Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Hochfrequenzhandel (HFH) im Hinblick auf die möglichen Risiken für die Finanzmarktstabilität. Durch die zahlreichen Verflechtungen der heutigen Finanzmärkte betrifft die Thematik jeden Aktionär und Marktteilnehmer, aber auch den indirekten Investor, der Geld für seinen Renteneintritt anlegt oder Vermögensverwaltern anvertraut.
In den Medien ist der HFH spätestens seit 2010 ein umstrittenes Thema, an dem sich überdies die akademischen Geister scheiden. Zahlreiche Marktereignisse, die in kürzester Zeit zu massiven Kursausschlägen führen, tragen immer häufiger die Handschrift der Hochfrequenzhändler. Diverse Studien und Artikel zeigen auf, wie der Hochfrequenzhandel blitzschnelle Orderabwicklungen und fragwürdige Strategien etabliert hat. Die viel zitierten „Flash-Crashs“ wirken wie Vorboten einer steigenden Gefahrenquelle für die Finanzmarktstabilität. Der Finanzmarkt hat sich gewandelt. Das wird vor allem an den extrem kurzen Haltezeiten von Wertpapieren deutlich. Den genauen volkswirtschaftlichen Nutzen des High Frequency Trading (HFT) zuzüglich der Auswirkungen auf den Finanzmarkt gilt es zu erschließen und die implizierten Risiken dieser extrem schnellen Handelsform gegenüberzustellen.
Heutzutage erreichen die Computer-Algorithmen dieser Händlergattung unglaubliche Geschwindigkeiten – Millionen von Trades können binnen eines Wimpernschlags ausgeführt werden. Bereits heute wird jedes zweite Aktiengeschäft in weniger als einer Sekunde abgewickelt. In über 80% der Fälle wird eine Aktie weniger als 10 Minuten gehalten. Die Zahlen zeigen die dramatischen Veränderungen der Marktstrukturen an der Indikation der durchschnittlichen Haltedauer einer Aktie, bedingt in erster Linie durch den Hochfrequenzhandel. Der ursprüngliche Sinn einer Börse, Investoren ohne Unternehmensvision mit Unternehmen ohne ausreichend Kapital zusammenzubringen, scheint verloren gegangen zu sein.
Inhaltsverzeichnis
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- Definition der Finanzmarktstabilität
- Gefährdung der Finanzmarktstabilität
- Globalisierung der Finanzmärkte
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- Schwache Hypothese
- Mittelstarke Hypothese
- Starke Hypothese
- Bedeutung der Markt-Effizienztheorie für den Hochfrequenzhandel
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- Funktionsweise des Hochfrequenzhandels
- Technik
- Gängige Strategien
- Global Player
- Hedgefonds und Wertpapierfirmen
- Investmentbanken
- Börsen
- Case Studies - Gefahrensituationen in der Praxis
- Case Splash-Crash 2010, Dow Jones
- Case Knight Capital, 2012
- Case Dax Flash-Crash, 2014
- Case HFT lähmt die türkische Börse, 2016
- Risiken des Hochfrequenzhandels
- Allgemeine Risiken
- IT-Risiken
- Flash- bzw. Splash-Crash Risiko
- Black Swan Risiko
- Rechtliche Aspekte des Hochfrequenzhandels in Deutschland
- Regulierung
- Anwendungsbereich
- Persönlicher Anwendungsbereich
- Sachlicher Anwendungsbereich
- Anforderungen
- Zulassung
- Technische Anforderungen
- Organisatorische Anforderungen
- Aufsicht
- Fazit der juristischen Rahmenbedingungen
- Kritische Auseinandersetzung mit den Erkenntnissen zum Hochfrequenzhandel
- Finanztransaktionssteuer
- Fazit
- Handlungsempfehlung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit analysiert den Hochfrequenzhandel (HFH) im Hinblick auf seine potenziellen Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte. Die Arbeit untersucht, wie der HFH die Funktionsweise der Finanzmärkte beeinflusst und welche Herausforderungen er für die traditionelle Marktteilnahme darstellt.
- Die Auswirkungen des HFH auf die Finanzmarktstabilität
- Die Rolle des HFH bei der Entstehung von Flash-Crashs
- Die Regulierung des HFH in Deutschland
- Die ethischen und ökonomischen Herausforderungen des HFH
- Die Auswirkungen des HFH auf die Markt-Effizienz
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in den Hochfrequenzhandel und erläutert die theoretischen Grundlagen der Finanzmarktstabilität und der Markt-Effizienz-Theorie. Sie beleuchtet die Funktionsweise des HFH und analysiert verschiedene Strategien, die von Hochfrequenzhändlern eingesetzt werden. In weiteren Kapiteln werden Case Studies von Flash-Crashs präsentiert und die damit verbundenen Risiken des HFH diskutiert.
Die Arbeit geht auf die rechtlichen Rahmenbedingungen des HFH in Deutschland ein, inklusive der Regulierung und der Anforderungen an Hochfrequenzhändler. Abschließend wird ein kritischer Blick auf die Erkenntnisse des HFH geworfen und die Auswirkungen auf die Finanzmarktstabilität diskutiert.
Schlüsselwörter
Hochfrequenzhandel, Finanzmarktstabilität, Flash-Crash, Markt-Effizienz, Regulierung, Deutschland, Risiken, Strategien, Case Studies, Ethische Aspekte, Ökonomische Aspekte.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Hochfrequenzhandel (HFH)?
Hochfrequenzhandel ist eine Form des algorithmischen Handels, bei der Computer in Millisekunden eine enorme Anzahl von Aufträgen ausführen und Wertpapiere oft nur wenige Minuten oder Sekunden halten.
Welche Risiken birgt der Hochfrequenzhandel für die Finanzmarktstabilität?
Zu den Risiken gehören extreme Kursschwankungen (Flash-Crashs), IT-Fehler, das Black-Swan-Risiko und eine abnehmende Marktliquidität in Stressphasen.
Was ist ein „Flash-Crash“?
Ein Flash-Crash ist ein massiver Kurseinbruch innerhalb kürzester Zeit, der oft durch sich gegenseitig verstärkende Algorithmen von Hochfrequenzhändlern ausgelöst wird.
Wie wird der Hochfrequenzhandel in Deutschland reguliert?
In Deutschland gibt es spezifische Anforderungen an die Zulassung, technische Ausstattung und organisatorische Überwachung von Hochfrequenzhändlern, um Marktmissbrauch vorzubeugen.
Welche Rolle spielt die Markt-Effizienztheorie für den HFH?
Befürworter argumentieren, dass HFH die Markteffizienz steigert, indem er Preise schneller an neue Informationen anpasst. Die Arbeit untersucht jedoch, ob dieser Vorteil die Stabilitätsrisiken rechtfertigt.
Was war der Knight Capital Case von 2012?
Es war ein Vorfall, bei dem ein Softwarefehler in einem Handelsalgorithmus innerhalb von 45 Minuten zu einem Verlust von 440 Millionen Dollar führte, was die IT-Risiken des HFH verdeutlicht.
- Quote paper
- Anton Nikitin (Author), 2016, Die Risiken des Hochfrequenzhandels für die Finanzmarktstabilität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341343