Die vorliegende Arbeit versucht die Frage zu beantworten, welche Vorstellungskultur in der Öffentlichkeit von der historischen Größe vorhanden ist. Am Beispiel Otto von Bismarcks soll dieser Frage nachgegangen werden, der oft durch die disparaten Charakteristika „eiserner Kanzler“ und „ehrlicher Makler“ beschrieben wird.
Letzteres Attribut, welches das Bild des Staatsmannes erkennbar prägte, wird in diesem Essay im Konnex des Berliner Kongresses von 1878 versucht facettenreich darzustellen. Dahingehend lautet der Titel der Ausarbeitung: Otto von Bismarck: Der „ehrliche Makler“ und der Berliner Kongress. Als Grundlage dient eine künstlerische Darstellung der Verhandlungsteilnehmer.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Die Balkankrise
2.1.1 Die Interessen der Großmächte
2.1.2 Der Frieden von San Stefano
2.1.3 Der drohende Krieg
2.2 Der Berliner Kongress
2.2.1 Die Delegierten
2.2.2 Die Verhandlung
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken Otto von Bismarcks während des Berliner Kongresses von 1878. Ziel ist es, die Rolle des Staatsmannes als sogenannter "ehrlicher Makler" im Kontext der damaligen europäischen Machtpolitik und der Balkankrise kritisch zu beleuchten und dabei die Ambivalenz zwischen diplomatischer Friedenssicherung und machtpolitischem Kalkül herauszuarbeiten.
- Die Balkankrise und die Interessen der europäischen Großmächte
- Die geopolitische Bedeutung des Friedens von San Stefano
- Die Rolle Bismarcks als "ehrlicher Makler" in der internationalen Diplomatie
- Charakterisierung der Delegierten anhand zeitgenössischer Kunstwerke
- Die Analyse der Kongressverhandlungen und deren Auswirkungen auf das Mächtesystem
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Die Delegierten
Aufgrund des Sachverhalts, dass am Berliner Kongress zahlreiche Nationen mit durchschnittlich drei bis vier Vertretern teilnahmen, wird zuvor ein Überblick einzelner bedeutsamen Persönlichkeiten geboten. Jene Selektion beruht auf dem Gemälde des Hofmalers Anton von Werner aus dem Jahre 1881 (zeitliche Nähe somit vorhanden). Jener Künstler erlangte einst mit der Darstellung der Proklamation des Deutschen Kaiserreiches Aufsehen. Die Abbildung der Schlusssitzung besitzt ungeachtet dessen eine beachtliche Maße von 3,60 x 6,15 Metern und gilt momentan als das bekannteste Bild jenes Ereignisses.
Quellenkritisch muss jedoch berücksichtigt werden, dass es eine deutliche Perspektivität besitzt. Dies lässt zum einen anhand des Auftraggebers, der Stadt Berlin, begründen. Aber auch der Maler selbst brachte seine deutsche Sichtweise in seine Arbeit mit ein. In Anbetracht des Umsangs und Themas der Studienleistung wird auf jene Aspekte aber nur rudimentär eingegangen. Nichtsdestotrotz veranschaulicht die Abbildung anschaulich die einzelnen Länder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Thematik in den Kontext der Vortragsreihe "Europagespräche" ein und führt in die Fragestellung zur Rolle Bismarcks auf dem Berliner Kongress ein.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen der Balkankrise, den Verlauf des Friedens von San Stefano, die drohende Kriegsgefahr sowie die Verhandlungen und Akteure des Berliner Kongresses.
3. Fazit: Das Fazit bewertet den Berliner Kongress als kurzfristige Restabilisierung, die Bismarcks Ziel der Etablierung des Reiches als Großmacht erreichte, aber das Konfliktpotenzial nicht langfristig ausräumen konnte.
Schlüsselwörter
Otto von Bismarck, Berliner Kongress, Balkankrise, ehrlicher Makler, Orientalische Frage, Mächtesystem, Diplomatie, Großmächte, Friedensvertrag, San Stefano, Außenpolitik, Großbulgarien, Machtpolitik, Interessenkonflikte, 1878
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle Otto von Bismarcks als Vermittler während des Berliner Kongresses 1878 und untersucht, wie er seine Position als "ehrlicher Makler" nutzte, um europäische Machtkonflikte zu moderieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Balkankrise, die Interessen der europäischen Großmächte, die territorialen Verschiebungen durch den Frieden von San Stefano und die Bedeutung des Berliner Kongresses für das europäische Mächtegleichgewicht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die facettenreiche Darstellung des "ehrlichen Maklers" im Konnex des Berliner Kongresses und die kritische Würdigung von Bismarcks diplomatischer Strategie.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der quellenkritischen Untersuchung von zeitgenössischen Bilddokumenten, wie dem Gemälde von Anton von Werner, basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet die Ursachen der Balkankrise, die Verhandlungen zwischen den Großmächten sowie die porträtierten Delegierten und deren spezifische politische Positionen während des Kongresses.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Bismarck, Berliner Kongress, Balkankrise, Mächtegleichgewicht, Diplomatie und Orientalische Frage.
Wie wurde das Bild von Bismarck als "ehrlicher Makler" in der zeitgenössischen Karikatur dargestellt?
Bismarck wurde oft als Weichensteller zwischen den widerstreitenden Interessen Russlands und Österreich-Ungarns dargestellt, wobei zeitgenössische Zeitungen wie der "Kladderadatsch" oder der "Punch" diese Symbolik aufgriffen.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Langzeitwirkung des Kongresses?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Kongress zwar einen großen Krieg verhinderte, jedoch nur eine kurzfristige Restabilisierung erreichte und die nationalen Hoffnungen der Balkanstaaten enttäuschte, was letztlich zukünftige Spannungen begünstigte.
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- Lehramt Bachelor Tobias Kantorski (Autor), 2016, Otto von Bismarck. Der „ehrliche Makler“ und der Berliner Kongress, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341475