Bedeutung des Kampfjungfrauen-Motivs

Donna W. Cross "Die Päpstin", Elisabeth I. und Jeanne d´Arc


Facharbeit (Schule), 2016
24 Seiten

Leseprobe

Inhalt

1. Um was geht es in dieser Facharbeit?
1.1. Mein Vorgehen
1.2 Probleme mit Quellen und der Recherche

2. Der Roman „Die Päpstin“ von Donna W. Cross
2.2. Päpstin Johanna (Johannes Anglicus) und ihre Geschichte
2.3. Klischees und Stereotypen

3. Elisabeth I.
3.1 Klischees und Stereotypen

4. Jeanne d’Arc
4.1 Klischees und Stereotypen

5. Das Kampfjungfrauen-Motiv
5.1. Was ist ein „Motiv“?
5.2 Welche Eigenschaften besitzt eine „Kampfjungfrau“?
5.2.1. Päpstin Johanna
5.2.2. Brünhild aus dem Nibelungenlied
5.2.3. Jeanne d’Arc
5.2.4. Elisabeth I.
5.3. Vergleich und Schlussfolgerung

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1. Um was geht es in dieser Facharbeit?

In dieser Facharbeit möchte ich mit Hilfe dreier Frauen das „Kampfjungfrauen-Motiv“ näher erläutern, indem ich vorerst das Motiv aus meiner Sichtweise erkläre und es anschließend mit den Frauen „Johanna“ aus dem Buch „Die Päpstin“ von Donna W. Cross, der französische „Kriegsführerin“ Jeanne d’Arc und der Königin Englands von 1558 Elisabeth I. vergleichen. Dazu werde ich Brünhild aus meiner vorherigen Hausarbeit mit einbeziehen, da ich schon vorher bei ihr bemerkt habe, dass sie Merkmale einer Kampfjungfrau besitzt.

Größtenteils werde ich mich auf Päpstin Johanna und Brünhild stützen, da ich dort mehr Quelleninformationen besitze.

1.1. Mein Vorgehen

Ich nehme mir die erwähnten Frauen genauer unter die Lupe, bedeutet, dass ich deren Situationen klarstelle und anhand dieser Informationen ihre Charakterzüge herausarbeite. Besonderen Wert lege ich auf die sowohl weiblichen, als auch männlichen Klischees und Stereotypen. Aber warum die männlichen Stereotypen und Klischees, wenn ich mich auf Frauen beziehe? Aus ganz einfachen Grund: Das Hauptmerkmal des Kampfjungfrauen-Motivs ist das Verlangen und Bestreben männlicher Rechte, männlicher Charaktereigenschaften und Macht als Frau, welche nur Männer besaßen zu der Zeit der zu vergleichenden Frauen, dazu aber mehr in Abschnitt 5.

1.2 Probleme mit Quellen und der Recherche

Nach langem Suchen über das Internet nach Literaturen oder wenigstens Definitionen des Kampfjungfrauen-Motives im Internet musste ich feststellen, dass es keine richtige Definition gibt. Auch in keinem Wörterbuch ist der Begriff „Kampfjungfrau“ zu finden. Es gibt aus den nordischen Mythen die Walküren[1], die Ähnlichkeiten mit den erwähnten Frauen haben, aber nur im Sinne der Kriegsbereitschaft. Somit muss ich anhand der Stereotypen der ausgewählten Frauen mir eine Definition für das „Kampfjungfrauen-Motiv“ herleiten. Folglich ist zu meinem Vorgehen zu ergänzen, dass ich den vorgegeben Begriff „Kampfjungfrau“ analysiere und ihn mit Hilfe der Klischees und Stereotypen bzw. mit Hilfe der Charaktereigenschaften von Johanna, Jeanne d’Arc, Elisabeth I. und Brünhild definiere.

Da Quellen aus dem Internet nicht als glaubwürdig anerkannt sind, war es zeitlich schwierig in der Bibliothek in Osnabrück Bücher zu finden, die eher männlichen Merkmale der Frauen hervorheben, weshalb ich mich mit Biographien und Zusammenfassungen geschichtlicher Ereignisse begnügen musste. Nur der Roman von Donna W. Cross „Die Päpstin“ bietet genug Informationen über die Frau „Johanna“

2. Der Roman „Die Päpstin“ von Donna W. Cross

Der Roman von Donna W. Cross ist ein historischer Roman, was bedeutet, dass er auf historische Ereignisse basiert, aber nicht vollkommen der Wahrheit entspricht, um auch eine Art „Spannungsbogen“ im Buch zu haben. Der Autor erklärt auf den letzten Seiten des Romans (S. 556 bis 566), ob die Geschichte um Päpstin Johanna belegbar ist und ob es eher ein Mythos ist als eine wahre Begebenheit. Er führt auf den Seiten viele Belege auf, beispielsweise Schriftstücke in denen Johanna vorkommt. Am Ende schlussfolgert er, dass aus seiner Sicht Johanna existiert hat, aber die Kirche versucht es zu vertuschen.[2]

2.2. Päpstin Johanna (Johannes Anglicus) und ihre Geschichte

Johanna sei eine eher ungewünschte Tochter des Dorfpriesters aus Ingelheim. Ihr Vater hätte erwartet, dass er einen dritten Sohn bekäme, doch wurde enttäuscht. Im Jahre 800 und später war es nämlich untersagt, dass eine Frau gebildet sein darf. Johannas Brüder Matthias und Johannes wurden vom Dorfpriester bzw. ihrem Vater unterrichtet um später einmal auf eine Schule zu gehen. Johannas heidnische Mutter Gudrun stand, wie der ganze Rest der Familie, unter der frommen und strengen Gewalt des Dorfpriesters.[3]

Johanna war schon als kleines Kind sehr wissbegierig. Obwohl es verboten war, dass Johanna etwas lernte, beispielsweise lesen und schreiben, brachte sie Matthias dazu ihr es heimlich beizubringen. Im Gegensatz zu Johannes lernte sie schnell und beherrschte es besser als Johannes. Matthias brachte Johanna auch verschiedene biblische Geschichten und ihre Aussagen bei. Eines Tages starb Matthias und der Dorfpriester wollte nun, dass Johannes später auf eine Schule geht.[4]

Der Dorfpriester fand bald durch Johannas eigene Schuld heraus, dass sie lesen und schreiben konnte. Ihr Vater bezichtigte Johanna daraufhin, dadurch ihren Bruder getötet zu haben. Auch später verärgerte Johanna ihren Vater, indem sie einen Gelehrten aus Griechenland ihre Wissen preisgab, woraufhin der Gelehrte Aeskulapius sie unterrichtete unter der Bedingung, dass Johannes auch unterrichtet wird. Der Grieche lehrte Johanna viel, auch Sachen, die unter den Christen als heidnisch verteufelt wurde. Der Gelehrte musste aber nach langer Zeit wieder zurück nach Griechenland, versprach aber Johanna, dass er für sie einen Ersatz suchen wird.[5]

Nach langer Zeit voller Qualen, die der Dorfpriester Johanna zufügte, kam ein Bote, der Johanna zu einer Schule bringen wollte, doch der Dorfpriester bestritt, dass der Bote im Recht liegt und bat ihn seinen Sohn mitzunehmen, auch die Mutter Gudrun bestätigte, dass Johannes anstelle Johanna gemeint ist. Johanna fühlte sich betrogen von ihrer Mutter. Johannes zog also mit dem Boten los zur Schule in Dorstadt. Johanna flüchtete nachts aus dem Haus und rannte zum weiten Treffpunkt, wo der Bote Johannes hinbrachte. Auf dem Weg traf sie Johannes, der in einem Überfall verwickelt war indem der Bote ums Leben gekommen ist. Beide gelangten zum Treffpunkt und wurden nach Dorstadt gebracht.[6]

In der Schule wurde sie mit ihrem Bruder aufgenommen, nachdem Johanna ein Disput mit einem Gelehrten hatte, der gegen die Aufnahme war, da es Frauen untersagt war etwas gelehrt zu bekommen. Johanna überzeugte den Bischof mit Geschick sie trotzdem aufzunehmen. Sie wohnte nun im Haus des Ritters Gerold.[7]

Gerold schätze die Intelligenz Johannas. Aber Gerold war auch der einzige mit dieser Ansicht. Die Mitschüler verspotteten Johanna, ihr Lehrer strafte sie willkürlich, die Frau des Ritters mochte sie auch nicht, sogar Johannes, ihr eigener Bruder verspottete sie. Doch Johanna blieb stark und konzentrierte sich auf ihre Studien, wobei Gerold sie unterstützte. Gerold brachte ihr das Reiten bei und gab ihr Bücher zum studieren. Johanna empfand Gefühle für Gerold, auch wenn dieser über zehn Jahre älter war als sie. Auch Gerold liebte Johanna. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Gerold war für einen Auftrag mehrere Wochen aus der Stadt. Die Frau des Ritters plagte die Eifersucht und arrangierte gegen den Willen Johannas eine Heirat. Sie holte sich mit einer List die Genehmigung des Bischofs, woraufhin Johanna von der Schule verwiesen wurde. Während der Eheschließung wurde die Kapelle von Normanen überfallen und ganz Dorstadt wurde vernichtet. Nur Johanna schaffte es zu überleben, da sie sich versteckt hatte. Sie fand ihren Bruder tot in der Kapelle. Johanna ging durch den Kopf, welche Freiheit sie als Mann hätte. Sie schnitt sich die Haare kurz und zog die Kleidung ihres Bruders an.[8]

Sie floh ins Kloster in Fulda und gab sich als Johannes aus. Dort wurde sie aufgenommen und bekam den Namen „Johannes Anglicus“. Sie schaffte es Jahre lang ihre Identität als Mann aufrecht zu erhalten. Im Kloster konnte Johanna ihre Studien fortführen mit Hilfe der Klosterbibliothek. Sie wurde sogar als Priester ernannt, doch dadurch wurde sie fast enttarnt, denn ihr Vater der Dorfpriester erfuhr, dass „sein Sohn Johannes“ zum Priester ernannt wurde, weshalb er nach Fulda kam, um zu gratulieren. Der Dorfpriester erkannte Johanna und wollte dem ganzen ein Ende bereiten, aber wie durch ein Wunder erlitt Johannas Vater einen Schlaganfall und starb. Eines Tages erkrankte Johanna an Fieber. Da ihr im Kloster viel über die Medizin beigebracht wurde, wusste sie, dass sie sich für die Behandlung entkleiden müsste und weshalb ihre männliche Identität in Gefahr war. Sie flüchtete geschwächt aus dem Kloster auf ein Fischerboot am Fluss und trieb bewusstlos den Fluss entlang.[9]

Sie wurde wach in einem Haus von einem Mann, dem sie damals geholfen hatte. Seine Familie kannte sie vorher auch nur als Johannes Anglicus, nun kannten sie Johannas Geheimnis, aber versprachen es niemanden zu verraten. Johanna unterrichtete seine Tochter noch kurz bevor sie aufbrach zu einer Pilgerreise, um nach Rom zu gelangen.[10]

In Rom wurde Johanna als Johannes Anglicus in eine „scola“ bzw. Schule aufgenommen und hatte dort sogar mehr Freiheit als im Kloster. Sie konnte kommen und gehen wann sie wollte und wurde sogar durch ihre breiten Kenntnisse der Medizin zur einer der berühmten Ärzte in ganz Rom. Sie war so beliebt, dass man sie dem Papst Sergius anvertraut hat, als die Leibärzte des Papsts versagt hatten. Sie erkannte die Krankheit und nach einigen Wochen wurde der Papst wieder gesund. Johanna wurde von den anderen Ärzten aus Neid verachtet. Johanna wurde wenig später zum Leibarzt des Papsts Sergius. Sie half dem Papst dabei mit der Gicht Krankheit umzugehen und stand immer an seiner Seite.[11]

Der Bruder vom Papst Benedikt mochte Johanna nicht. Durch eine Prostituierte, die sich als krank ausgab, konnte Benedikt Johanna in den Kerker werfen, da er sie beschuldigt unkeusch gewesen zu sein. Johanna verbrachte einige Zeit im Kerker bis sie wieder herausgeholt wurde um Sergius wieder zu heilen, denn der Kaiser war auf den Weg nach Rom. Beim Besuch ist Benedikt mit einer Menge Gold aus Rom geflohen wurde aber von Gerold dem Ritter abgefangen und zurück nach Rom gebracht. Unter Einfluss von Alkohol veranlasste Sergius den Tod seines Bruders. Diese Entscheidung bereute er sehr, als Benedikt schon tot war, denn ihm war nicht bewusst was er getan hat. Während Sergius trauerte, unterstützte ihn Johanna und der Papst legte sogar eine Beichte vor ihr ab, was eigentlich nur ein Kardinal annahm.[12]

Gerold und Johanna trafen sich wieder in Rom und Gerald wollte mit Johanna aus Rom flüchten, damit sie ein neues Leben beginnen konnten. Johanna lehnte ab, um dem Papst beiseite zu stehen. Wochen später erreichte Rom die Nachrichte, dass Sarazenen sich für einen Angriff bereit machen, um Rom zu plündern. Beim Kampf versuchte Sergius mit Gebeten seine Armee zu ermutigen, doch als der Petersdom ausgeraubt wurde, verließen ihn die Kräfte. Johan na übernahm seine Aufgabe und ermutigte das Heer. Gerold eilte mit einer Armee zur Hilfe und schlug den Feind in die Flucht. Papst Sergius verstarb wenig später an den Folgen seiner Krankheit.[13]

Es wurde ein neuer Papst gewählt: Papst Leo. Gerold wurde „superista“ ernannt. Er war eine Art Oberbefehlshaber in Sachen Militär an der Seite des Papsts. Johanna wurde zum „nomenclator“ ernannt. Das war der höchste Beamtenstatus, den man vom Papst erhalten konnte und war zuständig für das reiche und arme Volk. Der neue Papst lies mit Einstimmigkeit von Gerold und Johanna eine Mauer um den Petersdom bauen. Anastasius, eine Art Erzfeind vom neuen Papst, der auch bestrebte Papst zu werden, sabotierte den Bau der Mauer und steckte diese in Flammen, woraufhin ein Stadtteil Roms in Flammen aufging. Die Bewohner Roms schafften es aber den Petersdom und den größten Teil Roms vom Feuer zu schützen. Ein Junge verriet Anastasius. Der Papst beschloss, dass Anastasius das Amt des Papstes verwehrt bleibt, doch Anastasius ist ohnehin schon nach Aachen ins Frankenreich geflüchtet. Nach einer siegreichen Schlacht und Fertigstellung der Mauer verstarb auch der Papst Leo durch Vergiftung, die durch den Vater von Anastasius erfolgte. Anastasius machte sich zurück auf den Weg nach Rom, um sich als Kandidat für das Amt des Papstes aufzustellen, doch er erhielt die Nachricht, dass schon ein neuer Papst gewählt wurde. Das Volk wählte Johanna bzw. Johannes Anglicus zum neuen Papst.[14]

Somit war Johanna der erste weibliche Papst, was aber nur Gerold wusste. Johanna setzte sich viel für Waisen und Bettler ein. Sie veranlasste den Wideraufbau eines Armenviertels, eröffnete eine Frauenschule und schaffte ab, dass nur Römer ein Amt antreten konnten. Sie schaffte sich viele Feinde und Kritiker, doch das schien sie nicht zu interessieren. Mit dem Bau der Frauenschule schritt die Emanzipation der Frau voran. Als eine Überflutung viele Menschen im Armenviertel bedrohte, rettete sie mit Gerold und vielen weiteren Soldaten die Menschen aus dem Viertel, doch ein Unglück strömte Johanna und Gerold in ein Gebäude und waren dort für Tage eingesperrt. Ganz Rom dachte, dass beide schon gestorben sind. Johanna und Gerold erkannten ihre Liebe zueinander, die schon seit Jahren zwischen ihnen herrschte. Ihre innige Liebe veranlasste sie dazu Geschlechtsverkehr zu haben, obwohl Johanna es als Papst untersagt war unkeusch zu sein. Dazu war Johanna bis dahin auch noch Jungfrau gewesen. Als die Überflutung nachließ, gelangten sie zurück in die Innenstadt und wurden vom Volk bejubelt und gepriesen.[15]

Papst Johannes Anglicus war sehr beliebt unter dem Volk, denn er setzte sich mit dem Leben fürs Volk ein. Nur Arsenius, der Vater von Anastasius, versuchte weiterhin Johanna vom Thron zu stoßen. Er nutzte jede Gelegenheit ihr Sachen zu unterstellen damit ihr Ruf geschädigt wird, doch seine Versuche waren wirkungslos.[16]

Die Wasserversorgung im Armenviertel wurde durch Gerold restauriert, verkündete aber, dass er Rom verlassen wird. Johanna wurde während seiner Verkündung schlecht. Sie bemerkte, dass es ihr schon seit Wochen nicht gut ging und musste mit Entsetzen feststellen, dass sie schwanger ist. Johanna nahm ein Medikament, dass zwei Wirkungen hervorbringen konnte: Entweder das Kind in ihr wird abgetrieben und stirbt oder es wird eine Frühgeburt. Sie konnte sich nicht sicher sein, was geschehen wird als sie die Medizin eingenommen hat. Nach Schmerzen, die sie überlebt hatte, musste sie feststellen, dass auch ihr Kind im Mutterleib überlebt hat. Johanna sah keinen Ausweg und erzählte Gerold, dass sie schwanger ist. Gerold schlug vor, aus Rom zu flüchten. Johanna willigte ein, aber da sie noch heilige Feiertage vor sich hat, wollte sie bis nach Ostern bleiben. Aber nach Ostern mussten sie warten, weil der Kaiser Lothar mit Anastasius unterwegs nach Rom war und wenn der Papst nicht mehr da wäre, würde sich Anastasius das Amt unter den Nagel reißen mithilfe des Kaisers.[17]

Gerold wurde Angeklagt wegen Ketzerei. Er wurde beschuldigt sich mit Papst Johannes Anglicus über eine Vereinigung mit Griechenland unterhalten zu haben. Durch die Weisheit und Geschicklichkeit Johannas schaffte sie die Anklage nichtig zu machen. Anastasius gab nicht auf und plante ein Attentat auf Johanna während sie eine Prozession machen würde. Am Tag der Prozession wurde Gerold beim beschützen Johannas auf eine große Gruppe von Männern aufmerksam, die Ärger bereiteten. Er ritt alleine auf sie zu und geriet somit in eine Falle. Im Kampf wurde Gerold von hinten erstochen. Johanna sah vom weiten wie Gerold zu Boden stürzte und eilte zu ihm. Alle Bewohner Roms umkreisten die beiden und Gerold starb an seiner Stichwunde. In diesem Moment durchfuhr Johanna ein gewaltiger Schmerz durch ihren Leib. Sie wusste nun, dass das Kind kommen wird. Vor Schmerzen fiel sie und gebar vor allen Bürgern ihr Kind, eine Frühgeburt. Johanna starb blutend auf der Straße von Rom, doch sie fühlte sich im Inneren Erlöst und Zufrieden.[18]

2.3. Klischees und Stereotypen

Johanna hatte eine große Wissbegierde. Sie lernte schnell und ihr logisches Denken war sehr ausgeprägt. So etwas glich nicht dem normalen Charakter einer Frau im Jahre 800 n.Chr., doch Johanna hatte einen so großen Willen, dass sie sich nicht von anderen aufhielten ließ.

Was man auch aus dem Roman herausgelesen hat, war ihr Wunsch ein Mann zu sein. Sie wünschte sich die Freiheit eines Mannes zu lernen, ohne das ein anderer versucht sie davon abzuhalten. „Sie war es gewöhnt, eigenverantwortlich zu handeln; sie hatte die unumschränkte Gewalt über ihr eigenes Schicksal. Doch von Recht wegen musste eine Frau ihr vollkommen in die Hände ihres Gatten legen.“[19]

[...]


[1] Walküren: „Die überirdische Frauengestalt in altnordischen Mythen sind Dienerinnen des Oberund Totengottes Odin. Sie mischen sich bei Schlachten ins Getümmel und führen die ruhmreichen, im Kampf gefallenen Helden nach Walhall, der großen Totenhalle, in der Odin seine Untergebenen Krieger empfängt.“ – aus Peter Fiebag, Dr. Elmar Gruber, Rainer Holbe 2002: 1065

[2] vgl. Donna W. Cross (2009): 556-566

[3] vgl. A.a.O.: 5, 16, 19, 23

[4] vgl. A.a.O.: 26, 30, 33, 37

[5] vgl. A.a.O.: 40, 53, 54, 73

[6] vgl. Donna W. Cross (2009): 84, 93, 94, 99, 103, 105, 107

[7] vgl. A.a.O.: 113, 115, 117, 118

[8] vgl. A.a.O.: 128, 129, 131, 132, 143, 184, 187, 191, 192, 208, 217

[9] vgl. Donna W. Cross (2009): 244, 245, 247, 281, 285, 291, 293, 316, 317

[10] vgl. A.a.O.: 321, 324, 326

[11] vgl. A.a.O.: 334, 335, 336, 341, 352, 354

[12] vgl. A.a.O.: 365,375, 377, 394, 410

[13] vgl. Donna W. Cross (2009): 400, 411, 416, 423, 424, 425, 427, 428, 429

[14] vgl. A.a.O.: 438, 440, 442, 445, 458, 462, 465, 468, 473, 476, 482

[15] vgl. A.a.O.: 489, 490, 496, 500, 503, 505, 506, 507, 508, 510, 511, 516

[16] vgl. Donna W. Cross (2009): 512, 514

[17] vgl. A.a.O.: 518, 519, 520, 525, 526, 527, 529

[18] vgl. A.a.O.: 533, 540, 542, 546, 548, 549, 550

[19] Donna W. Cross (2009): 407

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Bedeutung des Kampfjungfrauen-Motivs
Untertitel
Donna W. Cross "Die Päpstin", Elisabeth I. und Jeanne d´Arc
Autor
Jahr
2016
Seiten
24
Katalognummer
V341516
ISBN (eBook)
9783668312944
ISBN (Buch)
9783668312951
Dateigröße
1616 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, kampfjungfrauen-motivs, donna, cross, päpstin, elisabeth, jeanne
Arbeit zitieren
Dennis Stichi (Autor), 2016, Bedeutung des Kampfjungfrauen-Motivs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341516

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