der chemischen Industrie der Materialaufwand i bis zu 59% des Umsatzes2.

Aus diesem Grund verwundert es nicht, dass es gerade in diesem Bereich diverse Strategien gibt, mit denen versucht wird einerseits die Kostensenkungspotentiale zu realisieren, aber auch auf der anderen Seite die Versorgung sicherzustellen: neben dem Global Sourcing, auf dem im folgenden Kapitel nun näher eingegangen wird, sind dabei auch das Domestic Sourcing, also die Beschaf- fung von Quellen aus der näheren Umgebung des Produktionsstandortes, das Single- oder Doub- le Sourcing, der Beschaffung bei einem oder mehreren Lieferanten, und die Sourcing Strategie des Modular Sourcing, dem Einkauf von kompletten Modulen bei einem Systemlieferanten, zu nennen (vgl. Abbildung 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Bezugsquellen-Strategien im Überblick, eigene Darstellung

2.2 Global Sourcing

Da Einkaufen schon immer bedeutet hat, die vom Unternehmen benötigten Güter auf den vor- handenen Märkten möglichst kostengünstig zu beschaffen, sind die Einkäufer natürlich auch in einem hohen Maße daran beteiligt neue Lieferquellen in neuen geographischen Regionen zu er- schließen.1

Unter Global Sourcing versteht man daher also eine Einkaufsstrategie, die versucht weltweit Bezugsquellen zu finden und für den eigenen Bedarf zu nutzen. Es sollen dabei nicht nur zusätzliche Versorgungsalternativen für bestimmte Güter zu finden, die im nationalen Markt eine unbefriedigende Kosten-/ Nutzen-Relation aufweisen, sondern es sollen dabei auch die Wettbewerbsvorteile des weltweiten Beschaffungsmarktes beispielsweise in bezug auf günstigere Einkaufspreise oder neue Technologietrends ausgenutzt werden.

Dabei ist Global Sourcing vor allem eine Konsequenz aus der Globalisierung der Märkte und der relativ langen weltweiten politischen Stabilität der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahr- hunderts, durch die Risiken bei der weltweiten Beschaffung minimiert worden sind. Die interna- tionale bzw. weltweite Verflechtung der Märkte aufgrund verbesserter Informations- und Transport-Systeme sowie fortschreitende internationale Integrierung der Finanzsysteme ermögli- chen globale Bezugs- und Absatz-Beziehungen. Für Unternehmen in Hochlohnländern wird der Bezug von Materialien aus Niedriglohnländern interessant, wenn die Preisvorteile die Nachteile höherer Transport-, Informations- und sonstiger Kosten überwiegen und gleichzeitig auch die benötigte Qualität geliefert werden kann2.

Als Abgrenzung des Global Sourcing kann auch der komplementäre Begriff des Domestic Sour- cing, genutzt werden. Unter Domestic Sourcing (oder auch Local Sourcing) wird der Bezug von Inputfaktoren aus der näheren Umgebung oder aus dem selben Land eines Unternehmens re- spektive eines Unternehmens-Standortes verstanden. Local Sourcing ist vor allem im Rahmen von „just-in-time“ Lieferbeziehungen von Bedeutung, die ein hohes Maß an Standortnähe erfor- dern. Dabei ist oftmals die Mehrzahl der Zulieferbetriebe in der Regel in einem Umkreis von etwa 7-10 km um den Abnahme-Standort herum angesiedelt. Domestic Sourcing bietet den Vor- teil flexiblere Lieferbeziehungen auf hohem Qualitätsniveau ohne die beim Global Sourcing zu beachtenden Risiken.3

Wichtig ist jedoch, dass ein Unternehmen, dass sich die grundsätzliche Strategie des Global Sourcing zu eigen macht, nur dann erfolgreich auf den weltweiten Märkten ist wenn es ein welt- weit ausgelegtes Beschaffungsmarketing verwirklicht und die neuen Anforderungen die mit der komplexeren Gestaltung der Zulieferbeziehungen einhergeht durch ein entsprechendes Logistik- System meistert.

2.3 Supply Chain Management

Unter Supply Chain Management ist eine Logistikkonzeption zu verstehen, welche integrierter Logistikketten über den gesamten Wertschöpfungsprozess aufbaut und verwaltet. Das bedeutet, dass das Supply Chain-Management nicht nur die unternehmensinterne Logistikkette im Blickfeld hat, sondern ausgehend von der Rohstoffgewinnung über sämtliche Veredelungsstufen hinweg bis hin zum Endverbraucher die Logistikkette betrachtet wird4.

SCM beschreibt somit die aktive Gestaltung aller Prozesse, um Kunden oder Märkte wirtschaft- lich mit Produkten, Gütern und Dienstleistungen zu versorgen. Im Unterschied zum Begriff Lo- gistik beinhaltet SCM neben den physischen Aktivitäten des Warenflusses auch die begleitenden Informations- und Finanzflüsse zwischen Kunden, Unternehmen und Lieferanten (vgl. Abbil- dung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Beispiel für eine Supply Chain, eigene Darstellung

Ziel dieser gesamtheitlichen Betrachtung des Supply Chain Managements ist es dabei auf der einen Seite Lagerhaltungs- und Transportkosten bei allen Beteiligten der Supply Chain zu reduzieren, und auf der anderen Seite die zwischenbetrieblichen Liegezeiten zu vermeiden und vor allem die Informationsstände über entstehende Störungen in der Logistikkette zwischen den Partnern der Supply Chain zu verbessern.

Ein wesentliches weiteres Ziel, welches mit Hilfe des Supply Chain Management erreicht wer- den soll, ist die Vermeidung des sogenannten "Bull-Whip-Effektes". Dieser Effekt, der ähnlich eines Peitschen-Hiebes die Bedarfsverläufe bei den einzelnen Gliedern aufschaukeln kann (vgl. Abbildung 5), tritt dadurch auf, dass jeder Partner der logistischen Kette nur die Bedarfe kennt, die ihm direkt von seinen Kunden gemeldet werden. Um teure Fehlbestände zu vermeiden, wird bei jedem Mitglied der Logistikkette Sicherheitsbestände vorgehalten, die dann wiederum die Kapitalkosten erhöhen. Gleichzeitig trennen diese Sicherheitsbestände die dahinterliegenden Partner der Logistikkette jedoch immer von den Kundenbedürfnissen am Anfang der Kette, was dazu führt dass es von einer bedarforientierten Disposition zu einer verbrauchsorientierten Disposition bei allen Partnern kommt. Die hat dann zur Folge dass im Vergleich zum eigentlichen Kundenbedarf regelmäßig entweder zuviel oder zuwenig produziert wird.1

Abbildung 4: Bull-Whip-Effekt2

Wichtig ist auf jeden Fall, dass ausgehend vom Endkunden jede Supply Chain spezifische Ausprägungen in Hinblick auf Qualitäts-, Zeit-, Kosten-, Preis- und Service-Ziele hat. Daher kann als grundsätzliches globales Ziel für alle Supply Chains nur die Steigerung des Wertes der gesamten Supply Chain angesehen werden.

Als wichtigste Vorraussetzung für ein erfolgreiches Supply Chain Management gilt dabei eine Integration der Informationsverarbeitung zwischen den Partnern der Supply Chains was einer vorherigen Schaffung von Schnittstellen zum Informationsaustausch zwischen den einzelnen Fertigungsstufen bedarf.. Auf der anderen Seite besteht für das Unternehmen auch die Notwen- digkeit seine Zulieferer und Abnehmer über Störungen in der eigenen Logistikkette zu informie- ren, was wiederum ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Partnern der Supply - Chains voraussetzt und eine Grundstimmung zu einem kooperative Verhalten zwischen den aufeinander- folgenden Kettengliedern (Intra-Chain-Kooperation) bedingt1.

[...]


1 vgl. H.-O. Günther, H. Tempelmeier, 2002, S.55

2 vgl. W. Krueger, C.Rohm, C. Homp: Beschaffung im Fokus des Kernkompetenz-Managements, S.4

1 vgl. O. Jetter, Einkaufsmanagement, S.44

2 vgl. H. Witte, Materialwirtschaft, S.94

3 vgl. H. Witte, Materialwirtschaft, S.93

4 vgl. H. Corsten, R. Gössinger, 2001, S. 81

1 vgl. O. Lawrenz, K. Hildebrandt, M. Nenninger, T. Hillek: 2001, S. 43

2 vgl. R. Kämpf, T. Növig, M. Yesilhark, veröffentlicht im Internet, 19.12.2003

1 vgl. D. Hahn, 2000, S. 13

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Global Sourcing als Herausforderung für das Supply Chain Management
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Lörrach, früher: Berufsakademie Lörrach  (Industrie)
Note
2,5
Autor
Jahr
2003
Seiten
32
Katalognummer
V34132
ISBN (eBook)
9783638344401
ISBN (Buch)
9783638908672
Dateigröße
641 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Global, Sourcing, Herausforderung, Supply, Chain, Management
Arbeit zitieren
Diplom Betriebswirt (BA) Jörg Corsten (Autor), 2003, Global Sourcing als Herausforderung für das Supply Chain Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34132

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