In der vorliegenden Arbeit werden ausgewählte Modelle der Technischen Analyse auf ihren Anlageerfolg hin getestet. Im Fokus stehen dabei verschiedene Varianten des gleitenden Durchschnitts und der Bollinger Bänder. Konkret werden vom gleitenden Durchschnitt Varianten des einfachen gleitenden Durchschnitts, der Double Crossover Method und der Triple Crossover Method getestet. Für die Bollinger Bänder werden Variationen mit der 1,5-fachen und der 2-fachen Standardabweichung getestet. Diese werden in einem weiteren Schritt mit verschiedenen Oszillatoren kombiniert, welche das Anlageergebnis weiter optimieren sollen. Die Performancetests werden für Dax-Aktien und verschiedene Indizes durchgeführt. Anschließend werden die Ergebnisse mit einer Benchmark, einer klassischen Buy & Hold Strategie, verglichen. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass nur vereinzelte Variationen der Technischen Analyse besser als die Benchmark abschneiden. Ein Großteil der untersuchten Variationen liefert zum Teil weitaus geringere Renditen als die Buy & Hold Strategie. Auch die Kombination der untersuchten Technischen Signale mit den Oszillatoren, führt nicht wie erwartet zu optimierten Anlageergebnissen, sondern verringert die Rendite sogar teilweise. Die Kombination des einfachen gleitenden Durchschnitts mit dem ROC-Oszillator erweist jedoch in der Hinsicht als sinnvoll, als dass sie bei fast identischen Renditen die Verluste einzelner Bestandteile des Portfolios, im Vergleich zur Benchmark und der singulär betrachteten Methode des einfachen gleitenden Durchschnitts, begrenzt. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass sich die hier untersuchten Methoden nicht als einziges Argument für den Kauf und Verkauf von Aktien eigenen. Einige der hier untersuchten Methoden eignen sich jedoch als zusätzliches Instrument um das Timing bestehender Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu optimieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Technische Analyse – objektive Handelssignale mit Anwendbarkeit auf jeden Markt
2. Grundlagen und -begriffe der Technischen Analyse
2.1 Die Grundsätze der Technischen Analyse
2.2 Eigenheiten der Technischen und der Fundamentalen Analyse und wie sich die beiden Ansätze ergänzen können
2.3 Charttechnik als bekanntester Ausschnitt der Technischen Analyse
3. Handelsstrategien auf Basis von gleitenden Durchschnitten
3.1 Einfache gleitende Durchschnitte
3.2 Verwendung zweier gleitender Durchschnitte – Double Crossover Method
3.3 Verwendung dreier gleitender Durchschnitte – Triple Crossover Method
4. Handelsstrategien auf Basis von Bollinger Bändern
5. Oszillatoren und deren Kombinationsmöglichkeiten mit gleitenden Durchschnitten und Bollinger Bändern
5.1 Die Rate of Change (ROC) als klassischer Oszillator
5.2 Die Standardabweichung als Gradmaß für die Stärke des Trends
6. Theoretische Grundlagen zum Backtesting und der Vorgehensweise beim Benchmarking
6.1 Wichtige Gütekriterien für das Backtesting
6.2 Die Wahl einer geeigneten Benchmark
7. Datengrundlage des Performancetests, Beschreibung der Benchmark und Annahmen für die Berechnung
8. Performance von ausgewählten Handelsstrategien auf Basis der gleitenden Durchschnitte und der Bollinger Bänder
9. Die Technische Analyse als Möglichkeit die Fundamentalen Analyse zu bereichern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit verschiedener Modelle der Technischen Analyse, insbesondere gleitender Durchschnitte und Bollinger Bänder, auf ihren Anlageerfolg. Ziel ist es, durch Backtesting zu ermitteln, ob diese Methoden eine Überrendite gegenüber einer klassischen Buy & Hold Strategie erzielen können und inwieweit Oszillatoren zur Optimierung des Timings beitragen.
- Analyse und Performance-Test verschiedener Varianten gleitender Durchschnitte
- Untersuchung der Handelsstrategie auf Basis von Bollinger Bändern
- Kombination technischer Signale mit Oszillatoren (ROC, Standardabweichung)
- Benchmarking der Ergebnisse anhand historischer Daten von Aktien, Indizes und Edelmetallen
- Diskussion über die Ergänzung der Fundamentalen Analyse durch Technische Analyse
Auszug aus dem Buch
3.1 Einfache gleitende Durchschnitte
Wie es der Name schon vermuten lässt, ist die Methode des einfachen gleitenden Durchschnitts die simpelste Variante der gleitenden Durchschnitte. Es gibt in der Praxis durchaus einige Trader, die nur einen einzigen Durchschnitt verwenden, um Ein- und Ausstiegssignale zu generieren.28 Für eine variable Interpretation der Kauf- und Verkaufssignale bieten die Handelsstrategien auf Basis des einfachen gleitenden Durchschnitts jedoch nur einen vergleichsweise geringen Spielraum. So werden Kauf- und Verkaufssignale bei dieser Variante ausschließlich wie folgt generiert:
Durchkreuzt der aktuelle Kurs die gleitende Durchschnittslinie von unten nach oben, so bildet diese Formation ein eindeutiges Kaufsignal. Wird der Durchschnittskurs vom aktuellen Kurs hingegen von oben nach unten durchkreuzt, so wird von dieser Konstellation ein Verkaufssignal generiert. Das Durchkreuzen der Durchschnittslinie von oben nach unten generiert zusätzlich das Signal zum Leerverkauf des jeweiligen Underlyings. Das heißt bei einem Durchkreuzen der Durchschnittslinie von oben nach unten wird die zuvor gehaltene Aktienposition nicht nur verkauft, sondern es wird an diesem Schnittpunkt zusätzlich eine Short Position aufgebaut. Infolge dessen bildet das Durchkreuzen der Durchschnittslinie von unten nach oben nicht nur ein Kaufsignal, sondern die zuvor leerverkaufte Position muss an diesem Punkt zusätzlich noch zurückgekauft werden.29
Zusammenfassung der Kapitel
1. Technische Analyse – objektive Handelssignale mit Anwendbarkeit auf jeden Markt: Einleitung in die zunehmende Beliebtheit der Technischen Analyse unter Privatanlegern und Diskussion der Kritik durch das fundamentale Lager.
2. Grundlagen und -begriffe der Technischen Analyse: Erläuterung der theoretischen Basis, insbesondere der Markthypothesen und der Rolle der Charttechnik.
3. Handelsstrategien auf Basis von gleitenden Durchschnitten: Vorstellung der mathematischen Grundlagen und der verschiedenen Konzepte wie Double Crossover und Triple Crossover.
4. Handelsstrategien auf Basis von Bollinger Bändern: Erklärung der Funktionsweise der Bollinger Bänder als Kurskorridor basierend auf der Standardabweichung.
5. Oszillatoren und deren Kombinationsmöglichkeiten mit gleitenden Durchschnitten und Bollinger Bändern: Untersuchung der Rate of Change und der Standardabweichung zur Identifikation von Trendphasen und zur Signaloptimierung.
6. Theoretische Grundlagen zum Backtesting und der Vorgehensweise beim Benchmarking: Erörterung der Kriterien für einen aussagekräftigen Performancetest und die Wahl einer Vergleichs-Benchmark.
7. Datengrundlage des Performancetests, Beschreibung der Benchmark und Annahmen für die Berechnung: Darlegung der Datenbasis (Aktien, Indizes, Edelmetalle) und der methodischen Annahmen für den Backtest.
8. Performance von ausgewählten Handelsstrategien auf Basis der gleitenden Durchschnitte und der Bollinger Bänder: Darstellung und Interpretation der Testergebnisse der verschiedenen Strategien.
9. Die Technische Analyse als Möglichkeit die Fundamentalen Analyse zu bereichern: Fazit und Ausblick über das Potenzial einer kombinierten Anwendung technischer und fundamentaler Analyseansätze.
Schlüsselwörter
Technische Analyse, Gleitende Durchschnitte, Bollinger Bänder, Backtesting, Performance, Benchmark, Oszillatoren, Handelssignale, Aktien, Indizes, ROC, Standardabweichung, Trendfolgesysteme, Charttechnik, Buy & Hold
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie gut verschiedene Modelle der Technischen Analyse (insbesondere gleitende Durchschnitte und Bollinger Bänder) funktionieren, um beim Aktienhandel positive Anlageergebnisse zu erzielen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die mathematischen Grundlagen technischer Indikatoren, deren Erweiterung durch Oszillatoren sowie die methodische Durchführung und Auswertung von Backtests.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu prüfen, ob die untersuchten technischen Handelsstrategien eine Überrendite gegenüber einer klassischen Buy & Hold Strategie liefern können.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es wird eine empirische Analyse anhand historischer Kursdaten durchgeführt (Backtesting), wobei die Strategien systematisch auf Aktien, Indizes und Edelmetalle angewendet und mit einer Buy-and-Hold-Benchmark verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung der Indikatoren, die Erklärung der Backtesting-Methodik sowie die detaillierte Darstellung und Interpretation der erzielten Performance-Ergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Technische Analyse, Gleitende Durchschnitte, Bollinger Bänder, Backtesting, Performance, Benchmark, Oszillatoren, Handelssignale, Aktien und Indizes.
Welche Rolle spielen die Bollinger Bänder in der Analyse?
Bollinger Bänder dienen als statistischer Kurskorridor, wobei die Arbeit untersucht, ob das Erreichen oder Durchbrechen dieser Bänder präzise Signale für Kauf- oder Verkaufsvorgänge liefern kann.
Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Kombination von Indikatoren?
Die Arbeit stellt fest, dass die Hinzunahme des Standardabweichungs-Oszillators die Rendite oft negativ beeinflusst, während die Kombination mit dem ROC-Oszillator in bestimmten Fällen sinnvoll sein kann.
Warum wird die Buy & Hold Strategie als Benchmark genutzt?
Sie dient als klassische Vergleichsgröße, um zu bewerten, ob der aktive Handel nach technischen Signalen den Aufwand und die Transaktionskosten gegenüber einer einfachen langfristigen Anlage rechtfertigt.
- Arbeit zitieren
- Stefan Goldschmid (Autor:in), 2015, Gleitende Durchschnitte und Bollinger Bänder. Performance von ausgewählten Handelsstrategien auf Basis der Technischen Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341451